[isbn]9783352008115[/isbn]
Der junge Medizinstudent Christoph Wilhelm Hufeland wird Zeuge, wie ein Kommilitone von einem Degenstoß niedergestreckt wird. Als die Leiche unter mysteriösen Umständen verschwindet, versucht er gemeinsam mit Helene, der Schwester des Toten, dieses Rätsel zu ergründen. Sie kommen einer blutigen Verschwörung auf die Spur - es geht um ein allmächtiges Heilmittel, skrupellose Menschenversuche an jungen Mädchen und die düsteren Machenschaften einer Freimaurerloge. Begleitet von Samuel Hahnemann, der seine Heilkunst der Homöopathie erst vollendet sieht, wenn er Gewissheit über eine letzte Frage gewinnt, begeben sie sich auf die Fährte einer geheimnisvollen Rezeptur, die ewiges Leben verheißt.
Rezension
Für mich war ,,Die Alchemie der Nacht" der erste Roman den ich von Heike Koschyk gelesen habe und er hat mir gut gefallen. Die Autorin erzählt von den Anfängen der Homöopathie, von einer Verschwörung und einer Liebesgeschichte. Es beginnt im Jahre 1780 und endet im Juli 1831. Die fiktive Helene Steinhäuser begegnet dem Medizinstudent Christoph Wilhelm Hufeland kurz nach dem Tod ihres Bruders. Es kommt zu einer kurzen Begegnung, erst Jahre später begegnen sie sich wieder und lernen sich kennen. Der Leser begleitet Helene durch ihr Leben.
Der bildhafte Sprachstil der Autorin gibt ihren Charakteren die Lebendigkeit und Tiefe, die es dem Leser ermöglichen in dieser Geschichte abzutauchen. So entstand schnell ein Bild der damaligen Zeit vor meinen Augen und ich konnte Helene, Hufeland und Hahnemann deutlich sehen und spüren. Aber nicht nur medizinisches wird hier erzählt, auch gibt es einen guten Krimi. Der Tod von Albert Steinhäuser, Helenes Bruder, muss aufgeklärt werden. Heike Koschyk hat diese Krimielemente logisch und spannend aufgebaut, so das ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte und immer weiter lesen musste um herauszufinden, wer mit wem und warum.
Die einzelnen Handlungstränge und Abläufe sind wunderbar aufeinander abgestimmt und finden am Schluss zusammen. So erfährt man auch einiges über die Forschungen des Christoph Wilhelm Hufeland. Ebenso wie über die ersten Versuche in der Homöopathie die Samuel Hahnemann betrieb und verbreitete. Diese Ausflüge in die Wissenschaft haben mir gut gefallen.
Ebenfalls gut gefallen hat mir hier, dass es am Ende ein ausführliches Nachwort gibt in dem die Autorin noch einmal Fiktion und Wahrheit von einander trennt. Auch gewährt sie noch einen zusätzlichen Einblick in die Anfänge der Homöopathie. Ein Glossar der fremden Begriffe ist genauso vorhanden wie ein kleiner Stadtplan Jenas. Ich liebe solches Zusatzmaterial einfach in historischen Romanen. Hier gab es einiges zu entdecken und auch ein wenig zu lernen.
Mein Fazit: ,,Die Alchemie der Nacht" ist ein hervorragend recherchierter historischer Roman, der eingebettet ist in eine fiktive Mordgeschichte. Er erzählt nicht nur das Leben des Christoph Hufeland sondern eben auch von den Anfängen der Homöopathie. Auch Samuel Hahnemann der einiges erforscht hat, hat seinen Platz in diesem Buch gefunden. Gerade weil so viele Tatsachen hier erzählt werden macht es diese Geschichte so glaubhaft. Ob es sich wirklich so zugetragen hat wie die Autorin Heike Koschyk es erzählt kann ich natürlich nicht sagen aber für mich war es einfach glaubhaft und es könnte durchaus so gewesen sein. Mir hat es gut gefallen und ich hatte einige sehr spannende Lesestunden.
Bewertung: [note2+]