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Krimi => Rezensionen => Thema gestartet von: Kathrin in 27. Januar 2008, 13:25:20

Titel: Fred Vargas: Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord
Beitrag von: Kathrin in 27. Januar 2008, 13:25:20
[isbn]3746615127[/isbn]Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord - Fred Vargas
Taschenbuch: 239 Seiten
Verlag: Aufbau Tb
ISBN-10: 3746615127
Preis: 7,95 Euro


Kurzbeschreibung
Auf Pariser Bürgersteigen erscheinen über Nacht mysteriöse blaue Kreidekreise, und darin stets ein verlorener oder weggeworfener Gegenstand: ein Ohrring, eine Bierdose, ein Brillenglas, ein Joghurtbecher ... Keiner hat den Zeichner je gesehen, die Presse amüsiert sich, niemand nimmt die Sache ernst. Niemand, außer dem neuen Kommissar im 5. Arrondissement, Jean-Baptiste Adamsberg. Und eines Nachts geschieht, was er befürchtet hat: es liegt ein toter Mensch im Kreidekreis.

Meine Meinung zu Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord:
Nachdem in den Foren von steffis-buecherkiste.de eine große Fred-Vargas-Euphorie herrscht, bin ich auf die Autorin äußerst neugierig geworden und wurde in 2007 mit dem ersten Buch aus der Kommissar-Adamsberg-Serie bewichtelt.

Der Einstieg ist auf den ersten Blick recht interessant: die Meeresbiologin Mathilde lernt in einem Café einen blinden, fremden Mann kennen, der ihr Interesse erweckt und ein recht interessantes, aber auch leicht skurriles Gespräch entwickelt sich. Allerdings dauert es ziemlich lange bis klar wird, was diese Begegnung mit dem eigentlichen Fall zu tun hat, zumal auch der eigentliche Fall (In den Nächten tauchen in den Straßen von Paris blaue Kreidekreise auf, mitten darin jeweils die unterschiedlichsten Gegenstände, bis eines Morgens eine erste Leiche in einem blauen Kreidekreis entdeckt wird) nur sehr langsam in die Pötte kommt. Das mag zum einen daran liegen, dass Vargas ständig zu Mathilde und dem blinden Mann springt, diese jedoch auch, genau wie Adamsberg und seine Kollegen, einen Hang zu schwafeln und philosophieren haben. Ein zweiter Grund mag darin liegen, dass Adamsberg sehr von seinem Instinkt getrieben ist und man als Leser nicht in seinen Kopf gucken kann. Dies alles hat die ersten 120 Seiten (von 239) sehr in die Länge gezogen und ich war desöfteren kurz davor, das Buch nicht zuende zu lesen.

Glücklicherweise nimmt der Fall und damit auch das Buch ab der Hälfte etwas Fahrt auf, weiltere Leichen werden gefunden, verdächtige Personen tauchen auf und so langsam bekomme ich das, was ich von einem Krimi erwarte, Spannung, Ermittlungsarbeit, ein fast sicherer Täter und dann doch die unerwartete Wende. Nur leider war mir das einfach zu spät um mich wirklich begeistert zurückzulassen. Leider ist auch der viel gerühmte Humor der Autorin viel zu selten zu spüren gewesen oder vielleicht auch einfach bei mir nicht angekommen. Die Figuren sind mir ziemlich egal, Adamsberg ist erstmal nicht wirklich spannend und faszinierend und so ergibt sich für mich nur eine 3. Allerdings finde ich bei Krimiserien gerade die Entwicklung der Ermittler sehr interessant und so hat mich das Ende, das sehr private Adamsberg-Ende des Buches doch neugierig gemacht auf seinen nächsten Fall, den ich mir irgendwann noch zulegen werde.

Bewertung:
[note3]

lg
kathrin