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Unterhaltung => Rezensionen => Thema gestartet von: Aurian in 05. Februar 2011, 23:41:00

Titel: Anna Gavalda - Zusammen ist man weniger allein
Beitrag von: Aurian in 05. Februar 2011, 23:41:00
[isbn]9783596173037[/isbn]


551 Seiten
Fischer Taschenbuch Verlag
OT: Ensemble c'est tout

Inhalt :
Philibert ist zwar ein historisches Genie, doch wenn er mit Menschen spricht, gerät er ins Stottern. Camille, magersüchtig und künstlerisch begabt, arbeitet in einer Putzkolonne, und Franck schuftet als Koch in einem Feinschmeckerlokal. Er liebt Frauen, Motorräder und seine Großmutter Paulette, die keine Lust aufs Altersheim hat.
Vier grundverschiedene Menschen, die versuchen irgendwie mit ihrem Leben zurechtzukommen.


Was für ein wunderschönes Buch! Ich habe es regelrecht verschlungen und bin darin versunken. Manchmal fand ich allerdings die Dialoge etwas verwirrend, denn es gab keine begleitenden Sätze (wie z.B. sagte er, erwiderte sie usw.) und mir war nicht immer gleich klar, wer da jetzt was sagt.

Camille, Philibert und Franck sind gezeichnet von ihrer unglücklichen Kindheit, die sie bis in die Gegenwart verfolgt. Camille ist magersüchtig und hat ihr künstlerisches Talent fast verloren. Philibert hat ein unerschöpfliches historisches Wissen, doch er kann es nicht zeigen, da ihn sein Stottern daran hindert. Und Franck ist ein missmutiges Arbeitstier und versteckt  sich hinter einer Fassade aus Oberflächlichkeit. Und da ist noch seine liebenswerte Großmutter Paulette, die sich nicht mehr selbst versorgen kann, das aber verheimlichen möchte.

Die Schilderung der vier Schicksale hat mich berührt und auch erheitert, wenn sich eine ungewöhnliche Wohngemeinschaft zusammenfindet, in der man sich erst zusammenraufen muss.

Es hat mir sehr viel Freude gemacht diese Geschichte zu lesen. Manchmal habe ich beim Lesen gelacht und manchmal auch schwer geschluckt. Es ist nicht immer eine leichte beschwingte Geschichte, sondern auch ein Roman, der zeigt, wie schwer es ist sich von seiner Vergangenheit zu befreien, sich für das Leben zu öffnen und den Kampf nicht aufzugeben auch wenn es noch so schwer fällt.

Hier wird für ein bisschen mehr Menschlichkeit plädiert, die in unserer heutigen Zeit leider oft zu kurz kommt.

[note1]

LG, Aurian