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Anspruchsvolles & Klassiker => Shakespeare & Company => Thema gestartet von: Mobi am 25. August 2014, 01:57:13

Titel: Bhagavad Gita
Beitrag von: Mobi am 25. August 2014, 01:57:13
Hallo zusammen,

so nachdem mich die Christiane gebeten hat, mehr über die Vorträge zur Bhagavad Gita zu erzählen, machen wir das doch mal hier und sind nicht offtopic...

Also normalerweise wird in so einem Vortrag ein Vers besprochen, der dann auch erst vorgelesen wird (auf Sanskrit und auf einer Sprache, die man versteht  :->).
Dann kommt die Erläuterung und eben, was auch immer der Vortragende dazu kommentieren möchte.

Gestern und heute ging es um die Verse 12.15+16, wo Krishna die Qualitäten von Devotees (Geweihten Krishnas) beschreibt.
Ich weiß jetzt nicht, ob das für den Anfang so ein interessantes Thema ist. Der Vortragende hat heute auch gemeint (es waren einige Neue da), dass man ja eigentlich erstmal diskutieren müsste, ob Krishna überhaupt existiert... Aber dass wir das als Diskussionsgrundlage mal zumindest hypothetisch annehmen.  :->

Hast du irgendwelche Fragen, Christiane? Oder welche Themen interessieren dich?

LG, Mobi
Titel: Re: Bhagavad Gita
Beitrag von: Christiane am 25. August 2014, 02:03:04
Hallo Mobi,

schön, dass Du hier mehr von Deine Vorträgen berichten magst!

Fragen, - hab ich Fragen?  Ja!
Was stellt man sich unter einem Devotee Krishnas vor? Und gibt es Krishna wirklich oder ist er nur eine Projektion, um mit dme Leben im Alltag besser zurecht zu kommen? (o.k., damit weich ich von der gegebenen Hypothese gleich schon mal ab  :nixweiss1: :->).

und dann geh ich jetzt erstmal schlafen.

LG,
Christiane
Titel: Re: Bhagavad Gita
Beitrag von: Mobi am 25. August 2014, 02:03:51
Wenn ihr mal reinlesen wollt, hier ist sie auch online erhältlich (allerdings auf Englisch):

http://vedabase.com/en

Ich hätte auch noch ein PDF (das dann auch auf Deutsch). Kann ich euch gerne schicken, wenn ihr mir eure Email gebt. Weiß nicht, ob das auf dem Kindle oder Ähnlichem auch geht. Sonst halt am Computer (auch wenn ich das überhaupt nicht gerne mache).
Titel: Re: Bhagavad Gita
Beitrag von: Mobi am 25. August 2014, 02:24:21
Fragen, - hab ich Fragen?  Ja!

Ok, her damit!  :->

Was stellt man sich unter einem Devotee Krishnas vor?

Das ist jemand, der sein Leben Krishna geweiht hat. Die deutsche Entsprechung wäre Gottgeweihter.
Das kann unterschiedlich aussehen, manche sind Mönche und wohnen im Tempel, andere haben Job und Familie. Ist also weniger eine Frage von äußeren Dingen, sondern eine Sache des Bewusstseins. Der gemeinsame Nenner sind die Praxis und ähnliche Werte.

Und gibt es Krishna wirklich oder ist er nur eine Projektion, um mit dme Leben im Alltag besser zurecht zu kommen? (o.k., damit weich ich von der gegebenen Hypothese gleich schon mal ab  :nixweiss1: :->).

Hehe, genau. Das ist auch eigentlich die erste Frage, die geklärt werden muss, denn wenn Krishna nur eine Projektion wäre, dann wäre die Bhagavad Gita nur ein x-beliebiges Buch.
Krishna wird in der Brahma-samhita so beschrieben: "Kṛṣṇa, den man als Govinda kennt, ist der höchste Herr. Er besitzt einen ewigen, glückseligen, spirituellen Körper. Er ist die Ursache aller Ursachen. Er selbst hat keine andere Ursache."
Er ist also das, was wir im Allgemeinen als Gott bezeichnen. Dass er allwissend ist, macht die Bhagavad Gita zu einem ganz besonderen Buch. Denn es ist eben nicht die Projektion von irgendjemand oder etwas, das sich jemand ausgedacht hat, sondern wirkliches echtes Wissen.
Die Bhagavad Gita wird auch mit einer Gebrauchsanleitung für das Leben verglichen, erklärt also, was wir damit anstellen sollen.

und dann geh ich jetzt erstmal schlafen.

Genau, erstmal genug für heute. Vielleicht kann ich jetzt auch schlafen... das hat vorhin nicht so geklappt.
Aber sonst hätte sich unsere nette Unterhaltung ja nicht ergeben und das sogar außerhalb unserer Lesenacht (und diesmal wirklich nachts!  :->).

Bis bald!
LG, Mobi
Titel: Re: Bhagavad Gita
Beitrag von: Hans am 25. August 2014, 23:08:15

Und gibt es Krishna wirklich oder ist er nur eine Projektion, um mit dme Leben im Alltag besser zurecht zu kommen? (o.k., damit weich ich von der gegebenen Hypothese gleich schon mal ab  :nixweiss1: :->).

Hehe, genau. Das ist auch eigentlich die erste Frage, die geklärt werden muss, denn wenn Krishna nur eine Projektion wäre, dann wäre die Bhagavad Gita nur ein x-beliebiges Buch.
Krishna wird in der Brahma-samhita so beschrieben: "Kṛṣṇa, den man als Govinda kennt, ist der höchste Herr. Er besitzt einen ewigen, glückseligen, spirituellen Körper. Er ist die Ursache aller Ursachen. Er selbst hat keine andere Ursache."
Er ist also das, was wir im Allgemeinen als Gott bezeichnen. Dass er allwissend ist, macht die Bhagavad Gita zu einem ganz besonderen Buch. Denn es ist eben nicht die Projektion von irgendjemand oder etwas, das sich jemand ausgedacht hat, sondern wirkliches echtes Wissen.

Ach diese Beschreibung von Krishna ist ja hervorragend. Genauso beschreibt sich auch der Abrahamitische Gott, also jener, zu dem Juden, Christen und Moslems beten. Ja, das ist für mich alles der gleiche Gott, was u.a. daran liegt, das in den heiligen Schriften teilweise identische Geschichtsabschnitte stehen und sie sich alle auch auf den Stammvater Abraham beziehen. - Deshalb auch "Abrahamitische Religionen".

Die Bhagavad Gita wird auch mit einer Gebrauchsanleitung für das Leben verglichen, erklärt also, was wir damit anstellen sollen. 

