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Krimi => Rezensionen => Thema gestartet von: SilkeS. in 22. November 2011, 12:17:17

Titel: [Krimi] Inge Löhnig: Schuld währt ewig
Beitrag von: SilkeS. in 22. November 2011, 12:17:17
Inge Löhnig: Schuld währt ewig

[isbn]3548610692[/isbn]

Inhalt:
Eine einzige Sekunde hat Susannes Leben für immer verändert. Ein Kind ist tot. Für die junge Frau ein Alptraum, der nie endet, eine Suche nach Sühne, die vergebens ist. Dann sterben zwei Menschen. Sie wurden ermordet. Auch in ihrer Vergangenheit gibt es ein düsteres Geheimnis, eine Schuld, die für immer bleibt. Kommissar Dühnfort verfolgt einen Täter, der auf grausame Weise für seine Vorstellung von Gerechtigkeit sorgt. Ein Rächer, der Gleiches mit Gleichem vergilt und keine Gnade kennt.

Meine Meinung
Diese Buch habe ich mit einer paar Mitleserinen UND der Autorin gelesen.
Das war für mich ein Prämiere und eine die wiederholt werden muß.
Es hat rießigen Spaß gemacht und wir lesenden haben vom ersten Abschnitt abgeknobelt, gerätselt, das Tun und Lassen der Charakter analysiert und kritisiert. Es war sehr kontruktiv.
Die Geschichte ist, genau wie die drei Vorgänger sehr zugänglich und man ist beim ersten Lesen sofort in der Geschichte drin, fühlt sich wohl.
Zuträglich dazu sind die sehr sympatisch, lebendig gezeichneten Charakter um die Protagonisten: Konstantin Dühnfort, Kollegin/Freundin Gina und weiteren Teamkollegen Alois.
Auch die Geigenrestauratorin Sanne, ihr Nachbar Niklas – und vor allem der- und Altenpfleger Thorsten und Co sind super gut gelungen. Lebendig, interessant und verdächtig ;-)))

Man nimmt Teil an der Polizeiarbeit, bekommt aber noch genug ,,Futter" um selbst Verdächtigungen und Spekulationen zu überlegen, zu verwerfen, wieder aufzugreifen und doch daneben zu liegen.... denn die Autorin versteht es gekonnt Katz- und Maus mit ihren Lesern zu spielen und sie zielsicher auf die falschen Spuren zu locken ;-))
Auch versteht die Autorin es, wie nur wenig andere eine Spannung in ihre Geschichte einfließen zu lassen, die sich über das ganze 400 Seiten starke Buch hält!

Das Ende kommt mit dem ,,oh-nein-Effekt, denn man lag natürlich mit seinen Verdächtigungen daneben und hat vor lauter falsche- Spuren-Verfolgung  Scheuklappen aufgehabt und war ,,blind" für alles andere.


Es ist ein absoluter Buchtipp kann nur empfohlen werden.
Ich freue mich schon total auf Band 5

[note1]
Titel: Re:[Krimi] Inge Löhnig: Schuld währt ewig
Beitrag von: nirak in 27. November 2011, 13:22:20
Rezension

Mit ,,Schuld währt ewig" liegt jetzt der vierte Fall von Tino Dühnfort vor. Wieder gilt es einen Mord aufzuklären und das Team um Kommissar Dühnfort gibt sein Bestes.
Am Anfang der Ermittlungen steht ein Unfall. Ein Mann wurde von einem dunklen Auto scheinbar zufällig überfahren, dann taucht eine zweite Leiche in einem nahe gelegenen See auf, Zufall? Susanne lebt zurückgezogen auf einem Gutshof, ein Kind starb in ihrer Gegenwart und sie versucht mit ihrer schuldlosen Schuld zu leben. Was verbindet die Toten mit Susanne? Gibt es Zusammenhänge?
In diesem vierten Fall erlebt der Leser die Ermittlungen aus den unterschiedlichsten Perspektiven. Zum einen aus der Sicht Kommissar Dühnfort und Ginas, und zum anderen aus der Sicht von Alois. Außerdem wird noch die Geschichte von Susanne erzählt.

Die Autorin geht hier tiefer in die Charaktere der Protagonisten ein. Sie verleiht ihnen Tiefe und vermittelt so den Eindruck dass es sich um real existierende Ermittler und Menschen handelt. Sie haben Fehler und ihre Eigenarten und werden dadurch umso glaubwürdiger. Mir gefällt diese Entwicklung sehr gut.
Es treten Ermittler in den Vordergrund, die mir in den vorangegangenen  Fällen  nicht unbedingt aufgefallen sind dafür jetzt aber an Intensität gewinnen wie z.B. Alois. Er hat eine Entwicklung durchgemacht die man gut Nachverfolgen kann, auch dass hat mir gut gefallen.

Vor allem mag ich an den Romanen von Inge Löhnig, dass jeder für sich anders geschrieben ist und die Fälle sich nicht gleichen. Der Spannungsbogen ist aber immer gleich bleibend hoch. Auch wenn ich so manches Mal dachte ich hätte die Lösung, was sich hin und wieder als Irrtum herausstellte, war aber die Art der Ermittlung pure Unterhaltung.

Mein Fazit: ,,Schuld währt ewig" ist ein Krimi mit viel Spannung einer guten Portion Humor, interessanten Protagonisten und einem extrem spannenden Mordfall. Für alle die gern Krimis aus der Feder deutscher Autoren lesen kann ich die Reihe um Kommissar Dühnfort nur uneingeschränkt empfehlen.

