| [[isbn]3499237628[/isbn] | | Verlag: rororo ISBN: 3499237628 Seiten: 502 Ausgabe: Taschenbuch Preis: € 8,90
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Kurzbeschreibung:Frankfurt, 1462: Als der verwitwete Kürschner Wöhler erfährt, dass seine einzige Tochter Sibylla fern der Heimat gestorben ist, erleidet er einen tödlichen Herzinfarkt. Einzige Zeugin ist die Wäscherin Martha. Sie ergreift die Chance, verheimlicht den Tod Sibyllas und setzt ihre eigene Tochter Luisa, die Sibylla immer schon sehr ähnlich gesehen hat, an deren Stelle.
Luisa ist froh, keine Wäscherin mehr zu sein, doch die Furcht entlarvt zu werden, verlässt sie nie. Als sie sich in den Arzt Isaak Kopper verliebt, gerät sie in Bedrängnis. Denn die Regeln der Zunft schreiben vor, dass sie einen Meister heiraten muss, wenn sie die Kürschnerei behalten will. Wie wird sie sich entscheiden?
Meine Meinung:Der Einstieg in "Die Pelzhändlerin" nach der Lektüre von "Kleopatra" von Margaret George, mit einer sehr charismatischen und starken ägyptischen Königin ist mir ein wenig schwer gefallen. Grundsätzlich fand ich den Einstieg ziemlich unspektakulär, auch wenn der Kürschnermeister Wöhrler ziemlich schnell stirbt und Martha beschließt, das Leben ihrer Tochter Luisa zu ändern und sie als des Kürschners Tochter auszugeben. Der Kontrast von der schönen, mächtigen Königin von Ägypten, die mit 39 Jahren stirbt und Martha, die als Wäscherin der armen Schicht angehört und mit 36 als alt gilt, der ist schon krass gewesen.
Die Geschichte der Pelzhändlerin ist mir leider alles in allem viel zu flach gehalten, vieles ist vorhersehbar. Vieles geht mir einfach viel zu glatt und einfach von der Bühne. Viele Handlungsstränge/ Szenen/ Aussagen sind für mich nicht nachvollziehbar. Dafür das so viele Jahre (ca. 28 Jahre) in diesem Buch abgespult werden, erfahren wir ziemlich wenig finde ich. Außerdem finde ich, dass man viel zu wenig über das Kürschnerhandwerkerfährt. Wenn ich mir überlege, wieviel wir bei Katia Fox über das Schwertschmieden gelernt haben, hier wird wenn überhaupt nur ganz wenig angerissen. Den Figuren fehlt es an Tiefe, an Charakter und daher bleiben sie leider alle sehr sehr blass. Ich vermisse bei ihnen die Gefühle, ich konnte weder mit ihnen weinen, mich freuen geschweige denn lachen. Dem Buch fehlt dadurch die Leichtigkeit, die ich beispielsweise bei einer Viola Alvarez oder Rebecca Gablé so sehr liebe. Das Buch und seine Figuren berührt mich echt zu wenig. Gerade bei historischen Romanen ist es mir besonders wichtig, dass ich mir vorstellen kann, dass sich die Geschichte wirklich so ereignet hat, wie der Autor mir erzählen will, auch wenn ich ganz genau weiß, es ist ein Roman und eine erfundene Geschichte. Und Sibyllas Geschichte finde ich leider total unglaubwürdig. Hinzu kommt, dass ich mitunter das Gefühl hatte, als ob das Buch gekürzt worden wäre. Manche Episoden wurden nur angerissen, Andeutungen gemacht, aber irgendwie nicht fertig erzählt, so dass man sich teilweise fragen musste, warum dies überhaupt erwähnt wurde. Ich weiß nicht, vielleicht bin ich etwas verwöhnt und sicherlich kann nicht jedes Buch 1000 Seiten dick sein, aber mir fehlen an vielen Stellen einfach die Feinheiten, die Einzelheiten.
