[isbn]9783404159611[/isbn]
Eigentlich habe ich gar keine Lust, zu diesem Buch eine Rezi zu schreiben. Es war nämlich so schlecht, dass ich mir auch gar nicht vorstellen kann, dass noch irgendwer dieses Buch kaufen, geschweige denn lesen will. Oder auch nur seine Zeit an einem Artikel über dieses Buch verschwendet.
Dieses Buch ist der erste Band einer Serie. Na toll! Der letzte wäre mir lieber.
Es spielt im Cambridge des ausgehenden 14. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit entstehen dort die großen Colleges, vor allem geführt durch Ordensbrüder. Einer davon ist Matthew Bartholomew, seines Zeichens Medicus und eben auch Ermittler. Und da tut sich schon das erste Problem auf: hier wird gar nichts ermittelt. Es geschehen zwar einige Morde und Matthew versucht den Mörder zu finden, aber herausfinden tut er nichts. Nach 400 Seiten ist der Täter überführt, aber nur Dank einer Reihe von Zufällen. Ohne zu viel zu spoilern kann ich hier sicher verraten, dass Matthew mehrfach Hinweise von vermummten Personen - deren Identität nie aufgedeckt wird - erhält. Dadurch kann er Geheimtreffen verfolgen oder Gespräche belauschen. Schließlich wird er vom Mörder beim Schnüffeln erwischt und eingesperrt. Durch - wen wunderts? - Zufall kommt ihm jemand zu Hilfe und der Fall klärt sich, weil der Täter zur Rede gestellt werden kann.
Der Leser ist an keiner Stelle in der Lage, miträtseln zu können. Alle Detektivroman-theoretischen Spielregeln werden verletzt. Es gibt Fall- und Geheimtüren, wodurch sich der tatverdächtige Personenkreis ins Unendliche vergrößert. Das Motiv stellt sich auf den letzten Seiten als Finte heraus. Alles basiert auf Zufall und Erzählung durch den Täter.
Zu allem Unglück ist das Buch noch nichtmal besonders flüssig zu lesen. Die Beschreibung des bisherigen Ermittlungsstandes wiederholt sich an einer Stelle 3 Mal hintereinander. Zwei Personen treffen aufeinander, jeder berichtet von seinem bisherigen Kenntnisstand; es ist bis auf Kleinigkeiten der gleiche. Dann fasst der Erzähler nochmal alles zusammen.
Es tauchen unzählige Namen und Verwandtschaftsverhältnisse auf. Wer kann sich das merken?
Ich empfehle wirklich, dieses Buch nicht zu lesen.
Einen einzigen Punkt gibt es nur dafür, dass ich es überhaupt geschafft habe, bis zum Ende durchzuhalten. Und das vielleicht nur, weil alle Teilnehmer dieser Leserunde aufgegeben haben und ich wenigstens warnen wollte.
Note: 5
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Hallo Claudi,
Lieben Dank für die Rezi. Da bin ich doch doppelt froh, daß ich das Buch abgebrochen habe und mich für den Rothfuss (ein ganz tolles Buch) entschieden habe. Hut ab, daß Du bis zum Schluß durchgehalten hast.
Liebe Grüße
Susanne