Interessant. Das ist schon wieder eine Gemeinsamkeit, denn genauso sehen es die anderen Schriften ja auch, wobei ich da im wesentlichen aber nur von der Bibel reden kann. Aber ich denke, wenn wir hier weiter diskutieren, finden wir noch ein paar Gemeinsamkeiten, aber sicher auch einige Unterschiede.

:winken:
Hans
Titel: Re: Bhagavad Gita
Beitrag von: Mobi am 26. August 2014, 14:31:55
Hallo Hans,

Ach diese Beschreibung von Krishna ist ja hervorragend. Genauso beschreibt sich auch der Abrahamitische Gott, also jener, zu dem Juden, Christen und Moslems beten. Ja, das ist für mich alles der gleiche Gott, was u.a. daran liegt, das in den heiligen Schriften teilweise identische Geschichtsabschnitte stehen und sie sich alle auch auf den Stammvater Abraham beziehen. - Deshalb auch "Abrahamitische Religionen".

Ja, Gott ist einer, aber er kann verschiedene Formen und Namen haben. Zum Beispiel wurde Buddha im Srimad Bhagavatam (ca. 5000 Jahre alt) als Inkarnation Krishnas angekündigt.
Weil manche das nicht sehen, gibt es dann manchmal Schwierigkeiten zwischen den religiösen Gruppen. Das ist das Schöne an der vedischen Philosophie, sie ist inklusiv. Und plötzlich machen alle Puzzleteile, mit denen man sich bisher beschäftigt hat, Sinn.
Es gibt einen lustigen Vergleich, nämlich dass ein Hund sein Herrchen erkennt, egal ob der gerade einen Anzug trägt oder zuhause im Jogginganzug auf der Couch liegt. Genauso sollten wir Gott auch erkennen, egal ob er anders ausschaut, anders verehrt wird oder einen anderen Namen hat.

Interessant. Das ist schon wieder eine Gemeinsamkeit, denn genauso sehen es die anderen Schriften ja auch, wobei ich da im wesentlichen aber nur von der Bibel reden kann. Aber ich denke, wenn wir hier weiter diskutieren, finden wir noch ein paar Gemeinsamkeiten, aber sicher auch einige Unterschiede.

Ja, die Prinzipien sind die gleichen, die Details können je nach Zeit, Ort und Umständen variieren. Aber das widerspricht den Prinzipien nicht, denn ein Prinzip kann ja unterschiedlich angewendet werden.
Wenn dich der Zusammenhang zwischen der Bhagavad Gita und der Bibel interessiert, kann ich dir folgende Videos empfehlen:

https://www.youtube.com/playlist?list=PL79614594B230FEF7

Kannst dich ja mal durchklicken, da sind einige über das ursprüngliche Christentum im Vergleich mit dem Vaisnavismus (Verehrung Visnus/Krishnas) und andere allgemeine Sachen dabei.

LG, Mobi
Titel: Re: Bhagavad Gita
Beitrag von: Hans am 26. August 2014, 18:41:03
Hi Mobi,

Ja, Gott ist einer, aber er kann verschiedene Formen und Namen haben.
Das sehe ich ja fast genau so. Aber ich würde eher sagen, dass er unter verschiedenen Namen auftritt, und die Form der Verehrung sich unterscheidet.

Ja, die Prinzipien sind die gleichen, die Details können je nach Zeit, Ort und Umständen variieren. Aber das widerspricht den Prinzipien nicht, denn ein Prinzip kann ja unterschiedlich angewendet werden.
Wenn das mal alle kapieren würden, dann wäre die Welt sicherlich friedlicher, als sie es zur Zeit ist. Aber das Problem ist halt, sobald es darum geht, Macht auszuüben, fangen einige an, am Rad zu drehen, indem sie sich selbst für einen Gott oder dessen "Vollstrecker" halten...  :wah:

Wenn dich der Zusammenhang zwischen der Bhagavad Gita und der Bibel interessiert, kann ich dir folgende Videos empfehlen:
https://www.youtube.com/playlist?list=PL79614594B230FEF7

Kannst dich ja mal durchklicken, da sind einige über das ursprüngliche Christentum im Vergleich mit dem Vaisnavismus (Verehrung Visnus/Krishnas) und andere allgemeine Sachen dabei.
Danke für den Hinweis. Aber mit YouTube hab ich es jetzt nicht soo sehr. Hast Du vielleicht auch noch ein empfehlenswertes Buch dazu im Angebot?  :flirt:

:winken:
Hans
Titel: Re: Bhagavad Gita
Beitrag von: Mobi am 27. August 2014, 12:24:32
Hallo Hans,

Das sehe ich ja fast genau so. Aber ich würde eher sagen, dass er unter verschiedenen Namen auftritt, und die Form der Verehrung sich unterscheidet.

Ja, das stimmt, er kann aber auch durchaus verschiedene Formen annehmen. (Da war doch was mit allmächtig, oder?  :->)

Wenn das mal alle kapieren würden, dann wäre die Welt sicherlich friedlicher, als sie es zur Zeit ist.

Ja, philosophisches Wissen nützt nicht "nur" dem Individuum, sondern dient auch dem Allgemeinwohl. Einer von vielen Gründen, warum ich das gerne unterrichten würde...

Aber das Problem ist halt, sobald es darum geht, Macht auszuüben, fangen einige an, am Rad zu drehen, indem sie sich selbst für einen Gott oder dessen "Vollstrecker" halten...  :wah:

Oh, da sprichst du die wohl verbreitetste (und verheerendste) falsche Vorstellung an, die es gibt. Es gibt unzählige Lehrer, die sowas auch verbreiten, nämlich dass man durch eine bestimmte Praxis (die man natürlich nur von ihnen lernen kann und teuer bezahlen muss ^^) Gott werden kann/mit Gott eins werden kann.
Und das Tückische ist, dass es recht logisch erscheinen kann (weil es auch so halb wahr ist) und natürlich dem falschen Ego ordentlich schmeichelt. Sowas glaubt man dann natürlich besonders gern.
Sri Caitanya Mahaprabhu hat gelehrt, dass die individuelle Seele wie Gott ist (nämlich qualitativ) und gleichzeitig verschieden (quantitativ). Wir sind also wie ein Tropfen Meerwasser: Qualitativ gleich wie das Meer (nämlich salzig  :->), aber quantitativ besteht ein gewaltiger Unterschied.

Danke für den Hinweis. Aber mit YouTube hab ich es jetzt nicht soo sehr. Hast Du vielleicht auch noch ein empfehlenswertes Buch dazu im Angebot?  :flirt:

Oh ok, wusste ich nicht. Aber klar, wir sind hier ja schließlich in einem Bücherforum...  :dong:
Dann würde ich dir "Die Schönheit des Selbst" empfehlen, gibt's bei Amazon nur noch gebraucht zu kaufen. Oder bei den sonstigen Verdächtigen (die du ja sicher kennst). Falls du keins ergattern kannst, könnte ich es dir auch im Tempel kaufen und zuschicken. Das können wir auch gerne in einer LR lesen (auch wenn du nicht so der LR-Typ zu sein scheinst, hab dich "drüben" glaub ich noch kaum gelesen...)

