Simon Scarrow - Verdunkelung

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Offline hexenaugen

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Simon Scarrow - Verdunkelung
« am: 15. Juni 2022, 22:39:42 »


Klappentext:



Berlin im Winter 1939. Der Zweite Weltkrieg hat begonnen. Immer weiter schränkt das Nazi-Regime die Freiheit der Bevölkerung ein. Doch in der Hauptstadt wird der sich ankündigende Schrecken der Kriegsjahre von einer tiefgreifenden Angst überschattet. In den kalten Stunden der Verdunkelung, die die diktatorische Regierung zum Schutz gegen Fliegerangriffe ausspricht, zieht ein brutaler Mörder durch die Metropole. Als die Leiche einer jungen Frau gefunden wird, gerät Kriminalinspektor Horst Schenke unter erbarmungslosen Druck. Seine Weigerung, in die Nazipartei einzutreten, bringt ihn in große Gefahr – und als eine zweite Frau ermordet wird, entdeckt Schenke eine Spur, die bis ins Zentrum der Macht führt. Seine Stunden scheinen gezählt ...



Meinung:

Simon Scarrow wagt sich an einen historischen Roman, der 1939 in Berlin spielt.
Im Mittelpunkt steht der Kripo-Kriminalkommissar Horst Schenke, Leiter des Reviers Pankow.
Vor dem Hintergrund ehrgeiziger Fraktionen in der Nazipartei zwingt der mächtige und skrupellose SS-Oberführer Müller, Chef der Gestapo, Schenke, die heikle und gefährliche Untersuchung der Vergewaltigung und Ermordung des ehemaligen Filmstars Gerda Korzeny zu leiten, die mit einem hohen Parteifunktionär verheiratet ist, einer Frau mit Verbindungen zu Goebbels.
Es läuft in also in Berlin ein Mörder frei herum.

Der Autor nutzt die Kulisse des Berlins in Kriegszeiten für einen fesselnden Thriller, in dem reale und fiktive Charaktere nahtlos ineinander übergehen.
Der Roman ist erstklassig, alle Protagonisten werden in diesem Krimi voller Korruption, Einschüchterung und Tod lebendig,

Ich mochte die Hauptfigur Horst Schenke sehr.
Ein aufrechter und moralischer Polizeibeamter, der damit zu kämpfen hat, dass er einem brutalen und repressiven Polizeistaat dient.

Fazit:

Scarrow fängt den fesselnden inneren Kampf ein, die Schenke zwischen dem Gehorsam gegenüber den Wünschen der Partei und der Gerechtigkeit verspürt.
Dies ist eine fesselnde und abschreckende Lektüre mit vielen Überraschungen und einer tollen Spannung, die sich durch das Buch zieht.
Es lässt die Geschichte des Dritten Reiches wirklich lebendig werden. Das Buch hat mir gut gefallen und ich empfehle es gerne weiter.

« Letzte Änderung: 10. August 2022, 05:31:03 von hexenaugen »
Bücher lesen heißt wandern gehen in ferne Welten,
aus den Stuben über die Sterne.

©Jean Paul

Offline nirak

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Re: Simon Scarrow - Verdunkelung
« Antwort #1 am: 16. Juni 2022, 12:41:47 »
Danke für deine Rezi, das Buch liegt schon bei mir auf meinem zu lesen Stapel  :funkey:

Offline nirak

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Re: Simon Scarrow - Verdunkelung
« Antwort #2 am: 31. Juli 2022, 09:47:36 »
Krimi mit Tiefgang

Im Winter des Jahres 1939 in Berlin ist nichts mehr so, wie es mal war. Der Krieg ist ausgebrochen und das Nazi-Regime hat Verdunkelung angeordnet, somit versinkt die Stadt Nacht für Nacht in der Finsternis. Diesen Umstand machen sich zwielichtige Gestalten zunutze, um ihre Verbrechen zu verüben. Kriminalinspektor Horst Schenke wird dazu auserwählt, den Tod einer jungen Frau aufzuklären. Zunächst erschließt sich ihm nicht, warum ausgerechnet er diesen Fall übernehmen soll. Erschwerend kommt für ihn hinzu, dass er sich beharrlich weigert, in die Nazipartei einzutreten. Doch dieses Verhalten bringt ihn bald selbst in Gefahr. Dann wird eine weitere Frau ermordet, aber jetzt gibt es eine Spur, die ihm gar nicht gefällt und ihm selbst gefährlich werden könnte.

Der Autor Simon Scarrow ist vielen vermutlich als Autor von historischen Romanen bekannt, die hauptsächlich in der Antike spielen. Dieser Krimi ist jetzt mal eine ganz andere Richtung und für mich der erste Roman, den ich überhaupt von diesem Autor gelesen haben. Die Geschichte von „Verdunkelung“ spielt im Jahre 1939 in Berlin und erzählt von dem ersten Kriegsjahr und den Folgen für die Bevölkerung. Mir hat dieser Krimi gut gefallen, auch wenn ich zu Beginn kleine Einstiegsschwierigkeiten hatte. Es hat schon ein paar Seiten bedurft, um mit dem Ermittler Horst Schenke warm zu werden. Die Schilderungen seiner Arbeitsweise und die Gestaltung seines Lebens habe ich zu Beginn als etwas spröde empfunden. Erst im Laufe der Handlung hat es mich dann richtig gepackt und ich wollte wissen, wer und warum hier getötet hat.

Es wird aber nicht nur einfach davon erzählt, wie ein Mörder gejagt wird, sondern auch davon, wie die politische Lage dieser Zeit war. Der Protagonist Horst Schenke hat sich seinen Beruf sorgfältig ausgewählt und will für Gerechtigkeit sorgen. Dabei hat er nicht bedacht, dass die Zeiten dafür denkbar ungünstig sind. Der Autor hat es geschickt verstanden, den Gewissenskonflikt, dem der Kriminalinspektor ausgesetzt ist, in Szene zu setzten. Ziemlich schnell wird klar, irgendwann wird Horst Schenke sich entscheiden müssen, welchen Weg er gehen wird. Damit scheint aber auch klar zu sein, dass es noch weitere Fälle geben wird. Die eigentliche Jagd nach dem Täter war spannend und für mich nicht unbedingt vorhersehbar. Es gab Wendungen, mit denen ich so nicht gerechnet habe.

Fazit:

„Verdunkelung“ war für mich ein Krimi, der sich nicht nur flüssig lesen ließ, sondern mit spannenden Wendungen daher kam. Die Protagonisten waren nicht immer leicht zu durchschauen und der Kriminalinspektor Horst Schenke ein Charakter, an den man sich langsam gewöhnen muss. Ich würde tatsächlich gern lesen, wie er sich weiterentwickeln wird und welchen Weg er einschlagen wird. Simon Scarrow hat seinen historischen Hintergrund geschickt gewählt und mit diesem Krimi eine historische Mordserie neu beleuchtet. Die Einblicke in die Polizeiarbeit und die politischen Verbindungen hat der Autor gekonnt zusammengeführt, entstanden ist ein Krimi mit Tiefgang, spannend und authentisch erzählt.