| [isbn]978-3548268651[/isbn] | | Verlag: Úllstein Taschenbuch (Februar 2010) ISBN: 978-3548268651 Seiten: 443 Ausgabe: Taschenbuch Preis: € 8,95 |
Kurzbeschreibung:Ein stürmischer Oktoberabend: In seinem Wochenendhaus am Starnberger See wird ein pensionierter Kinderarzt tot aufgefunden. An eine Heizung gefesselt, ist er langsam verdurstet - ein qualvoller Tod. War es Rache oder doch nur ein Raubmord? Kommissar Konstantin Dühnfort enthüllt nach und nach den dunklen Charakter des Toten und stößt auf ein Drama, das seine längst erwachsenen Kinder bis heute verfolgt.
Meine Meinung:,,In weißer Stille" ist der zweite Kriminalroman von Inge Löhnig mit Konstantin ,,Tino" Dühnfort als Hauptfigur und Ermittler und genau wie Band 1 hat mich auch dieser zweite Fall auf Anhieb in seinen Bann gezogen. Auch wenn ich den Prolog lange Zeit nicht richtig einschätzen konnte und mir nicht sicher war, ob auch er auch hier wieder aus der Sicht des Täters geschrieben ist, habe ich das Buch kaum aus der Hand legen können und habe teilweise die doppelte Seitenanzahl gegenüber meinem normalen Durchschnitt in einer Stunde gelesen.
Im Vordergrund dieses Romans steht die Familie Heckeroth, vor allem der Mord an Heckeroth Senior, der an die Badezimmerheizung gefesselt qualvoll verdurstet ist. Schnell wird Bertram, einer der Söhne des Mordes verdächtigt, der das schwarze Schaf der Familie ist, Schulden hat und vom Vater nie geliebt wurde. Aber auch sein Bruder Albert ist mir von Anfang an nicht ganz geheuer, anscheinend der Liebling des Vaters, der auch noch in seine Fußstapfen getreten ist und die Kinderarztpraxis in München übernommen hat. Der Bilderbuchsohn hat aber deutlich mehr Flecken auf der ach so weißen Weste und allein wie er mit seiner Frau und seinen Söhnen umspringt und z.B. wegen einer 3 in Latein einen Riesenaufstand betreibt macht ihn mir auf Anhieb extrem unsympathisch. Vieles an seinem Verhalten mag erklärbar sein, aber es entschuldigt meiner Meinung nach nichts, so dass er sich sehr schnell zu meinem Hassobjekt entwickelt hat.
Geschickt liefert uns Inge Löhnig immer wieder kleine Hinweise oder Figuren, die in den Fall verwickelt zu sein scheinen. Allerdings sind mir diese oft schon zuuu verdächtig, zu viel würde zu gut passen, so dass ich gerade an die offensichtlichsten Verdächtigen nicht glauben kann. Im Normalfall verdächtige ich wirklich so gut wie jeden der Mörder zu sein, schon allein, aber hier fallen mir einfach zu viele Pseudo-Verdächtige heraus, weil das für mich zu offensichtlich wird. Nichtsdestotrotz bin ich doch auf die ein oder andere falsche Fährte bzw. Ablenkungsmanöver hereingefallen, auch wenn ich im Endeffekt über den tatsächlichen Täter nicht erstaunt war.
Mehr noch als auf den Fall an sich habe ich mich auf ein Wiedersehen mit Tino und seiner Freundin Agnes gefreut, die in diesem Buch allerdings ein Schattendasein fristen muss. Dennoch finde ich gerade auch die persönliche Entwicklung unseres Kommissars sehr spannend und freue mich auf weitere Romane dieser Serie, in denen ich mitverfolgen kann, wie es mit ihm weitergehen wird.
Alles in allem hat mir dieser zweite Dühnfort-Fall noch besser gefallen als Band 1, vielleicht auch, weil ich etwas vertrauter mit den ermittelnden Figuren war, denn auch Band 1 war ja schon klasse. Aber gerade die letzten 60 Seiten in diesem Buch waren atemberaubend, zunächst die Angst um Babs, dann um die etwas übereifrige Polizistin und am Ende um Tino selbst. Auch wenn ich weiß, dass es Band 3 gibt und Band 4 gegen Ende des Jahres erscheinen wird, so hat mich dieses offene Ende um Tinos Segelunfall nicht schlafen lassen, so dass ich direkt mit Band 3 angefangen habe.
Bewertung:[note1]
lg
kathrin