LG, Mobi
Titel: Re: Bhagavad Gita
Beitrag von: Hans am 28. August 2014, 01:58:38
Hi Mobi,

Ja, das stimmt, er kann aber auch durchaus verschiedene Formen annehmen. (Da war doch was mit allmächtig, oder?  :->)
Ja stimmt. Aber da hat er auch seine Leute dafür...  :->

Ja, philosophisches Wissen nützt nicht "nur" dem Individuum, sondern dient auch dem Allgemeinwohl. Einer von vielen Gründen, warum ich das gerne unterrichten würde...
Ah ja. Ich glaube, so langsam steige ich dahinter, wohin der Hase laufen soll. 

Oh, da sprichst du die wohl verbreitetste (und verheerendste) falsche Vorstellung an, die es gibt. Es gibt unzählige Lehrer, die sowas auch verbreiten, nämlich dass man durch eine bestimmte Praxis (die man natürlich nur von ihnen lernen kann und teuer bezahlen muss ^^) Gott werden kann/mit Gott eins werden kann.
Wobei es ja nicht mal sein muss "Gott" zu werden, man kann ja auch für jede Menge anderen Unsinn sehr viel Geld ausgeben.

Und das Tückische ist, dass es recht logisch erscheinen kann (weil es auch so halb wahr ist) und natürlich dem falschen Ego ordentlich schmeichelt. Sowas glaubt man dann natürlich besonders gern.
Vor allem, wenn man sonst keine Perspektiven für sein Leben sieht, und einem dadurch scheinbar ein Sinn gegeben wird, den man sonst nicht findet.

Sri Caitanya Mahaprabhu hat gelehrt, dass die individuelle Seele wie Gott ist (nämlich qualitativ) und gleichzeitig verschieden (quantitativ). Wir sind also wie ein Tropfen Meerwasser: Qualitativ gleich wie das Meer (nämlich salzig  :->), aber quantitativ besteht ein gewaltiger Unterschied.
Interessanter Vergleich. In der Bibel gibt es so einen Vergleich mit einem Sandkorn in der Wüste, wenn ich mich nicht irre. Wenn ich mich doch irre, dann hab ich ihn hiermit in die Welt gesetzt.  :->

wir sind hier ja schließlich in einem Bücherforum...  :dong:
Genau.  :->
Ansonsten danke für den Tip, aber wie schon gesagt, im Moment steht das nicht sehr hoch auf meiner ToDo-Liste.

(auch wenn du nicht so der LR-Typ zu sein scheinst, hab dich "drüben" glaub ich noch kaum gelesen...)
Wahrscheinlich gar nicht, denn ich bin da nicht angemeldet. Oder falls ich mich doch mal für ein oder zwei Beiträge angemeldet habe, dann hab ich es inzwischen wieder vergessen. Müsstest dort also mal in der Mitgliederliste gucken, ob Du mich dort findest.  :elch:

:winken:
Hans
Titel: Re: Bhagavad Gita
Beitrag von: Mobi am 28. August 2014, 12:58:41
Hallo Hans,

Ja stimmt. Aber da hat er auch seine Leute dafür...  :->

Ja, das auch. Mal so, mal so...

Ah ja. Ich glaube, so langsam steige ich dahinter, wohin der Hase laufen soll. 

Ja, ich spiele schon länger mit dem Gedanken, in der Yogaszene zu unterrichten (halt keine Asanas/Yogaübungen, sondern Philosophie). Dann wäre auch mein Lehramtsstudium nicht so ganz nutzlos gewesen, wenn es mich doch noch zum Unterrichten verschlägt...

Vor allem, wenn man sonst keine Perspektiven für sein Leben sieht, und einem dadurch scheinbar ein Sinn gegeben wird, den man sonst nicht findet.

Stimmt, das ist bei vielen sicherlich der Fall und kommt noch dazu...

Interessanter Vergleich. In der Bibel gibt es so einen Vergleich mit einem Sandkorn in der Wüste, wenn ich mich nicht irre. Wenn ich mich doch irre, dann hab ich ihn hiermit in die Welt gesetzt.  :->

Ah ok, ja die Parallelen sind echt interessant. Der Sand war dort vielleicht allgegenwärtiger...  :->

Wahrscheinlich gar nicht, denn ich bin da nicht angemeldet. Oder falls ich mich doch mal für ein oder zwei Beiträge angemeldet habe, dann hab ich es inzwischen wieder vergessen. Müsstest dort also mal in der Mitgliederliste gucken, ob Du mich dort findest.  :elch:

Hm, also ich habe dich drüben nicht gefunden... kein Wunder, dass ich mich nicht daran erinnern konnte, dich drüben gelesen zu haben!  :->

LG, Mobi
Titel: Re: Bhagavad Gita
Beitrag von: Hans am 29. August 2014, 02:15:40
Hi Mobi,

Ich hab die weiteren Kommentare mal in den anderen Thread neben an (http://www.steffis-buecherkiste.de/bkf/index.php?topic=2245.msg47191#msg47191) gepackt, um nicht länger zwei Unterhaltungen parallel zu führen.  :flirt:

:winken:
Hans
Titel: Re: Bhagavad Gita
Beitrag von: Mobi am 29. August 2014, 11:39:26
Hallo Hans,

ich habe jetzt hier gepostet, weil wir uns von deiner Ursprungsfrage in dem anderen Thread doch schon ziemlich entfernt haben.

Interessant! - Was steht denn da? - Jedenfalls so ungefähr?

Dass es auf anderen Planeten Leben gibt und man eben einen entsprechenden Körper braucht, um dort leben zu können (z.B. einen Körper aus Feuer für die Sonne). Einen neuen Körper erhält man je nachdem woran man zum Zeitpunkt des Todes denkt.
Es gibt auch ein ganzes System an Opfern und Feuerzeremonien (karma-khanda genannt), die dazu dienen, zu höheren Planeten aufzusteigen. Dort gibt es bessere Lebensbedingungen/mehr Genuss, was rein materiell gesehen von Vorteil ist, spirituell gesehen wird aber der Kreislauf von Geburt und Tod damit nicht beendet, insofern kein wirklicher Gewinn.
Prabhupad hat auch ein Buch über dieses Thema geschrieben (zu seiner Zeit war die Mondlandung ja hochaktuell): Easy Journey to other Planets. Ich weiß gerade nicht, ob das übersetzt worden ist.

Deckt sich das denn im kleineren Zusammenhang mit den Erkenntnissen der westlichen Medizin?

