Eva Völler - Tulpengold

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Offline nirak

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Eva Völler - Tulpengold
« am: 06. März 2018, 18:00:35 »
[isbn]978-3431040845[/isbn]

Eine gut erzählte Geschichte

Pieter, ein junger Lehrling, der bei Meister Rembrandt van Rijn in Amsterdam im Jahre 1636, die Kunst des Malens erlernen soll. Schnell stellt sich heraus, seine Fähigkeiten liegen nicht nur beim Malen. Er hat ein unglaubliches Talent mit Zahlen umzugehen. Er kann Berechnungen anstellen, bei dem anderen der Kopf schwirrt. Zur gleichen Zeit blüht der Tulpenhandel in der Stadt und nimmt ungewöhnliche Ausmaße an. Pieter kann anhand der Verkaufszahlen Berechnungen anstellen, die ihn zu einem furchtbaren Ergebnis führen. Dies interessiert nur niemanden, denn gleichzeitig geschehen einige Morde im Umfeld der Tulpenhändler. Leider gerät auch sein eigener Meister unter Verdacht, denn die getöteten Männer wurden alle von Rembrandt gemalt.

In „Tulpengold“ wird die Geschichte des jungen Pieter erzählt. Er ist ein junger Mann, der aus der Norm des Alltäglichen dieser Zeit herausfällt. Sein Talent mit Zahlen umzugehen und seine eigene Art auf Fragen, welcher Art auch immer, zu antworten lässt ihn als Sonderling erscheinen. Mir hat er aber gerade deswegen so gut gefallen. Manche Dinge bringt er eben einfach so auf den Punkt und trägt gleichzeitig zur Erheiterung beim Lesen bei. Ich hatte so einige schöne Lesestunden mit Pieter.

Gleichzeitig schildert die Autorin aber auch aus dem Leben des Malers Rembrandt, gibt Einblicke in das historische Leben dieser Zeit. Ich habe ein paar interessante Dinge über die Kunst der Farbenherstellung und das Werden großer Bilder erfahren. Aber hier wird nicht nur gemalt, es sind ja auch ein paar Morde geschehen. Pieter will diese aufklären. Ich habe mit Spannung verfolgt, wie er dabei zu Werke ging. Die Spuren, die hier gestreut wurden, waren dabei so gut versteckt, dass ich lange gebraucht habe, um dahinter zu kommen, wer hier warum gemordet hat. Diese Krimielemente haben mir gut gefallen. Ich fand sie gut und spannend in die eigentliche Handlung verpackt.

Aber nicht nur die Handlung hat gefallen, auch die einzelnen Protagonisten, allen voran natürlich Pieter haben, es mir angetan. Auch wenn sein handeln, einer gewissen Magd gegenüber manchmal etwas anstrengend war.
Die einzelnen Charaktere, wie unter anderem natürlich Rembrandt und seine Frau Saskia, hat Eva Völler vielschichtig gestaltet und damit ein buntes Bild dieser Menschen gemalt. Glaubhaft hat sie das Leben im 17. Jahrhundert erzählt.
In einem Nachwort schildert die Autorin noch kurz, vorher ihre Idee zu dem Roman stammt. Sie klärt auch noch Fiktion und Wahrheit.

„Tulpengold“ ist ein spannender, historischer Roman, der vom Malen großer Künstler handelt. Ein Krimi, der so einige Morde aufklärt und interessante Einblicke in die Zeit des Tulpenhandels im 17. Jahrhundert gibt. Kurz gesagt, es war eine Geschichte ganz nach meinem Geschmack. Vielleicht gibt es ja auch irgendwann, ein wieder sehen mit Pieter und seinen Freunden!


Offline Annette B.

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Re: Eva Völler - Tulpengold
« Antwort #1 am: 06. März 2018, 18:06:53 »
Diese Rezi lese ich jetzt mit Absicht nicht,  :-> denn ich bin erst im dritten Abschnitt des Buches, aber gefällt mir echt gut.
Nach langer Zeit mal wieder ein historischer Roman der mir wirklich Spaß macht.  :lesen:
Liebe Grüße Annette

Offline nirak

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Re: Eva Völler - Tulpengold
« Antwort #2 am: 06. März 2018, 18:30:07 »
Dann wünsche ich dir weiterhin, gute Unterhaltung mit Pieter und Co  :schmusen:

Offline leseschnecke

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Re: Eva Völler - Tulpengold
« Antwort #3 am: 06. März 2018, 19:43:14 »
Und schwups - auf die Wunschliste gehüpft  :funkey:

Danke für die tolle Rezi!

