Durian Sukegawa: Kirschblüten & Rote Bohnen
224 Seiten,
Originaltitel: An
Dumont Verlag
Erscheinungstag:2017
ISBN 978-3-8321-6412-6
Inhalt
Sentaro ist gescheitert: Er ist vorbestraft, er trinkt zu viel, und sein Traum, Schriftsteller zu werden, ist unerfüllt geblieben. Stattdessen arbeitet er in einem Imbiss, der Dorayaki verkauft: Pfannkuchen, die mit einem süßen Mus aus roten Bohnen gefüllt sind. Tag für Tag steht er in dem Laden mit dem Kirschbaum vor der Tür und bestreicht lustlos Gebäck mit Fertigpaste. Bis irgendwann die alte Tokue den Laden betritt. Die weise, aber sichtlich vom Leben gezeichnete Frau kocht die beste Bohnenpaste, die man sich nur denken kann. Auch deshalb verändert die Begegnung mit ihr alles, denn Tokue lehrt Sentaro ihre Kunst. Wenig später wird Wakana, ein Mädchen aus schwierigen Verhältnissen, zur Stammkundin des Imbisses und schließt Freundschaft mit Tokue und Sentaro. Doch die Welt meint es nicht gut mit den dreien ...
›Kirschblüten und rote Bohnen‹ ist die Geschichte einer besonderen Freundschaft – melancholisch, ohne sentimental zu werden, berührend, ohne kitschig zu sein – und ein zärtlicher Roman, der uns im Glauben an die kleinen Dinge des Lebens bestärkt.
Meine Meinung
Dieses Buch habe ich nach dem eindrücklichen Tipp von Anja von den @Bookfriends4ever nochmal aus der Bibliothek entliehen. Beim ersten Entleihen hatte ich es ungelesen zurückgetragen.
Der Plot kommt mit nur 3 Hauptcharakter aus : Sentaro, Tokue und Wakana
Sentaro ist in seiner Jugend auf die schiefe Bahn geraten und hat ein paar Jahre im Gefängnis absitzen müssen. Das ist lange her, aber er fühlt sich immer noch gefangen, denn Schulden und ein Gefühl der Verpflichtung fesseln ihn an seine Arbeit als Dorayaki-Bäcker, obwohl er immer von einem Leben als Schriftsteller geträumt hat.
Die alte Tokue bewirbt sich bei Sentaro als Aushilfe, die als Bewerbung eine Schüssel mit einer sehr leckeren roten Bohnenpaste mitbringt. Da ihre zu Klauen verkrümmten Hände, evtl abschreckend für die Kundschaft wirken könnte, soll sie sich im Hintergrund halten. Tokue spricht immer freundlich, strahlt eine unglaubliche Lebensweisheit und positive Einstellung aus, und doch verbirgt sich in ihrer Vergangenheit ein tragisches Schicksal.
Die dritte im Bunde ist Schulmädchen Wakana. Sie stößt erst später dazu und wirkt ungewöhnlich ernsthaft für ihr Alter, und zuhause scheint das Geld knapp zu sein.
Es könnte alles schön sein und mit Unterstützung von Tokue, die Sentaro in die Zubereitung des Geheimnis der roten Bohnenpaste unterweist, steigt der Umsatz des Imbiss deutlich.
Das bleibt der Inhaberin, einer unsympatischen Witwe nicht verborgen, sie verbietet aber bei Anblick der verkrüppelten Hände von Tokue, ihre Weiterbeschäftigung. Der Umsatz bricht schlagartig ein und die Witwe verkauft den Laden. Sentaro steht wieder vor dem Nichts und sucht in seiner Verzweiflerung die Gesellschaft der lebensbejahenden Tokue Dieser Besuch soll alles in Sentaros Leben ändern.
Das ist im Grund genommen Handlung zusammenfasst, passiert strenggenommen nicht viel, aber es ist ein Buch , was sich beim Lesen still und heimlich ins Herz stiehlt. Melancholisch und dennoch voller wunderschöner, positiver Momente.
Ein Buch der leisen Töne. Obwohl der Autor die Geschichte ruhig und schnörkellos erzählt war der Plot sehr bewegend. Ich fand es auch sehr schön, dass einem die Asiatische Kultur nähe gebracht bekommt.
Zu guter Letzt seit gesagt, dass das Buch verfilmt wurde und derzeit auf Prime zu streamen ist.
Note 2
Mein Buch war es leider nicht. Hier meine Meinung:
Es ist immer schade, wenn man an ein Buch mit großen Erwartungen geht und dann leider enttäuscht wurde. So ging es mir leider mit ,,Kirschblüten und rote Bohnen" von Dorian Sukekawa, von dem ich schon recht viel sehr gutes gehört hatte.
Mich hat der Autor mir seiner Geschichte leider nicht abholen können, was aber hauptsächlich im Schreibstil lag und weniger am Inhalt und der Geschichte, die er erzählt. Der Schreibstil ist für mich zu ruhig und absolut ohne besonderes Erkennungsmerkmal, das mich hätte begeistern können. Auf mich wirkt seine Art Geschichten zu erzählen sehr emotionslos und zurückhaltend, fast schon nüchtern, was schade ist, weil die Geschichte schon Potential hat und wichtige Themen behandelt. Vielleicht hätten dem Buch ein paar Seiten mehr gut getan um näher an die Personen ran und in den Plot reinkommen zu können.
Letztlich ist nicht viel von dem Buch bei mir hängen geblieben, aber immerhin hat mir die Entwicklung von Sentara gut gefallen. Auch sonst gab es wirklich schöne Ideen und Szenen in der Handlung, aber andere Autor*innen hätten da vermutlich mehr rausholen können.
Es ist sicherlich kein schlechtes Buch, aber für mich alten Emotionsling einfach zu ruhig. Allein wegen der Optik würde ich es ja gerne in meinem Bücherschrank behalten, aber ich werde es in einen öffentlichen Bücherschrank stellen, denn ich bin sicher, dass es andere Leser*innen sehr gut abholen kann. Meins war es halt leider nicht.
:Box1: :Box1: :Box_halbgrau1: :Box_grau1: :Box_grau1: :Box_grau1:
Oh Ok, das klingt leider wenig begeistert
Ich hatte halt auch schon oft Gutes darüber gehört, habe aber selber öfter Probleme mit asiatischen Büchern und deshalb noch davon abgesehen, es zu kaufen, vielleicht ist das auch besser so :nixweiss1:
Ich kann es Dir gerne bei nächsten Wanderpaket mitschicken. Wenn es Dir gefallen sollte, dann behalte es und wenn nicht, schicke es weiter oder stelle es bei Euch irgendwo in einen Bücherschrank. Bei mir wird es nicht wohnen bleiben.
Ja, das würde ich gerne annehmen, danke
Gerne! Dann lege ich es gleich zu Christianes Wanderbuch dazu. Wahrscheinlich schicke ich das Paket diese Woche schon los, hab ja gerade Zeit für so was.
Dankeschön :knuddel: