Hallo
Ich mach mal was neues hier auf, vielleicht gefällts.
Es kann jeder seine Werke hier darlegen! Also schreibt fleissig dazu
Das erste Gedicht von mir ist für alle diejjenigen die nicht wissen was eine Hagazussa ist,
vielleicht bringen die Zeilen etwas Licht ins Dunkel!
Hagazussa
Sitzend auf dem Zaun,
der die Welten trennt.
Wissend um Geheimnisse
der Nacht und des Tages.
Schauend in die Tiefe
der Vergangenheit und der Zukunft.
Mit einem Bein im Hier
und dem anderen im Dort
hält sie die Balance
im Zwischenreich
und jenem anderen Ort.
Carola
Liebe Mitglieder und Gäste!
Ich habe jetzt lange darüber nachgedacht, ob ich hier was posten soll. Was eigetnlich blöd ist, weil die Idee dazu von mir kam. Immerhin bin ich mit meiner Freundin Carola oft im chat und da haben wir darüber "gesprochen".
Danach ist mir allerdings eingefallen, daß das ja ganz persönliche Gedanken sind. Sozusagen unsere Eigentümer.
Der Gedanke ist mir aber leider erst nachher gekommen.
Ich werde aber trotzdem hier auch was von mir posten. Wenn ich mal meine Gedichte durchgesehen habe.
Leider schreibe (oder Gott sei Dank, wie mans nimmt) ich keine mehr, sondern hab nur welche aus meiner Teenie-Depri-
Phase. Da gehts eigentlich nur (wie könnte es anders sein) um unerfüllte Liebe.
Na mal schaun!!!
Xandi :kopfkratz:
Abend!
Ok!!! Also ihr dürft darüber ruhig lachen, weil ich tu es ja auch.
Das sind Gedanken aus meiner Teen-Zeit. Ich war damals 16,5 Jahre alt.
Trümmer, warum hast Du alles zerstört.
Nur Schutt und Asche am Kriegsschauplatz der Liebe
sind die letzten Zeugen einer verlorenen Schlacht.
:dong:
Xandi
Der Nebel am Horizont
Die Geige entfaltet ihren magischen Gesang
Schwer wird's ihm um sein feuriges Herz
Goldnen Fäden gleich schwingt melodiöser Klang
Sich schlängelnd gen Himmel in trauerndem Schmerz
Beruhigt den rauhen Wind in seiner Kakophonie
Tränen rinnen von des grauen Äthers sein
Und grün wogt naßglänzend benetztes Gras
Auf kargem lavaschwarzem Gestein
Als spiele es unheimlich in windigem Spaß
Der doch nicht die Wehmut lindern kann
Kühles rauhes Klima seine Haut
Unsterblich die Liebe, ferne Heimat
Seinerseits ertönt kein einziger Laut
Das Haar klebt ihm im Gesicht
Er breitet seine Hände aus
Sonst bewegt er sich nicht
Dunkles Meer vernimmst du die Sehnsucht
Auf der Klippe verharrt und fest gebannt
Steht weit draußen nur die brandende Nebelwand
Wohinter einst die Insel für ewig verschwand
Und wiederum geschieht nichts so sehr er auch ruft
Wäre er doch damals mitgegangen
Wie seine Brüder und Schwestern
Nun ist er in Einsamkeit gefangen
Ewigkeit ist Liebe die er hier verlor
Nur noch Verlangen nach der Ferne
Zersprungen ist sein lebendiges Cor
Wow!!
Hallo Bergi!
Mein Kompliment! Das gefällt mir. Ich seh den Typen richtig!
Hast Du mehr?
Xandi
Hallo,
Bergi das ist soooo schön. Ich sehe Avalon vor mir und den einsamen dort hinschauen...
Es ist Kraftvoll und gleichzeitig zärtlich und bringt diese Melancholisch traurige Stimmung toll rüber.
Bitte mehr davon!!!(http://buchcouch-forum.de/forum/Smileys/buchcouch_standard/aplause.gif)
Grüße
Carola
Dann mal noch eins in dem Stiel.
Dornenblüten
Von Sträuchern eingerahmt erblicke ich die Nacht
Knorriger Arme spitzer Finger fluten zu mir
Erstes Blut fließt als mein Ausbruch scheitert
Immer enger schließt sich das Rund um mich
Dornen dringen schmeichelnd an erschauerte Haut
Legen mich starr lauschend in borkige Ketten
Ergreifende Gefühle überwältigen meinen Leib
Mein heiligstes Lied ist alles was mir bleibt
Die Spitzen drängen immer fordernder
Stoßen schmerzhaft durch meine Hülle
Marterung gleitet unaufhaltsam in den Gesang
Bricht meinen Willen aus seiner Verankerung
Meine Schmerzen hörbar immer intensiver
Mit Mühe erhalte ich das Lied am klingen
Der Strauch tränkt sich röter in meinem Blut
Noch kann ich der zerrenden Qual wiederstehen
Immer stärker saugt die bodenlose Schwärze
Kraftlos legt sich meine Stimme zum Schlaf
Meine Seele durchbohrt von saugendem Holz
Bäumt sich noch einmal auf und verliert den Halt
Stille folgt meiner schönsten Melodie
Der höchste Einsatz ließ sie verzaubern
Grenzen überwindend nistet sie sich ein
Als weißer Samen in rubinenem Saft
Leise Tropfen befruchten den Boden
Füllen verdorrtes Holz mit neuem Leben
Trockene Adern strecken sich in Frische
Kleine Knospen quellen zur Blüte aus
Weiße Fackeln strahlen in schimmernder Pracht
Betten den ausgezehrten Korpus zur lezten Ruh
Kleine Sonnen behüten meine blanken Knochen
Verschließen das Grab mit meinem Vermächtnis
Buchstaben zusammen gesetzt ergeben Worte, diese wiederum zusammen gefügt werden Sätze.