Hm, also die Systeme sind grundverschieden, während die westliche Medizin größtenteils symptombezogen arbeitet, wird im Ayurveda immer nach der eigentlichen Ursache gesucht. Insofern ist es echt schwierig, das zu vergleichen.
Die westliche Medizin kommt so langsam auch auf so Sachen wie ernährungsbedingte Krankheiten (im Ayurveda wird die Ernährung außerdem zur Therapie eingesetzt).
Das eigentliche Problem, das ich in der westlichen Medizin sehe, ist dass man eine Krankheit behandelt (und vielleicht kuriert) und gleichzeitig durch die Medikamente neue Probleme schafft. Z.B. wirken Medikamente meistens sauer auf den Körper (und die meisten Leute sind sowieso übersäuert), was dann zu weiteren Krankheiten führt.

Und einer der Blogger dort setzt sich regelmässig auch mal mit Esotherik auseinander um zu zeigen, dass das (in seinen Augen jedenfalls) alles Unfug ist. In vielen Fällen geb ich ihm da sogar Recht.

Dazu eine interessante Geschichte: Eine Freundin hat mir von einem Wissenschaftlerpaar erzählt, die belegen wollten, dass die vedische Astrologie Humbug ist. Dazu mussten sie sich natürlich näher damit beschäftigen und anstatt andere Leute davon zu überzeugen, dass es Quatsch ist, haben sie im Laufe ihrer Studie gemerkt, dass es wirklich Sinn macht.  :->

Aber das Problem ist halt, wie bei Atheisten üblich, dass die auch die religiösen und philosophischen Inhalte diverser fernöstlicher Lehren ebenfalls für Humbug halten und deshalb nicht zwischen wirklich religiösen Inhalten und tatsächlichem Humbug trennen. Selbst wenn sie es könn(t)en, wollen sie es meisstens nicht.

Tja und soviel Humbug wie eben rumschwirrt, ist es natürlich ein Leichtes, sich davon zu überzeugen, dass das alles Quatsch ist... Speziell wenn man das vorher schon beschlossen hat und das sich dann erfüllt.
Um zwischen Humbug und Wahrheit unterscheiden zu können, muss man das wirkliche Wissen erstmal gelernt haben. Dann ist das relativ einfach.

Wow! - Interessant ist ja, dass Du hier zwischen Astronomie und Astrologie trennst. Ist diese Trennung so auch in den Schriften vorhanden?

Nun ja, ich denke schon, allerdings kenne ich darüber keine Originalschriften. Und es hängt natürlich zusammen... Um ein Horoskop zu berechnen, muss man wissen, wo die Planeten zum Geburtszeitpunkt standen und dafür braucht man astronomische Kenntnisse. Die vedische Wissenschaft heißt Jyotish, fallst du mal googeln möchtest.
Der Grund, warum Astrologie im Westen so verrufen ist, ist dass die Berechnungsgrundlage nicht mehr stimmt. Der Fehler wirkt sich so stark aus, dass das Sternzeichen bei vielen Leuten verschoben ist (in das vorhergehende).
Ich habe auch nicht wirklich daran "geglaubt"... bis ich das erste Mal bei einem vedischen Astrologen war!  :-)

Es gibt ja auch das Phänomen, das manche Menschen ihren Körper zeitweilig verlassen können um woanders hin zu gehen und später wieder in ihren Körper zurück kehren können. Dieses Phänomen der ausserkörperlichen Erfahrungen wird in ähnlicher Form auch oft bei den sogenannten Nahtoderlebnissen beschrieben.

Körper und Seele sind verschieden; wir sind die Seele und nicht der Körper. Bei solchen Erfahrungen verlässt die Seele (zusammen mit dem feinstofflichen Körper) den Körper. Und wenn der Zeitpunkt des Todes noch nicht gekommen ist, kann sie dorthin normalerweise auch zurückkehren.

Wobei noch festzuhalten wäre, dass sie auch auf dieser Grundlage erst mal ausgewählt werden sollten. Aber da steht ja zur Zeit eine weltweit verbreitete Irrlehre dagegen, die das erfolgreich verhindert.  :meckern:

Worauf genau beziehst du dich da?

Okay, da unterscheiden sich die Auffassungen dann doch mal wieder voneinander.

Ehrlich gesagt, hört sich das für mich eher nach diesem New Age Zeug an, was im Grunde einfach erfunden ist und halt ganz nett klingt (solange man nicht etwas gründlicher darüber nachdenkt).

Ich denke mal, nutzlos war das Studium sowieso nicht, auch wenn Du jetzt nicht als Lehrerin arbeitest. Immerhin hast Du es abgeschlossen.

Nun, allein die Tatsache, dass ich es abgeschlossen habe (und einen Wisch daheim habe), bringt mir im Moment herzlich wenig...  :->

Wichtig ist doch letztlich, dass Du mit dem was Du tust, zufrieden bist und dabei das Gefühl hast, den Menschen, etwas beizubringen, dass ihnen nützt.

Ja, genau deswegen möchte ich Philosphie unterrichten, weil einem das viel mehr nützt.

Wenn Du damit einen Beitrag dazu leistest, das aus dieser Welt einmal eine bessere Welt wird, wo die 7 Todsünden (http://de.wikipedia.org/wiki/Tods%C3%BCnde#Abgrenzung_vom_Laster), bzw. diese und andere Laster niemanden mehr verführen, dann tust Du doch das Richtige. Und das sogar aus der höheren Warte des Jenseits betrachtet; - jedenfalls sehe ich das so.   :angel:

Ja, es wäre toll, wenn ich das eines Tages machen könnte. Im Moment ist das leider noch nicht der Fall. Aber dann hätte sich natürlich auch das Studium gelohnt, wie du schon festgestellt hast. Im Moment macht sich das noch nicht bezahlt, aber hinterher ist man ja immer schlauer.  :->

Interessant ist übrigens dein Link zu den Todsünden (oder den Charaktereigenschaften, die zu solchen führen). So eine Aufzählung gibt's in der vedischen Philosophie auch, allerdings in anderer Reihenfolge (nämlich in der Reihenfolge ihrer Entstehung, also das Erste ist die Ursache des Zweiten usw.):
kama - Lust, krodha - Wut/Zorn, lobha - Gier, moha - Illusion, mada - Stolz, matsarya - Neid.

Sodala, das war's erstmal...

