| [isbn]978-3492242165[/isbn] | | Verlag: Piper ISBN: 978-3492242165 Seiten: 308 Ausgabe: Taschenbuch Preis: € 9,95 |
Meine Meinung:
,,Milchgeld" –geschrieben von dem Autorenduo Michael Kobr und Volker Klüpfer, ist nicht nur der erste Fall von Allgäuer Kommissars Kluftinger sondern auch für mich der erste Kluftinger-Roman, da ich Serien möglichst immer von Band 1 an lesen möchte, auch wenn das bei in sich abgeschlossenen Fällen einer Krimiserie vielleicht nicht zwingend nötig erscheint. Da es sich hier um einen Kriminalroman handelt und der Fall in meinen Augen nicht sonderlich spannend ist, kann ich leider nicht die volle Punktzahl für den Roman vergeben, auch wenn ich die wenigen – gerade mal 308 Seiten wirklich sehr genossen habe.
Kriminalromane aus unterschiedlichen Serien miteinander zu vergleichen mag nicht wirklich fair sein, aber da ich grundsätzlich eher wenig bis gar keine Krimis oder Thriller lese, habe ich einfach auch nur sehr wenig Vergleichsmöglichkeiten und somit drängt sich für mich der Vergleich zu den Kriminalromanen von Inge Löhnig, die ich erst kürzlich gelesen habe, halt doch meinen Gedanken auf. Der Vergleich hinkt wirklich stark, denn die Bücher könnten unterschiedlicher nicht sein. Wo uns Inge Löhnig hochmoderne Krimis und Ermittlungsmethoden beschert, in denen es vor Tempo nur so strotzt, kommt dieser erste Kluftingerfall wie auch die Ermittlungsmethoden eher behäbig und fast schon ein wenig altmodisch daher. Aber das ist nicht weiter schlimm, denn es passt alles irgendwie zusammen, die Figur des Ermittlers, das vielleicht etwas verschlafene Allgäu und eben auch der Fall an sich, bei dessen Ermittlungen Kluftinger doch zwischenzeitlich gehörig auf der Stelle tritt.
Für das Buch an sich trifft diese letzte Aussage jedoch überhaupt nicht zu, es liest sich nicht zuletzt durch die wunderbare Situationskomik hervorragend rutschig und ist mit seinen 308 Seiten deutlich zu kurz. Vielleicht ein wenig mehr Dialekt, gerade solche Gespräche zwischen Kluftinger und seiner Sekretärin Sandy aus den neuen Bundesländern hätten bestimmt im Dialekt geschrieben noch einmal mehr Spaß gemacht, als so schon. Ich habe mich z.B. über die niederbayerische Sprache z.B. von Kluftingers Vorgesetzten Lodenbacher extrem gefreut und amüsiert. Es gehört für mich halt einfach dazu!
Eindeutiger Star des Buches ist der Ermittler Kluftinger, der an einer Leichenunverträglichkeit leidet, etwas schrullig wirkt, mitunter etwas wortkarg und ein ausgesprochener Sparfuchs ist und außerdem Anglizismen hasst. Auch die Spitzen, die er gegenüber seinen Mitarbeitern verteilt und über die er sich so schön diebisch freuen kann sind einfach nur zum Brüllen komisch. Ebenso ist er auch immer wieder für grandiose Situationskomik zu haben, zum Beispiel beim Verzehr eines Döners oder sein Auftreten bei der Beerdigung des Mordopfers, ich habe wirklich laut schallend gelacht. Das ist eine Romanfigur, auf die man wirklich – mit all ihren Eigenarten – immer wieder gerne trifft. Schön, dass die Autoren fleißige Schreiber sind und noch einige Kluftingerfälle auf mich warten.
Bewertung:[note2+]
lg
kathrin