Muß nicht unbedingt sein. Oder?
Wort Zauber
Worte - Sagen
Worte - Klagen
Worte - Lehren
Worte - Verwehren
Worte - Geben
Worte - Leben
Worte - Finden
Worte - Verbinden
Worte - Bauen
Worte - Vertrauen
Worte - Verlassen
Worte - Hassen
Worte - Hetzen
Worte - Verletzen
Worte - Bekennen
Worte - Trennen
Worte - Verteilen
Worte - Verweilen
Worte - Verstehen
Worte - Gehen
Worte - Hemmen
Worte - Verklemmen
Worte - Passen
Worte - Fassen
Worte - sind der Anfang und das Ende und Dazwischen
Ciao
Der Tanz (Becircender Zauber) Teil 1
Dunkelheit fällt weich hernieder
Tränkt den Wald mit Dämmergrau
Legt behutsam der Nacht Gefieder
Über wolkenloses Himmelsblau
Aufstrebend zum höchsten Gipfel
Der Mond das Firmament erklimmt
Versilbert der Bäume blättrig Wipfel
Die des Windes Weise angestimmt
Auf lichter Schneise ein Faun manifestiert
Von des Teufels Dutzend Elfen geleitet
Seine Flöte betörende Melodie gebiert
Auf unheimliche Art sie sich ausbreitet
In leichtem Reigen vollführt ihr Tanz
Mit lieblichen Stimmen erklingend
Ihre schönsten Gaben in fahlem Glanz
Die Sinne anmutig beschwingend
Zu Seiten eines Baumes Stamm
Nicht fern ein Mann friedlich ruht
Hinfort geht seines Feuers Flamm
Unversehens schläft er nicht mehr gut
Witternd tasten unsichtbare Fühler
Angelockt von lebendiger Aura Dasein
Die Umgebung wird spürbar kühler
Etwas dringt in des Schlafes Haus ein
Morpheus Armen jäh entrissen
Fährt Schrecken ihm in die Glieder
Noch kämpft der Traum verbissen
Schlaftrunken öffnet er seine Lider
Er gewahrt es droht keine Gefahr
Schlagartig weicht alles Unbehagen
Seine Sinne wie die Sterne so klar
Ihm berauschendes Flair antragen
Von abseits hallt es an sein Ohr
Der Neugier Hunger ist geschürt
Eifrig kommt sie hinterm Ofen vor
Ward doch sein Innerstes angerührt
Er hält Ausschau in der Nacht
Ergründet mit behutsamem Schritt
Glaubt sich um den Verstand gebracht
Als er schließlich die Lichtung betritt
Vor ihm das Werk einer Illusion
Der Sterne golden warmer Regen
Ein nie enden wollender Strom
Ein aus Träumen begnadeter Segen
Augenblicklich dem Zauber erlegen
Lockende Gesten laden sündhaft ein
Leichten Schrittes gleitet er entgegen
In die ungehemmten Gefilde hinein
Unter ihnen er die Perfektion erblickt
Weidet sich verzückt an ihrer Gnade
Ist in Sinnlichkeit gänzlich verstrickt
Schwerelos in blütenduftend heißem Bade
Gefälliger Rundungen Wonne verkünden
Reize denen niemand kann entfliehen
In ihm loderndes Feuer entzünden
Welches die Natur ihm angediehn
Im Bemühen seine Göttin zu fangen
Sein Begehr genüßlich zunimmt
Alleinig ihre Gunst will er erlangen
Wovon sein Geist aufgehend bestimmt
Verborgen bleibt ihm ihr Ansinnen
Er folgt unbemerkt tiefer in den Wald
Die dreizehn ihr Netz enger spinnen
Das Schicksal naht mit grausiger Gewalt
Einmal ist sie hier dann wieder dort
Er kann sie einfach nicht fassen
Narrendes Verstecken in einem fort
Seine Kräfte langsam nachlassen
Unverhofft hat er sie doch in Händen
Sogleich seinem Griff sie wieder entflieht
Ihm ist als ob die Sinne ihm schwänden
Während ein Schauer ihn eiskalt überzieht
Gleich der Maus im rituellen Opferspiel
Sieht er das Verhängnis nicht kommen
Eingetroffen nun am eigentlichen Ziel
Ist völlig er in ihren Bann genommen
Hallo Bergi,
etwas spät, aber ich sehe wenn ich die Zeilen lese einen richtigen Film vor Augen ablaufen.Toll!!!