LG, Mobi
Titel: Re: Bhagavad Gita
Beitrag von: Mobi am 29. August 2014, 11:41:34
PS: Wo ist eigentlich Christiane abgeblieben? Durch sie sind wir ja erst zu diesem Thread gekommen...  :->
Titel: Re: Bhagavad Gita
Beitrag von: Christiane am 29. August 2014, 12:29:21
Christiane hat sich so ein bisschen ausgeklinkt - ich les noch mir schreib aber grad nichts mehr dazu. Das hat zwei Gründe: zum einen geht Ihr in Bereiche von denen ich zu wenig handfestes Wissen hab (zum Teil ist es zu lang her, dass ich mich damit beschäftigt hab, zum Teil hab ich da einfach nur so ein 'fundiertes Halbwissen'  :zwinker:), bin aber in vielen Punkten deutlich eher der westlichen Wissenschaft zugeneigt. Und ich hab derzeit nicht die Muße, mich da genügend reinzuhängen um was sinnvolles beizutragen.
Damit kommen wir zu Grund zwei: Zeitmangel. Hier ist heute Großwaschtag,... weil die Kinder aus der einen Freizeit heimkommen und übermorgen in die nächste gehen. Zudem hab Töchterchen morgen noch schnell Geburtstag. Und ich hab derzeit die Katze einer Freundin in meiner Obhut. Trixi ist schon 18 und seit einigen Tagen frißt sie kaum noch. Ich hoffe, dass sie den morgigen Abend noch erlebt, wenn meine Freundin wieder heimkommt. Aber ich bin derzeit x mal am Tag drei Häuser weiter bei der Katze, um sie in ihren letzten Tagen nicht so viel allein zu lassen und um auch sicher zu sein, dass sie nicht leiden muss. Da ist es einfach nicht mit 2x am Tag Futter und Wasser hinstellen getan.

:winken: Christiane
Titel: Re: Bhagavad Gita
Beitrag von: Mobi am 29. August 2014, 19:04:08
Hallo Christiane,

ich les noch mir schreib aber grad nichts mehr dazu.

Alles klar! Dann hoffe ich, dass du es schaffst, Katze und Kinder gut zu versorgen...  :flirt:
Und sobald sich der Zeitmangel gelegt hast, kannst du ja auch gerne eigene Themen einbringen (wir hatten's da ja u.a. über die Frauenrolle).

Also dann mach's erstmal gut und bis bald!
LG, Mobi
Titel: Re: Bhagavad Gita
Beitrag von: Hans am 30. August 2014, 02:30:42
Hi Mobi,

ich habe jetzt hier gepostet, weil wir uns von deiner Ursprungsfrage in dem anderen Thread doch schon ziemlich entfernt haben.
Also wenn Du das speziell auf die Frage nach der Unsterblichkeit der Seele beziehst, dann wahrscheinlich. Aber die war nur der Aufhänger, weil ich damit gerade ein spezielles Problem hatte. Ich hab bei der Threadüberschrift eher an alle Inhalte der Bücher gedacht, die man dort dann Diskutieren kann, weshalb sie auch so allgemein ist.
Dieser Forumsbereich dient ja auch dazu, über sämtliche Dinge zu diskutieren, die einem zu den Klassikern so einfallen. Also deren Inhalte und was man sonst noch dazu anzumerken hat.

Dass es auf anderen Planeten Leben gibt und man eben einen entsprechenden Körper braucht, um dort leben zu können (z.B. einen Körper aus Feuer für die Sonne). Einen neuen Körper erhält man je nachdem woran man zum Zeitpunkt des Todes denkt.
Das klingt interessant. Das muss dann für die Sonne aber auch schon ein besonderes Feuer sein, aus dem der Körper dann besteht, weil das Brennen der Sonne ja auch ein spezielles Feuer ist, dass man so auf der Erde noch nicht nachmachen kann. Man weis zwar theoretisch, was es ist und wie es geht. Das kann man auch schön am Computer simulieren, aber so ein Feuer praktisch anzünden, klappt bisher noch nicht. Ach ja, das Feuer nennt sich Kernfusion (http://de.wikipedia.org/wiki/Kernfusion), bzw. Astronomen sprechen dabei von "Fusionsbrennen".

Es gibt auch ein ganzes System an Opfern und Feuerzeremonien (karma-khanda genannt), die dazu dienen, zu höheren Planeten aufzusteigen. Dort gibt es bessere Lebensbedingungen/mehr Genuss, was rein materiell gesehen von Vorteil ist, spirituell gesehen wird aber der Kreislauf von Geburt und Tod damit nicht beendet, insofern kein wirklicher Gewinn.
So wie Du es hier beschreibst, wohl erstmal nicht. Wäre die Frage, wie die Sache aus jenseitiger Perspektive aussieht? Denn von dort sieht man die Dinge anders, klarer, weil einem einige Beschränkungen der Wahrnehmung nicht mehr auferlegt sind, die das irdische Leben so mit sich bringt. Und es fehlt der Doppelgänger, ein sogenannter gefallener Engel, der vereinfacht ausgedrückt der Antagonist des Schutzengels ist, und der dem Menschen, den er begleitet, permanent diversen Unfug einredet. Mal mehr mal weniger erfolgreich. Der begleitet einem aber nur im Diesseits, ist im Jenseits also nicht mehr da und kann einen also auch keinen Unsinn mehr erzählen.

Hm, also die Systeme sind grundverschieden, während die westliche Medizin größtenteils symptombezogen arbeitet, wird im Ayurveda immer nach der eigentlichen Ursache gesucht. ...
Das eigentliche Problem, das ich in der westlichen Medizin sehe, ist dass man eine Krankheit behandelt (und vielleicht kuriert) und gleichzeitig durch die Medikamente neue Probleme schafft. Z.B. wirken Medikamente meistens sauer auf den Körper (und die meisten Leute sind sowieso übersäuert), was dann zu weiteren Krankheiten führt.
Das Problem das man oft nur an Symptomen herum doktert, aber die eigentliche Ursache nicht behebt, wird ja vereinzelt schon erkannt. Aber bis wir dahin kommen, das man immer auch wirklich der Ursache auf den Grund geht, wird noch viel Wasser durch den Rhein fliessen (alternativ durch die Isar oder den Ganges  :-> )

Dazu eine interessante Geschichte: Eine Freundin hat mir von einem Wissenschaftlerpaar erzählt, die belegen wollten, dass die vedische Astrologie Humbug ist. Dazu mussten sie sich natürlich näher damit beschäftigen und anstatt andere Leute davon zu überzeugen, dass es Quatsch ist, haben sie im Laufe ihrer Studie gemerkt, dass es wirklich Sinn macht.  :->
Na dass sollte man dann mal beim Herrn Freistetter (http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/) erzählen...  - da weht einem sofort schärfster Wind entgegen.  :wah:

Tja und soviel Humbug wie eben rumschwirrt, ist es natürlich ein Leichtes, sich davon zu überzeugen, dass das alles Quatsch ist... Speziell wenn man das vorher schon beschlossen hat und das sich dann erfüllt.
Das ist natürlich noch mal 'ne andere Sache. - Aber um das zu merken, muss man auch erst mal die eigenen Vorurteile überwinden und das können (oder wollen) einige nicht.

