[isbn]B0191Y4AK6[/isbn]
Klappentext:
Viktoria Schumann ist selbständige Innenarchitektin und ist mit Clemens seit sieben Jahren verheiratet. Er ist Statiker und arbeitet in einem renommierten Architekturbüro. Sie wohnen im Süden Berlins in einem Einfamilienhaus zur Miete. Clemens möchte kein Eigentum, da sie keine Kinder haben die es erben könnten. Vicky sieht die Sache etwas anders. Sie hätte gern ein eigenes Haus.
Als Vicky gerade ihren ersten großen Auftrag bravourös abgeschlossen hat, geht es für sie beruflich aufwärts. Privat dagegen, sieht es nicht so gut aus. Sie müssen in sechs Monaten aus ihrem Haus ausziehen. Eigentum oder nicht, das ist die große Frage. Als Clemens ein altes Haus besichtigen und fachlich begutachten soll, nimmt er Vicky mit. Als sie vor diesem Objekt stehen, geschieht mit Vicky etwas, was sie nicht genau beschreiben kann, aber Clemens in Angst und Schrecken versetzt. Sie behauptet, dass dieses Haus ihres ist, obwohl sie sich ganz sicher ist, es vorher noch nie gesehen zu haben und zudem von dessen Existenz nichts wusste. Als dann auch noch innen an einer Wand ein großes Ölgemälde hängt, auf dem ihre Mutter mit ihrer Zwillingsschwester als Kinder am Strand entlanglaufen, fühlt sie sich bestätigt. Irgendetwas muss sie mit diesem Haus verbinden, doch was? Das muss sie herausfinden
Meine Meinung:
In diesem Buch >Das geheimnisvolle Haus< stellt die Autorin, Marianne Deinert, dass Schicksal zweier Frauen ins Rampenlicht, die beide sehr jung sind, als sie ihre Familie verloren haben.
Viktoria Schuhmann lebt mit ihrem Mann Clemens in der heutigen Zeit und arbeitet als Innenarchitektin in Berlin.
Martha Ebers hat als 14 jähriges Mädchen 1927 ihre gesamte Familie verloren. Sie ist schlagartig zum Waisenkind geworden und durch das Kinderheim als Hausmädchen auf ein Gut vermittelt worden.
Während Viktoria glücklich verheiratet ist und sich von ganzem Herzen ein eigenes Haus wünscht, muss Martha als 14jährige, auf diesem Gutshof ihren Lebensunterhalt verdienen.
Viktoria begleitet ihren Mann zu einer Hausbesichtigung und spürt plötzlich eine seltsame Verbundenheit mit diesem Haus. Sie versucht nun zu ergründen, wer in diesem Haus gewohnt hat und stellt fest, dass sie mit ihrer eigenen Familien-Geschichte konfrontiert wird.
Relativ problemlos findet Viktoria die Spuren zu ihren unbekannten Verwandten. Das ging mir alles etwas zu schnell und zu einfach.
Als Leser begleitet man zunächst Viktoria bei ihren Recherchen, wobei ich mit Viktoria nicht so recht warm werden konnten. Dafür das sie eine erwachsene Frau ist, hat sie nicht diese Charakterstärke und Persönlichkeit gezeigt, die man bei einer selbständigen Innenarchitektin erwarten würde.
Daher war ich sehr angenehm überrascht, wie charakterstark und bodenständig die Autorin im zweiten Handlungsstrang, (der in der Vergangenheit spielt) die Hauptdarstellerin Martha beschrieben hat.
Während Viktoria in der heutigen Zeit furchtbar rührselig, ständig mit Tränen in den Augen beschrieben wird, bemüht Martha sich sehr diszipliniert keine Schwäche - schon gar nicht eine Träne - zu zeigen.
Dabei hätte grade Martha in der Vergangenheit allen Grund zum weinen. Die Arbeitsbedingungen für ein Hausmädchen waren furchtbar. Martha ist der gnadenlosen Schikane und Willkür des Gutsbesitzers ausgeliefert.
Jedoch gab es zu allen Zeiten im Leben junger Menschen die erste, aufregende Liebe mit den berühmten Schmetterlingen im Bauch. Auch für Martha gab es diese schöne Zeit.
Ich habe die Kapitel, die in der Vergangenheit angesiedelt waren, sehr gerne gelesen. Martha war mir sehr sympathisch und schnell ans Herz gewachsen. Mit ihr habe ich geliebt und gelitten.
Die Autorin beschreibt das damalige Leben auf einem Gutshof, welches durch harte Arbeit und wenig Freude geprägt war, sehr gut. Man merkt das Frau Deinert gründlich recherchiert hat.
Auch der Schreibstil und die Erzählweise sind sehr flüssig zu lesen. Die Bilder entstehen wie von selbst vor dem inneren Auge.
Gerne hätte ich Martha noch länger begleitet, ihr Schicksal hat mich tief berührt. Leider endet die Erzählung zu Marthas Schicksal sehr abrupt und hat mich als Leser, traurig und mit vielen unbeantworteten Fragen zurück gelassen.
Einige Charakter der Figuren, in der Vergangenheit und auch in der Gegenwart, waren mir etwas zu schlicht in "sehr lieb" oder "sehr böse", gezeichnet.
Das Ende des Buches, welches wieder in der Gegenwart bei Viktoria und Clemens angesiedelt ist, war mir auch zu Märchenhaft. Bei Viktoria war die gute Fee förmlich im Dauereinsatz. Hier hätte ich mir wirklich die eine oder andere Wendung gewünscht, die nicht ganz so Märchenhaft gewesen wäre.
[note3]
Sehr interessant. :flirt:
:winken:
Hans
Zitat von: Hans in 09. Oktober 2016, 21:02:45
Sehr interessant. :flirt:
:winken:
Hans
Danke, das freut mich.
Offenbar konnte ich mit dieser Rezi dein Interesse wecken. :-)
LG - Annette