Und gibts einen teil 2?
Bin neugierig
Grüße Carola
Morgen!
Also wir haben da einen richtigen Poeten in der Runde! :bvb:
Vielleicht sollte ich auch wieder stöbern, bei meinen alten Gedichten.
Xandi
Der Tanz (Eisige Fluten) Teil 2
Wasser schimmert in leichter Briese
Wiegt Schilfrohr in der Wogen Gang
Nebel schleiert über saftiger Wiese
Wallt in schwarzen Weihers Sang
Engelhaft umworben sie schwebt
Vor ihrer Schwestern Peripherie
Sie als zentales Gestirn belebt
Zelebrierend grandiose Szenerie
Ihr Antlitz im Dunkel scheinbar wirkt
Als ob es innerlich heraus leuchte
Der verlockende Mund in sich birgt
Die Andeutung einer anderen Feuchte
Ihre Lippen liebkosen die Atmosphär
Glättend treibt Flüstern über die Wogen
Poliert gespenstig den Spiegel bleischwer
Öffnet obskurem Ressort den Boden
Ihre Hände gen Himmel sich heben
Verheißungsvoll ihm den Weg weisend
Von göttlicher Glorie sie umgeben
Universell seinen Blick an sich reißend
Außer Atem übers Naß er gleitet
Wandelt ihr verzückt entgegen
Die letzte Schwelle er überschreitet
Begehrt ihren honigsüßen Segen
Endlich schließt er sie in den Arm
Ein glühen dringt aus dem Teich
Verloren in ihrem tödlichen Charme
Verlangt er sein Himmelreich
Eingewoben in ihrer Circung Verwegen
Seine Sehnsucht sich schließlich erfüllt
Eine Bedrohung haucht ihm entgegen
Als der Totenvogel ankündigend brüllt
Unvermittelt die Stimmung umschwingt
Die Elfen sie gespenstig einkreisen
Dunkle Schwingung alles durchdringt
Die Luft wiegt schwerer denn Eisen
Zarte Züge entarten zu absurder Fratze
Ernüchterung durchbohrt heiße Ekstase
Umgriffen von einer mörderischen Tatze
Es zerbricht des Truges dünne Seifenblase
Das Grauen sich über den Körper ergießt
In lüsternen Augen wohnt nun gieriger Glanz
Triefender Hohn aus verzerrten Winkeln fließt
Nachdrücklich fordernd den nassen Tanz
Verwirrt kreist erschüttert der Verstand
Erleuchtung dringt in entgleistes Gesicht
Stößt an des Wahnsinns drohenden Rand
Gnadenlos der Wahrheit bohrende Einsicht
Umkreist in auswegloser Falle Sitz
Panische Furcht stürmend kämpft
Die Freiheit nur ein Gedankenblitz
Von unerbittlicher Kraft gedämpft
So sinken sie umschlungen darnieder
Sein Spiegelbild verzerrt zerspringt
Feuchtigkeit dringt an seine Glieder
Derweil die Todesmelodie erklingt
Ihr Gewand sich um ihn legt
Ein nass kaltes Leichentuch
Auf das er sich nicht bewegt
Abermals erfüllt ein alter Fluch
Sich des Schicksals Lähmung ergebend
Verflossenes zieht innerlich vorbei
Die Abberufung so fremd erlebend
Meine liebste bitte mir verzeih
Blasen perlen taumelnd an die Oberfläche
Finaler Atem aus der Lunge Flügel
Schlagen im Reigen kurz eine Bresche
Freigegeben dieses Daseins Zügel
Hallo Bergi,
es ist ja so schööööööööön düster schauerlich und gänsehaut!!!
Aber noch ist es nicht ganz fertig, da gibts noch einen Abschluß, stimmts?
Ich empfinde es als einen "Roman" ind kurzer Oden-Form. Ich finds auch von der
Wortmalerei Klasse.
Gruß Carola
PS: ich muss es aber wieder etwas setzten lassen...das ist was für mehrmals lesen...
Ich hab noch ne Idee für den dritten Teil, aber ich bin noch nicht dazugekommen ihn zu schreiben.
Da muss ich auch in der richtigen Stimmung sein. Der dritte Teil wird Schwanengesang heißen.