Offline Inge78

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Re: Eva Völler - Tulpengold
« Antwort #4 am: 12. März 2018, 16:19:44 »
In Eva Völlers neuem Roman entführt uns die Autorin ins Amsterdam des frühen 17. Jahrhunderts. Im Atelier des berühmte Maler Rembrandt von Rijn entstehen seine weltbekannten Werke und mit dem Tulpenhandel entwickelt sich der ein der ersten Börsenhandel der Welt. Mittendrin Pieter van Winkel, ein junger Kaufmannssohn, der aufgrund seiner sozialen Inkompetenz des Öfteren bei seinen Mitmenschen aneckt. Pieter arbeitet als Maler Lehrling bei Rembrandt, seine vielfältigen Interessen umfassen aber auch die Mathematik mit deren Hilfe er versucht, Probleme zu lösen. Nur leider sich nicht alle menschlichen Handlungen errechnen oder gar logisch erklären.

Pieter ist durch Zufall vor Ort als ein Mord geschieht und sein Gerechtigkeitssinn und seine Hingabe für Rätsel, die es zu lösen gilt bringen ihn bald selbst in Gefahr.

Pieter ist ein komischer Kauz, aber einer, der dem Leser direkt ans Herz wächst. Er ist liebenswert und man hat ständig das Bedürfnis, ihn vor der bösen Welt und Menschen die ihn falsch einschätzen zu beschützen.

Eva Völler hat die Atmosphäre in Amsterdam gut eingefangen. Ständig ist mein Kopfkino angesprungen, so dass ich mir das Setting des Romans sehr gut vorstellen konnte. Die Personen werden lebendig, nicht zuletzt Rembrandt, der ein recht schwieriger Mensch gewesen zu sein scheint. Am Ende des Romans erklärt Eva Völler in ihrem Nachwort wie viele Dinge den Tatsachen entsprechen und was ihrer künstlerischen Freiheit entsprungen ist. Ich habe während des Lesens viel im Internet recherchiert, habe mir Bilder angeschaut und Punkte nachgelesen. Dadurch war ich noch mehr drin in der Handlung.

Auch das Cover ist wunderschön und sehr passend zum Buch.
Dieser spannende Histo-Krimi hat Spaß gemacht. Ich habe viel mit gerätselt, war aber ständig auf irgendwelchen falschen Spuren, die Eva Völler geschickt verteilt. So bleibt die Handlung bis zum Schluss spannend.


Words are, in my not-so-humble opinion, our most inexhaustible source of magic. Capable of both inflicting injury, and remedying it - Albus Dumbledore

Offline Esmeralda

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Re: Eva Völler - Tulpengold
« Antwort #5 am: 13. März 2018, 09:44:34 »
Früher habe ich massenweise historische Romane verschlungen; dann war ich sie irgendwie überdrüssig und momentan reite ich auf der Krimi-Thriller-Welle.
Dieser Roman scheint eine schöne Kombi zu sein und zum ersten Mal nach langer Zeit verspüre ich wieder Lust auf einen historischen Roman ... dank Eurer Rezis!  :applaus1:
Life is too short to read bad books. 

Offline Annette B.

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Re: Eva Völler - Tulpengold
« Antwort #6 am: 13. März 2018, 12:15:13 »
Früher habe ich massenweise historische Romane verschlungen; dann war ich sie irgendwie überdrüssig und momentan reite ich auf der Krimi-Thriller-Welle.
Dieser Roman scheint eine schöne Kombi zu sein und zum ersten Mal nach langer Zeit verspüre ich wieder Lust auf einen historischen Roman ... dank Eurer Rezis!  :applaus1:

Genau so ging es mir auch mit den historischen Romanen. Aber der Klappentext von diesem Buch hat mich so sehr interessiert, dass ich das Buch unbedingt lesen - beziehungsweise hören wollte.
Ich bin auch nicht enttäuscht worden, im Gegenteil - von diesem Buch bin ich echt begeistert.
Nur als HB ist es nicht so gut umgesetzt worden, aber da kann die Autorin nix für. 
Liebe Grüße Annette

Offline Annette B.

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Re: Eva Völler - Tulpengold
« Antwort #7 am: 15. März 2018, 23:07:22 »
Hier nun meine Meinung zum (Hör)-Buch:


Eine fein gewebte Handlung -  (Hörbuch Rezension)

​In diesem Roman erzählt die Autorin, Eva Völler, gleich mehrere Geschichten.
Da ist zum einen Pieter, ein ganz besonderer Junge, der bei Rembrandt van Rjin seine Ausbildung zum Maler antritt.
Folgerichtig wird zum zweiten auch etwas aus Rembrandts Leben und zum entstehen seiner Bilder erzählt. ​
An dritter Stelle werden auch noch die Morde an einigen reichen Männern aufgeklärt. ​
Diese drei Handlungsstränge alleine würden schon reichen um dem Leser eine fesselnde Handlung zu garantieren. Doch damit gibt sich die Autorin hier noch nicht zufrieden, denn sie erzählt auch noch eine sehr interessante Geschichte um den florierenden Handel mit Tulpenzwiebeln.
Diese Geschichten verwebt Frau Völler zu einer wunderbaren Handlung.
Als Leser, oder Zuhörer des Hörbuches, braucht man zu Beginn etwas Geduld um mit Pieter warm zu werden. ​
Der Junge ist schon etwas ganz Besonderes, er besitzt nicht nur ein großartiges Talent zum Zeichnen, sondern er ist auch fasziniert von mathematischen Formeln und Berechnungen.
Mehr als einmal habe ich während des Zuhörens geschmunzelt, wenn Pieter seine Berechnungen anstellte.
Jede Figur in diesem Roman wurde gut beschrieben und auch Pieter ist mir so poe à poe ans Herz gewachsen. ​
Sehr eindrucksvoll wird das Leben eines Lehrlings und auch das Leben im „alten Amsterdam“ zu Rembrandts Zeit geschildert. Das hat mir gut gefallen und ich wurde beim zuhören tief in diese andere Zeit hinein gezogen. ​
Die Mordfälle und der rasante Tulpenhandel sorgen für eine anhaltende Spannung in dem Buch. ​
Auch wenn Pieter eher ein Antiheld ist, so sind seine Berechnungen und seine Gedanken zu diesen Morden interessant. Er hat es sich in den Kopf gesetzt die Morde mit Hilfe seiner Berechnungen aufzuklären.
Der feine Humor, der sich durch diese seltsame und eigensinnig Ermittlerarbeit in die Handlung einschleicht, hat mir besonders gut gefallen.
Kann man mit mathematischen Berechnungen die Geheimnisse und Intrigen seiner Mitmenschen entschlüsseln?
Lesen oder hören Sie es selbst.
Ich war begeistert von dieser atmosphärisch dichten Erzählung.
Es lohnt sich, dieses Buch zu lesen oder anzuhören.

Zum Schluss möchte ich ein Wort zu den Kürzungen im Hörbuch sagen.

Da ich dieses Hörbuch in einer Leserunde gehört habe, sind mir die Kürzungen aufgefallen.
Zum einen fehlen Beschreibungen, WIE Pieter auf einmal an diesem oder jenen Ort gelangt ist, und zum anderen fehlen dazu auch seine Gedanken, WARUM er dort hin gegangen ist.
Man muss schon sehr genau zuhören, um die kleinen Hinweise zu bemerken, die eine Erklärung für das WIE und WARUM bieten.

Da hatten die anderen Teilnehmer an der Leserunde mit ihrem Buch doch die bessere Wahl getroffen.
Es sind nun nicht so gravierende Punkte, aber es bestätigt mir persönlich, dass ein ungekürztes Hörbuch oder der original Roman, immer die bessere Wahl ist.
Zu Beginn dachte ich, eine weibliche Stimme hätte viel besser zur Handlung gepasst.
Dies war jedoch nur ein suggestives Empfinden von mir.
Im Verlauf der Handlung musste ich dem Sprecher, Stephan Benson, großen Respekt zollen, denn er hat den niederländischen Sprachgebrauch hervorragend vorgelesen. Seine Stimme klingt angenehm im Ohr und auch die deutliche Aussprache hat mir gut gefallen.


Liebe Grüße Annette