[isbn]9783492307581[/isbn]
456 Seiten
Piper Verlag
ET: 09.11.2015
OT: What she left behind
In diesem Buch geht es in zwei unterschiedlichen Handlungssträngen um zwei junge Frauen. In der Gegenwart begegnen wir Izzy, deren Mutter vor vielen Jahren ihren Vater erschoss. Seit dem lebte Izzy in verschiedenen Pflegefamilien, ohne zu wissen, was damals geschah.
Als Izzy mit ihrer Pflegemutter in einer stillgelegten psychiatrischen Einrichtung nach interessanten Dingen für ein Museum sucht, stößt sie auf das Tagebuch von Clara, einer Insassin von Willard State. Neugierig geworden beschließt Izzy Claras Geschichte in Erfahrung zu bringen.
Was wir über Clara erfahren ist erschrecken und beklemmend. Sie wächst in der Zeit um 1930 als Tochter einer reichen Familie auf. Sie genießt ihr Leben und erschleicht sich die ein oder andere Freiheit. Doch als sie gegen ihre Eltern aufbegehrt und einen armen Mann heiraten will, lassen diese sie kurzerhand in die Psychiatrie einweisen. Claras Kampf und Leidensweg beginnt und ich war entsetzt und habe mit ihr gelitten und auch mit den anderen Schicksalsgenossinnen, die Clara in Willard State begegnen. Es ist erstaunlich wie einfach es damals war einen Menschen für immer wegsperren zu lassen.
Auch Izzys Leben ist nicht immer einfach. Sie kommt auf eine neue Schule und wird hier vom ersten Tag an gemobbt. Halt gibt ihr ihre neue Pflegefamilie. Doch die Angst diese zu enttäuschen sorgt dafür, dass Izzy ihre Ängste und Sorgen für sich behält und versucht alles alleine durchzustehen. Zudem glaubt Izzy dass ihre Mutter geisteskrank ist und hat Angst, dass das auch in ihr steckt. Das macht für sie die Besuche in der alten Psychiatrie nicht gerade einfach.
Während Izzy mit ihrer Angst kämpft, dass auch sie psychisch krank ist, erlebt Clara die Schrecken einer Einweisung am eigenen Leib, obwohl sie gesund ist.
Die Geschichte ist sehr spannend geschrieben und liest sich flott. Allerdings fand ich vor allem Claras Teil manchmal so beklemmend, dass mir das Weiterlesen nicht immer leicht gefallen ist. Zum Glück hat die Autorin die Schrecken nicht bis ins letzte Detail geschildert und manches nur vage angedeutet.
Auch bei Izzy gab es einen Moment, bei dem mir der Atem gestockt hat und ich musste unbedingt weiterlesen. Ich hätte das Buch nicht weglegen können ohne zu wissen, wie sich diese Situation
auflöst.
Das Ende ließ mich zur Ruhe kommen und auch wenn es sehr harmonisch war, ist das Buch kein Wohlfühlroman, sondern die spannende Geschichte zweier junger Frauen, die in unterschiedlichen Zeiten mit ihren Problemen kämpfen und sich nicht unterkriegen lassen.
Im Anhang gibt es Anmerkungen der Autorin zu den historischen Gegebenheiten und den Büchern auf die sie sich stützt. Außerdem beantwortet sie auf einigen Seiten Fragen zum Buch und ihrer Inspiration dazu.
[note2]
LG, Aurian