Faelidea
Mir ist als streifen sanfte Pfoten meine Füße
Ein Antlitz erscheint träumerisch über dem meinen
Meiner Kehle entweichen fragend säuselnde Grüße
Ihr Blick frißt meine Worte, so sah ich noch keinen
Grün getüpfelte Pupillen blitzen im diffusen Licht
Mit ovalen Schlitzen, sie dulden Einspruch nicht
Im Schatten der Nacht sie kam
Schmiegte sich weich an mich an
Schlüpfte unbemerkt in mein Zelt
Hat sich voller Lust zu mir gesellt
Ihrer Brust entspringt ein sonores Schnurren
Vollends dem Traum entrissen, ohne zu murren
Ihr Körper geschmeidig von schlanker Statur
Energisch durchtrainiert in eleganter Figur
Verwöhnt von zarter Fingerspitzen Virtuosität
Sie wohlige Schauer in die Tiefen meiner sät
Der warmen Wölbungen Himmel
Der Erde wunderschönsten Schimmel
Benetzte Lippen auf Wanderschaft
Das Feuer der Lenden langsam erwacht
Der feuchte Grund, anregender Wohlgenuß
Triebhaftigkeit für alle Zeit, ohne Verdruß
Im Schatten der Nacht sie kam
Schmiegte sich weich an mich an
Schlüpfte unbemerkt in mein Zelt
Hat sich voller Lust zu mir gesellt
Der Zugang nicht mehr weiter spielerisch verwehrt
Manneskraft eingedrungen, Glut die innerlich verzehrt
Zelebrierte Wollust, genießerische Gemächlichkeit
Wahnsinnige Begierde, langsam ist es soweit
Ihre schillernden Pupillen weiten sich glänzend
Zuckender Zenit, sie windet sich tänzelnd
Ihre Nägel bohren sich in mein Fleisch
Derweil zerbricht in mir das erstarrte Reich
Mondscheinmelodie
Perlen auf des Wassers Fläche
Bildet sich der Spiegel Mond
Am Teiche steht die alte Esche
Erhaben sie der Gezeiten thront
Ein Fisch durchbricht die Stille
Tropfen fliegen silbern breit
Der Schwerkraft eisern Wille
Gibt dem Flug nur wenig Zeit
Schilf wogt in des Wassers Tide
Frösche quaken am kühlen Quell
Welch romantisch schöner Friede
Die Grillen liefern sich Duell
Sterne ziehen in ihren Bildern
Künden von den alten Geschichten
Stumm vor ihnen Wolken wildern
Als wöllten auch sie etwas berichten
Des Lagerfeuers tanzende Pracht
Schatten sich flammend bewegen
Die Glut steigt hoch in die Nacht
Wird sich bald zur Ruhe legen
Hallo Bergi,
deine Mondscheinmelodie habe ich so oder ähnlich schon oft empfunden.
Du warst doch nicht an meinem Lieblingsplatz? weil du ihn so gut beschrieben hast :->
Tja und die Katze,...irgendwie fehlt da noch ein Vers mit dem Kater gejaule...dann wärs für
mich perfekt :zwinker: :zwinker:
Grüße
Carola
Unheimlich obskur
Hoher Stunde Grell brennt durchs Augenlied
Schleicht leicht stechend auf der Haut umher
Das Gestern war erfüllt von einem Märchen
Scheint entrückt in tausendjährige Vergangenheit
Vager Bilder gegenwärtig doch liegen sie schon fern
Zurückgelassen auf fließendem Gezeitenstrom
Klingen mysteriös mit wundervollem Nachgeschmack
Verzieren mich im Geist mit edler Königskrone
Schneewittchen tanzte die letzte Nacht mit mir
Warum ist sie wieder in ihr Reich entschwunden ?
Im Spiegel blickt welch traurige Gestalt
Ein ausgelaugt und matt gebeugter Leib
Augen tief von Schatten umschlungen
Schlieren verwaschen weich ihren Glanz
Ein versunknes Wrack unter den Wangen
Hebt sich empor, heraus aus fahlem Grund
Lethargie umhüllt durchsichtig die Glieder
Spickt sie mit Nadeln aus Müdigkeit
Es hat den Anschein die Konturen verblassen
Als schwinde die Materie schleichend aus der Welt
Was sind das am Hals für Male
Kleine Wunden schmerzlos rund
Doch nur ein schauriges Trugbild
Der Phantasie Inspiration entflohn
Warum bedrückt der Tag so unangenehm
Betrübt jedwedes kleinste Handeln
Das Licht martert unheimlich fremd
Birgt in sich namenlosen Schauder
Eine Stimme wispert mit beruhigendem Ton
Treibt verstohlen in andere Gedankengefilde
Die Nacht kündigt ihr kommen an
Der Mond entbietet mir seinen Gruß
Sacht fällt ein Stahlkorsett von mir
Ich atme tief befreit die Dämmerung
Saug schwarze Kraft in meinen Leib
Automatisch weilen die Gedanken bei dir
Schönheit, rote Euphorie der letzten Nacht
Dein Wesen hat mich völlig eingenommen
Ich höre die Stimme meines Herzens wachsen
Sehnsüchtig ruft sie suchend nach dir
Sehnsucht
Jetzt sind es schon drei Tage
Jede Sekunde gedehnte Ewigkeit
Kein klarer Gedanke kann sich regen
Dein Antlitz blickt hypnotisch
Ein Bann der nicht ruhen läßt
Mein inneres Auge überflutet
Dein Erscheinen mein Begehr
Die Präsenz der ersehnte Gral
Nur eines ahne ich zu wissen
Dein Hunger stillt auch meine Gier
Endlich tauchst du wieder auf
Deine Anmut alleinig schon beglückt
Meine Sehnsucht fast gestillt
Deine Haut aus Alabaster
Zart und weich wie Mondesschein
Kalt wie des Wassers Schimmer
Haar geschnitzt von Ebenholz
