| [isbn]3426626616[/isbn] | | Der Chirurg von Campodios Wolf Serno hist. Roman, England 16. Jahrhundert Seiten: 591 |
Inhalt:Vitus von Campodios könnte glücklich sein, denn endlich hat er in England seine Verwandten gefunden und kennt das Geheimnis seiner Herkunft. Doch dann fleht ihn sein Großonkel auf dem Totenbett an, nach seiner Enkelin Arlette zu suchen, die er zusammen mit Vitus als Erbin eingesetzt hat. Vitus liebt Arlette, seit er sie das erste Mal gesehen hat, und lässt sich nicht lange bitten. Er ahnt nicht, wie viele Klippen er umsegeln muss, bis er seine große Liebe endlich finden wird.
Meine Meinung:,,Der Chirurg von Campodios" ist der zweite Teil der ,,Wanderchirurg"-Reihe von Wolf Serno. Auch wenn ich Band 1 (Der Wanderchirurg) bereits vor etlichen Jahren gelesen habe und so gut wie keine Erinnerungen mehr an Einzelheiten habe, so bin ich doch sehr schnell wieder in dem Geschehen drin, denn innerhalb der ersten 100 Seiten werden die wichtigsten Ereignisse dem Leser zurück ins Gedächtnis gerufen.
Da das Buch bereits mehrere Jahre ungelesen in meinem Regal stand, waren meine Erwartungen an die Geschichte ehrlich gesagt nicht besonders hoch und ich war mir keinesfalls sicher, dass ich das Buch beenden würde. Ich habe auch genügend bessere historische Romane gelesen, aber der einfache, schnörkellose Schreibstil des Autors lässt sich gut und flüssig lesen und so merkte ich oft gar nicht, wie schnell die Seiten letztlich dahin geflogen sind. Die Geschichte selbst ist auch nicht besonders kompliziert. So muss man sich z.B. nicht allzu viele Namen oder Verwandtschaftsverhältnisse merken. Die Geschichte selbst ist nett und teilweise auch spannend, allerdings in vielen Teilen auch vorhersehbar, man weiß schnell wohin eine bestimmte Begebenheit führen wird. Andere Dinge teilweise etwas unrealistisch oder auch zu zufällig, und das ist schade.
Die Hauptfiguren sind alle durchweg sympathisch, aber auch zu einfach und eindimensional gestrickt. Für meinen Geschmack fehlen ihnen nicht nur ein paar Ecken und Kanten, sondern auch sonst eine gewisse Tiefe. Besonders mit der Sprache einzelner Figuren ist Wolf Serno nach meinem Geschmack etwas über das Ziel hinaus geschossen. Es ist zwar ganz nett, dass der Zwerg Enano seinen eigenen Dialekt hat und auch sprechen darf, aber es war ein bissl zu viel des Guten. Auch andere Besonderheiten (Umgangssprache, ständige Wortwiederholungen, etc.) in der Sprache der Figuren gingen mir mit der Zeit regelrecht auf die Nerven.
Auch wenn ich weiß, dass die Geschichte um Vitus und seine Freunde komplett erfunden ist und hist. Figuren – wenn überhaupt – nur am Rand auftauchen, so hätte ich mir doch ein Nachwort des Autors zum historischen Hintergrund, Wahrheit und Fiktion gewünscht oder auch eine Landkarte über die Neue Welt, in der das Buch größten Teils spielt. Solche Extras runden ein Buch für mich einfach ab und hätten mir hier gut gefallen.
Alles in allem habe ich schon mehr von dem Buch bekommen, als ich erwartet habe...allerdings habe ich halt auch sehr wenig von dem Buch erwartet. Den dritten Teil der Reihe werde ich wohl auch noch lesen, schon allein, weil ich es in meinem Regal stehen habe, aber ob ich dann noch einmal etwas von Wolf Serno lesen werde, wage ich zu bezweifeln. Da warten zu viele Bücher auf mich, von denen ich mir weit mehr erhoffe.
Bewertung:[note3-]