Wow! - Interessant ist ja, dass Du hier zwischen Astronomie und Astrologie trennst. Ist diese Trennung so auch in den Schriften vorhanden?

[...]
Der Grund, warum Astrologie im Westen so verrufen ist, ist dass die Berechnungsgrundlage nicht mehr stimmt. Der Fehler wirkt sich so stark aus, dass das Sternzeichen bei vielen Leuten verschoben ist (in das vorhergehende).
Das ist völlig richtig, aber ein Punkt, den westliche Astrologen meisstens völlig ignorieren. Dazu kommt noch, dass die Sternzeichen bzw. die entsprechenden Sternbilder unterschiedlich breit sind und nicht wie die Astrologen es sich definieren, genau 30° breit. Es gibt noch einen weiteren Fehler, aber um den zu verstehen, sind dann schon wieder Astronomiekenntnisse erforderlich, die ich nicht als allgemein bekannt erwarten kann. Stichwort: Präzession (http://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4zession).


Körper und Seele sind verschieden; wir sind die Seele und nicht der Körper.
Sehe ich auch so.

Bei solchen Erfahrungen verlässt die Seele (zusammen mit dem feinstofflichen Körper) den Körper. Und wenn der Zeitpunkt des Todes noch nicht gekommen ist, kann sie dorthin normalerweise auch zurückkehren.
dito.

Wobei noch festzuhalten wäre, dass sie auch auf dieser Grundlage erst mal ausgewählt werden sollten. Aber da steht ja zur Zeit eine weltweit verbreitete Irrlehre dagegen, die das erfolgreich verhindert.  :meckern:

Worauf genau beziehst du dich da?
Bei der Irrlehre? - Auf die Ideologie, die heutzutage im allgemeinen als Neoliberalismus bezeichnet wird. Das ist vordergründig betrachtet erst mal nur 'ne Sammlung von Wirtschaftstheorien. Hintergründig betrachtet ist es meiner Meinung nach 'ne Machttheorie, die es der reichen Oberschicht erlaubt, das Volk nach seiner Pfeife tanzen zu lassen. Bzw. praktische Anwendung des Herschaftsprinzips "Teile und Herrsche", wobei hier mit "Teilen" gemeint ist, die Gesellschaft in unterschiedliche Gruppen zu spalten und diese mal mehr, mal weniger gegeneinander aufzuhetzen, oder sich selbst gegeneinander aufhetzen zu lassen und sich auch mal zu bekriegen. Dadurch sind die so beherrschten Gruppen mit sich selbst beschäftigt und können keine Zeit oder gar Musse mehr finden, über ihr Leben als ganzes oder gar dem Sinn nachzudenken. Dem entsprechend können die Herrscher ihnen alles mögliche erzählen; wenn es richtig verpackt ist, wird es geglaubt, selbst wenn es völliger Blödsinn ist. Und das Volk nimmt auch die Konsequenzen in Kauf, die von ihm verlangt werden, selbst wenn es ihm dadurch langfristig schlechter geht. Da es die grösseren Zusammenhänge nicht kennt und auch kaum durchschaut, merkt es in der Regel auch nicht, dass man es für Dumm verkauft. Oder wenn es Einzlne merken, dann können sie aber nicht erklären bzw. begründen warum, weil es sich nur als diffuses Gefühl äussert. Die Reichen können derweil unbehelligt vom übrigen Volk machen, was sie wollen und das auch noch auf dessen Kosten.

Ehrlich gesagt, hört sich das für mich eher nach diesem New Age Zeug an, was im Grunde einfach erfunden ist und halt ganz nett klingt (solange man nicht etwas gründlicher darüber nachdenkt).
Ah ja.
Wie schon geschrieben, es ist nach meinem dafürhalten christliche Mystik, wird aber von vielen, auch von Kirchenleuten, speziell von Evangelischen, für Esoterik gehalten. Falls Dich die Quelle interessiert, hier ist sie: Alexa Kriele, "Wie im Himmel so auf Erden", 4 Bände und "Die Engel geben Antwort auf Fragen nach dem Sinn des Lebens" von der selben Dame.

Ich denke mal, nutzlos war das Studium sowieso nicht, auch wenn Du jetzt nicht als Lehrerin arbeitest. Immerhin hast Du es abgeschlossen.

Nun, allein die Tatsache, dass ich es abgeschlossen habe (und einen Wisch daheim habe), bringt mir im Moment herzlich wenig...  :->
Ja okay, das kann hinkommen.

Wichtig ist doch letztlich, dass Du mit dem was Du tust, zufrieden bist und dabei das Gefühl hast, den Menschen, etwas beizubringen, dass ihnen nützt.

Ja, genau deswegen möchte ich Philosphie unterrichten, weil einem das viel mehr nützt.
Nun, dann wirst Du auch noch die Möglichkeit dazu finden, denke ich mal.  :flirt:

Ja, es wäre toll, wenn ich das eines Tages machen könnte. Im Moment ist das leider noch nicht der Fall. Aber dann hätte sich natürlich auch das Studium gelohnt, wie du schon festgestellt hast. Im Moment macht sich das noch nicht bezahlt, aber hinterher ist man ja immer schlauer.  :->
"Gut Ding will Weile haben" sagt der Volksmund.  :-> Also könnte es durchaus sein, dass Deine Zeit zum Unterrichten noch nicht gekommen ist. Ansonsten kann ich noch von einer Fortbildung erzählen, die ich mal gemacht habe. Die wesentliche Erkenntnis, die ich am Ende daraus gezogen habe war die, dass ich in dem Bereich, den ich dadurch genauer kennen gelernt habe,  nicht arbeiten will. Die Fortbildung diente also letztlich dazu, etwas darüber herauszufinden, was ich nicht will.

Interessant ist übrigens dein Link zu den Todsünden (oder den Charaktereigenschaften, die zu solchen führen).
Tja, katholische Glaubenslehre halt...

So eine Aufzählung gibt's in der vedischen Philosophie auch, allerdings in anderer Reihenfolge (nämlich in der Reihenfolge ihrer Entstehung, also das Erste ist die Ursache des Zweiten usw.):
kama - Lust, krodha - Wut/Zorn, lobha - Gier, moha - Illusion, mada - Stolz, matsarya - Neid.
Interessant. Aber die Reihenfolge ist in der kirchlichen Lehre völlig uninteressant, weil die ja auch einzeln bzw. in anderer Reihenfolge auftreten könnn.


