Jojo Moyes: Eine Handvoll Worte

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Offline ClaudiC

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Jojo Moyes: Eine Handvoll Worte
« am: 01. Februar 2014, 17:17:12 »
[isbn]9783499267765[/isbn]

Klappentext:
Du sollst wissen, dass du mein Herz in deinen Händen hältst.
1960. Jennifer Stirling müsste eigentlich glücklich sein: Sie führt ein sorgloses Leben an der Seite ihres wohlhabenden Mannes. Doch ihr Herz gehört einem anderen – und er bittet sie, alles für ihn aufzugeben.
2003. Ellie Haworth hat ihren Traumjob gefunden: Sie ist Journalistin bei einer der führenden Zeitungen Londons. Eigentlich müsste sie glücklich sein. Doch der Mann, den sie liebt, gehört einer anderen. Eines Tages fällt Ellie im Archiv ein Jahrzehnte alter Brief in die Hände: Der unbekannte Absender bittet seine Geliebte, ihren Ehemann zu verlassen und mit ihm nach New York zu gehen. Als Ellie diese Zeilen liest, ist sie erschüttert. Was ist aus den beiden und ihrer Liebe geworden? Sie stellt Nachforschungen an und stößt auf Jennifer: eine Frau, die alles verloren hat. Alles, außer einer Handvoll kostbarer Worte. Wer die Liebe nicht kennt, kennt nichts. Wer sie hat, hat alles

Meine Meinung:
Mit was für Erwartungen bin ich an diesen Roman herangegangen... "Ein ganzes halbes Jahr" hat mich letztes Jahr total vom Hocker gehauen. Und auch, wenn es sich hier nicht um eine Fortsetzung handelt, so doch um die gleiche Autorin. Vielleicht lag es an diesen hohen Erwartungen, aber mit diesem Buch bin ich durch Höhen und Tiefen gegangen.

Der Roman spielt in unterschiedlichen Zeiten, wie auch schon der Klappentext verrät. Im Jahr 2003 begibt sich Ellie auf die Suche nach Empfänger und Adressat eines Briefes, der ihr zufällig in die Hände gerät. Diese Handlung fand ich äußerst spannend. Aber ich muss auch gestehen, dass es diese Handlung - im dritten Teil des Romans nach gut der Hälfte der Seiten - war, die mich davon abgehalten hat, das Buch abzubrechen. Ich war nämlich kurz davor.

Die Handlung in den 60er Jahren fand ich eigentlich nur langweilig. Ich habe weder mit der Empfängerin des Liebesbriefes mitgefiebert, noch mit dem Schreiber des Briefes. Außerdem springt die Erzählung auch innerhalb der 60er-Jahre in der Zeit, wenn auch immer nur wenige Wochen oder Monate vor oder zurück. Manchmal wusste ich aber gar nicht, ob die Handlung gerade vor oder nach "dem geheimnisvollen Ereignis"
Jennifers Unfall
spielt.

Ellie und Jennifer scheint einiges zu verbinden. Dass sich die beiden Geschichten in einigen Teilen ähneln, mochte ich. Andererseits kam es mir auch konstruiert zu. Genauso die Auflösung am Ende des Romans. Ist diese wegen ihrer Einfachheit genial? Oder schlicht einfallslos. Ich kann mich nicht recht entscheiden.

Trotzdem: Nachdem ich für die ersten 250 Seiten 3 Wochen gebraucht habe, habe ich den Rest des Romans in 3 Tagen gelesen. Also scheint mich die Geschichte doch gefesselt zu haben. Ich glaube, das liegt auch daran, dass sie letztlich so viele Wendungen, mit denen man nicht gerechnet hat, genommen hat. Dieser Roman ist in seiner Handlung das, was man so schön als "dicht" bezeichnet. Und: Die Liebesgeschichte ist weniger vorhersehbar als in dem ach so schönen Vorgänger. Seine Figuren sind mir aber viel weniger ans Herz gewachsen.

