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Storica => Rezensionen => Thema gestartet von: Destan in 14. Juni 2007, 17:58:59

Titel: Der Pfad im Schnee - Lian Hearn
Beitrag von: Destan in 14. Juni 2007, 17:58:59
Erschienen: 06.2006
Preis: 8.50 Euro
Aus der Reihe: «Carlsen Taschenbuch»
ISBN-10: 3-551-35536-3
ISBN-13: 9783551355362
Übersetzt von: Irmela Brender,
Einband: kartoniert
Sonstiges: 19 cm
Erschienen bei: Carlsen Verlag
Seitenzahl: 400
Gewicht: 438 g
Sprache(n): Deutsch


Kurzbeschreibung

Takeo, Erbe des mächtigen Otori-Clans, hat sich dem geheimnisvollen Stamm angeschlossen. Er muss dem Glauben seiner Kindheit, seinem Recht auf Reichtum, Land und Macht abschwören und seiner Liebe zu Kaede entsagen! Wenn nicht, wird der Stamm ihn töten.
Doch Takeo kann sich den strengen und grausamen Regeln des Stamms nicht beugen, zu stark ist seine Vebindung zu den Otori und zu der Frau, die er liebt. Er flieht und begibt sich mitten im eisigen Winter auf eine gefahrvolle Reise durch die Berge.
Kaede, nunmehr ein wertvolles Pfand in den Händen ruchloser Kriegsherrn, braucht all ihre Intelligenz und Schönheit, um in einer Welt voller machthungriger Männer zu bestehen. Männer, die nie erfahren dürfen, dass sie Takeos Kind trägt.


Die Autorin

Lian Hearn ist ein Pseudonym von der Autorin Gillian Rubinstein.
Sie studierte moderne Sprachen in Oxford und arbeitete in London als Filmkritikerin und Redakteurin, bevor sie sich mit ihrer Familie in Australien niederließ.
Ein lebenslanges Interesse an Japan und seiner Kultur führte dazu, dass sie Japanisch lernte und das Land unzählige Male bereiste.
In Japan selbst wurde auch dei Idee zu " DER CLAN DER OTORI " geboren.


Meinung:
Der Pfad im Schnee ist das zweite Buch der Trilogie DER CLAN DER OTORI. Obwohl die Geschichte eine Trilogie war, kamen noch zwei weitere Bände dazu.
Die geschichte fängt mit einem Vorwort an, wo die Autorin sehr knapp die Geschehnisse des ersten Bandes "Das Schwert in der Stille" nieder schreibt.
Der Pfad im Schnee wird aus der Sicht von vielen Personen erzählt. Am meisten jedoch von den Hauptfiguren Otori Takeo und Shirakawa Kaede.
Nach dem Tod Lord Shigerus, tritt Takeo dem Stamm seines verstorbenen Vaters ein.
Er schwört ihnen ewige Treue und wenn er dies bricht, ist er zum Tode verurteilt.
Kaede, ist inzwischen die Erbin der Maruyama Domänen ist und schwanger von Takeo, der sie verlassen hat.
Dieses Buch ist einer der besten Historischen Romane die ich gelesen habe. Man erfährt viel über die japanische Kultur und auch ein wenig über die Mythologie Japans.
Jedoch würde ich vorher den ersten Band lesen. Da ich es nicht gemacht habe, habe ich ein paar Schwierigkeiten gehabt, mich in die Geschichte hinein zu versetzen und die Menschen im Buch zu verstehen. Lohnt sich aber trotzdem.
Meine Note:

[note1]

Irgenwie verteile ich nur noch einsen.  :-)

LG Destan
Titel: Re: Der Pfad im Schnee - Lian Hearn
Beitrag von: Kathchen in 09. Februar 2008, 11:32:10
Ich fand das Buch, wie seinen Vorgänger sehr gelungen. Ich bin sehr gerne in die Welt von Takeo und Kaede eingetaucht.
Leider ist es schon etwas her, als ich das Buch gelesen habe und kann daher nichts mehr genaues dazu sagen, bis auf die Note 1, die es verdient hat.
[note1]
Titel: Re: Der Pfad im Schnee - Lian Hearn
Beitrag von: Aurian in 12. September 2009, 19:47:43
In diesem Buch gibt es zwei Handlungsstränge, die Geschichte um Kaede und die Erlebnisse von Takeo.

Kaede macht sich auf in ihre Heimat, mit den Bildern ihrer Kindheit im Herzen und im Kopf. Doch sie ist entsetzt als sie dort ankommt. Ihre Mutter ist tot, das Anwesen heruntergekommen und ihr Vater halb wahnsinnig. Sie stellt sich der Aufgabe und setzt sich immer mehr durch.

Takeo ist durch sein Versprechen an den Stamm gebunden und seine Unterweisung findet mit viel Brutalität statt. Immer schwerer wird es für ihn sich unterzuordnen und die Befehle des Stammes auszuführen.

Von der ersten Seite an war ich wieder in dieser tollen Atmosphäre versunken, doch diese Begeisterung ließ zum Ende des Buches nach, wo manches doch sehr überstürzt und unüberlegt auf mich gewirkt hat, um die Dramatik noch zu erhöhen.

Dieses Buch ist ein typischer Mittelteil. Es wird beschrieben wie die beiden Protagonisten sich weiterentwickeln und durch welche Erfahrungen sie geprägt werden. Dadurch bekommt vor allem Kaede noch mehr Glaubwürdigkeit und Tiefe und ihre Figur gefällt mir wesentlich besser als im ersten Teil.

Kaede muss lernen eine Domäne zu führen und Takeo seine Kräfte zu beherrschen und strategisch zu denken. Immer wieder werden diese ruhigen Abschnitte durch plötzlich aufblitzende Brutalität durchbrochen, die mich teilweise regelrecht erschreckt hat. Es wird immer deutlicher wie fremd diese Kultur mir als Leser ist. Die Altersangabe für das Buch liegt bei 12-15 Jahren. Wobei ich das Buch auf keinen Fall für 12-Jährige geeignet finde. Dafür geht es teilweise einfach zu brutal zu.

Bündnisse werden geschlossen und Feindschaften entstehen durch ungünstige Verhaltensweisen oder auch nicht anerkannte Rechtsansprüche, was wie eine große Einleitung bzw. Vorlage für den dritten Teil wirkt. Wie es aussieht wird es dort sehr kriegerisch und kämpferisch zugehen.

Sprachlich hat mich dieses Buch nicht immer so überzeugt wie der Vorgänger. Manche Dialoge wirkten etwas holprig, aber ich gehe davon aus, dass das an der Übersetzung liegt. Doch im Großen und Ganzen war das Buch wieder sehr gut zu lesen und oft hat die Autorin mit poetischen Schilderungen eine tolle Atmosphäre geschaffen.

Insgesamt hat mit "Der Pfad im Schnee" sehr gut gefallen, wenn auch nicht so gut wie der Vorgänger. Ich bin zwar neugierig geworden wie es im dritten Teil weitergeht, brauche aber erstmal eine Pause von der Geschichte.

[note2-]

LG, Aurian