So, und jetzt hab ich auch keine Lust mehr, also ... :schnarch:

:winken:
Hans
Titel: Re: Bhagavad Gita
Beitrag von: Mobi am 30. August 2014, 11:39:39
Hallo Hans,

Das klingt interessant. Das muss dann für die Sonne aber auch schon ein besonderes Feuer sein, aus dem der Körper dann besteht, weil das Brennen der Sonne ja auch ein spezielles Feuer ist, dass man so auf der Erde noch nicht nachmachen kann.

Ja, so nach dem Motto: Andere Planeten, andere Sitten. Oder so...  :->

So wie Du es hier beschreibst, wohl erstmal nicht. Wäre die Frage, wie die Sache aus jenseitiger Perspektive aussieht?

Ich habe doch die spirituelle Sichtweise beschrieben (die du jenseitig nennst). Die materielle (diesseitige) wäre dann quasi, oh super, auf zu den himmlischen Planeten und "die Sau rauslassen"...

Und es fehlt der Doppelgänger, ein sogenannter gefallener Engel, der vereinfacht ausgedrückt der Antagonist des Schutzengels ist, und der dem Menschen, den er begleitet, permanent diversen Unfug einredet. Mal mehr mal weniger erfolgreich. Der begleitet einem aber nur im Diesseits, ist im Jenseits also nicht mehr da und kann einen also auch keinen Unsinn mehr erzählen.

Das klingt nach dem Geist, der als Teil des feinstofflichen Körpers natürlich zurückbleibt, wenn die Seele in die spirituelle Welt geht.

Das ist natürlich noch mal 'ne andere Sache. - Aber um das zu merken, muss man auch erst mal die eigenen Vorurteile überwinden und das können (oder wollen) einige nicht.

Jep, so objektiv wie die Wissenschaftler es behaupten, sind sie dann meistens doch nicht... In dem Buch, das ich gerade übersetze, ist dazu ein interessanter Teil über Paradigmen und Paradigmenwechsel. So nach dem Motto: Wir sehen eh nur, was wir glauben wollen.

Das ist völlig richtig, aber ein Punkt, den westliche Astrologen meisstens völlig ignorieren.

Auch nicht alle, ich kenne auch eine Frau, die westliche Astrologie gelernt hat und dann die vedische und jetzt beides benutzt. Aber das ist leider die Tendenz...

Dadurch sind die so beherrschten Gruppen mit sich selbst beschäftigt und können keine Zeit oder gar Musse mehr finden, über ihr Leben als ganzes oder gar dem Sinn nachzudenken.

Ja, das scheint eine sehr erfolgreiche Taktik der Wirtschaft zu sein. Denn wenn die Leute kapieren würden, dass Konsum nicht glücklich macht, wer würde dann noch konsumieren?
Solange die Leute Angst haben, kann man sie eben gut kontrollieren.
Im Grunde sind aber auch die Leute der Oberschicht Gefangene des Systems, denn auch die denken wohl eher an Geld und nicht über den Sinn des Lebens nach.

Dem entsprechend können die Herrscher ihnen alles mögliche erzählen; wenn es richtig verpackt ist, wird es geglaubt, selbst wenn es völliger Blödsinn ist.

Genau aus dem Grund schaue ich nicht fern und halte mich auch von anderen Massenmedien größtenteils fern. Wenn man das lang genug anschaut/oft genug hört, glaubt man's am Ende doch noch...

Oder wenn es Einzlne merken, dann können sie aber nicht erklären bzw. begründen warum, weil es sich nur als diffuses Gefühl äussert.

Tja, da fehlt halt wieder die philosophische Grundlage, von der wir es bereits hatten. Auch für die Gesellschaft und speziell für Führungskräfte gibt es genaue Informationen in den Veden.

Nun, dann wirst Du auch noch die Möglichkeit dazu finden, denke ich mal.  :flirt:

Das hoffe ich...

"Gut Ding will Weile haben" sagt der Volksmund.  :-> Also könnte es durchaus sein, dass Deine Zeit zum Unterrichten noch nicht gekommen ist.

Ja, da magst du Recht haben. Geduld ist nicht wirklich meine Stärke..

Ansonsten kann ich noch von einer Fortbildung erzählen, die ich mal gemacht habe. Die wesentliche Erkenntnis, die ich am Ende daraus gezogen habe war die, dass ich in dem Bereich, den ich dadurch genauer kennen gelernt habe,  nicht arbeiten will. Die Fortbildung diente also letztlich dazu, etwas darüber herauszufinden, was ich nicht will.

Die gleiche Erfahrung hab ich bei meiner Yogalehrerausbildung gemacht. Eine wichtige, aber doch ziemlich teure Erkenntnis.

Interessant. Aber die Reihenfolge ist in der kirchlichen Lehre völlig uninteressant, weil die ja auch einzeln bzw. in anderer Reihenfolge auftreten könnn.

Hm, also die Veden listen das schon mit gutem Grund in dieser Reihenfolge auf. Eben ursächlicher Natur. Aus Lust entsteht Zorn (kann man oft gut an der Supermarktkasse beobachten, wenn der Wunsch eines Kindes (Lust) nicht erfüllt wird, gibt's ein Riesentheater (Zorn)).
Lust in diesem Sinne nicht nur sexueller Natur, sondern alles, was "Ich will XY haben..." beinhaltet.

LG, Mobi
Titel: Re: Bhagavad Gita
Beitrag von: Hans am 31. August 2014, 01:24:05
Hi Mobi,

Ich habe doch die spirituelle Sichtweise beschrieben (die du jenseitig nennst). Die materielle (diesseitige) wäre dann quasi, oh super, auf zu den himmlischen Planeten und "die Sau rauslassen"...
ich glaube, da ist schon wieder ein konzeptioneller Unterschied. Denn in den Veden scheint der Begriff "Spritualität" nicht vorzukommen, oder jedenfalls nicht in dem Sinne, wie ich ihn verstehe. Ich verstehe unter Spiritualität ein Verhalten oder Verhaltensmuster im irdisches Leben. Dabei geht es darum, das Leben anhand der jeweiligen heiligen Schrift auszurichten und Gott zu dienen, wodurch nach christlicher Lehre dann zunächst einmal auch den Menschen der näheren Umgebung und im grösseren Zusammenhang auch der Menschheit als ganzer gedient wird.
Die jenseitige Perspektive dagegen, ist tatsächlich eine solche, die der Mensch bzw. die Seele während der irdischen Inkarnation nicht oder nur begrenzt einnehmen kann, weil es da ein paar Blockaden gibt. Erst wenn die Seele nach dem Tod des bis dahin benutzen bzw. getragenen Körpers wieder ins Jenseits (oder in die feinstoffliche Welt) zurück gekehrt ist, kann sie auch wieder eine umfassendere Perspektive einnehmen. Denn mit dem Tod des Körpers und der Rückkehr ins Jenseits ist sie auch wieder in der Lage, Fehlprägungen, Falschlehren und (sehr wichtig) Vorurteile als solche klar zu erkennen. 
 
