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Storica => Rezensionen => Thema gestartet von: Inge78 in 07. September 2021, 11:38:29

Titel: Tom Saller - Julius oder die Schönheit des Spiels
Beitrag von: Inge78 in 07. September 2021, 11:38:29
ZitatWimbledon, 1937. Das legendäre Daviscup-Match zwischen Deutschland und den USA. Nicht nur die Sportwelt hält den Atem an, als Julius von Berg den Ball vor tausenden von Zuschauern in den blauen Himmel wirft. Aufgewachsen auf einer Burg über dem Rhein, hat er sein Tennistalent im Berlin der zwanziger und dreißiger Jahre zur Reife gebracht; ein internationaler Star, auf dem alle Blicke ruhen. Gebannt verfolgt Julie, seine Ehefrau, das Geschehen auf dem Rasen - ebenso wie die NS-Größen in der Nachbarloge, denn es steht so viel mehr auf dem Spiel als der greifbare Sieg. Selbstbestimmung oder Mitläufertum? Ruhm oder Schande? Unten, auf dem Centre Court, trifft Julius eine folgenschwere Entscheidung ...

"Eine Hommage an Tennisbaron Gottfried von Cramm (1909–1976), berühmt für Ausstrahlung und Anstand."

Das Buch hat mir richtig gut gefallen. Ich mag Tom Sallers Erzählstil sehr, ich mochte die Geschichte an sich. Einiges wurde mir zu kurz und knackig erzählt, das Ende kam etwas abrupt. Tom Saller schafft den Spagat zwischen der Welt des Tennissports und der weltpolitischen Lage recht gut, mir fehlte aber auch da etwas Tiefe. Was daran liegen mag dass "Ich-Erzähler" Julius eben nicht viel Anderes als seinen Sport im Kopf hat. Aber dadurch kommen auch andere wichtige Themen, die im Buch nur angeschnitten werden, in meinen Augen zu kurz. Trotzdem ein Buch mit einigen Gänsehautmomenten.
Spannend ist, dass es eine historische Persönlichkeit gibt, an die die Person des fiktiven Julius von Berg angelehnt ist. Über Gottfried von Cramm hatte ich bislang quasi nichts gewusst, dank des Internets konnte man aber dort auf eine sehr interessante Spurensuche gehen.

Ein Roman der definitiv nicht nur für Sportfans lesenwert ist

[note2]