[isbn]978-3442380015[/isbn]
Klappentext:
1759:Kurz vor Beginn des Krieges erreicht Lord John Grey Kanada, wo ihm inmitten der Schrecken die Augen für kleine Wunder geöffnet werden.
1761: Lord John Grey wird nach Jamaica entsandt, um einen Aufstand niederzuschlagen. Doch die Rebellen greifen auf die finstersten Wurzeln ihrer Kultur zurück – Voodoo!
1940: Der Armee-Flieger Jeremy MacKenzie wird in die Vergangenheit geschleudert – und begegnet dort seiner Zukunft.
1778: Der Graf von St. Germain ist überzeugt, dass Joan das Geheimnis der Unsterblichkeit besitzt. Doch sie steht unter dem Schutz ihres schottischen Cousins Michael Murray.
Mein Eindruck:
Um es gleich zu sagen – Kurzgeschichten mag ich normalerweise gar nicht, mache da aber für Bücher von Diana Gabaldon eine Ausnahme und hatte mich schon sehr auf neue Geschichten von ihr gefreut. Sprachlich ist das Buch gewohnt gut und angenehm zu lesen. Der Einstieg in die Kurzromane ist interessant gelöst – die Autorin erzählt, warum sie gerade diese ,Beule', wie sie diese kleinen Episoden am Rande der großen Highlandsaga nennt, schrieb. So gibt sie dem Leser einen kleinen Einblick in die Entstehung des Buches und das hat mir sehr gefallen.
Die erste Erzählung ist eine typische Lord John-Geschichte. Sie berichtet die Vorgeschichte zu einem LJ-Krimi. Mir brachte sie zu wenig wirklich Neues, war ein bisschen belanglos. Johns Begegnung mit dem Indianer Manoke, die einiges Potential versprach, wurde dann doch sehr kurz abgehandelt. Schade.
Die nächste Kurzgeschichte ist zwar vom Erzählfluss so ruhig wie alle ,Lord Johns', aber auf ihre Art sehr spannend. Man erfährt interessante Details über Zombies und Voodoo, bei denen die Autorin ihre Rechercheergebnisse perfekt in die Geschichte einbindet. Zudem lernt der Highlandsaga-Fan einige Orte und Figuren näher kennen, die er chronologisch später mit Jamie und Claire wiedertrifft. Eine tolle Ergänzung!
Auch die dritte Erzählung ist eine spannende ,Beule' zur Saga und man möchte am liebsten gleich einen ReRead beginnen. Die Hauptfigur Jerry MacKenzie ist ein ungeheuer sympathischer Typ – da sind die Seiten viel zu schnell gelesen und man würde gern viel mehr Zeit mit ihm verbringen.
In der letzten Geschichte sind es Michael und Joan, die jungen Verwandten von Jamie, die mich vor allem begeistert haben. Sie sind sehr sympathisch, wirken lebendig und ihre Handlungsweise nachvollziehbar.
Leider waren die übrigen Charaktere nicht so überzeugend. Mit dem Graf von St. Germain taucht ein alter Bekannter auf, der gern in der Versenkung hätte bleiben können. Mr. Raymond erscheint hier völlig anders – und deutlich unsympathischer – als man ihn aus DgZ kannte. Und Léonies Handlungsweisen sind nur schwer nachvollziehbar. Das alles hat mich sehr gestört.
Fazit:
Insgesamt war das Buch eher durchwachsen. Wirklich gestört hat mich das inflationäre Auftauchen von noch mehr Zeitreisenden, die hier durch die Szenerie geistern. Andererseits macht das Wiedersehen mit Charakteren, die man lieb gewonnen hat, immer Spaß. Die Geschichten waren spannend und auf jeden Fall eine schöne Zugabe zum Hauptwerk. Aber das ist dann doch ein bisschen wenig – von einem ,Gabaldon' erwarte ich einfach mehr, da hängt die Latte hoch. Deshalb gebe ich keine Topnote.
Note:
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