Eine Note zu vergeben fällt mir sehr schwer. Beim Lesen habe ich immer wieder zwischen
und geschwankt.

Trotzdem, den nächsten Jojo Moyes setze ich erst einmal nicht auf meine Wunschliste. 

Offline Aurian

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Re: Jojo Moyes: Eine Handvoll Worte
« Antwort #1 am: 04. August 2014, 23:22:35 »
Die Geschichte hat mich von Anfang an in ihren Bann gezogen.

Zum einen hat mir die Idee mit dem Gedächtnisverlust von Jennifer gefallen. Sie wacht im Krankenhaus auf und kann sich an nichts mehr erinnern, auch nicht an ihren Ehemann. Da ich den Klappentext des Buches nicht gelesen habe, hatte ich keine Ahnung was für eine dramatische und traurige Geschichte da auf mich zukommt.

Genauso interessant fand ich das Sittengemälde der Zeit um 1960, dass die Autorin hier zeichnet. Dieses Zeitporträt hat Jojo Moyes geschickt mit dem Schicksal ihrer Protagonistin verknüpft, wodurch die Reaktionen und das Verhalten von Jennifer für mich viel nachvollziehbarer wurden. Damals war eine Frau einfach nicht so frei in ihren Entscheidungen, wie heute.

Anfangs hatte ich Probleme damit, einzuordnen in welcher Reihenfolge die Ereignisse erzählt werden, bis ich merkte, dass zum einen die Vorgeschichte bis zu dem verhängnisvollen Unfall geschildert wird, abwechselnd mit Jennifers verzweifelten Versuchen sich wieder in ihrem Leben zurechtzufinden und ihre Gedächtnislücken zu füllen.

Besonders traurig fand ich die Seite vor jedem neuen Kapitel. Dort waren echte letzte Worte zu lesen. Diese wurden der Autorin von Männern und Frauen zur Verfügung gestellt, die diese Nachrichten über das Ende ihrer Beziehung genau in dieser Form erhalten haben.

Die zweite Handlungsebene rund um Ellie hatte für mich nicht die gleiche bedrückende Atmosphäre, wie die Hauptstory, auch wenn es hier erneut um eine unglückliche Liebe geht. Doch Ellie lebt im hier und jetzt und kann frei entscheiden, wie sie leben möchte und mit wem.

Mit ihren genauen Beschreibungen der Menschen, der Gefühle, Gedanken und der Orte ließ die Autorin mich regelrecht in die Handlung eintauchen. Sie hat das dichte Drama rund um Jennifers Vergangenheit geschickt mit der etwas leichteren Handlung um Ellie verbunden. Der zweite Teil ließ sich leichter und unbeschwerter lesen.

Fazit: Ein Roman über zwei Frauen, die eine unglückliche Liebe in ganz unterschiedlichen Zeiten erleben.



LG, Aurian

Offline Xandi

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Re: Jojo Moyes: Eine Handvoll Worte
« Antwort #2 am: 09. August 2014, 20:20:45 »
Tja, eigentlich mag ich ja keine Bücher, wo nicht wirklich viel Action ist. Wo eigentlich nichts passiert und man schon im Vorhinein weiß, wies ausgeht.

Aber dieses Buch, obwohl es all das erfüllt, hat mich voll in den Bann gezogen.
Jojo Moyers hats irgendwie drauf aus Nichts ein vollwertiges und noch dazu dickes Buch zu schreiben.
Ihre Figuren sind vielschichtig und liebenswert. Kein Bösewicht ist nur ein Bösewicht.
Sie schreibt aus dem Leben und noch dazu mit einer Leichtigkeit, als ob sie einem bei Kaffee und Kuchen gegenüber sitzt und plaudert.

Fazit
Das ist das zweite Buch von ihr, das mich umgehaun hat und ich werde deshalb auch ihr drittes lesen.


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