Buchrebellin Forum

Storica => Rezensionen => Thema gestartet von: nirak in 20. August 2012, 17:17:36

Titel: [14. Jahr] Die Henkerin - Sabine Martin
Beitrag von: nirak in 20. August 2012, 17:17:36
[isbn]9783404166329[/isbn]

Die Autoren:
Bei der Autorin Sabine Martin handelt es sich um ein Autorenpaar. Sabine Klewe und Martin Conrath. Beide Autoren schreiben normalerweise für sich allein, aber hin und wieder eben auch mal zu Zweit. Wie eben ,,Die Henkerin" und den folge Band ,,Die Tränen der Henkerin" der im nächsten Jahr erscheint.

Inhalt:
Esslingen, 1325: Als Kind muss Melisande Wilhelmis mit ansehen wie ihre Familie aufs grauenhafteste ermordet wird. Nur sie überlebt und wird von dem Henker Raimund gerettet. Fortan lebt sie bei ihm in Esslingen wo er seinem grausigen Handwerk nachgeht. Sie erlernt sein Handwerk, wobei sie sich als den Neffen des Henkers ausgibt. Aber der Schwur den sie einst ihrer Mutter gab lässt sie nicht zur Ruhe kommen. Sie versprach den Mörder ihrer Familie zu finden und zu richten. So beginnt dann auch bald eine Jagd nach dem Widersacher und ihr eigenes Leben steht mehr als nur einmal auf dem Spiel.

Meine Meinung:
Der Erzählstil von Sabine Martin ist sehr modern gehalten und dementsprechend schnell lässt sich ,,Die Henkerin" auch lesen. Auch wenn die moderne Sprache mich ein wenig gestört hat, denn die Geschichte spielt ja im 14 Jahrhundert, hat es mich dennoch gefesselt. Die Protagonistin Melisande Wilhelmis schlüpft von einer Rolle in die nächste und lässt nichts unversucht um ihren Feinden zu entkommen und zu überleben. Das Leben als Henker in dieser Zeit wird gut und glaubhaft dargestellt, allerdings auch ziemlich grausam erzählt. Die Foltermethoden der damaligen Zeit werden lebhaft geschildert und waren vielleicht ein bisschen zu viel. Auch wenn solche Szenen nun einmal zu einem Henkerroman dazugehören wäre ein bisschen weniger vielleicht besser gewesen aber dass muss natürlich jeder Leser für sich selbst entscheiden. Mir war es ein wenig zu viel.
Die meiste Zeit fühlte ich mich jedoch gut unterhalten nur den Schluss fand ich jetzt nicht so gelungen. Es ging mir dann doch alles zu schnell und zu glatt. Die eine oder andere Szene war für mich einfach nicht stimmig. Aber vielleicht klären sich einige Fragen auch noch in dem zweiten Band der im nächsten Jahr erscheinen wird.

Gut gefallen hat mir hier allerdings, dass die Autoren immer wieder die Perspektiven gewechselt haben, so dass man entweder bei Melisande war oder eben bei ihren Feinden oder auch bei lieben Menschen die ihr letztendlich geholfen haben. Auf diese Weise entgeht einem beim Lesen nichts. Der Spannungsbogen wurde dadurch dann auch gut gehalten.   

Zur Aufmachung dieses Taschenbuches auch ein paar Worte. Es gibt gleich zu Beginn eine kleine Karte um Reutlingen/Esslingen, sodass ich mich gut zu Recht finden konnte. Am Schluss gibt es ein Glossar der fremden Begriffe, aber leider gab es kein Nachwort des Autorenpaars. Also kann man als Leser davon ausgehen, dass die Geschichte um Melisande Wilhelmis rein fiktiv ist. Ich les ja immer gern noch zum Schluss ob es einen realen Hintergrund der gelesenen Geschichte gibt, Schade hätte ich auch hier gern gelesen.

Mein Fazit: ,,Die Henkerin" ist ein fiktiver historischer Roman, der sich schnell und gut lesen lässt. Allerdings ist er nichts für schwache Nerven, da die Foltermethoden doch sehr ausführlich beschrieben werden.
Ich vergebe hier 3,5 Sterne für gute Unterhaltung trotz Schwächen.

Bewertung: [note3+]