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Storica => Rezensionen => Thema gestartet von: Kathrin in 31. Mai 2013, 18:31:57

Titel: Das dreizehnte Dorf - Romain Sardou
Beitrag von: Kathrin in 31. Mai 2013, 18:31:57
[isbn]3453470176[/isbn] Heyne Verlag
ISBN: 3453470176
Seiten: 416
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 8,95

Inhalt:
rausige Morde im Winter des Jahres 1284 rufen in der Diözese Draguan im Südosten Frankreichs ein lange vergessenes Dorf in Erinnerung. Während der junge Priester Henno Guiden den rätselhaften Ort erkundet, rührt ein Mönch in Paris an den Geheimnissen einer beispiellosen Verschwörung. Ein Mittelalter-Thriller der besonders raffinierten Art!

Meine Meinung:
Mit ,,Das dreizehnte Dorf" von Romain Sardou startete ich meinen zweiten Versuch mit diesem Autor und es wird auch der letzte gewesen sein. Seinen Roman ,,Salomons Schrein" hatte ich bereits abgebrochen und auch bei diesem Buch war ich kurz davor aufzugeben. Da ich jedoch bereits das Buch davor (Die Stadt der Regenfressen) abgebrochen hatte, wollte ich mich hier zumindest bis Seite 100 durchschlagen. Und letztlich, dort angekommen, konnte ich dann auch bis Ende durchhalten, ich wollte ja schließlich wissen, wie die beiden Erzählstränge zusammenlaufen würden.

Grundsätzlich finde ich das Buch leider nicht glaubwürdig. Das fing mit einem schnell gezähmten Wolf an und ging weiter  mit einem schwerverletzten Mann, bei dem ich mir nicht vorstellen konnte, dass er seine Verletzungen bei den hygienischen Verhältnissen der damaligen Zeit und dem grausigen Wetter draußen überleben konnte. Auch das Historische hat mich nicht überzeugen können. Ich habe zwar nicht versucht, die historischen Fakten zu überprüfen, zumal ich nicht den Eindruck hatte, dass der Autor einen fundierten historischen Roman schreiben wollte, aber auch so hätte ich ihm nicht geglaubt. Für mich ist das einfach eine leicht phantastisch-mystische Geschichte, die im 13. Jahrhundert in Frankreich spielt, mehr nicht. Zunächst war ich auch wirklich froh, dass sich der mystische Hokuspokus in Grenzen hielt. Gegen den alten Glauben habe ich nichts, allerdings gegen  komische möchte-gern-mystische Träume.

Erschwerend hinzu kommt der Schreibstil, der mir leider auch gar nicht liegt. Die Gegend um das dreizehnte Dorf, das Dorf selbst und eigentlich das Buch generell sind total unplastisch beschrieben. Ich vermisste das Kopfkino schon sehr. Was ebenfalls mit dem Schreibstil zusammenhängt ist, dass mir keine der Figuren ans Herz wachsen konnte oder mich zumindest faszinieren konnte. Die Figuren ging mir auf gut deutsch gesagt am A... vorbei. Und dabei liest sich das Buch eigentlich recht flüssig, aber inhaltlich zieht es sich gewaltig in die Länge. Ich hatte mehrfach das Gefühl, dass die Erzählstränge erst auf den letzten 50 Seiten zusammen laufen würden. Mir fehlten die kleinen Puzzleteilchen, die das Gesamtwerk so nach und nach zusammensetzen, nur spannend wurde es dadurch auch nicht.

Ich habe mich wirklich mehr als einmal gefragt, warum ich das Buch eigentlich weiterlese und ich frage mich das auch jetzt, ein Jahr nachdem ich es gelesen habe nach wie vor. Wahrscheinlich war ich einfach zu neugierig auf die Auflösung der vielen Rätsel, die sich mir im Laufe des Lesens gestellt haben. Und kurz vor Schluss war es dann wieder kurz davor, dass ich das Buch doch noch in die Ecke schmeißen wollte. Das Buch wurde zum Schluss hin immer schlechter und konstruierter. Es sind zwar letztlich nahezu alle Fragen beantwortet worden, die ich mir so gestellt habe, aber gut gemacht war es halt trotzdem nicht.  Auch die Abschlachtung am Ende aller Wissenden und auch der Grund dafür fand ich unbefriedigend. Klar es gibt einen klaren Schnitt und irgendwie schafft es der Autor das Buch in sich rund abzuschließen, aber glaubwürdig und gut ist einfach was anderes. Und die blauen Feen am Ende haben dem ganzen dann noch Krone aufgesetzt.

Nee, das Buch ist wirklich nicht meins und wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich es heute nicht mehr beenden.

Bewertung:
[note4-]