Buchrebellin Forum

Storica => Rezensionen => Thema gestartet von: Kathrin in 22. September 2008, 15:34:29

Titel: Die sieben Häupter - Autorenkreis Quo Vadis
Beitrag von: Kathrin in 22. September 2008, 15:34:29
[isbn]9783746620770[/isbn]Verlag: Aufbau taschenbuch
ISBN: 978-3746620770
Seiten: 399
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 10,00

Kurzbeschreibung:
Die Jagd nach dem tödlichen Pulver. In diesem farbenprächtigen historischen Roman dreht sich alles um eine winzige, aber tödliche Fracht aus dem fernen China - und um zwei junge Menschen, die ihr Leben dafür riskieren. Der Minnesänger Ludger kann seinen Kopf nur retten, wenn er das Säckchen mit dem "Drachensamen" an seinen grausamen Erpresser übergibt. Doch noch weiß er nicht, dass eine bildschöne, junge Witwe sein Wohl und Herz attackiert. Macht und Gier, Minne und Leid, Gesetz und Tyrannei, Gott und Teufel treiben die Menschen im Jahre 1223 um, und würde das Geheimnis aus China diese alte Welt nicht bis ins Fundament erschüttern, könnten die beiden Liebenden zueinander stehen.

Meine Meinung:
Im Rahmen des diesjährigen SUB-Wettbewerbs im Bücherkistenforum von www.steffis-buecherkiste.de habe ich vor ein paar Tagen das Buch ,,Die sieben Häupter" vom Autorenkreis ,,Quo Vadis" gelesen, ein Buch, das von 12 Autoren historischer Romane (darunter Rebecca Gablé und Richard Dübell) als Gemeinschaftsprojekt geschrieben wurde. Der heftige Verriss des Buches von mehreren Rezensenten bei amazon kann ich nicht so ganz nachvollziehen, wobei auch ich finde, dass das Buch seine Schwächen hat. Aber ich habe schon weitaus schlechtere Bücher gelesen. Wie gut, dass wir nicht alle den gleichen Lese-Geschmack haben, die Welt wäre langweilig, wenn wir da nichts zu diskutieren hätten.

Der Einstieg in das Buch (genauer gesagt ab Kapitel 1, den Prolog erstmal ausgeschlossen) ist mir sehr leicht gefallen. Das ist aber auch kein Wunder. Ich war sofort in der Story drin, hatte direkt Bezug zu den Personen der ersten Kapitel und irgendwie kam mir der Stil auch sehr bekannt vor. Wer, wie ich, die Romane von Rebecca Gablé verschlingt und teilweise mehrfach liest, kennt ihren Stil einfach und ich musste doch sehr vor mich hingrinsen, als mir dann das hinten im Buch stehende Autorenverzeichnis bestätigt hat, dass die ersten beiden Kapitel aus der Feder meiner Lieblingsautorin stammen. Das konnte nur von ihr sein...und wenn es nicht von ihr gewesen wäre, dann hätte ich mir sofort ein Buch des Autors gekauft, der die ersten beiden Kapitel geschrieben hätte. Aber gut, ich hab schon alles von Rebecca Gablé im historischen Bereich, da muss ich leider warten, bis ein neuer Roman rauskommt.

Leider konnten mich nicht alle Autoren des Buches überzeugen. Die Grundidee finde ich schon klasse, dass sich hier mehrere Autoren an einem Werk versucht haben, aber die Schreibstile der einzelnen Autoren harmonieren nicht immer sehr gut. Es gibt zwar auch Passagen, da ist der Übergang von einem Autor zum nächsten kaum spürbar, aber mit manchen Passagen hatte ich echt meine Schwierigkeiten. Allerdings gibt es hier auch wirklich auch die positiven Beispiele. Hier sind Autoren dabei, von denen ich demnächst mal einen Einzelroman probieren will (Mani Beckmann zum Beispiel, oder Tessa Korber), aber es gibt hier auch Autoren, von denen ich erstmal Abstand nehmen sollte.

Die Geschichte selbst fand ich schon recht gut, wieder eine gute Grundidee aber einfach nicht ideal umgesetzt. Letztlich ist es für mich der ein oder andere Handlungsstrang oder die ein oder andere Person zu viel. Der ,,Ausflug" zu Pribislaw beispielsweise bringt in meinen Augen für die Story überhaupt nichts. Auf diesen Seiten hätte man versuchen können, etwas mehr auf die bereits agierenden Figuren einzugehen, anstatt noch einen Handlungsort und noch mehr Figuren in die Story einzuweben. Denn leider gehen die Figuren teilweise etwas unter, der Fremde aus China und Ethlind zum Beispiel, die ihn zu Beginn des Buches schwer verletzt vor ihrem Heimatdorf findet und ihn mit nach Hause nimmt und dort gesund pflegt. Die Gefühle von Ethlind konnte ich beispielsweise nicht wirklich nachvollziehen, dafür nimmt ihr Handlungsstrang zu wenig Platz in dem Buch ein. Also lieber die Story etwas weniger weit verzweigt, aber dafür mehr Gewicht auf eine geringere Anzahl von Personen. Nichtsdestotrotz hat mich das Buch irgendwann doch gepackt, auch wenn ich kurzzeitig vollkommen den Überblick verloren hatte: Wer ist grad wo? Wer arbeitet für wen? Wer jagt wen? Wer ist mit wem verwandt? Wie viele Säckchen werden gesucht? Und was ist in den Säckchen jetzt alles drin? Wollen alle das gleiche Säckchen? Zur Beherrschung des Chaos hätte mir persönlich vielleicht ein Personenregister und eine Karte weitergeholfen...aber ich will so was ja eh immer haben.

Auch wenn ich momentan fast ein wenig Leserunden-müde bin, so hätte ich das Buch ja doch irgendwie gerne mit jemanden zusammen gelesen und drüber gesprochen, vor allem über meinen persönlichen Liebling Bernhard von Aken. Ich schätze, an ihm scheiden sich die Geister, ich fand ihn echt spannend und bin mit dem Ende, so wie es dann gekommen ist zufrieden. Bernhard von Aken hatte für mich einfach am meisten Profil, auch wenn er nicht durch und durch zu den Guten zu zählen ist. Seine Ecken und Kanten waren ziemlich spitz und kantig, durchaus ein faszinierender Mensch, aber bestimmt nicht jedermanns Liebling.

Grundsätzlich hat das Buch seine Stärken und seine Schwächen und ist guter Durchschnitt und insofern ist es für mich auch gut genug, dass ich zumindest noch "Der zwölfte Tag" von diesem Autorenkreis lesen will, alleine schon das Thema, der mysteriöse Tod von König "Rufus", den ich bei Gablés ,,Das zweite Königreich" schon sehr faszinierend fand, finde ich sehr spannend.

Bewertung:
[note2-]

lg
kathrin
Titel: Re: Die sieben Häupter - Autorenkreis Quo Vadis
Beitrag von: Xandi in 24. September 2008, 10:22:07
Hallo Kathrin

von Tessa Korber hab ich auch ein Werk in meinem Regal stehen.
Das fand ich damals recht gut.
Die Karavanenkönigin

Xandi