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Krimi => Rezensionen => Thema gestartet von: Kathrin in 16. November 2012, 09:15:24

Titel: Marlies Ferber: Null-Null-Siebzig - Operation Eaglehurst
Beitrag von: Kathrin in 16. November 2012, 09:15:24
[isbn]3423213450[/isbn] Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN: 3423213450
Seiten: 272
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 9,95

Inhalt:
Ex-Agent James Gerald (70) zieht vorübergehend in das Seniorenheim Eaglehurst in Hastings, um den Tod seines Freundes und Kollegen William Morat aufzuklären. Kurz nach James' Ankunft kommen zwei weitere Heimbewohner zu Tode. Bald kommt er mit Hilfe seiner früheren Kollegin Sheila Humphrey einem dunklen Geheimnis auf die Spur ...

Meine Meinung:
Der Roman ,,Null-Null-Siebzig: Operation Eaglehurst" ist der erste Roman einer neuen Krimireihe um das Ermittlerduo James Gerald und Sheila Humphrey. Die Autorin ist Marlies Ferber. Das Besondere an diesem Ermittlerduo ist das Alter, denn beide waren beim britischen Secret Intelligence Service (SIS) als Agent bzw. Mitarbeiter tätig, sind inzwischen jedoch im Ruhestand. Nichtsdestotrotz, wird bei beiden der Ermittlerinstinkt geweckt, als ihr ehemaliger Kollege William Morat im Seniorenheim Eaglehurst in Hastings überraschend verstirbt. Vor allem James glaubt nicht an einen natürlichen Tod seines Freundes und zieht deshalb vorübergehend selbst in Eaglehurst ein.

Der Titel des Romans wie auch der Vorname des Ermittlers sind nicht zufällig, denn warum sollte nicht auch ein James Bond irgendwann mal altern. Könnte nicht genau so die Zukunft des berühmtesten Agenten der Welt im Alter aussehen? Mir gefällt die Idee sehr gut, das ist mal etwas neues, zwei ältere Ermittler. Ich mochte das sehr. Ich habe das Buch regelrecht inhaliert und bin mir sicher, dass ich es an einem ruhigen und entspannten Sonntag-Nachmittag auf der Couch ruckizucki hätte auslesen können. Denn das Buch hat nicht sonderlich viele Seiten, was aber vielleicht auch mal ganz gut ist, denn so zieht es sich nicht unnötig-nervend in die Länge. Und letztlich ist nach 272 Seiten auch alles ermittelt und gesagt.

Höhepunkt des Buches sind für mich die Figuren, allem voran Sheila, die ich auf Anhieb sehr mag. Sheila war wie ein Sturm, der über einen hinfegt. Hinterher ist man erfrischt, aber irgendwie auch durcheinandergewirbelt. Muss man zu einer Figur noch mehr sagen. Besser hätte man sie nicht treffen können. Vor allem mochte ich die Kabbeleien zwischen ihr und James, wobei die Autorin an dieser Stelle auch aufpassen muss, dass sie nicht zu viel davon in ihren Romanen unterbringt, schließlich haben wir hier keine 300 Seiten zu lesen. Sie erinnert ein wenig an Miss Marple, ebenfalls kein Zufall und generell erinnert der Roman, die Art der Ermittlung an die guten alten Agatha Christie-Krimis, die ich immer wieder gerne lese.

Was den Fall an sich angeht, so waren mir gewisse deutlich gelegte falsche Fährten eigentlich zu deutlich, weshalb ich auch relativ schnell die richtige Richtung hatte, was den Mörder angeht. Aber das finde ich nicht weiter schlimm, denn letztlich hat mich die Autorin doch noch überraschen können. Schade finde ich, dass ich James nicht immer so schnell folgen kann mit seinen Theorien und wie er darauf kommt. Da mag ich es schon lieber, wenn ich die Entwicklung oder den Weg zur Aufdeckung des Falles etwas näher miterleben kann, quasi die einzelenen Schritte/ Meilensteine etwas klarer sehe. Letztlich war zwar alles in sich schlüssig, aber mir dann teilweise nicht immer nachvollziehbar, wie James und Sheila letztlich auf all ihre Schlussfolgerungen gekommen sind.

Alles in allem ein schöner Krimi im klassischen Stil, den ich allen Agatha-Christie-Fans empfehlen kann. Ich werde die Reihe sicherlich auch weiterlesen. Ein zweiter Fall soll Anfang 2013 erscheinen und mich juckt es schon wieder in den Fingern, wenn ich lese, um was es in ,,Null-Null-Siebzig: Agent an Bord" geht.

Bewertung:
[note2]