In deinen Augen ich ertrinke
Dieser Blick mein Untergang
Lüsterner Engel dunkler Ekstase
Liliths roter Aura Sündenpfuhl
So gebe ich mich dir vollkommen hin
Mein Blut rast wie Feuer
Ich scheine innerlich verbrannt
Gieriger Hunger keimt empor
Verzehrt animalisch den Verstand
Schwarzes Blut in meiner Kehle
Süße reine eisige Auferstehung
Langsam wird mir schwindlig
Kalt verschwimmt die Welt
Der Schlaf reckt seine Hände
Oh deine Arme tragen mich
Dunkelheit welch eine Wohltat
Alles fällt, nichts existiert
Metamorphose
Ich glitt durch die Enge des Geistes
Schlug Tür um Tür die Kammern auf
Wandelte durch die Torsos der Gedanken
Hatte Einblick in irisierende Tugenden
Entdeckte Abgründe peitschender Tentakel
Jedoch war all dies nie meine Leidenschaft
So wand ich mich angeekelten Auges ab
So wand ich mich geblendeten Auges ab
Wartend auf die Ära des Strebens
Hinter der Maske das Feuer gewachsen
Gebändigt lauert es nach einer Chance
Bricht immer wieder auf zur Flucht
Wirft sich rasend gegen den Käfig
Faßt züngelnd nach allem Zunder
Leckt begierig die ewige Düsternis ab
Alle Vorboten die gleiche Perspektive deutend
Unbeugsam niederschmetternd lautet die Bilanz
Gnadenlos das Verhängnis in letzter Instanz
Die Heimsuchung so absehbar vor Augen
Das Faktum birgt einzig eine Richtung
Angenabelt der Welt nur noch verbunden
Entsprechend der einzuschlagende Kurs
Du schrittst zurück um einen neuen Anfang einzuleiten
Mit der Blauen Blume in Händen verschmolzen
Zu dem was innerlich schon immer gewesen war
Und an der Schwelle zur Erfüllung starb endlich die Sehnsucht
Die Weihe
Versunken im Minotaurus der Sinne
Dürstend im Ruf der Seele
Schwingend im Hall meines Inneren
Lauscht das Herz der Symphonie
In Euphorie des Mediums verharrt
Im Kokon des Schweigens erstarrt
In Gedanken des Nichts blickend
Berühre ich Stille durchflutete Katatonie
Getragen in verzehrender Erfüllung
Umspült in wiegender Energie der Zeit
Langsam gelöst als Begleiter der Schwingen
Liebkose ich die leuchtende Aura deiner Macht
Verschmolzen in mir selber
Empfangen das eigene Geleit
Mich wieder neu erschaffend
Umgeben vom Ganzen als Teil der Nacht
Der Kelch gereicht dem Munde
Die Krönung der Genesis
Wiedergeburt
Schleichend gleitet der Odem
In die Siluetten des Blutes retour
Starre von Taubheit gewoben
In wild sprengender Wogen Spur
Kraft durchzog neu die Glieder
Ich schlug auf meine Lieder
Nach einer Ewigkeit erwacht
Thronte über mir die Nacht
Vor mir eine Kontur im diffusen Schein
Nebelschwaden zogen ab von den Augen
Bewußt wurde mir wieder mein eigenes Sein
Doch dies konnte ich nahezu nicht glauben
Verlockung blutromantisch morbider Sinnlichkeit
Die Ansicht blutromantisch reiche Glorie
Umspielt von geheimnisvoller Lockung
Süchtig weisende morbide Sinnlichkeit
Tribut und Ehre der Dunkelheit zollend
Das Haar die abgewandte Seite des Mondes
Gegen das geisterhaft fahle Gesicht gedrängt
Ein Geschenk des entflohenen Todesengels
Eingeflochten darin ihre martialischen Opfer
Die Lippen frisches Blut im Schnee
Heimlicher Zauber zwei leuchtender Laternen
Von lüsternen Linien grazil umgarnt
Wie der Hof um Lunas blutarmen Leib
Des infernalen Antlitzes drakonische Züge
Vom Polarsturm aus dem Eis herausgefeilt
Reines unverfälschtes Aphrodisiakum
Das die Hitze ewig im Kerker gefangen hält
Gleich der Raubkatze eingeborenen tödlichen Spiel
Die Macht der Augen wie geschliffene Edelsteine
Im Licht mit harten Schwerterschneiden funkelnd
Zerstäubt in Myriaden von diamantenen Kristallen
Von innerlich verheißungsvollem Glanz erfüllt
Welcher in Bernstein eingeschlossene Erinnerungen entflammt
Kann man erfrieren oder verbrennen
Wenn man doch kann keine Grenzen erkennen
Die Stimme betörend circender Hall
Eines schizophrenen Organes Sündenball
Die Wut des Donners in sich tragend
Wie auch der Berge bedächtige Zuversicht
Der Nacht Berufung
Dir wurde der Kuss des Todes zuteil
In der Gestalt die genannt wird Vampir
Ich schenkte dir ein Stück meiner Existenz
Und nahm etwas dankend in Empfang von dir
Auf den Schwingen des Todes tranken wir Verbrüderung
Nun bist du einzigartig von anderem Blut und Fleische
Doch was im Kontrast sich gegenüber steht
Wird nicht ohne üblen Beigeschmack verbunden
Universelle Gesetze schlagen auf eine Kluft
Werden nur unter Zwang überwunden
Des Todes Ethos kennt keine Gnade
Auch du wirst einen Preis zahlen müssen
Geh hinaus entfalte deine Macht
Das neue Äon steht bevor
Entfessele die Kräfte der Nacht
Bring das ewige Dunkel hervor
Dann treten wir aus den Schatten
Hinein in die glorreiche Finsterniß
Zuviel auf einmal!!!!!
