[isbn]9783426510827[/isbn]
Klappentext:
Als sie den Dachboden in ihrem Elternhaus aufräumt, macht die junge Amerikanerin Dinah einen unglaublichen Fund. Ihre Ururgroßmutter soll Anfang des 20. Jahrhunderts in England als Mörderin hingerichtet worden sein! Ihr Vater, der politische Ambitionen hat, möchte diese Entdeckung am liebsten ganz schnell wieder vergessen und Dinah daran hintern, weitere Nachforschungen anzustellen.
Gegen den Willen ihrer Eltern macht sie sich auf nach Cornwall, um das Rätsel um die Vorfahrin zu lösen und kommt einem unglaublichen Skandal auf die Spur.
Meine Meinung:
600 kurzweilige Seiten, die ich beim Lesen sehr genossen habe.
Wir steigen mit Dinah in die Geschichte ein. Sie ist ein finanziell verwöhntes aber behütetes amerikanisches Politikertöchterchen, das auf Zeitungsausschnitte aus der Vergangenheit stößt. Sie stößt auf Ungereimtheiten und zum ersten Mal in ihrem Leben, hat sie eine Aufgabe, der sie wirklich mit Eifer nachgeht: Sie will das Geheimnis ihrer Familie lüften. Davon handelt der Roman.
Dinah ist mir in den ersten Kapiteln sehr unsympathisch und ich finde ihre Verhalten auch unglaubwürdig. Das ändert sich aber, nachdem sie nach Cornwall gereist ist und - mittels Tagebuch - sogar eine Reise ins beginnende 20. Jahrhundert antritt (gedanklich. Es handelt sich hier nicht um einen Zeitreiseroman. Zum Glück).
Die Handlung spielt fortan hauptsächlich in dieser Zeit und sie war für mich als Leserin auch spannender. Wir treffen auf ein Dienstmädchen und eine Adelstochter, auf Intrigen des Personals, heimliche Liebschaften, Verwechslungen und Auflehnungen gegen den Zeitgeist. Dies alles fügt sich Schritt für Schritt zu Dinahs Vergangenheit zusammen.
Zum Ende hin lüften sich alle Schleier, die Handlung nimmt für alle Figuren ein Happy End. Hier wirkten die Zufälle für mich allerdings etwas zu arg konstruiert. Bei einer Familiengeheimnisgeschichte darf das aber wohl so sein.
Michelle Ross schafft sprachlich eine schöne Atmosphäre und mir sind gerade die kleinen Bilder aufgefallen, die zusammengenommen aber eine wunderbar englische Stimmung ausmachen, die sich in ihrer Gemütlichkeit auch in mein Wohnzimmer übertragen hat.
P.S.: Michelle Ross ist ein Pseudonym von Rebecca Michèle, die demnächst eine Leserunde zu einem ihrer Krimis hier begleiten wird. Darauf freue ich mich sehr, denn sie ist unglaublich nett!