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Unterhaltung => Rezensionen => Thema gestartet von: Weratundrina in 08. Februar 2008, 08:36:40

Titel: [Kinderbuch] Michael Schmidt-Salomon - Wo bitte geht's zu Gott?
Beitrag von: Weratundrina in 08. Februar 2008, 08:36:40

[isbn]9783865690302[/isbn]

Nachdem es heute angekommen ist, habe ich es dann eben auch gelesen... und mal ehrlich: wenn so ein Buch verboten wird, was soll dann noch kommen?

Nach den diversen Zeitungsartikeln habe ich ja mit dem Schlimmsten gerechnet, aber nichts hat sich bewahrheitet.

Klar - das ist kein "nettes" Buch, kein Buch für Ja-Sager und ihre Eltern. Es ist frech, ehrlich und gerade heraus. Meiner Meinung nach greift es die Thematik Religion genau so auf, wie es ein Kind im entsprechenden Alter (ich sag mal von ca. 4 bis 7) tun würde, wenn es noch nicht beeinflusst worden wäre.

Ferkel und Igel wussten bisher nichts über einen Gott und sind daher erschrocken, als an ihrem Haus ein Plakat mit der Aufschrift "Wer GOTT nicht kennt, dem fehlt etwas" auftaucht, also machen sie sich auf die Suche, etwas darüber zu erfahren. --> kindliche Neugier wurde geweckt.
Sie kommen schließlich zum Tempelberg, wo eine Moschee, eine Synagoge und eine Kirche stehen. Sie schauen sich alle drei "Gotteshäuser" an und stellen den entsprechenden "Gottesdienern" naive Fragen, wie sie eben aus Unwissenheit entstehen und sie sind erschrocken und schockiert, wie alle drei Religionen mit Angst agieren.
Ich persönlich, der ich keinerlei Bezug zu einer dieser Religionen habe, finde ihre Reaktionen absolut nachvollziehbar.

Die letzte Seite ist dann Geschmackssache. Hier ist eine große Gruppe nackter Menschen zu sehen, unter ihnen die drei "Gottesdiener", um zu demonstrieren, dass es eben auch "nur Menschen" sind. Daneben steht ein Gedicht, dass man schon als etwas lästerlich bezeichnen kann. Hätte man für meinen Geschmack auch weg lassen können.
Größtenteils kritisiert das Buch also die "Gottesdiener". Und Ferkel und Igel beschließen am Ende eben für sich, dass das einzige, was ihnen fehlt, wenn sie Gott nicht kennen, die Angst ist und die vermissen sie nicht.

So ist das Buch in sich stimmig. Ihre Entscheidung ist eine logische Folge aus ihren Erfahrungen.

Mir hat es gut gefallen - ich werde es nachher mal meinen beiden Großen zum Lesen geben. Und vielleicht lese ich es auch mit dem Kleinen, wenn der Zeitpunkt günstig ist und die Problematik gerade thematisiert wird.

Wie gesagt - ich fände eine Indizierung einfach nur lächerlich, erst Recht mit den Gründen, die unsere "Familien"-Ministerin da angibt.

Ich hoffe, dass das Buch noch viele Leser findet.  :zwinker:

Übrigens sind auch die Illustrationen gut gelungen. Viele neckische Details, die nochmal für sich zum Schmunzeln anregen.

[note2+]
Titel: Re: [Kinderbuch] Michael Schmidt-Salomon - Wo bitte geht's zu Gott?
Beitrag von: Weratundrina in 08. Februar 2008, 08:37:48
Wieder kein Bildchen dabei...  :heul: