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Sachbücher => Rezensionen => Thema gestartet von: wingfoot in 18. August 2013, 13:07:42

Titel: Hans-Walter Mende - Pedro, das Pilgerpferd
Beitrag von: wingfoot in 18. August 2013, 13:07:42

[isbn]3923532784[/isbn]

Broschiert: 208 Seiten
Verlag: Fölbach; September 2006
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3923532784
ISBN-13: 978-3923532780

Meine Eindrücke:

Auf der Suche nach Büchern aus tierischer Perspektive bin ich über dieses gestolpert, das aus Sicht des Pferdes einen Pilgerritt von Deutschland nach Santiago de Compostella beschreibt.

Im Gegensatz zu dem, was ich von anderen Jakobsweg-Büchern gehört habe, geht es hier nicht sehr spirituell zu, sogar das Zusammenwachsen von Mensch und Pferd liest man eher um drei Ecken herum raus, was aus Sicht des pferdigen Ich-Erzählers berichtet angenehm unsentimental ist. Insgesamt fand ich die Perspektive aber nicht sehr überzeugend; So fern man je wissen kann, was ein Tier denkt, bin ich mir an vielen Stellen sicher, dass es nicht das war, was der Autor uns hier nahebringen will. Stilistisch war es auch sonst nicht das höchste Leseerlebnis: So zwischen Reiseerzählung und Rittanleitung gefangen wird es sehr repetitiv. Mir kam es vor als würde ich von jedem Tag lesen, wann sie aufgestanden sind und was es zum Frühstück gab, dafür werden dann schwierige Wegstücke und nette Begegnungen gelegentlich in zwei, drei Sätzen abgehandelt. Da wurde viel Potential für ein gutes Buch verschenkt.

Ich muss allerdings sagen, dass ich es trotz alledem hingerissen in einem Zug verschlungen habe, weil auch das mich nicht davon abhalten konnte, mich anhand des Buches hoch zu Ross den Weg entlangzuträumen. Es war wirklich, als würde ich selber reiten, bloß ohne die Strapazen und wenn ich die Zeit und das Geld hätte und meine Maus nicht schon so alt wär, hätt mich das Buch vielleicht wirklich auf dumme (?) Ideen gebracht.

Fazit:

Wohl nur für eingefleischte Pferdefans, die selbst von langen Wanderritten träumen

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