Das muss ich wirklich in Etappen lesen, und auch nicht wenn die Augen schon vor Müdigkeit tränen.
Diesmal sind die Verse sehr komplex und verschlungen.
Also es dauert sicher noch ein paar Tage bis ich sie einzeln und in Ruhe gelesen hab.
müde Grüße Carola
So aber nun hab ich alles setzen lassen und immer wieder mal durch gelesen.
und mein Favorit ist ...
Die Nacht der Berufung. Das passte zu einigen meiner Vampiris bestens dazu.
Nur schade das in diesem Thread schon lange nix neues mehr gepostet wurde!
(Wink mit dem Zaunpfahl)...
Als der Nebel mich verschlang
Die Nacht ward kalt in ihrem Wesen
Als ich unstet durch sie ging
Und die Stille, welche einst gewesen
Sie umgarnte mich und fing
Aus der feuchten Erde quellen
Schleirig Schwaden schlangengleich
Kriechend langsam Brandungswellen
Umhüllten meine Füße weich
Von dem Schauspiel so gebannt
Die Zeit scheint still zu stehen
Gedanken völlig ausgebrannt
In hypnotisch sanftem wehen
Dunst in immer drall'ren Schüben
Schwärmt um meines Köpers Schar
Meine Sinne die sich trüben
Bin ich wo ich vorher war
Alles den Bezug verloren
Ist der Körper, letzter Sinn
Meine Zweifel in mich bohren
Bin ich weil ich wirklich bin
Augenblick (Teil 1)
In einer kleinen Menschenschar
Werde ich ihres Antlitzes gewahr
Beiläufig fällt mein Blick
Im gehen auf ihre Gestalt
Schicksalhaftes Geschick
Hat sofort über mich Gewalt
Im diffusen Dämmergrau
Im abendlichen Zwielicht
Bietet sich mir sonderbare Schau
Ich traue meinen Augen nicht
Zwanghaft muß ich verweilen
Bleibe auf der Stelle stehen
Ihr Alter schwer zu beurteilen
Keinen Schritt kann ich mehr gehen
Nur sie allein mache ich noch aus
Zeit verliert ihre Dimension
Etwas drängt aus ihr heraus
Es scheint mir eine Halluzination
Sie ähnelt Teils einer arglosen Maid
Ohne Zögerung zur Schandtat bereit
In anderem Sinne eher einem reifen Weib
Mit einem begehrlich verlockenden Leib
Beides haftet ihr charismatisch an
Zieht mich verwirrend in ihren Bann
In einem entweichenden Atemzug
Für mich vergehen schier Ewigkeiten
Ereignet sich ein unerklärlicher Trug
So als würde sie sich verkleiden
Es erscheint ein zweites Gesicht
Sich legend als transparente Schicht
Geisterhaft maskiert auf ihre Züge
Eine dem Leben verbotene Lüge
Das Antlitz eingenistet in dem ihren
Läßt mich schlagartig frieren
Es zieht mir schaurig über den Rücken
Spült hinweg jedwedes Entzücken
Als hätte sie mein Starren gefühlt
Schwenkt sie ihr Haupt in meine Richtung
Ich bin vor Erregung völlig aufgewühlt
Wie die Beute auf freier Lichtung
Gerade noch kann ich mich abkehren
Aufgrund einer Art der Gefahr
Einem kann ich mich nicht erwehren
Nehme flüchtig etwas entsetzliches wahr
Hastig setzte ich meinen Weg wieder fort
Nur weg von diesem unheimlichen Ort
Doch des Menschen Neugier ist
Das sie nicht ruht und weiter frißt
Gekettet an den Untergang
In den Spiegel des Wirkens kein Blick geworfen
Aus Angst die Doppelzüngigkeit lacht entgegen
Wirft Fragen auf die die Umlaufbahn zerschmettern
Der erste Stein der Scherben schon geworfen
Das Schild der Ignoranz, Heimittel des Untergangs
Antworten suchen ihren Weg auch aus dem tiefsten Grab
Akzeptanz ein Tropfen auf heißem Stein
Toleranz nur gegenüber unheilvollem Schein
Die Wahrheit wünschgemäß unter dem Verdeck
Alles in Schubladen als schützendes Versteck
Die Wirklichkeit fließt vorüber
Bis in Unverständnis alle Pfeiler brechen
Die Oberfläche der Bann, zum Durchbruch keine Zeit
In Nichtigkeiten eingekeilt, ein Dickicht ohne Flucht
Kausalität ein totes Meer, unbezwingbar weit
Es ist so leicht im Gänsemarsch zu schreiten
Der Schrei immer nur dagegen, Konstruktivität fehlt dem Sinn
Träume vor Zeiten verloren, verstaubte Stiefkinder von Utopie
Mit eignen Nägeln gekreuzigt, die das Leben tiefer treibt
Verurteilung durch Fingerzeig, doch nur Dämagoge seiner selbst
Gekettet ohne die Fesseln je zu begreifen
