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Krimi => Rezensionen => Thema gestartet von: ClaudiC in 20. Juli 2013, 06:48:19

Titel: Deborah Crombie: Wer Blut vergießt
Beitrag von: ClaudiC in 20. Juli 2013, 06:48:19
[isbn]9783442474660[/isbn]
Ein eisiger Januartag in London, eine übel zugerichtete Leiche, der Beginn einer geheimnisvollen Mordserie.

London an einem eiskalten Tag im Januar: Detective Inspector Gemma James und ihre Assistentin Detective Sergeant Melody Talbot werden zu einem Tatort gerufen: Rechtsanwalt Vincent Arnott liegt tot in einem Hotelbett – nackt und mit gefesselten Händen und Füßen. Ein Sexspiel mit tödlichem Ausgang oder ein Verbrechen? Als jedoch kurz darauf ein weiterer Anwalt auf dieselbe Weise zu Tode kommt, ist klar, dass es sich um Mord handelt. Haben es Gemma und Melody mit einem Serienmörder zu tun?


Das ist der 15. Teil der britischen Krimi-Serie um Duncan Kincaid und Gemma James. Ich muss sagen: Immer noch meine Lieblingsserie und wohl die einzige, die ich so lange verfolge.
Den Schauplatz des Verbrechens legt Crombie diesmal nach Crystal Palace, einem Stadtteil von London, der auch per Karte dem Leser näher gebracht wird. Zu Beginn der einzelnen Kapitel steht ein kurzes Vorwort mit weiteren Informationen zu Crystal Palace, der Weltausstellung und der Geschichte dieses Viertels. Es ist ja typisch für Crombie, dass sie solche kleinen Vorwörter vor ihre Kapitel setzt, aber ich lese sie meist nicht oder überfliege sie nur. Zu der Handlung tragen sie nichts bei, enthalten nicht einmal Andeutungen, worum es im Folgenden gehen könnte. Sie stellen wohl mehr ein geographisches/historisches Goodie dar, mit dem ich aber nur wenig anfangen kann. Vielleicht auch, weil ich bisher nur einmal, und das vor vielen Jahren, in London war.
Thematisch ist dieses Verbrechen in der Musikbranche angelegt. Wie im 14. Fall, wo es um Rudern ging, verschafft Crombie mir hier Einblicke in einen Bereich, in dem ich nicht firm bin. Das macht aber nichts, denn der Fall ist ungemein spannend und obwohl die Autorin zwischendurch Rückblicke in die Vergangenheit der Verdächtigen unternimmt, verrät sie nicht zu früh, wer der Täter ist. Außerdem sind einige kleine Passagen aus der Sicht des (vermeintlichen?) Täters geschrieben, was ich normalerweise nicht mag. Crombie setzt diese Erzählperspektive aber wohldosiert ein.
Auch darf der Leser wieder in Gemmas und Duncans Privatleben schnüffeln. Wie in allen anderen Bänden zuvor ist mir auch hier aufgefallen, dass die Kinder sich altersuntypisch verhalten, aber naja. Duncan und Gemma sind mir jedenfalls sehr ans Herz gewachsen.
Insgesamt also wieder ein gelungener Krimi. Und ich muss auch lobenswert erwähnen, dass er nur 440 Seiten hat. Bei Krimis, die die 500 überschreiten, ist mir das BlaBla drumrum meist zu viel - hier genau richtig! Ich freue mich auf Fall 16, auch, weil dieser Teil mit einem ordentlichen Cliffhänger bezüglich der beruflichen Laufbahn Kincaids endet.
[note2+]
LG
Claudi