Jenseits von Tot – Lucie FlebbeISBN-10: 3894255919
Seiten: 288
Zitat von: Klappentext
Das furiose Finale der Trilogie der Friedrich-Glauser-Preisträgerin
Privat läuft es für Kriminalkommissarin Eddie Beelitz. Dem beruflichen Vorankommen allerdings steht ihre Teilzeitregelung im Weg. Das ändert sich schlagartig, als auf einem alten Zechengelände eine Leiche gefunden wird und die Staatsanwältin Eddie ausdrücklich ins Ermittlerteam beruft. Nachforschungen ergeben, dass die Tote, die in der Immobilienbranche arbeitete, etliche Feinde hatte. Zudem stößt Eddie auf eine Intensivpflege-Wohngemeinschaft, in der die Mutter der Ermordeten untergebracht werden sollte. Da die Polizei dort alles andere als willkommen ist, bittet Eddie ihren Freund Jo Rheinhart alias "Zombie" um Hilfe, der den Leiter der Einrichtung kennt. Als Zombie während der Ermittlungen auf einen alten Feind trifft, holt ihn sein dunkelstes Geheimnis ein. Wird ihm seine Vergangenheit zum Verhängnis?
Tiefe Wunden brechen aufNun hat Lucie Flebbe ihren Lesern auch den letzten Teil der Jenseits Trilogie präsentiert.
Ich würde für mich persönlich sagen:
,,Dies war der kniffligste Krimi dieser Serie."
Warum das so war, kann ich hier ein wenig erklären:
Mit ihrem gewohnt flüssigen Schreibstil zieht Lucie Flebbe den Leser/in direkt in die Handlung rein.
8 Monate sind vergangen seit ich Eddie und Zombie das letzte mal getroffen habe.
Die Beiden sind somit alte Bekannte für mich, genauso wie Flo, Dana und Mütze.
Es macht sofort wieder Spaß ihnen allen zu begegnen.
Gerade als es am schönsten ist in der Handlung, kommt Eddie natürlich eine Leiche dazwischen. Ihr Vorgesetzter, Adrian Adamkowitsch, hat sich nicht verändert und so geht für Eddie das Spießruten laufen im Job weiter.
Auch wenn die Staatsanwältin Frau Römer, ihr indirekt den Rücken stärkt, so bleibt Eddies Unsicherheit bestehen.
Die tote Frau hatte mehr Feinde als Freunde und Eddie sammelt auch die kleinsten und vielleicht unwichtigsten Informationen, nur um überhaupt irgendwo eine sinnvolle Spur zu finden. Zombie hilft ihr, wo er nur kann und trotzdem ist einfach keine heiße Spur zu finden.
Mit diesem Kriminalfall hat Lucie Flebbe wirklich eine sehr vielschichtige und undurchsichtige Handlung aufgebaut. Gleichzeitig bringt die Autorin aber auch wieder etwas mehr Licht in Zombies größtes Geheimnis.
Die Gespräche die Zombie und Eddie führen sind sehr tiefgründig. Durch den ständigen Perspektiv-Wechsel, den wir Leser ja schon aus den ersten beiden Teilen kennen, durfte ich auch die Gedanken und Gefühle der beiden miterleben. In schneller Abfolge wechseln die Perspektiven und ziehen mich als Leser immer tiefer in die Gefühlswelt der beiden Hauptdarsteller. Man lacht und leidet wirklich mit Eddie und Zombie.
Wobei mir Zombies Humor sehr gut gefallen hat.
Selbstkritisch und ironisch mit einer Priese schwarzen Humor, waren seine Dialoge und Gedanken sehr treffend beschrieben.
Ich werde jetzt einen Teufel tun und etwas über die Auflösung des Mordes oder über das Ende der Geschichte sagen.
Was ich jedoch verraten kann, ist, dass die Handlung zum Nägelkauen spannend ist und der große Showdown am Ende den Leser emotional umhaut. Was Eddie ans Licht bringt zum Schluss, ist wahrscheinlich gar nicht so weit von der Realität entfernt.
Besonders was die Missstände in der Kranken- und Altenpflege betrifft, sind wir in den Büchern von Frau Flebbe immer bei den Tatsachen gewesen.
Wie immer hat Frau Flebbe ihren Figuren und der Handlung sehr viel Tiefe verliehen. Die Beschreibungen, die immer wieder einfließen, sind in keiner Weise zäh oder störend. Im Gegenteil, sie sind recht kurz verfasst und helfen dem Leser, durch eine geschickte Wortwahl, die Figuren und die Handlung zu verstehen.
Die Figuren entwickeln sich alle weiter.
Auch Eddie entwickelt sich weiter und Zombie schafft es so peu à peu immer mehr Vertrauen zu Eddie aufzubauen. Es sind für beide sehr schwierige Schritte, die sie auch sehr vorsichtig machen. Dieses Unsicherheiten und Zweifel, die Zombie und Eddie am Anfang noch begleiten, hat Frau Flebbe sehr glaubwürdig in die Handlung einfließen lassen.
Alles in Allem war dieses Buch wieder ein Lese-Highlight für mich und ich habe sehr schweren Herzens Abschied genommen von allen lieb gewonnenen Leuten in Bochum Gerthe.
[note1]