Und ein stummer Schrei sich in der Stille bricht
Tanz der Toten
Arroganz die Tugend der Törichten
Circus Maximus ist erneut der Gruß
Wir oder die anderen schreit der Wahnsinn
Nach uns die Sintflut antwortet es Infantil
Auge um Auge, Zahn um Zahn
Blut für Blut, Asche für Asche
Blinde Krüppel kriechen im Staub
Atmen den Brodem fauler Leichen
Erhobenen Hauptes der menschliche Schritt
Kriechend der Gedanken Niedertracht
Äußerlich erstrahlt alles in goldenem Glanz
Drinnen ist es ausgehöhlt, tot und schwarz
Tiere unter Tieren der Ignoranz
Reißende Bestien des Verstands
Gefangen in erbärmlicher Zivilisation
Versklavte Egoisten ertrinkend im Strom
Die gewachsene Eitelkeit als Krone
Grundprinzipien scheren nicht die Bohne
Dünkel sielt sich in glänzendem Dreck
Fast nach der Falle verlockenden Speck
Erbärmliche Ethik und beschränkte Moral
Lachend tanz der Tod im überfüllten Ballsaal
Laßt euch nur weiter mästen und verkaufen
Wie Vieh hinter eurem Schlächter herlaufen
Überlaßt Entscheidungen tunlichst den Großen
Es ist ja ihr göttlich gegebenes Recht
Tragt weiter stolz eure Dogmenketten
Seid der treuherzig blind lächelnde Knecht
Schwarzer Mohn
Ich wandelte durch den Wald
Väterchen Frost noch nicht alt
Suchte die reizvollsten Flecken auf
Sie zu erblicken im jährlichen Lauf
Mitten im dunkelsten Tann
Im Gehölz tief verborgen
Zwischen Säulen alter Borken
Ich nur wenige Meter gewann
Unerwartet wurde es etwas Licht
Diesen Schlag gab es hier zuvor nicht
Vor mir lag lediglich noch Dickicht
Ich versuchte mich hinein zu drängen
Doch durchbrechen konnt ich's nicht
Immer fehlten noch einige Längen
Neugier gab mir anspornend Nahrung
Zu erleuchten des Geheimnisses Wahrung
So forschte ich an der Hecke entlang
Zu erspähen eine kleine Lücke
Frohgemut doch auch etwas bang
Einen Durchschlupf oder eine Astbrücke
Wenn gestattet nicht die Natur
Zu betreten diesen kleinen Flur
In mir aufstrebend die Frag
Was wohl dort liegen mag
Da fing ich einfach an zu reimen
Wörter aneinander zu leinen
Inspiriert von einer Geschicht
Die von Wesen im Walde bericht
Von wunderlichen das sie täten
So habe ich eben Einlaß erbeten
Die Worte aus meinem Munde
Gaben jenes hier zu Kunde
Oberon du von den Zwergen
Was hast du hier zu verbergen
Titania du die höchste der Feen
Was ist denn hier verboten zu sehn
Ich möchte einen schönen Blick einfangen
Oder Weisheit die Versteckte erlangen
So gebet mir frei des Weges Pfort
Als Pfand geb' ich mein Wort
Zu verraten niemals diesen Ort
Und siehe da etwas geschah
Zu meinem eignen erstaunen
Das Buschwerk fing an zu raunen
Die Liebe in dir zu erhabenen Dingen
Die in der Natur ihre Weise singen
Wir kennen dich und sahen dich oft
Dich hier zu sehen wir nie erhofft
Doch dein Wunsch sei dir gewährt
So geben wir frei dir diesen Gang
Hinter dem man wenig oder viel erfährt
Womit der Busch vor mir aufschwang
Die Sonne schon tief im Schein
So trat ich voller Ungeduld ein
Sie blendete etwas mein Augenlicht
Die Gebüsche um mich herum knarrten
Schlossen sich hinter mir wieder dicht
Was wohl würde mich hier erwarten
Vor mir enthüllt ein Meer von Mohn
So schwarz wie die Neumondnacht
Der Anblick allein schon größter Lohn
Hat meiner Seele Beglückung gebracht
Wie es im Winde sich dort so wog
Jeder einzelne Stengel zaghaft sich bog
In einem friedlich unerklärlichen Sog
Mir schien es hätte sich etwas gewandelt
Bemerkte erst nicht um was es sich handelt
Ich drehte mich unbekümmert um
Da wurde mein Herz fast stumm
Die Hecke ward nicht mehr zu sehen
Ich konnt nur noch Blüten erspähen
Und vor mir teilte sich das schwarze Meer
Gleich so als ob ich ein Fremdkörper wär
Ich streckte meine Hand nach einer der Schönen
Und wollte an ihrem Anblick mich frönen
Wie ich fast bekam das Blatt zu fassen
War das Feld vor mir am verblassen
Und ich sah so kam es mir vor
Eine Geistergestalt vor einem Tor
