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Unterhaltung => Rezensionen => Thema gestartet von: Aurian in 28. April 2016, 21:05:49

Titel: Donna Milner - River
Beitrag von: Aurian in 28. April 2016, 21:05:49
[isbn]978-3492258746[/isbn]

398 Seiten
Piper Verlag
OT: After River

Natalie lebt mit ihrem Mann in Vancouver, als ein Anruf ihres Bruders sie erreicht. Ihre Mutter liegt im Sterben und er bittet Natalie zu kommen. Sie entschließt sich mit dem Bus nach Atwood zu fahren. Diese Reise zu ihrer Familie wird für sie eine Reise in die Vergangenheit und sie erinnert sich an ihre Kindheit bis hin zu den Ereignissen, die dazu führten, dass sie vor 34 Jahren Atwood und ihre Familie verlassen hat.

Mehr als ein Drittel des Buches handelt von Natalies Kindheit und wie sie gemeinsam mit ihren Brüdern auf einer Milchfarm aufwächst. Es ist schön von ihrer innigen Beziehung zu ihrem Bruder Boyer zu lesen, den sie abgöttisch liebt. Das Leben auf der Farm ist von harter Arbeit geprägt und doch ist deutlich spürbar wie glücklich die Familie ist.
Es ist ein ruhiger und doch wichtiger Abschnitt des Buches, denn nur durch ihn wird spürbar wer und was diese Familie war, bevor sich später durch dramatische Ereignisse alles verändert hat. Nur so versteht man, wie viel verloren gegangen ist – und wie viel Natalie zurückgelassen hat.

Mit Rivers Erscheinen auf der Farm ändert sich nach und nach einiges. Aufgrund des Covers hatte ich erwartet, dass er ein Cowboy ist und auf der Suche nach Arbeit von Farm zu Farm zieht. Er ist jedoch ein amerikanischer Student, ein Hippie, der nicht für den Vietnam-Krieg eingezogen werden will und deshalb nach Kanada geht.
Er ist ein besonderer Mensch und nicht nur Natalies Familie schließt ihn in ihr Herz, sondern auch ich als Leserin habe dies getan.

Von Anfang an wird spürbar, dass das nicht so bleibt, dass etwas passiert und danach nichts mehr so ist, wie es vorher war. Für mich war es nicht vorhersehbar, was dazu führt. Anhand dieser Geschichte macht die Autorin deutlich, was Familie bedeutet und wie schlimm es ist, wenn diese zerbricht und auf Intoleranz, Vorurteile und feige Selbstgerechtigkeit trifft.

Das Buch war ganz anders als ich erwartet hatte. Es ist eine Familiengeschichte, die sich von einer Erzählung in ein Drama verwandelt. Durch die atmosphärisch dichte und ruhige Erzählweise der Autorin werden Gefühle und Stimmung deutlich spürbar. Auch wenn für meinen Geschmack der Anfang etwas zu ruhig ist, habe ich das Buch gerne gelesen.

[note2]

LG, Aurian