André, Martina: Das Rätsel der Templer

Verlag: Aufbau
erschienen:
2009
Seiten:
759
Ausgabe: Taschenbuch
ISBN: 3746624983

Klappentext:

Mystery pur: Ein hochdramatischer Templer-Roman, der einen Bogen schlägt vom Jerusalem des Jahres 1156 bis in die Eifel im Jahr 2004.

Im Jahr 1156 bringt der Großmeister der Templer einen geheimnisvollen Gegenstand aus Jerusalem nach Südfrankreich. Dieses Artefakt sorgt dafür, dass der Orden zu unermesslichem Reichtum gelangt – und dass für die Tempelritter die Grenzen von Raum und Zeit verschwinden. Als 150 Jahre später der Orden vom französischen König verboten und verfolgt wird, soll Gero von Breydenbach, ein Templer aus Trier, zusammen mit seinen Getreuen in die deutschen Lande fliehen, um die dortigen Brüder zu warnen und den Untergang des Ordens zu verhindern. In der Zisterzienserabtei von Heisterbach soll er einem Mittelsmann des hohen Rates der Templer eine geheime Losung überbringen, damit dieser das so genannte »Haupt der Weisheit« zum Leben erwecken kann. Eine gefahrvolle, wahrhaft phantastische Reise beginnt, denn plötzlich finden sich Gero und sein jugendlicher Knappe im 21. Jahrhundert wieder!

Rezension:

Um es direkt vorweg zu sagen, dieses Buch ist kein reiner historischer Roman und auch kein reiner Fantasyroman. Dafür sind die historischen Hintergründe zu präzise recherchiert worden von der Autorin, genauso wie sie sich an den  physikalischen Gesetzen der Quantentheorie gehalten hat. Einem genauen Genre ist dieses Buch daher nicht zuzuordnen.  Es ist jedoch ein Buch, das Freunden beider Genres gefallen wird.

Martina André schafft Protagonisten die sie mit vielschichtigen Eigenschaften ausstattet. Keine Figur ist nur edel und gut, sondern hat auch seine Ecken und Kanten. Darüber hinaus verfügen  ihre Protagonisten auch noch über einen sehr frischen und feinsinnigen Humor. Eine tolle Mischung die besonders unterhaltsam ist. Der Leser lacht, leidet und weint mit den Hauptfiguren. Diesem sensiblen Schreibstil kann man sich kaum entziehen.

Dies grausame Schicksal, welches den Templerorden am 13.10.1307 ereilte, in Form des königlichen Befehls, alle Templerbrüder zu verhaften, führt natürlich in diesem Buch zu einer Handlung, in der Liebe, Tod und Teufel den Leser fest in den Bann ziehen. Es gibt viele Handlungsstränge, dazu Ereignisse die sich förmlich überschlagen. Die Autorin hat jedoch durch geschickte Kapiteleinteilungen mit genauen Angaben zu den Orten und zum Datum dafür gesorgt, dass der Leser nicht den Überblick verliert. So wurde das Buch zu einem tollen Lesevergnügen für mich.Der sehr flüssige und leicht verständliche Schreibstil hat mich an das Buch gefesselt.

Was selten einem Autor von Zeitreiseromanen gelingt, ist Martina André in diesem Roman mit leichter Hand gelungen. Sie hat den Spannungsbogen in beiden Zeitebenen bis zum Schluss straff gespannt halten können.  Ich könnte jetzt nicht sagen, dass ich lieber die historischen Passagen gelesen hätte oder doch lieber nur die in der Neuzeit. Beide Ebenen waren mir gleichermaßen vertraut und haben mich auch mit der selben Intensität  gefesselt.

Bei den Beschreibungen zu Landschaften, Burgen, Kirchen, Kleidung und Personen muss man jedoch der Autorin auch eine gewisse Pedanterie bescheinigen. Sehr detailverliebt und ausführlich beschreibt sie die Unterschiede zwischen Mittelalter und Neuzeit. Dies hebt zwar die Atmosphäre  im Buch, aber es stört auch manches mal, wenn die Handlung gerade sehr spannend ist. Hin und wieder ist man fast versucht darüber hinweg zu lesen. Das sollte man aber tunlichst unterlassen, denn auch in den Beschreibungen stecken hin und wieder kleinere Hinweise, die wichtig sind um den Ablauf der folgenden Ereignisse zu verstehen. Dies ist wirklich nur ein kleiner Schwachpunkt, gemessen an der Komplexität der Gesamthandlung.

Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der sich gerne in andere Zeiten und Welten entführen lässt. Ich muss aber auch die Warnung aussprechen, dass man dieses Buch besser im Urlaub lesen sollte. Die Nächte werden sonst zu kurz vor dem Dienstbeginn, da man das Buch nicht so einfach aus der Hand legen kann.

Note: 1