Fiona Blum: Liebe auf drei Pfoten

  • 0 Antworten
  • 85 Aufrufe

Offline Kathrin

  • Globaler Moderator
  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 7319
Fiona Blum: Liebe auf drei Pfoten
« am: 25. Juli 2022, 16:03:42 »
Liebe auf drei Pfoten von Fiona Blum

Herausgeber ‏ : ‎ Goldmann Verlag
Taschenbuch ‏ : ‎ 224 Seiten
ISBN-10 ‏ : ‎ 3442485185

Inhalt:
Federica lebt in einem kleinen, entlegenen Viertel in Rom – und sie hat es sich in den Kopf gesetzt, die verlassene Bücherei in ihrer Nähe wieder zu neuem Leben zu erwecken. Doch zur Erfüllung ihres Traumes bedarf es erst der Drehungen einiger geheimnisvoller Rädchen, die das Schicksal leise vorantreiben: das große Herz einer verrückten alten Frau, das Vertrauen zweier Kinder in Not und der unbändige Überlebenswille eines kleinen Katers, der dafür sorgt, dass Federica das Leben zu lieben lernt ...

Meine Meinung:
„Frederica hielt nichts von Zufällen. Zufälle waren was für Feiglinge, die es nicht wagten, offensichtliche Zusammenhänge beim Namen zu nennen.“

Wie ich auf den Roman „Liebe auf drei Pfoten“ von Fiona Blum aufmerksam geworden bin, weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr. Es lag sicherlich nicht an der zu erwartenden Liebesgeschichte und schon gar nicht an dem grundkitschigen Cover des Hardcovers, denn was bitteschön hat das vierbeinige, getigerte, flauschige, ach so süße Katzenkind mit dem schwarzen, dreibeinigen Straßenkater Bruno zu tun, dem wir in diesem Roman begegnen. NICHTS. Deshalb war ich froh, dass Taschenbuch ergattert zu haben, dessen Cover zwar ähnlich, aber weniger kitschig daher kommt.

Es tut mir tatsächlich ziemlich leid, dass ich dem Buch nicht mehr als 3,5 Sterne geben kann, denn die Autorin hat vieles richtig gemacht. Sie hat einen schönen erzählenden Stil, der sich sehr gut lesen lässt und in einen heißen Sommer in Rom entführt. Man spürt ihre Liebe zu der Stadt, zu Katzen und zu den Menschen und sie hat das alte Schlachterviertel, die Stiefschwester von Trastevere, die Hitze, die Gerüchte wunderbar eingefangen. Man feiert mit den Bewohnern spontane Feiern und bekommt unbändige Lust auf Pizza! Auch die Grundidee der Geschichte gefällt mir. Ich mag die Figuren, auch die menschenscheue Hauptfigur Frederica, deren Traum eine eigene Bücherei zu eröffnen. Aber die Figuren sind alles in allem schon etwas klischeebehaftet und ich bin ihnen letztlich auch nicht so nahe gekommen, wie ich mir das gewünscht habe. Ich weiß zwar, warum sie fühlen, wie sie fühlen, aber ich fühle nicht mit ihnen mit, da ist irgendwie immer ein Abstand. Aber vielleicht ist das auch gewollt, zumindest zu Frederica passt , so menschenscheu und schüchtern wie sie ist.

Ich hatte auch zwischenzeitlich das Gefühl, dass die Autorin vielleicht etwas zu viele Themen auf die gerade mal 220 Seiten des Buches packen wollte, auch wenn letztlich keine Fragen offen geblieben sind und die Geschichte in sich rund und geschlossen ist. Vielleicht ging das ein wenig zu Lasten der Figuren.

Als positiv empfand ich, dass die Geschichte deutlich weniger kitschig als befürchtet war und auch die Liebesgeschichte nur einen kleinen Teil des Buches eingenommen hat. Man wusste zwar, worauf es hinauslaufen würde, aber Fredericas Liebesglück stand nicht im Vordergrund. Im Vordergrund standen die Menschen, die Nachbarschaft, das Für-einander-da-sein.

Aber letztlich habe ich mir irgendwie mehr von dem Buch erhofft. Ich wollte ein richtig schönes Sommer-Wohlfühlbuch lesen, was es sicherlich auch für viele Lesende ist, aber mich hat es halt leider nicht ganz so abholen können. Vielleicht war es auch einfach die falsche Zeit für das Buch.

Bewertung:
Rock the Night!