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Unterhaltung => Rezensionen => Thema gestartet von: Annette B. in 15. September 2010, 00:07:58

Titel: Die keltische Schwester von Ansha Sagin
Beitrag von: Annette B. in 15. September 2010, 00:07:58
[isbn]3548250246[/isbn]

Zitat von: Amazon de.Ein behexend schöner  Roman voll keltischer Magie
Voller Elan stürzt Lindis Farmunt sich in ihr neuestes berufliches Projekt: ein moderner Ferienpark in der Bretange. Dabeigerät sie, zunächst widerstrebend, in Verindung zu der geheimnisvollen Vergangenheit des Landes. Träume von der einäugigen keltischen Seherin Danu verweben sich mit ihrem Schicksal – und mit dem von Robert Caspary, einem Archäologen, der ein konkurierendes Vorhaben betreut. Lindis macht sich auf dem Weg zu ihrer Traumschwester und erfährt dabei nicht nur, wie man zu sich selbst findet.

Meine Meinung:

Als ich den Klappentext las sprach dieses Buch mich direkt an. Eine junge Frau träumt von einer keltischen Seherin und erfährt Einzelheiten aus der Zeit der Kelten. Das ist für mich immer schon ein sehr spannendes Thema gewesen.
Das Buch fängt dann auch wie erwartet sehr Schwungvoll an. Die Szenen zwischen Gegenwart und Vergangenheit wechseln recht schnell und man bekommt sehr zügig einen Überblick in welchen Verhältnissen Lindis, die Hauptdarstellerin, lebt.
Die keltische Schwester bleibt zunächst etwas im Dunkeln und der Leser begleitet Lindis überwiegend in ihrem stressigen Job.
Die Abschnitte in der Vergangenheit beschränken sich am Anfang mehr darauf den Leser in den Glauben und in die Lebensweise des keltischen Volkes einzuführen. Die Autorin beginnt dabei mit dem Urknall! Es sind also erst mal ein paar Kapitel Flora, Fauna und Steinzeit u.s.w. zu bewältigen. Irgendwo zwischen diesen Kapiteln taucht dann eine Feldmaus und ein ,,Hinkestein" auf! Diese Maus hat mich immer wieder verwirrt, denn sie taucht nicht nur einmal auf.
Das war dann der Punkt, an dem ich nicht mehr wusste ob ich gerade in der Vergangenheit oder Gegenwart bin.
Zu allem Überfluss bemerkte ich dann beim weiter lesen das ich mit der Hauptdarstellerin und ihrer Einstellung zum Leben so gar nicht klar kam. Lindis war mir einfach zu sehr auf ihre Karriere fixiert. Obwohl sie einen angenehmen Humor hat und ich bei dem einen oder anderen Dialog auch mal lachen musste, so wurde ich dennoch nicht mit ihr warm.
Besser gefallen hat mir da schon ihre jüngere Schwester (nicht die keltische)! Damit kam dann doch wieder eine Figur ins Spiel, die wirklich sympathisch ist. Mit Beni war ich sehr schnell warm geworden. Allerdings konnten die wenigen Auftritte von Beni, die manchesmal doch etwas zähen Passagen, über den Büro- und Beziehungsalltag von Lindis, leider nicht retten.
Es gibt eine tragische Liebesgeschichte ihrem Leben aber Lindis verbietet sich ständig daran zurück zu denken. Dann gibt es Beziehungen im Büro und am Ende irgendwie auch noch eine Dreiecksgeschichte, die mir so gar nicht gefallen hat. Aber das lag auch wohl wieder an meinem Problem mit Lindis.
So ab dem letzten drittel des Buches wird es aber dann doch richtig spannend. Man hat als Leser alle zusammenhänge vor Augen und auch unter den ,,Nebendarstellern" den einen oder anderen ins Herz geschlossen.
Der Schreibstil dieser Autorin ist recht flüssig und leicht verständlich. Auch die Idee zu dieser Handlung ist wirklich interessant und spannend. Mit diesen Zutaten hätte ein wundervolles Buch entstehen können, wenn eben der Charakter der Hauptdarstellerin auch noch andere Nuancen gezeigt hätte. Nur dieser Ehrgeiz in einer Männerbranche anerkannt zu werden und möglichst ungebunden durchs Leben zu gehen, dass hat diese Hauptdarstellerin nicht gerade sympathisch gemacht. Das ist schade.
Auch die Liebesgeschichten die sich hier im Buch zeigen, sind nicht so richtig überzeugend, da sie aus einer völlig überspannten Sichtweise, Lindis Sichtweise, geschildert werden. Am Ende hatte ich zwar das Gefühl, dass Lindis vielleicht ein wenig zu sich selbst gefunden hatte, aber ich hatte nicht den Eindruck, dass sie in der Lage war diese neue Erkenntnis im täglichen Leben umzusetzen.
Das große Finale am Ende war irgendwie die ganze Zeit schon zu ahnen. Zum einen, weil die ,,Bösewichte" in diesem Buch sehr schnell zu durchschauen waren und zum anderen, weil man in den ersten Kapiteln die in der keltischen Zeit spielen, schon viele Hinweise zu diesem Ende gefunden hatte.
Wie gesagt, dass Buch ist flüssig geschrieben und auch unterhaltsam, aber es war eben nicht das was ich erwartet hatte.
Die Gestaltung des Buches hat mir  gut gefallen. Die Kapitel sind mit kleinen Zeichen oder Symbolen am Anfang geschmückt. Bei den Kapiteln die in der Gegenwart spielen sind es z.B. ein Kreis mit einem kleinen, verschlungenen Muster und wenn die Maus ins Spiel kommt, dann ist eine kleine Maus abgebildet.

Meine Note: [note3+]