[isbn]9783499249075[/isbn]
556 Seiten
OT: A crown of lights
Rowohlt Taschenbuch Verlag
Inhalt
Kaum ist Merrily Watkins zur Exorzistin ernannt, sitzt sie auf Anordnung des neuen Bischofs in einer Krawall-Talkshow zwischen Satanisten und selbsternannten Hexenjägern. So richtig ist der Teufel aber erst los, als ein Hippie-Pärchen im Nachbarort eine geschichtsträchtige Ruine erwirbt. Eine heidnische Kultstätte soll hier entstehen – ausgerechnet in einer der fünf Sankt-Michaels-Kirchen, die nach alter Überlieferung das Land vor dem Bösen bewahren. Und das Böse ist da, in Gestalt eines skrupellosen Mörders ...
Meine Eindrücke
Merrily soll an einer Talkshow zum Thema Heiden teilnehmen. Es ist eine oberflächliche Show, die nur auf Sensationen und Zuschauerzahlen aus ist und für Merrily verläuft sie ganz anders als geplant.
Dann sind da noch Betty und Robin, zwei praktizierende Heiden, die sich ein Anwesen mit einer halbverfallenen Kirche gekauft haben, was bei ihren neuen Nachbarn nicht auf Begeisterung stößt. Betty fühlt sich immer unwohler und spürt, dass sich etwas Böses anbahnt. Irgendetwas scheint mit der Kirche nicht zu stimmen und Betty fängt an zu recherchieren. Doch was sie dabei entdeckt sind nicht nur alte Sagen, sondern auch ganz reale Bedrohungen in der Gegenwart.
Und so langsam kommt die Handlung in Fahrt. Es wird eine beklemmende Stimmung aufgebaut und man hat das Gefühl dass da etwas im Hintergrund lauert und die Fäden zieht. Beim Lesen stellt sich ein herrlich schauriges Gefühl ein und Merrily agiert auf einmal auch zielgerichteter und wirkt tatkräftiger und präsenter. Dieses Mal wird sie von Gomer unterstützt, einem Einheimischen, dem die Ortsansässigen vertrauen und der für Merrily zum wichtigen Informationensammler wird.
Doch Gomer hat einen schweren Schicksalsschlag einstecken müssen. Seine Frau Minnie ist gestorben und er trauert sehr um sie, hat aber die Fähigkeit sie loszulassen. Ganz anders als Mr. Weal, der selbst nach deren Tod noch von seiner Frau besessen ist. Anhand von den beiden werden ganz unterschiedliche Arten der Trauer deutlich.
Haupthandlung ist der Konflikt zwischen Christen und Heiden, in den auch Merrily unfreiwillig mit hineingezogen wird. Doch hier wurde nur an der Oberfläche gekratzt und die reißerischen Elemente in den Vordergrund gestellt. Vor allem die Vorstellung, dass Heiden ihre Riten bevorzugt nackt praktizieren wurde für meinen Geschmack zu oft erwähnt. Bei den Christen wurde ein fanatischer Priester mit zweifelhaften Praktiken in den Vordergrund gestellt, der sicher auch nicht die Mehrheit repräsentiert. Schade, daraus hätte man mehr machen können.
Ganz herrlich wird die verlogene Fassade kleiner Gemeinden und verschworener Gemeinschaften demontiert. Man hält zusammen, Hauptsache der Schein wird gewahrt und Zugezogene werden zuerst mit Argwohn betrachtet, vor allem, wenn sie auch noch Heiden sind. Ohne die Unterstützung von Gomer hätte Merrily hier nichts ausrichten können.
Die Handlung ist logisch aufgebaut und das Buch liest sich flüssig und spannend mit leichtem Grusel. Dieser Band hat mir noch besser gefallen als der Vorgänger und ich bin schon neugierig wie die Geschichte um Merrily und ihre Tochter Jane weitergeht.
[note2-]
LG, Aurian
Pfarrerin Merrily Watkins hat erst kürzlich den Job als Exorzistin übernommen. "Beraterin in spirituellen Grenzfragen" wie es offiziell heißt. Und in dieser Funktion soll sie in einer Late Night Show die anglikanische Kirche vertreten. Das Thema des Abends sind Hexen und Heiden im Gegensatz zum christlichen Glauben.
Dort erfährt Merrily, dass ein junges Paar in einem Nachbarort eine Kirche gekauft hat, die aber seit Jahren nicht mehr als solche genutzt wird. Nur, Robin und Betty sind offensichtlich praktizierende Hexen und das kommt in der ländlichen Bevölkerung und eingeschworenen Gemeinschaft gar nicht gut an. Und jeder scheint dort ein Geheimnis zu haben. Hinzu kommt, dass der charismatische Pfarrer Nicholas Ellis offensichtlich auf einem publicity-trächtigen Kreuzzug gegen das Heiden- und Hexentum ist und setzt alles dran, das Paar aus der Stadt zu jagen. Schreckt er vielleicht auch vor Mord nicht zurück? Denn der erste Tote lässt nicht lange auf sich warten.
Der Bischof schickt seine Beraterin dorthin, um Ellis zu unterstützen, aber Merrily kommen schnell Zweifel, ob sie wirklich auf der richtigen Seite steht. Denn Robin und Betty wollen nichts anderes, als in Frieden ein neues Leben zu beginnen. Und die alte St. Michaels Church scheint dafür genau richtig zu sein. Aber war es wirklich Zufall, dass sie diese Kirche gefunden haben? Eine von fünf Kirchen, die auf einem Plan gezeichnet und verbunden, ein umgekehrtes Pentagramm ergeben?
Worum es im Endeffekt tatsächlich geht, wird erst ziemlich am Ende geklärt und es lohnt sich durchzuhalten, auch wenn die Spannung zwischendurch ab und zu ein wenig nachlässt. Aber ich mag Merrily und auch Jane und mir gefällt diese Reihe doch sehr gut. Es sind halt eher untypische Krimis, allein schon weil die Hauptfigur eine Pfarrerin ist, die aber auch oft an ihrem Job zweifelt.
Schade fand ich, dass Lol diesmal nicht dabei war, aber am Anfang wird kurz erwähnt, wieso. Ich hoffe, er ist beim nächsten Teil wieder dabei.
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