Bewertung: [note1]
Titel: Re:[Krimi] Inge Löhnig: Schuld währt ewig
Beitrag von: Kathrin in 09. Mai 2012, 12:59:40
Meine Meinung:

,,Schuld währt ewig" ist der vierte Fall von Kommissar Tino Dühnfort und seinem Team und somit auch der vierte Roman in der Krimi-Reihe von Inge Löhnig. Und wiedermal bin ich total begeistert von diesem Buch, denn neben dem extrem spannenden Kriminalfall, lernen wir unsere Ermittler –vor allem Alois – von einer neuen Seite kennen und können uns über die Weiterentwicklung der Figuren und ihrer ganz privaten Geschichten freuen.

Ich freue mich tierisch für Gina und Tino, dass sie nun ein Paar sind, wenn auch noch nicht offiziell und vor aller Augen. Ich habe hier allerdings echt meine Bedenken, dass diese Beziehung für den Job nicht gut ist und dass Gina ggf. Tinos Team verlassen muss, was ich überhaupt nicht will, zum einen weil ich sie nicht missen will und zum anderen, weil sie richtig gute Arbeit leistet. Vor allem aber beeindruckt mich Alois extrem. Ich gebe zu, in den ersten Fällen ist er mir gar nicht so aufgefallen und auch hier fand ich ihn anfangs ziemlich grantelig und teilweise unsympathisch, aber es ist einfach großartig, wie er sich in den Fall reinkniet und schließlich zum meinem ganz persönlichen Helden des Romans wird! Gerade auch Alois Vergangenheit, seine Familie, selbst wenn er mit Evi nicht mehr zusammen ist, fand ich unglaublich schön, das hat Alois so viel runder gemacht und diesem korrekten Anzug-Träger-Image einige sympathische, natürliche und menschliche Schrammen verpasst. Das ist sowieso ein absoluter Pluspunkt der Dühnfort-Krimis, dass die Figuren immer mehr Charakter und Persönlichkeit und Hintergrund bekommen, zuerst Gina und jetzt Alois! Großartig!!! Das Schöne an den  Figuren ist, dass sie nicht nur einfach die tollen Ermittler sind, sondern auch ,,echte" Figuren bleiben und in bestimmten Situationen realistisch reagieren. Und dann dieser grandiose Schluss, Gina und Tino in den Bergen auf der Alm...boah, ich krieg jetzt noch, nach über einem halben Jahr, Gänsehaut, so schön war das. Einfach nur schön und komplett ohne Kitsch!

Und auch der Kriminalfall war wieder extrem spannend und hat mich derart gefesselt, dass ich abends einfach nicht mehr müde geworden bin und immer noch ein Kapitel und noch ein Kapitel gelesen habe. Die kurzen Kapitel sind für mich wie geschaffen, die haben mich zum Weiterlesen extrem motiviert, neben der Spannung des Buches versteht sich. Es war so spannend, ich kann jetzt nicht mit Bestimmtheit sagen, dass ich da irgendwann mal Zeit und "Muße" hatte, zu atmen. Ich war einfach nur gefangen und völlig in dem Buch drin und abgetaucht. Die Sympathien bei den fallabhängigen Figuren sind schnell verteilt und gerade meinen Hauptverdächtigen finde ich derart widerlich und unsympathisch, dass ich mit Scheuklappen rumgerannt bin und für mich niemand anderer als er als Täter in Frage kam. Das krasse Gegenteil in der Sympathieverteilung war die weibliche Hauptfigur – Sanne – sie hat es mir extrem angetan, vermutlich schon allein deshalb weil sie ihren Kater (Herrn Kater) einfach Kater sein lässt und er es ihr gedankt hat, indem er sie adoptiert hat. Dass Herr Kater allerdings zum Schluss hin der Spannung wegen geopfert wird, werde ich der Autorin nie verzeihen, trotz aller dadurch verschärften Dramatik. NEIN! Das geht einfach gar nicht!

Alles in allem war das Buch wie auch die anderen Dühnfort-Krimis ein Highlight für mich in meinem Lesejahr 2011. Es hat einfach alles gepasst, letztlich hat sogar die Zeit und herbstlich/ winterliche Stimmung der Geschichte  zur Zeit des Lesens gepasst. Mitunter liest sich ein Buch, in dem es säuisch kalt und ungemütlich ist im Hochsommer nicht so gut. Als begeisterte Leserin kann ich mir nur wünschen, dass die Autorin noch viele Ideen für die Weiterentwicklung ihrer Helden hat. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie ich nun ein Jahr ohne Tino und Co aushalten soll, wo ich doch die ersten vier Fälle innerhalb eines Jahres gelesen habe! Insofern, liebe Inge Löhnig: Bitte machen Sie so weiter, keine toten Katzen mehr und bitte, meinen sie es gut mit ihren Protas!

Bewertung:
[note1]
Titel: Aw: [Krimi] Inge Löhnig: Schuld währt ewig
Beitrag von: Esmeralda in 20. August 2024, 08:03:16
Mein Leseeindruck:
"Schuld währt ewig" ist der 4. Teil der Krimireihe um Kommissar Tino Dühnfort und konnte mich dank seiner interessanten Story, den reizvoll gestalteten Protagonisten, sowie des spannungsgeladenen, flüssigen Schreibstils restlos überzeugen.

Wie schon in den Vorgängerbänden zeigt die Autorin auch hier eine besondere Liebe zum Detail mit ihrer reizvollen Mischung aus Alltagsdingen und Ermittlungen, was die Handlung auflockert und abwechslungsreich macht.
Der Kriminalfall beinhaltet neben geschickt gelegten falschen Fährten und einigen Überraschungen auch mehrere Handlungsstränge, die miteinander verwoben am Ende ein schlüssiges Bild ergeben.
So mag ich Krimi besonders gerne!

[note 1]