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Krimi => Rezensionen => Thema gestartet von: Aurian in 15. Mai 2010, 23:26:40

Titel: Klüpfel/Kobr - Laienspiel (Kluftingers 4. Fall)
Beitrag von: Aurian in 15. Mai 2010, 23:26:40
[isbn]9783492254823[/isbn]

360 Seiten
Piper Verlag

Inhalt
Lodenbacher, der Chef von Kommissar Kluftinger, tobt. Ausgerechnet bei ihnen im schönen Allgäu hat sich ein Unbekannter auf der Flucht vor der österreichischen Polizei erschossen. Verdacht: Er plante einen terroristischen Anschlag. Bloß wo? Nun muss Kluftinger nicht nur mit Spezialisten des BKA, sondern auch noch mit den Kollegen aus Österreich zusammenarbeiten. Doch das ist nicht sein einziges Problem. Er soll mit seiner Frau Erika und dem Ehepaar Langhammer einen Tanzkurs absolvieren. Gleichzeitig steckt er mitten in den Endproben für die große Freilichtspiel-Inszenierung von »Wilhelm Tell« ...

Meine Eindrücke
Bei vielen Reihen ist es so, dass die Bücher immer vorhersehbarer und langweiliger werden. Doch nicht so bei den Romanen um Kommissar Kluftinger. Ich finde sie werden von Band zu Band besser und ,,Laienspiel" gefällt mir bis jetzt am besten.
Es gibt viele humorvolle Dialoge und Szenen, doch dieses Mal zum Glück im richtigen Verhältnis zum Kriminalfall, der auch sehr spannend und actionreich ist.

Es wird sehr gut spürbar, wie beklemmend es ist, wenn einem die Zeit in den Händen verrinnt und man als Ermittler verzweifelt versucht den entscheidenden Hinweis zu finden. Überhaupt ist es den Autoren wunderbar gelungen die jeweiligen Stimmungen greifbar zu machen.

Wie gewohnt kommt auch das Gekabbel mit Dr. Langhammer nicht zu kurz. Auch wenn hier nicht jede Episode so glaubwürdig ist,  so sind sie doch wieder sehr witzig.

Es gibt auch ein paar ernstere Szenen, in denen man Kluftinger von einer ganz anderen Seite kennenlernt, die mir den Menschen Kluftinger näher gebracht haben. Es macht ihn doch sehr sympathisch, wenn man merkt, wie sehr ihm die Vorstellung zu schaffen macht, dass der Terrorismus auch in seinem schönen Allgäu um sich greift.
Außerdem zeigt der Kommissar, dass er als Ermittler durchaus auf nationaler Ebene mithalten kann, wobei auch hier die Autoren etwas zu dick aufgetragen haben.

Kluftis Privatleben kommt auch nicht zu kurz und sorgt wie immer für einige Erheiterung.

Ein rundum gelungener vierter Band, der mich bestens unterhalten hat und dem ich gerne die ein oder andere Übertreibung verzeihe.

[note2+]

LG, Aurian
Durch dieses Buch hat die Abkürzung "LG" eine ganz neue Bedeutung bekommen.  :->
Titel: Re: Klüpfel/Kobr - Laienspiel (Kluftingers 4. Fall)
Beitrag von: Kathrin in 05. August 2013, 13:21:57
und hier meine Meinung:

Endlich ist es wieder soweit, unser geliebter Kommissar darf seiner heimlichen Leidenschaft, der Schauspielerei nachgehen. Die Vorbereitungen für die Freilicht-Inszenierung von ,,Wilhelm Tell" der Laien-Schauspielgruppe von Altusried laufen auf Hochtouren und alles könnte so schön sein, wenn Klufti nicht einen neuen Fall zu lösen hätte, der ihn jedoch an seine Grenzen bringt. Ein Mann, von den österreichischen Kollegen über die Grenzen ins schöne Allgäu gejagt begeht Selbstmord und hinterlässt auf seinem Laptop einen Countdown, der auf terroristische Aktivitäten hindeutet.

In meinen Augen ist dies mal kein allzu typischer Fall für unseren schrulligen Kommissar, denn er löst den Fall nicht mit seinem gewohnten Team, sondern wird in die zur Klärung des Falls gegründete Taskforce beordert. In dieser Task Force muss sich Klufti nun nicht nur mit österreichischen Kollegen rumschlagen sondern auch die Leitung der Task Force durch den Deutsch-Türken Faruk Yildrim, einen Mitarbeiter des BKA, akzeptieren. Während er den Österreicher Bydlinski ziemlich lästig findet, lernt er die Arbeit und die Persönlichkeit des BKA-Beamten schnell zu schätzen. Gerade diese Zusammenarbeit mit Yildrim hat mir gut gefallen. Faruk Yildrim ist nicht nur Kluftinger sympathisch sondern auch mir als Leser, so dass ich mir heimlich wünschen würde, wenn wir ihm in einem späteren Fall vielleicht mal wieder begegnen würden. Ich glaube diese Zusammenarbeit würde Klufti auch deutlich einfach akzeptieren als mit Bydlinski oder Friedel Marx aus seinem dritten Fall. Der Fall an sich war deutlich spannender als die bisherigen Fälle und hat einen atemlos die Seiten des Buches umblättern lassen.

Alles in allem habe ich bei Kluftinger-Büchern aber schon mehr lachen müssen. Natürlich gibt es auch hier wieder wunderbare Szenen mit seinem Intimfeind Langhammer, beim Tanzkurs, beim Schuhkauf oder beim Laienschauspiel, aber für mich ist das der bisher schwächste Roman des Autorenduos Klüpfel/ Kobr. Irgendwie hat es mich einfach nicht ganz so gepackt wie noch zum Beispiel bei ,,Seegrund". Nichtsdestotrotz ist das Meckern auf hohem Niveau, denn ich habe das Buch in einem Rutsch durchlesen und inhalieren können und ich freue mich auf jeden Fall auf die weiteren Fälle.

Bewertung:
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