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Krimi => Rezensionen => Thema gestartet von: SilkeS. in 25. Mai 2007, 22:32:35

Titel: Nicolas Remin: Schnee in Venedig
Beitrag von: SilkeS. in 25. Mai 2007, 22:32:35
Nicolas Remin: Schnee in Venedig

Inhalt
Italien 1862. Venedig ist von den Habsburgern besetzt. In einer Kabine des Raddampfers von Triest nach Venedig wird ein hoher kaiserlicher Beamter ermordet aufgefunden. Neben ihm die Leiche einer nackten jungen Frau. Ein Fall für Commissario Tron, der von der jungen Kaiserin Elisabeth von Österreich bei seinen Nachforschungen tatkräftig unterstützt wird.

[isbn]3499239299[/isbn]

Der erste Teil der Reihe um Commissario Tron.

Die Reihe spielt im 18. Jahrhundert in Venedig und wie ich finde ist das mal was neues. Venedig kennt man ja bereits gut, von Commissario Brunetti mit Gondeln, leckerem Essen, Telefoni...
Doch dieser Krimi ist anders:
Gondeln kommen kaum in den Einsatz, der Commissario der hier die Hauptrolle spielt ein verarmter Conte der sehr bekannten Familie Tron und wohnt in seinem runtergekommenen Palazzo.
Finanziell hält er sich über Wasser, wenn er nicht gerade als Commissario im Einsatz ist in dem er die Zeitschrift Emporio della Poesia herausgibt.

Leider empfand ich gerade die Charakter die in diesem Krimi mitwirken nicht sonderlich lebendig. Ein paar Ansätze sind da, aber es langt in meinen Augen leider nicht um mit ihnen bekannt zu werden und ggf. Sympathien zu entwickeln.
Ausmachen tut, diesen Krimi auch noch, daß die als "Sissi" bekannte Kaiserin von Österreich einen Teil der Handung einnimmt. Es ist nach der Zeit, wo sie Franz-Josef im Stich ließ und sie wird anders, als man sie in den Filmen kennt, eher eigensinnig und forsch dargestellt, zumindest habe ich es so empfunden.

Die Kriminologische Handlung wirkt etwas konfus, da auf der einen Seite sehr viele Personen in der Vergangenheitsform, Sissi aber im Präsens geschrieben sind. Auch habe ich bald sämtliche NAmen durcheinander geworfen, so daß ich auch keinerlei Möglichkeit hatte auf eigene Faust den Täter zu entlarven, was mir einfach etwas missfallen hat.

Das Ende, wird dann etwas spaßig und das Privatleben von Commissario Tron entwickelt sich weiter, worüber man im zweiten Teil Venezianische Verlobung erfährt.

Eine Inhaltsangabe und eine Leseprobe hängen dem Band hintenan!


[note3]

Gruß SilkeS.
Titel: Re: Nicolas Remin: Schnee in Venedig
Beitrag von: ClaudiC in 22. Juni 2009, 08:21:36
Zitat von: SilkeS. in 25. Mai 2007, 22:32:35


Die Kriminologische Handlung wirkt etwas konfus, da auf der einen Seite sehr viele Personen in der Vergangenheitsform, Sissi aber im Präsens geschrieben sind.


Ich lese auch gerade dieses Buch und mir geht es ganz ähnlich wie dir, Silke. Warum denkst du hat Remin die Sisi-Passagen im Präsens geschrieben? Ich kann mir das irgendwie nicht erklären...  :detektiv:

LG
ClaudiC
Titel: Re: Nicolas Remin: Schnee in Venedig
Beitrag von: Kathrin in 22. Juni 2009, 12:06:29
Oh je, da bin ich ja gespannt, wie ich das dann empfinden werde. Normalerweise bin ich kein Freund davon, wenn der Stil/ die Erzählart so extrem wechselt. Allerdings bin ich grade auch auf die "Sissi-Passagen" gespannt. Wann ich das Buch lese, weiß ich allerdings noch nicht.

lg
kathrin
Titel: Re:Nicolas Remin: Schnee in Venedig
Beitrag von: Kathrin in 11. Juli 2010, 20:02:21
Meine Meinung:

Wirklich leicht fällt mir die Rezension zu ,,Schnee in Venedig", Commissario Trons ersten Fall – geschrieben von Nicolas Remin – leider nicht. Es ist zwar noch nicht lange her, dass ich das Buch beendet habe und grundsätzlich hatte ich auch ein gutes Gefühl bei der Lektüre, aber jetzt wenige Wochen danach kann ich mich an so gut wie gar nichts mehr erinnern, weder an den Fall, noch an den Täter. Vielleicht ist das einer gewissen Unaufmerksamkeit durch Müdigkeit zu verdanken, was sich für diesen historischen Krimi als denkbar ungünstig erwiesen hat, denn ich konnte dem Fall nicht immer gut folgen. Ob das nun ausschließlich auf meine Müdigkeit zurückzuführen ist oder ggf. auch am Stil des Autors lag, weiß ich allerdings nicht mit Sicherheit. Mitunter hatte ich jedenfalls das Gefühl, dass die Erzählweise Remins etwas unvollständig auf mich wirkte und auch unlogisch, aber so knapp, als ob nur 1 bis 2 erklärende Sätze fehlen würden.

Sehr gut gefallen hat mir das Drumherum um den Kriminalfall. Der ermittelnde Commissario Tron ist mir äußerst sympathisch und ich bin gespannt wie es mit ihm weitergeht. Denn ich habe schon vor, die Reihe weiterzulesen.

Perfekt umgesetzt war in meinen Augen Zeit und Ort: Venedig Mitte des 19. Jahrhunderts zur Zeit von Kaiser Franz-Josef und seiner Frau Elisabeth, die sich zur Zeit des Mordfalls in der Lagunenstadt aufhält und kräftig in der Lösung des Falls mitmischt. Ihre Passagen waren einfach großartig!!! Eine Kaiserin, selbstbewusst und pfiffig, die mir 1000x lieber ist als die Romy-Schneider-Sissi, so kultig diese Sissi auch sein mag. Ein 1000 Seiten dicker Roman à la Margaret Georges allerdings im Stil Nicolas Remins – nur nicht unbedingt im Präsens -  würde ich zu gerne lesen.

Den zweiten Fall von Commissario Tron werde ich auf alle Fälle auch wieder lesen, dann vielleicht auch mit einer etwas ausführlicheren Rezension.

Bewertung
[note3+]

lg
kathrin