Tja und damit wären wir auch schon bei meinem Hauptkritikpunkt: Luisa bzw. Sibylla, die Hauptfigur und Pelzhändlerin! Mein Gott, was ist das ein blödes Weib!!! Wenn sie jetzt einfach nur das Glück gehabt hätte, dass ihr alles so spielerisch und unproblematisch zufällt, wie es Ines Thorn erzählt, dann wäre es ja okay gewesen, aber Sibylla ist mir einfach nur tierisch unsympathisch und geht einfach überhaupt nicht. Sibylla-Luisa schlägt sich als einfache Wäscherin viel zu gut in ihrer neuen Rolle, auf richtige Schwierigkeiten trifft sie nie. Und dann ihr unerschöpflicher Schöpfer und Erfindergeist: Stofftiere, Taschentücher, Muffs...und wen sie alles kennt...zum Davonlaufen, unsere SUPR-SIBYLLA!!! Ich mag kämpferische Frauen an und für sich ja ganz gerne, aber so kaltherzig, manipulativ, durchtrieben und unsympathisch wie Sibylla ist, das geht überhaupt nicht. Ich bin die ganzen 500 Seiten über so gar nicht mit ihr warm geworden und war über ihren verachtenden Ton ihrer Mutter oder den Angestellten gegenüber total geschockt. Ich verstehe nicht, wie sie als arme Wäscherin, unehelicher Bastard, so großkotzig sein kann! Grundsätzlich finde ich es gut, wenn die Hauptfigur Ecken und Kanten haben darf, aber dann sollte sie trotzdem das gewisse Etwas haben und Sibylla fehlt einfach alles, damit sie mir wenigstens ein bissl sympathisch wird. Neben der für mich unglaubwürdigen Karriere, die Sibylla hinlegt kommt für mich noch erschwerend hinzu, dass ich ihre Gefühlswelt leider überhaupt nicht nachempfinden kann. Ihre Liebesgeschichte zu Isaak gefällt mir gar nicht. Aber das hätte ich verschmerzen können, wenn ich wenigstens ein Kribbeln im Bauch beim Lesen empfunden hätte. Aber die ganze Sache zwischen den Beiden hat mich einfach völlig kalt gelassen und überhaupt nicht berührt.
Leider gefallen mir auch die Nebenfiguren nicht besser als die Hauptfigur Sibylla. Sie sind alle ziemlich klischeehaft, unsympathisch, alte geile Böcke (sorry, aber is doch so!!!) und Isaak wird zum strahlenden Ritter auf dem weißen Pferd (okay nicht ganz) und ist immer zur Stelle, wenn es bei Sibylla mal brenzlig werden könnte. Leider kamen mir in diesem Buch meine Lieblingsfiguren viel zu kurz. Es ist eigentlich ein Wunder, dass ich überhaupt Lieblingsfiguren habe finden können, aber Ida und Martha waren für mich einfach am realistischten dargestellt und wurden nicht ganz so idealisiert.
Cover- bzw. Layouttechnisch ist mir aufgefallen, dass die Seiten des Buches ziemlich dick sind und das Buch mit 500 Seiten so dick ist wie ein dünnseitiges Buch mit 800 Seiten. Das grenzt schon fast an Mogelpackung, aber das ist mir letztlich egal, wenn das Buch denn gut ist.
Is schon manchmal komisch mit mir, da motz ich rum und motz immer weiter, aber aufhören zu lesen konnte ich doch nicht. Es viel mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen, auch wenn mich die Story und Figuren nicht überzeugt haben. Die Seiten blättern sich fast von alleine um.
Leider ist das Buch für mich max. durchschnittlich. Ich hoffe auf Sibyllas Tochter Eva, vielleicht gefällt mir "Die Silberschmiedin" ja besser.
Bewertung:[note3-] mit sehr viel gutem Willen
lg
kathrin
Mit so einer langen Rezi kann ich zwar nicht dienen, aber hier ist meine sehr kurze Meinung dazu (hab damals erst mit Rezis begonnen :rotwerd:):
Ich habe das Buch an einem Tag verschlungen!
Gleich von Anfang an, war ich von der Geschichte begeistert und gefesselt und habe auch die beiden Nachfolgebände gelesen!
Ines Thorn hat einfach ein richtig gutes Händchen für ihre Figuren und Geschichten. Sie erzählt wunderbar glaubwürdig und farbenfroh!
Für alle Iny Lorentz-Fans ist Ines Thorn ein besonders wertvoller Geheimtipp!
Bewertung
Note: 1
[note1]
Zitat von: Lannie in 23. April 2007, 14:02:27
Mit so einer langen Rezi kann ich zwar nicht dienen, aber hier ist meine sehr kurze Meinung dazu (hab damals erst mit Rezis begonnen :rotwerd:):
Hallo Lannie!
