Der Glasmaler und die Hure – Michael Wilcke
[isbn]3836802694[/isbn]
8 Audio-CDs, 1 Bonus-MP3-CD, Laufzeit 10:03 Std.
Preis: 19,90 Euro
Hörbuch ungekürzt gelesen von Sabine Swoboda
Kurzbeschreibung lt. Amazon
Während katholische Truppen das feindliche Magdeburg belagern, wird Martin, ein tüchtiger Glasmaler, überfallen und seine Frau getötet. Ausgerechnet Thea, seine Jugendliebe, die sich als Hure verdingen muss, rettet ihn aus der brennenden Stadt. Obwohl sie alles tut, ihn von seinen Plänen abzubringen, macht Martin sich daran, den Mörder seiner Frau zu finden.
Meine Meinung:
Als das Hörbuch bei mir zu Hause ankam war ich angenehm überrascht, denn die CD Box ist sehr schön gestaltet. In der Box fand ich nicht nur die CDs sondern auch ein kleines Heftchen, in dem die umgangssprachlichen historischen Begriffe, die in diesem Roman vorkommen, erklärt werden.
Das war schon sehr hilfreich für mich. Noch mehr hätte ich mich gefreut, wenn in diesem Heftchen auch noch eine Übersicht zu den wichtigsten Personen im Buch gewesen wäre.
Es ist immer etwas schwierig sich Namen, die man hört, sofort zu merken.
Ich habe mit diesem Hörbuch ca. 10 spannende und sehr unterhaltsame Stunden verbracht.
Es ist bestimmt nicht einfach ein so anspruchsvolles historisches Werk für den Zuhörer verständlich vorzulesen. Besonders da die Handlung, die Personen und auch die Schauplätze in rascher Folge am Anfang wechseln. Die erste und zweite CD habe ich mir daher zweimal angehört um alle Namen der Protagonisten und auch die politischen Hintergründe zu verstehen.
Mit einer sehr klaren und festen Stimme liest Frau Swoboda diese spannenden Ereignisse vor. Leider gab es keine akustisch wahrnehmbare Pause oder Geräusch-Untermalung, wenn im Buch ein neuer Abschnitt begann und die Handlung wechselte. Dadurch wurde es am Anfang etwas schwierig der Handlung zu folgen.
Die Handlung beginnt in Magdeburg im dreißig jährigen Krieg und Michael Wilcke versucht dem Leser, bzw. Zuhörer die politischen Hintergründe, die zu den Überfällen und Schlachten führen, zu erklären.
Spätestens nach der zweiten CD hat man dann aber den Durchblick und kann der Handlung entspannt folgen.
Hier muss man dem Autor ein großes Kompliment machen! Diese historische Handlung und auch die Charakter der einzelnen Protagonisten sind sehr lebhaft und facettenreich beschrieben. An mancher Stelle hätte ich im Hörbuch locker mit ein wenig Pferdegetrampel oder einigen Takten Marschmusik als Geräusch-Kulisse beim Schauplatz wechsel gut leben können. Es hätte gut zur Handlung gepasst.
Wie der Titel des Buche schon sagt, treffen hier zwei sehr unterschiedliche Charakter, aus total gegensätzlichen Gesellschafts-Schichten aufeinander. Diese Mischung führt zusätzlich, zu den politischen Ereignissen, zu einigen sehr spannenden und emotionalen Höhepunkten in der Handlung.
Der Autor zauberte mit seinen detaillierten Beschreibungen der Gewalt und des Hungers in der Bevölkerung damals, sehr eindrucksvolle Bilder vor mein inneres Auge. Die Schrecken des Krieges und der Schlachten kamen genauso gut rüber, wie auch die helleren freundlicheren Szenen im Hörbuch.
Man wird beim zuhören von der Handlung gefesselt, und leidet und lacht mit den Protagonisten.
Alles in allem, kann ich diese Hörbuch nur empfehlen, wenn man sich an die Stimme der Sprecherin und an die übergangslosen Szenenwechsel gewöhnt hat, bietet dieses Hörbuch eine temporeiche und spannende Unterhaltung.
