Heitz, Markus: Wédora – Staub und Blut

Verlag: Knaur
erschienen:
2016
Seiten:
608
Ausgabe:
Klappenbroschur
ISBN:
3426654032

Klappentext:

Im Mittelpunkt einer gigantischen Wüste liegt die schwer befestigte Stadt Wédōra. Sämtliche Handelswege der 15 Länder rings um das Sandmeer kreuzen sich hier, Karawanen, Kaufleute und Reisende finden Wasser und Schutz.

In diese Stadt verschlägt es den Halunken Liothan und die Gesetzeshüterin Tomeija. Doch Wédōra steht kurz vor einem gewaltigen Krieg, denn die Grotte mit der unerschöpflichen Quelle, die die Stadt zum mächtigen Handelszentrum hat aufsteigen lassen, war einst das größte Heiligtum der Wüstenvölker. Nun rufen die geheimnisvollen Stämme der Sandsee zum Sturm auf die mächtige Stadt. Liothan und Tomeija geraten schnell in ein tödliches Netz aus Lügen und Verschwörungen, besitzen sie doch Fähigkeiten, die für viele Seiten interessant sind.

Rezension:

Mit „Wédora – Staub und Blut“ präsentiert Markus Heitz seinen Fans eine neue aufregende Fantasywelt und tatsächlich ist der Weltenbau das große Plus des Romans. Die Stadt ist unglaublich detaillliert beschrieben. Die wundervollen Karten vorne und hinten im Buch tun ihr Übriges, um sie lebendig werden zu lassen. Auch das Cover (in echt wirklich noch mal so schön) fängt die Atmosphäre perfekt ein.

Die Geschichte ist durchaus spannend, da sich Heitz einem Kniff bedient. Die beiden Protagonisten Liothan und Tomeija werden nach ihrer Ankunft in Wédora getrennt und fortan wechselt Heitz kapitelweise die Perspektive. Das führt dazu, dass man immer neugierig wissen will, wie es weitergeht. In gewohnt flüssigem Stil erleben wir die jeweiligen Schicksale der Figuren, aber es gibt auch immer wieder Einblicke in den Heimatort des Heldenpaares Walfor. Es werden immer neue Fragen aufgeworden, Einblicke in die Historie der Stadt gegeben und Nebenfiguren hinzugefügt, die nicht immer leicht zu durchschauen sind.

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Für eventuelle Fragen gibt es vorne ein Personenregister und ein Glossar. Beides habe ich trotz sehr fremd klingender Namen überhaupt nicht gebraucht, was definitiv für die Schreibe des Autors spricht. Jede Figur hatte ihre Eigenart, so dass man nicht den Überblick verliert. Dennoch hat mir manchmal ein bisschen was gefehlt. Einiges verläuft in der Handlung zu glatt, einige Figuren waren mir in ihrer Freundlichkeit ein bisschen zu eindimensional (z.B. der Händler Kasûl). Und obwohl wirklich immer etwas passiert, haben mir manchmal die Überraschungen gefehlt.

Das Ende wird sicherlich jeder anders bewerten. Ich fand die Auflösung des Schicksals um Liothan und Tomeija genial clever, bei Dûrus hab ich mir mehr Spektakel erwartet und in Bezug auf den Herrscher der Stadt werden wir leider ganz im Regen stehen gelassen. Aber kommt Zeit, kommt hoffentlich Band 2.

Ein bisschen vermisst habe ich den typischen Heitz-Humor. Zwar ist „Wédora“ keine bierernste Angelegenheit, aber mir fehlte doch das feine Augenzwinkern, welches den Büchern normalerweise einen besonderen Charme verleiht. Auch die sonst eher brutalere Gangart des Autors wurde bei diesem Roman heruntergeschraubt. Zwar gibt es hier und da auch mal eklige Szenen, aber bis auf aufplatzende Leichen in einem Turm, ist das doch um ein Vielfaches handzahmer, als man es von Heitz gewohnt ist. Wobei das jetzt gar nicht negativ gemeint ist. Es muss ja nicht immer das Blut bis zur Decke spritzen, wenn die Handlung dies nicht hergibt.

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Trotz der kleinen Kritikpunkte, habe ich mich bestens unterhalten gefühlt und hoffe, dass die Wüstenstadt in Serie geht. Ich glaube auch, dass besonders Fantasyanfänger ihre Freude an diesem Buch haben werden, da eine übersichtliche Zahl von Figuren und Orten dafür sorgt, dass man sich schnell in der ungewöhnlichen Welt zurechtfindet. Dennoch erhoffe ich mir von einem nächsten Band etwas mehr Tiefe in Bezug auf Figuren und Handlung. Die Wüstenwelt hat unglaublich viel Potential und einige Geheimnisse sind ja auch noch nicht gelüftet.

Note: 2

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