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Storica => Rezensionen => Thema gestartet von: Kathrin in 03. August 2015, 15:56:12

Titel: Das Mädchen aus Bernau - Charlotte Lyne
Beitrag von: Kathrin in 03. August 2015, 15:56:12
[isbn]3404168798[/isbn] Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 3404168798
Seiten: 447
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 9,99

Kurzbeschreibung:
Berlin, 1320. Die junge Magda Harzer macht sich mit ihren drei Brüdern auf ins Herz der frisch befestigten Doppelstadt Cölln-Berlin, wo sie sich unverhofft inmitten des Konflikts um die Kaiserkrone wiederfindet. Die Wege der Geschwister trennen sich. Als Papst Johannes XXII. den Kirchenbann über Berlin verhängt und einer ihrer Brüder wegen Aufruhrs und Mordes verhaftet wird, muss Magda all ihren Mut zusammennehmen und um ihn kämpfen. Nur Thomas, ein junger Franziskaner-Mönch, steht ihr bei. Und auch sein Leben wird sich von Grund auf ändern...

Meine Meinung:
,,Das Mädchen uas Bernau" von Charlotte Lyne spielt im 14. Jahrhundert in der frisch befestigten Doppelstadt Cölln-Berlin, und wieder einmal bin ich hellauf begeistert.

Erzählt wird die Geschichte von Magda Harzer und ihren Brüdern, die nach dem Tod der Eltern bei ihrem Großvater aufwachsen und von ihm das Bierbrauerhandwerk erlernen. Während Magdas Brüder teilweise mit ihrem Leben und Schicksal hadern und mit persönlichen Schwierigkeiten zu kämpfen haben, entpuppt sich Magda als die geborene Nachfolgerin des Großvaters im Geschäft und stellt auch sonst den starken Charakter in der Familie dar. Und dabei hat auch sie es nicht leicht, denn sie muss u.a. miterleben, wie viele ihrer Träume – diejenigen in denen sie den Tod eines geliebten Menschen sieht – wahr werden.

Ich muss gestehen, dass ich angesichts dieser Visionen ein wenig die Stirn gerunzelt habe, da ich Visionen in hist. Romanen für gewöhnlich nicht mag. Charlotte Lyne webt diesen Aspekt jedoch sehr einfühlsam und sanft als hellsichtigen Traum in ihre Geschichte ein. Wenn Magda die Augen gerollt hätte und umgekippt wäre, dann hätte ich das Buch vermutlich nicht beendet.

Glücklicherweise drängt sich auch die Liebesgeschichte zwischen Magda und Thomas nicht allzu plump in den Vordergrund, sondern schafft es mein Herz eher unauffällig zu erobern. Und ich denke das geht nicht nur mir so. Charlotte Lyne hat in meinen Augen sowieso ein Händchen dafür, den Lesern ihre eigene Liebe zu ihren Figuren auf jeder Seite, selbst zwischen den Buchstaben, spürbar zu machen. Sie erzählt ihre Geschichten mit so viel Wärme und Herz, dass dem Leser gar nichts anderes übrig bleibt, als die Figuren zu lieben und zwar nicht nur die Hauptpersonen, sondern auch Nebenfiguren wie Diethers Freund Hans. Und dabei geht Charlotte Lyne mit ihren Figuren nicht gerade zimperlich um. Es passiert mir auch immer wieder in ihren Büchern, dass ich die Figuren am liebsten packen und durchschütteln möchte, wenn ich mal einer Handlung nicht einverstanden bin.

Vermutlich liebe ich die Bücher der Autorin gerade deshalb so sehr, weil die Figuren einfach keine klaren Helden auf dem weißen Pferd sind, sondern ihre Fehler und Schwächen haben, sich Fehlentscheidungen erlauben dürfen und sie deshalb so real erscheinen. Es tut mir z.B. in der Seele weh, wie Magda in sich zusammensackt und alle ihre Kraft, all ihren Lebensmut zu verlieren scheint.

Ich liebe das Buch, so wie ich alle Bücher von Charlotte Lyne liebe, die ich bisher gelesen habe. Allerdings weiß ich immer noch nicht, ob ich mit dem Ende nun einverstanden bin oder nicht.  Im Grundsatz kann ich die Beweggründe der Autorin für diesen Ausgang – die sie uns in einer wunderbaren Leserunde dargelegt hat – sehr gut verstehen und ich finde es auch mutig, dass sie das Ende so gestaltet hat, aber mein Herz schreit trotzdem NEIN, NEIN, NEIN, NEIN, NEIN!!! Aber auch dieses Ende – das für mich übrigens absolut endgültig ist, für viele Leser vielleicht nicht so sehr – ändert nichts daran, dass ich das Buch einfach nur liebe und jedem ans Herz legen kann, der hist. Romane, gut erzählte Geschichten und lebendige Figuren mag.

Bewertung:
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