Ist wirklich interessant, wie sehr sich die Rezis im Laufe der Zeit verändern, wenn man etwas Übung hat und auch weiß, worauf es ankommt, was? *GG*
Liebe Grüße,
Steffi
Hallo Steffi,
ja, allerdings. 2005 habe ich mit Rezis begonnen und mittlerweile habe ich für mich ein eigenes Schmema, nach dem ich meine Rezis aufbaue. Hin und wieder gibt es zwar immer noch Bücher, zu denen mir nicht viel einfallen will, aber über einen Dreizeiler gehen sie zumindest mittlerweile immer hinaus. :-> Nur eigene Inhaltsangaben kann ich einfach nicht schreiben, daher übernehm ich immer Kurzbeschreibungen von amazon oder Klappentexte. In der Schule hab ich mich damit schon immer schwer getan. Aber es wäre ja mal eine Idee, sich mal daran zu versuchen. :kopfkratz:
LG
Lannie
Hallo Lannie!
Also eigene Inhaltsangaben schreibe ich nicht. Ich finde das allerdings auch unnötig, weil die Klappentexte meistens gut sind. Ich nehme sie nur ganz selten nicht, wenn sie absolut falsch sind oder extrem viel verraten. Das kommt aber so gut wie nie vor.
Liebe Grüße,
Steffi
Steffi,
ja, wenn sie fehlerhaft snd, versuch ich mich auch mal dran. :->
LG Lannie
Hallo,
so hier meine Rezi zu "Die Pelzhändlerin" (irgendwie werden meine nie so lang wie eure *seufz*):
Die Geschichte um das Mädchen Luisa, die dann zu Sibylla wird, fängt schnell und flüssig an. Man ist sofort in dem Geschehen, obwohl dieser Betrug natürlich ziemlich unglaubwürdig ist, besonders da die Autorin die Hauptperson von Anfang an so darstellt, als hätte diese immer auf jene Gelegenheit gewartet und mit dem Sprung einer armen Wäschemagd zur Kürschnerin sofort sehr gut zurecht kommt. Das macht Sibylla schon etwas unglaubwürdig und zu selbstsicher.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm und flüssig zu lesen, was ein großes Plus des Buches ist. Wenn das nicht der Fall gewesen wäre, hätte ich es vielleicht nicht zu Ende gelesen. Aber so entwickelt es sich doch zu einer Art Pageturner, auch wenn man von der Geschichte nicht wirklich überzeugt ist. Diese ist mir nämlich viel zu glatt und vieles fällt der Hauptakteurin einfach zu leicht, wo ich mir ein bisschen mehr Spannung erhofft hätte! Es gibt viele Jahressprünge innerhalb der erzählten Story und es bleibt ein Gefühl, als ob man wichtige Dinge, Ereignisse und Jahre vorenthalten bekommen hat. Es bleibt das ganze Buch über ein Gefühl der Distanz, was aber für mich auch viel mit den Personen und besonders mit Sibylla zu tun hat.
Ich habe überhaupt keinen Draht zu dieser Figur gefunden, ich fand sie einfach von Anfang an sehr arrogant, egoistisch und materialistisch. Sie steht über allen Dingen, es scheint sie kaum etwas zu berühren und vor allem scheint sie zu vergessen wer sie wirklich ist. Auch als sie sich verliebt, scheint sie nur an ihr materialistisches Leben zu denken und lässt den Mann ihres Herzens außen vor. Dieser wirkt den ganzen Roman über wie ein liebeskranker Hund, der nur hinter dieser Frau herläuft, obwohl sie ihn teilweise mit Füßen tritt. Man kann sagen, dass fast alle mitwirkenden Personen in diesem Roman keine Charakterstärken haben und nur ziemlich oberflächlich sind! Da so überhaupt kein (Mit-)Gefühl für die Personen auftritt, sind auch von meiner Seite wenige Emotionen in der Geschichte zu spüren. Ich konnte weder mit oder um jemanden weinen, noch mal richtig lachen und das habe ich schmerzlich vermisst. Im Endeffekt war es mir nachher ziemlich egal, wie die Liebesgeschichte weiter verläuft und ob alles gut für die Hauptakteure ausgeht!
Deswegen nur eine [note4]
LG, Meike
Hallo
Meine Meinung und Bewertung:
Das Buch ist leicht und schnell zu lesen. Der Stil einfach, aber nicht langweilig.
Sicher gibt es Szenen, die nur schwer zu glauben sind, und im ganzen Buch geht einfach alles viel zu glatt.
Gerade die Ideen von Sybilla gehen immer auf und sie erreicht alles, was sie sich vorstellt.
Trotzdem hat es für Kurzweil gesorgt und ich bin in 5 Tagen damit fertig gewesen.
Und ich freu mich auch schon auf die Nachfolgebände!
[note3]
Xandi