Für das Buch
Meine Note 1+
[note1] mit *
Für die Umsetzung zum Hörbuch
Meine Note 2-[note2-]
Meine Meinung:
Man schreibt das Jahr 1631, es wütet der 30jährige Krieg. Landauf, landab regiert die Gewalt. Die Stadt Magdeburg wird belagert und kann der Belagerung nicht standhalten, fällt letztendlich in die Hände ihrer Feinde.
Anhand des Schicksals des Glasmalers Martin Fellinger und seiner Familie, sowie der Hure Thea, erlebt der Hörer hautnah die Schrecken dieses Krieges mit. Der Autor hat Fiktion und hist. Fakten zu einer spannenden Geschichte gemixt. Aber der Hörer erhält auch viele Details aus dieser Zeit, wie z. B. über das Medizinwesen, hier geht es allerdings meist nicht unblutig ab. Alle Charaktere, egal ob ,,Gut oder Böse" waren mit all ihren Ecken und Kanten wunderbar gezeichnet, so habe ich mit ihnen mitgelitten, gebangt und gehofft. Eine lebendige Geschichte, die mich immer mehr in ihren Bann gezogen hat.
Die Aufmachung der Box ist gut gelungen, dazu gibt es ein Glossar, wünschenswert wäre allerdings auch ein Personenregister gewesen. Wie immer bei RADIOROPA, gibt es auch zusätzlich 1 Bonus-MP3-CD.
Anfangs hatte ich einige Schwierigkeiten mit dem Vortrag von Frau Swoboda, da immer mal Pausen zwischen den Absätzen nicht eingehalten wurden und die Betonung des ein oder anderen Satzes nicht immer ganz glücklich gewählt war. Mit zunehmender Hördauer, konnte ich mich aber immer mehr auf die Art des Vorlesens von Frau Swoboda einstellen, um schließlich ganz in ein längst vergangenes Jahrhundert einzutauchen. Daher kann ich trotz dieser kleineren Kritikpunkte, dieses Hörbuch voll und ganz empfehlen. Da aber dieses Hörbuch und nicht das Buch zu bewerten ist, gibt es daher von mir einen kleinen Abzug.
[note2]
Oh, hier fehlt ja meine Rezi... :rotwerd:
Meine Meinung:
Dieses Hörbuch war mein erstes Hörbuch überhaupt, deswegen war ich sehr gespannt, wie es mir denn gefallen würde. An sich fand ich es sehr praktisch, dass ich während des Autofahrens hören konnte und gegen Ende war es auch so spannend, dass ich meinen MP3 Player sogar zum Einkaufen mitgenommen habe.
Das spricht also schon mal sehr für das Buch an sich, leider hat mir die Art der Sprecherin aber nicht gefallen. Besonders in der direkten Rede ist mir sehr aufgefallen, dass sie die unterschiedlichen Stimmen kaum verschieden gekennzeichnet hat. Noch dazu kam, dass ihre Stimme dann meistens sehr gepresst klang und somit die Emotionen der Figuren schlecht rüberkamen.
Die Geschichte um Martin und Thea an sich hat mir sehr gut gefallen, die beiden müssen echt einiges durchmachen. Fast nebenbei lernt man ziemlich viel über die Geschichte des Dreißigjährigen Krieges, über die damaligen medizinischen Behandlungsmethoden und ein wenig auch über die Glasmalerei. Die in die Geschichte einfließenden Infos zeugen von guter Recherchearbeit.
Martin und Thea sowie die anderen Charaktere haben mir sehr gut gefallen und ich konnte immer mit ihnen mitfühlen. Leider erging es ihnen während eines Großteils der Geschichte nicht besonders gut, aber immerhin haben sie ein Happyend bekommen, das meinem Bauchgefühl entsprochen hat (auch wenn mein Kopf es leicht kitschig fand).
Insgesamt hat mir das Hörbuch gut gefallen, allerdings hätte ich es wegen der Sprecherin doch lieber selbst gelesen. Das Thema Hörbuch ist für mich aber noch keineswegs ausgeschlossen, weil es für Situationen in denen man nicht lesen kann, sehr praktisch ist.
Vielen Dank an Michael für die tolle Begleitung der Leserunde und die vielen Extrainfos!
Die Note für das Buch an sich: [note2+]
Und die Note für die Umsetzung als Hörbuch: [note3]
Mobi