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Krimi => Rezensionen => Thema gestartet von: Kathrin in 29. Oktober 2025, 08:10:57

Titel: Rebecca Gable: Rabenthron
Beitrag von: Kathrin in 29. Oktober 2025, 08:10:57
Kurzrezi:

Leider konnte mich Rebecca Gable mit ihrem neuesten historischen Roman wieder nicht wirklich erreichen. Das liegt aber vermutlich eher an mir und meinen veränderten Lesevorlieben als an ihrem können. Es ist eine spannende Epoche, von der sie berichtet und ich wollte auch immer einen Roman von ihr über Königin Emma, aber letztlich kann mich die Autorin wohl einfach nicht mehr überraschen. Ich kenne ihren Erzählstil im Prinzip in- und auswendig und weiß, wie sie ihre Figuren charakterisiert, so dass auch über die Figuren der Funke nicht zu mur überspringt. Ich weiß ehrlich gesagt nicht  ob ich den nächsten Roman von ihr, der sicherlich nicht vor 2027, eher 2028 erscheinen wird noch lesen werde.

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Titel: Aw: Rebecca Gable: Rabenthron
Beitrag von: Esmeralda in 29. Oktober 2025, 09:21:49
Ach, das ist ja wirklich schade für Dich.  :knuddel:
Das mit den veränderten Lesevorlieben habe ich bei mir auch schon beobachtet.
Titel: Aw: Rebecca Gable: Rabenthron
Beitrag von: Inge78 in 30. Oktober 2025, 08:52:58
Ja, ich denke, veränderte Lesegewohnheiten spielen da eine große Rolle
Ein Grund  auch bei mir, warum ich einige Bücher echt nicht mehr unbedingt re-readen will um mir nicht die schönen Erinnerungen zu nehmen

Und gerade bei "Lieblingsautoren" hat man ja auch eine bestimmte Erwartungshaltung und dieser dann gerecht zu werden, ist auch nicht so einfach. Man will eben wieder dieses "WOW" Gefühl
Titel: Aw: Rebecca Gable: Rabenthron
Beitrag von: sisquinanamook in 30. Oktober 2025, 12:00:08
Ich hab grad nicht soviel Zeit, aber das mit dem Lesegeschmack kann ich gut verstehen.
Das geht mir wie euch.

Ich mochte den Roman gerne lesen. Mein Kritikpunkt ist eher, dass es diesmal ein paar Hauptfiguren zu viel für mich gab und deshalb der ein oder andere Charakter ein bisschen auf der Strecke blieb, was aber der Handlung geschuldet war.
Wüsste jetzt adhoc auch nicht, wie man das hätte besser lösen können ohne noch mehr Seiten zu produzieren  :dong:
Titel: Aw: Rebecca Gable: Rabenthron
Beitrag von: Kathrin in 31. Oktober 2025, 10:27:02
Zitat von: Inge78 in 30. Oktober 2025, 08:52:58Ja, ich denke, veränderte Lesegewohnheiten spielen da eine große Rolle
Ein Grund  auch bei mir, warum ich einige Bücher echt nicht mehr unbedingt re-readen will um mir nicht die schönen Erinnerungen zu nehmen
Ja, da bin ich voll bei Dir!!! Ich "traue" mich zum Beispiel gerade nicht "Das zweite Königreich" zu re-readen ... nicht dass ich für den nächsten Schicken von 900 Seiten Zeit hätte, aber ich habe Angst, dass mein heute etwas kritischere Blick mir die schönen Erinnerungen nehmen könnte.
Titel: Aw: Rebecca Gable: Rabenthron
Beitrag von: Kathrin in 31. Oktober 2025, 10:29:33
Zitat von: sisquinanamook in 30. Oktober 2025, 12:00:08Ich hab grad nicht soviel Zeit, aber das mit dem Lesegeschmack kann ich gut verstehen.
Das geht mir wie euch.

Ich mochte den Roman gerne lesen. Mein Kritikpunkt ist eher, dass es diesmal ein paar Hauptfiguren zu viel für mich gab und deshalb der ein oder andere Charakter ein bisschen auf der Strecke blieb, was aber der Handlung geschuldet war.
Wüsste jetzt adhoc auch nicht, wie man das hätte besser lösen können ohne noch mehr Seiten zu produzieren  :dong:

Dazu melde ich mich in meinem Urlaub. Aber ja, das könnte der Grund sein, warum ich ein paar Figuren als "blass" empfunden habe. Zum Beipiel auch Emma.
Titel: Aw: Rebecca Gable: Rabenthron
Beitrag von: leseschnecke in 31. Oktober 2025, 13:20:26
Mir ging es ähnlich wie euch. Grundsätzlich ist es ein gutes Buch, reicht aber in der Qualität nicht an ihre ersten Bände heran.
Nach Palast der Meere hat das Nivea meines Erachtens nachgelassen. Die Tiefe wird nicht mehr erreicht, die Verbundenheit der Protagonisten untereinander ist nicht mehr so ausgeprägt. Ich kann nicht mehr so mitfiebern, werde nicht mehr so abgeholt. Das war bei Lächeln der Fortuna, Hiobs Brüder und Purpunrne Stadt noch ganz anders.
Ich bin ein bisschen enttäuscht, andererseits ist mir bewusst, dass das Jammern auf hohem Niveau ist.
Dem "alten" Lesegenuss weine ich trotzdem ein bisschen hinterher....
Titel: Aw: Rebecca Gable: Rabenthron
Beitrag von: Kathrin in 04. November 2025, 08:57:28
Zitat von: leseschnecke in 31. Oktober 2025, 13:20:26Mir ging es ähnlich wie euch. Grundsätzlich ist es ein gutes Buch, reicht aber in der Qualität nicht an ihre ersten Bände heran.
Nach Palast der Meere hat das Nivea meines Erachtens nachgelassen. Die Tiefe wird nicht mehr erreicht, die Verbundenheit der Protagonisten untereinander ist nicht mehr so ausgeprägt. Ich kann nicht mehr so mitfiebern, werde nicht mehr so abgeholt. Das war bei Lächeln der Fortuna, Hiobs Brüder und Purpunrne Stadt noch ganz anders.
Ich bin ein bisschen enttäuscht, andererseits ist mir bewusst, dass das Jammern auf hohem Niveau ist.
Dem "alten" Lesegenuss weine ich trotzdem ein bisschen hinterher....


Perfekt ausgedrückt. Du sprichst mir aus dem Herzen  :kuss2:
Titel: Aw: Rebecca Gable: Rabenthron
Beitrag von: Kathrin in 07. Juni 2026, 11:38:46
Und hier noch meine ausführlichere Meinung:

,,Rabenthron" – seit 25 Jahren sehne ich dieses Buch herbei: einen historischen Roman aus der Feder meiner langjährigen Lieblingsautorin Rebecca Gablé über Emma von der Normandie, Ehefrau und Mutter von jeweils zwei englischen Königen, eine der spannendsten historischen Figuren der englischen Geschichte. 25 Jahre, ein Viertel-Jahrhundert – ein langer Zeitraum, in dem ich die bisherigen 13 historischen Romane der Autorin teilweise vier bis fünfmal gelesen habe. 25 Jahre, in denen ich sicherlich an die 1000 Bücher, Romane unterschiedlichster Genre gelesen habe. Und genau diese 25 Jahre sind ,,mein Problem," denn nicht nur ich persönlich habe mich in diesem Zeitraum weiterentwickelt, auch Lesegeschmack, meine Lesevorlieben haben sich weiterentwickelt.


Nach der verstörenden, heftigen Lektüre eines Romans über eine toxische Beziehung, sollte eigentlich dieser heißersehnte Roman genau das richtige Buch zur Unterhaltung, zum Genießen, zum Abtauschen sein. Und quasi auf der ersten Seite hat sich das wohlige, heimelige Gefühl eingestellt, ein Gefühl des Nachhausekommens in eine bekannte Szenerie zu bekannten Figuren, auch wenn ich weder Emma noch auf Aelfric Eisenfaust, die fiktive Hauptfigur bislang ,,kannte."


Und genau das ist ,,mein Problem." Ich kenne den Schreibstil von Rebecca Gablé in und auswendig. Ich weiß, wie sie ihre Geschichten aufbaut und wie sie ihre Figuren anlegt. Es birgt keine Überraschung mehr für mich – das Schema der Romane ist eigentlich immer gleich und warum auch sollte Rebecca Gablé daran was ändern? Der Erfolg gibt ihr Recht und ist ihr von Herzen gegönnt. Aber mich erreicht sie damit nicht mehr. Die historischen Figuren (hier Emma, ihre Ehemänner und Kinder) faszinieren mich nicht mehr wie John of Gaunt mich fasziniert hat. Die ,,bösen" Charaktere hasse ich nicht mehr so abgrundtief wie seinerzeit Richard II und auch die Freundschaft der fiktiven Hauptfigur (hier Aelfric Eisenfaust, nicht zu verwechseln mit seinem Enkel Aelfric aus ,,Das zweite Königreich) zu wichtigen Nebenfiguren empfinde ich nicht mehr so tief wie seinerzeit bei Robin, Isaac, Leofric und Oswin.


Rebecca Gablé hat nichts anderes gemacht, als auch vor 25 Jahren schon, als ihre ersten hist. Romane erschienen sind. Sie greift auf ein bewährtes Rezept zurück, aber ich habe mich weiterentwickelt, mein Lesegeschmack hat sich in eine Richtung entwickelt, die ich nie für möglich gehalten hätte. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich ,,Rabenthron" vor 25 Jahre ähnlich sehr gefeiert hätte, wie ,,Das Lächeln der Fortuna" oder ,,Das zweite Königreich." Und es ist auch sicherlich, objektiv gesehen nicht schlechter als ihre anderen Romane. Aber 25 Jahre später, 25 Jahre älter zieht es mich zu anderen Geschichten, weshalb ich nicht weiß, ob ich in 1-2 Jahren, wenn vermutlich der nächste hist. Roman von Rebecca Gablé erscheint, noch danach greifen werde. Und dass, obwohl ich in geschichtlicher Hinsicht genau das bekommen habe, was ich mir vor 25 Jahren erträumt habe, einen hervorragend recherchierten und informativen, leicht zu lesenden und über weite Passagen kurzweiligen Roman über eine der spannendsten hist. Figuren der englischen Geschichte. Objektiv gesehen ein weiterer guter Roman von Rebecca Gablé, nur leider trifft es aktuell nicht mehr meinen persönlichen Lesegeschmack.

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