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Unterhaltung => Rezensionen => Thema gestartet von: Aurian in 22. Dezember 2009, 22:28:41

Titel: Der Joker --- Markus Zusak
Beitrag von: Aurian in 22. Dezember 2009, 22:28:41
[isbn]9783570305393[/isbn]

444 Seiten
OT: The Messenger
Genre: Jugendbuch

Markus Zusak, 1975 geboren, lebt und arbeitet in Sydney, spielt Fußball und schreibt Romane, die international für Furore sorgen. Für "Der Joker" wurde er dutzendfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2007. Zusaks Bücher wurden bis jetzt in über 20 Sprachen übersetzt.

Inhalt
Ed Kennedy, ein 19 Jahre alter Taxifahrer, ist unzufrieden mit sich und seinem Leben. Doch nachdem er einen Banküberfall verhindert hat, findet er ein Ass in seinem Briefkasten. Auf der Karte stehen drei Adressen, wo eine Aufgabe auf ihn wartet. Aber es ist nur die erste von vier Spielkarten, die seinem Leben eine höchst denkwürdige Wendung geben.

Meine Eindrücke
Von der ersten Seite an hat mich das Buch in seinen Bann gezogen. Zuerst war es der leicht schräge Humor der mir gut gefallen hat, doch nach und nach hat die Geschichte um Ed einen enormen Sog entwickelt. Seine Ängste und Gefühle werden so eindringlich geschildert, dass ich sie förmlich auch spüren konnte. Ed wirkt wie ein typischer Jugendlicher unserer Zeit, etwas antriebslos, ohne Ehrgeiz und hängt gerne mit seinen Freunden ab.

Besonders gut gefallen hat mir Eds Hund ,,Türsteher". Er stinkt zum Himmel und wird trotzdem von seinem Herrchen geliebt. Die Beziehung der beiden wird sehr liebevoll beschrieben und macht deutlich was für eine wichtige Rolle ein Hund im Leben eines einsamen Menschen spielen kann.

Die Botschaft der Geschichte ist einfach, aber darum nicht weniger berührend, gerade in der heutigen Zeit, wo sich die meisten Menschen nur um ihre eigenen Interessen kümmern und kaum noch Mitgefühl für ihre Mitmenschen zeigen.

Der Schreibstil schwankt von locker flockig über fast poetisch bis hin zu kurzen abgehackten Sätzen, die manchmal auch nur aus einem Wort bestehen. Das Buch lässt sich so gut lesen, dass ich es regelrecht verschlungen habe.

Auch wenn die eindringliche und bewegende Handlung viele schöne Momente hat, würde ich es erst Jugendlichen ab 15 empfehlen, denn vor allem eine von Eds Aufgaben hat es in sich und ist nicht so leicht verdaulich.

Lediglich die Auflösung des Rätsels, wer Ed die Karten schickt, ist für meinen Geschmack gar nicht gelungen. Es wirkt, als wenn dem Autor einfach nichts richtig Gutes eingefallen wäre.

Fazit
Ein schönes und bewegendes Buch mit einer originellen Idee und einem sympathischen Protagonisten.

[note2+]

LG, Aurian