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Fantasy => Rezensionen => Thema gestartet von: Kathrin am 30. Dezember 2008, 09:34:35

Titel: Markus Heitz - Die Rache der Zwerge
Beitrag von: Kathrin am 30. Dezember 2008, 09:34:35
[isbn]3492701140 [/isbn]   Die Rache der Zwerge
Markus Heitz   
Fantasy
Seiten: 638
Verlag: Piper

Kurzbeschreibung:
Markus Heitz hat den Zwergen ein unverwechselbares Gesicht gegeben. Nach mehr als einer Viertelmillion verkaufter Romane um Tungdil und seine Gefährten zieht der tapfere kleine Held erneut aus, um gegen die Feinde des Geborgenen Lands anzutreten. Diesmal machen ihm die gefährlichsten Wesen des Heitzschen Universums zu schaffen: üble Halbkreaturen, teils Albae, teils Orks, die sich mit todbringenden Maschinen umgeben und mordend durch das Zwergenreich streifen. Als dann noch der versteinerte Magus Lot-Ionan gestohlen wird, weiß Tungdil, daß sich ein furchtbares Unheil nähert. Erneut muß er zur Doppelaxt greifen, um sein Land zu retten … Mit diesem rasanten Zwergen-Thriller hält Markus Heitz seine Leser ein weiteres Mal in Atem.

Meine Meinung:
Ach, ja, Ihr glaubt ja gar nicht, wie dankbar ich Markus Heitz für seine wunderbaren Zwerge bin, die mich erneut, wie schon im letzten Jahr, aus einer einsetzenden Leseflaute, bedingt durch einen wirklich nervtötenden hist. Roman, den ich dann auch nicht beendet habe, herausgerissen haben. Es ist da wohl wirklich das beste Mittel für mich, das Genre zu wechseln, wenn so eine Situation auftaucht, denn umgekehrt hilft ein richtig guter historischer Roman auch immer wieder gegen eine einsetzende Fantasy-Flaute.

Wie bereits in den ersten beiden Bänden, konnte ich sehr schnell in die Welt der Zwerge eintauchen und habe mich dort, trotz des Chaos und Schrecknisse, die passieren, wieder sehr wohlgefühlt. Auf den ersten 120 Seiten konnte ich sowohl laut lachen als auch laut weinen. Weinen musste ich, weil mich Tungdils Schicksal, was ihm nach Ende von Band 2 wiederfahren ist total geschockt hat und er mir unendlich leidgetan hat. Tungdil hat mich generell sehr überrascht. Er hat im Vergleich eindeutig an Profil gewonnen, ist nicht mehr der durch und durch gute Zwergen-Held, sondern hat ein paar Ecken und Kanten hinzubekommen, mit denen bzw. seinem Verhalten ich zwar nicht immer einverstanden bin, aber für die Figur Tungdil finde ich es klasse und von mir aus hätte sich sein Freund Ingrimmsch mit dem „Wachrütteln“ von Tungdil ruhig noch ein wenig Zeit lassen können, denn ich finde diesen neuen Tungdil wesentlich interessanter als den alten.

Mit Ingrimmschs eigener Wandlung bin ich nicht ganz so zufrieden. Er ist mir zu sehr zu seinem Zwillingsbruder geworden und mir war halt der wutschnaubende, unkontrollierte Ingrimmsch immer lieber als Boendal. Allerdings liebe ich sein Verhalten seiner Schülerin Goda oder auch den gehassten Elben gegenüber, da blitzt der alte Ingrimmsch wieder auf und da kann ich wirklich kaum genug von kriegen. Aber diesen alten Hass zwischen Zwergen und Elben finde ich eh klasse :-)

Im Gegensatz zu Band 1 der Zwerge-Reihe fällt mir allerdings auf, dass die Zwerge für mich nicht mehr die alleinige Hauptrolle spielen. Fand ich die Schauspielertruppe um Rodario doch schon in Teil 2 recht amüsant, könnte ich mich hier in Band 3 gerade über den unglaublichen Rodario einfach nur noch wegschmeißen. Zwischenzeitlich wollte ich schon gar nicht mehr zu Ingrimmsch und Tundgil zurückkehren, weil ich mich so königlich mit Rodario amüsiert habe.

Die extreme Abmetzelei hat mich auch diesmal wieder ein wenig gestört, auch wenn ich mich darauf einstellen konnte, weil Markus Heitz nun mal so schreibt, wie er schreibt. Er kann wirklich extrem witzig sein, aber eben auch extrem brutal, was mir dann manchmal doch einfach zu viel ist. Auch die aktuellen Bösen in Band 3 sind mir ein wenig extrem geraten. Ich hätte nix gegen Kämpfe zwischen Zwergen und „Schweineschnauzen“ (Orks) gehabt, aber diese komische Mischung aus Maschine und Alb-Ork-Bastarden war mir einfach zu viel des Guten. Da sind mir „wirkliche“ Kreaturen dann doch lieber als diese künstlichen Mischwesen, die sich der Autor da diesmal ausgedacht hat.

Etwas enttäuscht war ich übrigens vom neuen König der Freien, der ja ein Verwandter von meinem geliebten Bavragor sein soll, nur irgendwie hat da die Verwandtschaft nicht ganz so durchgeschlagen wie ich mir das erhofft hatte. Ich vermisse den alten Säufer nach wie vor, den mir Markus Heitz in Band 1 viel zu früh genommen hat :-(

Alles in allem ist dies wieder ein wirklich gutes Buch, dass grundsätzlich das gehalten hat, was ich mir davon versprochen habe und ich freue mich schon auf Band 4, auch wenn danach ja nun angeblich wirklich Schluss sein wird mit den Zwergen. Nichtsdestotrotz fand ich „Die Rachte der Zwerge“ den schlechtesten Teil der Reihe.

Bewertung


Lg
Kathrin