Daraufhin fuhr mein geistiger Blick
Langsam von diesem Wesen zurück
Und mir wurde in der Blumenschar
Ein gewaltiger dunkler Turm gewahr
Als die Vision mich wieder entließ
Ein innerer Drang mich des Weges wies
So schritt ich verwirrt geradewegs einher
Wie lang kann ich nicht mehr sagen
Weder Fuß noch Geist wurden schwer
Ließ mich vom Gefühl einfach tragen
Ich richtete mein Haupt wieder auf
Es war mir unbemerkt niedergesunken
Noch leicht in Gedanken ertrunken
Stockte ich abrupt in meinem Lauf
Der Anblick ließ mich ehrfürchtig erstarren
Vor mir erhob sich der beeindruckende Turm
Ich kam mir nichtiger vor als ein Wurm
Er mußte hier schon Ewigkeiten ausharren
Schwarzes Gestein ohne Glanz
Glasartig eine Hülle verwoben
Von verzweigten Strängen durchzogen
In ihnen ein milchiger Tanz
Es zog einen in seine Tiefe
Hinein in Finsternis gleißend
Als ob dort etwas schliefe
Alles gierig an sich reißend
Das Gestein wich fließend zurück
Mit dem Anschein von leben
Das war wohl mein Glück
Ich war schlagartig freigegeben
Gewendelte Stufen in meinem Blickfeld
Belegt mit einer Staubschicht grau
Die Stiege von Fluoreszenz erhellt
Mir wurde es ein wenig flau
Ich hinterließ eine deutliche Spur
Immer weiter ging es hinan
Was wohl erwartete mich nur
Es endete der Aufstieg irgendwann
Ich betrat eine Kammer rund
Doch schien sie mir nicht sehr real
Vor Verblüffung geöffnet mein Mund
Ich fühlte mich eher in einem Saal
Das Inventar schien mir Attrappe
Wie ein Geist etwas durchsichtig
Eine Kopie der Wirklichkeit aus Pappe
Unreal einfach nicht richtig
Aus dem dunkel trat mir entgegen
Das in eine Kutte gehüllte Wesen
Verschränkt die Arme vorm Bauch gelegen
Er deutete neben mich mit einem Nicken
Als hätte er meine Gedanken gelesen
Konnte ich einen Stuhl erblicken
War er schon dort als ich kam
Ich war mir dessen nicht mehr gewiß
Alles war so traumhaft und seltsam
So setzte ich mich unsicher nieder
Seine Stimme mich wieder wachriß
Holte mich aus des Irrsinns Gefieder
Ein Gesicht konnte ich nicht ausmachen
Unter der Kapuze nur Dunkelheit
Der Blick in einen schwarzen Rachen
Hielt nur zweifelhafte Schemen bereit
Seine Stimme so kam es mir vor
Drang von allen Seiten zu meinem Ohr
Ich werde dir erzählen mein Sohn
Was es auf sich hat mit dem Mohn
Diese Schar von schwarzen Leibern
Die Seelen von Männlein und Weibern
Das Feld steht hier zu jeder Zeit
Ist ein Stück allgegenwärtiger Ewigkeit
Vielgestaltig ist dieser Ort
Es gibt derer so reichlich
Er bewegt sich in einem Fort
Der Tod ist unausweichlich
Er sammelt ein jene die verstarben
Einzeln zu zweit oder in Garben
Mir ihre Seelen erzählen
Mich mit ihren Worten quälen
Wie sie vom Leben zum Tode gingen
Oder die Gesichter ihrer Mörder einfingen
Von ihrem Weg mit all ihrem Tun
Und ich hör zu und kann nicht ruhn
So weiße ich ihnen den Übergang vor
Öffne das ihnen entsprechende Tor
Wie er mit seinen Worten geendet
Die Ansicht sich allmählich wendet
Die Kammer verliert an Beständigkeit
Hält zerfließend den ersten Eindruck bereit
Wie der Turm einem schon gezeigt
Dieser Saal in die Ewigkeit geneigt
Sich jeder Beschreibung entziehend
Dunkle Schönheit wiegend und fliehend
Unzählig gesäumt mit Portalen
Freude spendend oder die Qualen
Ich danke dir das du kamst
Und mir diese Last abnahmst
Endlich kann ich aufgehen
Ins Zentrum des Dunkels sehen
Wo das Wesen nun stand
Mit einer Pflanze in der Hand
Er überreichte sie mir und verschwand
Es war meine eigne und ich verstand
Hallo Bergi,
da hast du aber wieder tolle sachen geschrieben!, am besten gefällt mir aber "Schwarzer Mohn".
Teilweise sehe ich da einige meiner eigenen Träume darin. Und es ist wunderschön.
Ich habs mir rauskopiert und in mein Gedichte Buch reingelegt.
Danke, auch wenn es sehr melancholisch ist, und mich heute etwas an einem dunklen Tag erwischt.
Ich finde es einfach nur schön
Gruß Carola