| [isbn]3404160630[/isbn] | | Blut und Rüben Uwe Voehl Krimi Seiten: 352 Verlag: Bastei Lübbe Preis: 8,99 Euro
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Kurzbeschreibung:Der Engländer Oliver Dylan Dickens erbt eine Waldschänke im Teutoburger Wald, samt britischem Butler und lippischer Haushälterin - von seinem Großonkel, den er nicht gekannt hat. Der Onkel starb keines natürlichen Todes. Seine Leiche wurde am See ohne Kopf aufgefunden. Der Mord gibt allen Rätsel auf. Kurz darauf taucht die nächste enthauptete Leiche auf ... Dickens stürzt sich in die Ermittlungen und stellt nach und nach fest, dass er einer bizarren Verschwörung auf der Spur ist.
Meine Meinung:Wenn ,,Blut und Rüben" von Uwe Voehl der erste Krimi seit langer Zeit für mich gewesen wäre, dann wäre klar, dass ich so schnell keine weiteren Krimis lese, denn meinen Lesegeschmack hat der Autor damit in keiner Weise getroffen. Warum ich mich überhaupt durch das Buch durchgequält habe ist mir im Nachhinein irgendwie doch ein Rätsel. Klar ich wollte wissen, wie sich der Fall im Endeffekt auflöst, ob die Leiche tatsächlich Ludwig ist ... und ob das Buch so schlecht bleibt, wie es beginnt. Wobei, der Prolog war erst mal gar nicht so schlecht, mit der direkten Rede gleich zu Beginn kann man mich schon ganz gut einfangen. Gleich mal in die Sache reingeschmissen werden und dann der Dicke, der ein wenig minderbemittelt erscheint. Allerdings irritiert mich dann im Part, den Moritz – die Hauptfigur und unser Ermittler – erzählt, die Ich-Form. Ich hab zwar nicht mehr grundsätzlich was dagegen, aber bei manchen Büchern passt es und bei manchen nicht. Und hier finde ich es eher unpassend. Ich glaub ich mag das bei Krimis generell eher weniger.
Generell nervt mich so einiges an diesem Buch, wo ich mich auch echt frage, ob das alles wirklich sein muss und ob dem Autor nichts Kreativeres eingefallen ist: Muss Moritz z.B. Visionen und Träume von Werwölfen haben, weil das grade so hip ist? Und dann diese Minicliffhanger am Ende der Kapitel und vor allem die brutalste Vergewaltigung aller Zeiten, auch wenn ich Herr Voehl zu Gute halten muss, dass er sie nur angedeutet hat, aber wen meint er denn bitte mit so was fangen zu können? Auch der unchronologische Erzählstil – von einem Mord zum nächsten Toten, dann hin zu irgendwelchen Ausgrabungen und geschichtlichen Ereignissen und das alles innerhalb weniger Zeilen und total ohne Zusammenhang ... nee, ist leider gar nicht meins. Mitunter habe ich mich auch fragen müssen, ob ich irgendwas verpasst habe?
Ich selbst kann leider auch mit dem Schlagwort "Familienaufstellung" nichts anfange, die der Autor mit der Playmobil-Szene ins Rollen gebracht. Ob und wie so was funktioniert, da hab ich echt keine Ahnung, deshalb will ich zumindest mal diese Playmobil-Sache nicht groß bewerten oder in meine Bewertung einfließen lassen. Aber anfangen konnte ich damit auch nix. Und nur weil ich das nicht in meine Bewertung einfließen lassen will, rettet das das Buch noch lange nicht Hauptkritikpunkt ist für mich, dass die Figuren einfach viel zu flach sind. Die haben überhaupt kein Profil. Die kommen einem überhaupt nicht nahe, weder positiv noch negativ. Die sind einfach nur langweilig. Vor allem zur Hauptfigur Moritz habe ich noch so viele Fragen gehabt, die ich irgendwie nicht beantwortet bekommen habe. Außerdem ist er mir zu sehr der Superheld.
Auch wenn ich letztlich zwar verstanden habe, wie der Autor die ganzen Verbindungen versucht hat zu setzen, damit Moritz den Fall lösen kann, so finde ich trotzdem, dass das alles nicht schlüssig rüberkam. Ich fand die ganze Ermittlung durch Moritz einfach total daneben, ich konnte viele seiner Ideen oder Verdachtsmomente gar nicht nachvollziehen. Vielleicht hätten ein paar mehr Seiten dem Buch gut getan, um dem Buch mehr Struktur zu geben. Vielleicht hätten dann auch die Figuren mehr Platz gehabt um sich zu entwickeln. Aber wünscht man sich wirklich mehr Seiten in einem schlechten Buch? Ist man nicht doch eher froh, wenn es einfach nur vorbei ist? Das einzige was ich dem Autor zu Gute halten kann, ist, dass sich das Buch flott und leicht weglesen lässt. Aber Spaß macht das nicht!
Bewertung:[note5]