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Unterhaltung => Rezensionen => Thema gestartet von: Tintagel in 22. September 2007, 19:18:47

Titel: Die erste Leiche vergisst man nicht - Volker Uhl
Beitrag von: Tintagel in 22. September 2007, 19:18:47
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[isbn]349224503X[/isbn]

Wir kennen sie alle und wir fürchten sie auch alle ein bisschen. Das größte Phänomen, das sie im übrigen wohl weltweit verbreiten, ist das sofortige schlechte Gewissen, das aufkommt, wenn man sie im Straßenverkehr ausmacht. Die Rede ist von Polizeibeamten im Dienst.

Volker Uhl, Kriminalbeamter und Konfliktberater bei der PD Ludwigsburg, ist Herausgeber des Buches Die erste Leiche vergisst man nicht – Polizisten erzählen. Er gründete die Polizei Poeten, und gab damit Polizeibeamten aus ganz Deutschland die Möglichkeit, sich ihre Erfahrungen und Erlebnisse im Dienst von der Seele zu schreiben.

Im September 2005 erschien das erste Buch der Poeten im Handel, eine Sammlung vieler Geschichten, die dem Leser einen Blick hinter die Kulissen der Polizeiarbeit bieten und auch einen Blick auf die Menschen, die hinter der Uniform stehen. Alle dieser Erzählungen haben eines gemeinsam: Sie gehen unter die Haut und berühren den Leser tief im inneren.

Einige Geschichten sind dem Leser bekannt aus den Nachrichten, andere Erlebnisse sind weniger aufregend und eher ein kleiner Blick in den Alltag. Es wird von Kindern erzählt, die in einer Wohnung zündeln, als die Eltern nicht daheim sind, und von einem mutigen Polizisten selbstlos aus der verrauchten Wohnung gerettet werden. Ein anderer Kollege erzählt, wie er eine verblutende Frau im Arm hält und mit ihr gemeinsam auf den Krankenwagen wartet. Eine alte, gebeugte Frau kommt jedes Jahr zu den Umzügen der Wies'n in München und durch einen dummen Zufall kommt sie mit einem Polizisten ins Gespräch, der fortan jedes Jahr wieder während der Umzüge auf die alte Dame wartet bis sie eines Jahres nicht mehr kommt. Wie aufregend der erste Dienst ist, wird ebenso beschrieben, wie das entsetzen, dass ein ganzes Revier befällt, als der Chef plötzlich nicht aufzufinden ist...

Dieses Buch ist ein ständiges auf und ab im Alltag der Menschen, die wir alle als unsere ,,Freunde und Helfer" kennen. Sie sind überall da, wo sie gebraucht werden, retten und schützen und riskieren immer wieder ihr eigenes Leben um vielleicht das eines anderen Menschen zu bewahren. Sie verstecken ihre Gefühle hinter ihren Uniformen, doch wenn sie abends nach Hause kommen, dann haben sie manchmal Geschichten zu erzählen, die sie nicht mehr loslassen...

Note: 1
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