ZitatWien, 1914. Der junge Viktor entwickelt sich zielstrebig zum schwarzen Schaf seiner wohlhabenden jüdischen Familie. Nimwegen, 1994. Die Studentin Geertje hat es satt, dass sich ihre Familie noch immer für ihr Judentum schämt. Auf der Suche nach ihrer eigenen Identität will sie die Mauer des Schweigens endlich durchbrechen. Denn das Schicksal ihrer Familie ist allgegenwärtig – auch das von Viktor.
,,Ach, der Viktor, was soll ich über den sagen? Er war der schönste Mann in ganz Wien, das steht fest. Aber er hat sich wie ein Dandy gekleidet, eine Frau nach der anderen verführt, gelogen und betrogen. Dauernd kam er zu spät, und nie brachte er etwas zu Ende. Er hat gespielt und getrunken, war in allerhand illegale Geschäfte verwickelt und tat nur, wozu er Lust hatte ."
Das Buch subt schon viel zu lange und endlich habe ich es vom SUB befreit und wirklich gerne gehört. Toll gelesen von Julia Nachtmann, das Hörbuch kann ich also wirklich empfehlen.
Ich hatte am Anfang so meine Probleme mit dem Buch, vor Allem mit Viktor und auch der zweite Erzählstrang hat mich nicht packen können. Erst nach und nach sind mir sowohl Viktor als auch Geertje näher gekommen.
Das Schicksal der jüdischen Familie Rosenbaum ist tragisch, auch wenn es zum Glück einige Hoffnungsschimmer gibt. Viktor ist erst zum Augenrollen und dann zum Niederknien toll.
Auch Geertjes Recherchen fand ich gut und ich habe tatsächlich einiges dabei gelernt.
So zäh ich den Anfang fand, so sehr hat mich das Buch am Ende mitgenommen und tatsächlich sind mir dann beim letzten Musikstück (die übrigens toll ins Hörbuch eingebaut sind) dann doch ein paar Tränchen ins Auge gestiegen.
Die Autorin schafft es irgendwie eine Leichtigkeit ins Buch zu bringen, die bei dem schweren Thema überrascht. Einiges ist mit Augenzwinkern zu lesen und zu hören und ich habe wirklich auch oft geschmunzelt.
[note 2]
Danke Inge, eine tolle Empfehlung. Ich schau´ mal, ob ich es bei Spotify hören kann.
Ach ja, Viktor, das Buch legt mir Anja gefühlt bei jeder zweiten Sprachnachricht ans Herz. Ich sollte mir das endlich mal holen und vielleicht ist die Idee mit dem Hörbuch echt nicht verkehrt. Ich könnte es ja mal wieder probieren damit. Neulich bei dem "Aschamdon"-Hörbuch scheiterte es eher an der Geschichte, als an der HB-Variante.