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Unterhaltung => Rezensionen => Thema gestartet von: Kathrin in 05. August 2015, 15:25:42

Titel: Anne Gesthuysen - Wir sind doch Schwestern
Beitrag von: Kathrin in 05. August 2015, 15:25:42
[isbn]3492304311[/isbn] Autor: Anne Gesthuysen
Verlag: Piper Taschenbuch
ISBN: 3492304311
Seiten: 407
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: 9,99 Euro

Inhalt:
Gertrud wird 100. Das Geheimnis ihres langen Lebens: "Starker Kaffee ohne alles und jeden Tag um elf Uhr einen Schnaps." Mit ihren Schwestern Katty und Paula lädt sie zum großen Fest. So unterschiedlich die drei sind, haben sie doch vieles gemeinsam: Eigensinn, Humor und Temperament, das in diesen Tagen auch mal mit den alten Damen durchgeht; schließlich lauert hier auf dem Tellemannshof in jedem Winkel die Erinnerung ...

Meine Meinung:
,,Wir sind doch Schwestern" von Anne Gesthuysen erzählt die Geschichte der drei Schwestern Gertrud, Paula und Katty, die an Gertruds 100. Geburtstag wieder einmal zusammenkommen, Pläne für die Zukunft schmieden, aber auch noch einiges in der Vergangenheit miteinander zu klären und zu verarbeiten haben. Humorvoll und einfühlsam wird ihre Familiengeschichte erzählt, wie sie vermutlich mehrere Familien im letzten Jahrhundert über die Jahre hinweg erlebt haben, denn die Figuren sind Menschen wie Du und ich.

Aufmerksam wurde ich auf das Buch durch ein Interview mit der Autorin in einer der freitäglichen Talkshows in den dritten Programmen, in dem sie so herzlich, humorvoll und unterhaltsam von ihren drei Großtanten erzählt hat, wie ich sie auch als Moderatorin ,,kennengelernt" habe. Ich selbst habe das Buch meiner Mutter und meiner ältesten Schwester geschenkt und habe es dafür von meiner anderen Schwester zu Geburtstag geschenkt bekommen...jaja, so sind sie, die Familienbande :-)

100%ig begeistert bin ich allerdings nicht von dem Buch, was jedoch nicht, oder nur bedingt am Erzählstil der Autorin liegt, sondern vielleicht mehr an der Zeit, in der das Buch spielt. Bücher über den Ersten Weltkrieg und die Nachkriegszeit habe ich zwar inzwischen häufiger gelesen, aber je näher wir an die Jetzt-Zeit heranrücken, desto größer wird mein Un-Leselust – was auch schon die Zeit des Zweiten Weltkrieges beinhaltet. Es ist einfach nicht mein Beuteschema, egal wie gut oder wie schlecht das Erzähltalent des Autors/ der Autorin auch sein mag.

So hat es auch leider hier etwas gedauert, bis ich wirklich in der Geschichte der drei Schwestern angekommen bin. Vor allem die Zeitsprünge zwischen Vergangenheit und Gegenwart haben mich zu Beginn richtig gestört. Mir persönlich hat der rote Faden gefehlt und leider wirkt die Geschichte auf mich dadurch auch eher ,,nacherzählt" als ,,miterlebt". Und das macht für mich nun mal ein richtig gutes Buch aus: dass ich richtig tief in ein Buch, die Geschichte und die Figuren eintauchen kann.

Doch mit der Zeit lernte ich die verschiedenen Charaktere der drei alten Damen lieben und irgendwann merkte ich schon gar nicht mehr, wie die Seiten nur so dahinflogen. So unterschiedlich sie auch sind, so ähnlich sind sie sich doch auch in manchen Dingen. Auch ihre individuellen Lebens- und Liebesgeschichten unterscheiden sich und verknüpfen sich doch – wie es sich für Schwestern gehört – immer wieder miteinander, manchmal auf dramatische Weise.

Auch wenn ich meine Anlaufschwierigkeiten mit dem Buch hatte, so hat es mir doch unterhaltsame und abwechslungsreiche Lesestunden beschert und die ein oder andere lustige Anekdote hätte ich gerne noch gelesen.

Bewertung:
[note2]