[isbn]9783442466795[/isbn]
OT: The Coroner's Lunch
318 Seiten
Goldmann Verlag
Inhalt
Eigentlich hatte es Dr. Siri bisher nur mit lebenden Patienten zu tun. Doch nun wird er mit seinen über siebzig Jahren - und gegen seinen Willen - zum einzigen Leichenbeschauer von ganz Laos ernannt. Schon bald hat er es mit zwei mysteriösen Fällen zu tun: Die Frau eines Parteibonzen stirbt bei einem Festessen, und drei tote Männer werden in einem See gefunden. Mit veralteten Lehrbüchern, mangelhafter Ausrüstung, aber viel Witz und Intuition macht sich Dr. Siri daran, die Morde aufzuklären.
Meine Eindrücke:
Dr. Siri ist ein netter älterer Herr, der eigentlich nur seine wohlverdiente Ruhe möchte. Es macht Spaß zu verfolgen, wie er sich bemüht mit kaum vorhandenen Obduktionskenntnissen seine Arbeit so gut wie möglich zu machen. Die Ausstattung wird in dem Buch folgendermaßen beschrieben: ,,Die Pathologie ist kaum besser ausgerüstet als der Schlachthof hinter dem morgendlichen Markt."
Doch in diesem Laos, nach der Machtergreifung der Kommunisten, will eigentlich keiner etwas von Mord wissen und so macht sich Dr. Siri, unterstützt von ein paar Vertrauten, selbst an die Auflösung der Todesfälle.
Die Welt der Geister spielt auch immer wieder eine Rolle, wenn ihm z.B. die Toten auf seinem Obduktionstisch immer wieder erscheinen. Siris Erlebnisse in einem abgelegenen Dorf sind dann doch eher ungewöhnlich für einen Krimi, passen aber zum Handlungsort, da dort die Mystik eine große Rolle spielt.
Mit Ironie und einem Blick für Details werden das Leben und die Stimmungen im kommunistischen Laos beschrieben und wie sich die Menschen mit den neuen Machtverhältnissen arrangieren, oder wie die einstigen Rebellen selbst zu machthungrigen und gierigen Politikern werden.
Ein etwas ungewöhnlicher Krimi mit sympathischen Menschen und einem schrulligen, liebenswerten Protagonisten.
[note2]
LG, Aurian