Der inkarnierte Mensch kann sich dazu bestenfalls auf seine Gefühle verlassen. Und auf seinen Verstand, der die Erkenntnisse aus der Lehre mit den Erfahrungen des (irdischen) Lebens und den Erfahrungen aus der spirituellen Praxis kombiniert. Mit spiritueller Praxis meine ich damit all jene Übungen, mit denen sich der Mensch der jeweiligen Gottheit zuwendet, und deren Nähe zu erfahren sucht, also Gebete, Meditationen und Kontemplationen. - Unter Kontemplation verstehe ich dabei (nach Wiligis Jäger) höhere bzw. fortgeschrittene Meditationstechniken, zu denen man als "Einsteiger" noch nicht in der Lage ist.
Von dieser Warte betrachtet, ist das, was Du "Spirituelle Sichtweise" nennst, dann doch was anderes, als das, was ich unter "jenseitiger Perspektive" verstehe. 

Doppelgänger
Das klingt nach dem Geist, der als Teil des feinstofflichen Körpers natürlich zurückbleibt, wenn die Seele in die spirituelle Welt geht.
Das stimmt so aber nicht. Der Doppelgänger ist ein Engel mit eigener Persönlichkeit. Er begleitet den Menschen während seines gesammten irdischen Lebens und verlässt ihn erst, wenn der Mensch stirbt und die Seele ins Jenseits zurück kehrt. Das gleiche tut auch der Schutzengel. Auch dieser begleitet den Menschen im irdischen Leben von der Geburt bis zum Tod. Aber anders als der Doppelgänger ist der Schutzengel immer noch im Dienste Gottes tätig und versucht zusammen mit diversen anderen Engeln, den Menschen auf die Wege Gottes zu bringen (oder zu halten) und ihn vor den Einflüsterungen des Doppelgängers zu schützen. Der Doppelgänger wiederum hat die Aufgabe, den Menschen in der grobstofflichen, materiellen Welt zu sichern oder zu erden, so dass er überhaupt erst darin leben kann. Gleichzeitig flüstert er dem Menschen aber auch permanent irgendwelchen Unsinn ein, womit er versucht, den Menschen von den Wegen Gottes abzubringen, bzw. sich generell von Gott abzuwenden, so wie er es getan hat. (Deshalb auch "gefallener Engel".) Bei all dem ist es egal, wie Gott im Detail gerade heisst also in welcher religiösen Tradition der Mensch hinein geboren wurde und lebt, die Engel sind immer da.   


Vorurteile überwinden
Jep, so objektiv wie die Wissenschaftler es behaupten, sind sie dann meistens doch nicht... In dem Buch, das ich gerade übersetze, ist dazu ein interessanter Teil über Paradigmen und Paradigmenwechsel. So nach dem Motto: Wir sehen eh nur, was wir glauben wollen.
Ja, mit der Objektivität ist es immer so eine Sache. Und Paradigmenwechsel setzen meisst dann ein, wenn sich eine Theorie durchsetzt, weil sie einen Sachverhalt genauer beschreibt als andere. Wichtig ist dabei, dass es mit ihrer Hilfe möglich ist, Vorhersagen über den Sachverhalt zu machen, wenn man an den Rahmenbedingungen herum schraubt. Wenn die Theorie genau dass voraus sagt, was bei geändertem Rahmenbedingungen auch eintritt, gilt sie als Richtig. Nun kann es aber sein, dass eine Theorie noch nicht vollständig auf Richtigkeit überprüft ist, diese Prüfungen also noch ausstehen. Dann können einige Wissenschaftler natürlich auch nach ihrem Geschmack oder sonstigen Überzeugungen für andere Theorien einstehen und tun das auch.
Wenn dann einige nach erfolgtem Paradigmenwechsel immer noch an einer mehr oder weniger überholten Theorie festhalten, dann entweder, weil sie die Hoffnung noch nicht aufgegeben haben, dass die von ihnen bevorzugte doch noch sinnvolle Ergebnisse liefert, oder sie sind verbohrt. (Letzteres kann man derzeit in der Wirtschaftspolitik verfolgen, wo man krampfhaft versucht, die Wirklichkeit an die Theorie anzupassen, Erstere sich aber konsequent weigert nach dieser Theorie zu funktionieren.)

Astrologie
Das ist völlig richtig, aber ein Punkt, den westliche Astrologen meisstens völlig ignorieren.

Auch nicht alle, ich kenne auch eine Frau, die westliche Astrologie gelernt hat und dann die vedische und jetzt beides benutzt. Aber das ist leider die Tendenz...
Deswegen hab ich ja geschrieben, dass sie es meisstens ignorieren.  :flirt:

Dadurch sind die so beherrschten Gruppen mit sich selbst beschäftigt und können keine Zeit oder gar Musse mehr finden, über ihr Leben als ganzes oder gar dem Sinn nachzudenken.

Ja, das scheint eine sehr erfolgreiche Taktik der Wirtschaft zu sein. Denn wenn die Leute kapieren würden, dass Konsum nicht glücklich macht, wer würde dann noch konsumieren?
Naja, Konsum allein macht nicht glücklich, aber ich denke, ich verstehe schon was Du meinst.

Solange die Leute Angst haben, kann man sie eben gut kontrollieren.
Im Grunde sind aber auch die Leute der Oberschicht Gefangene des Systems, denn auch die denken wohl eher an Geld und nicht über den Sinn des Lebens nach.
Stimmt. Die meissten machen sich dann Sorgen darüber, wie sie ihr Geld behalten können oder sogar noch mehr bekommen, obwohl sie eh schon viel zuviel davon haben.

Dem entsprechend können die Herrscher ihnen alles mögliche erzählen; wenn es richtig verpackt ist, wird es geglaubt, selbst wenn es völliger Blödsinn ist.

Genau aus dem Grund schaue ich nicht fern und halte mich auch von anderen Massenmedien größtenteils fern. Wenn man das lang genug anschaut/oft genug hört, glaubt man's am Ende doch noch...
Zumindest, wenn man auf bestimmte Medien oder Kanäle fixiert bleibt. Aber sich umfassend zu informieren ist auch eine Frage des Willens und der Kompetenz im Umgang mit den Medien. Wer darin inkompetent ist und auch keine Lust hat, daran was zu ändern, ist natürlich manipulierbar und bleibt es auch. Wenn man sich jedoch von den Medien abwendet, von denen man irgendwann das Gefühl hat, dass sie einen nicht wirklich informieren, sondern eine bestimmte Meinung aufdrücken wollen, hat man schon einen wichtigen Schritt in die Richtung getan, der einem zum kompetenten Menschen macht. Dann hat man u.U. aber die Schwierigkeit, diejenigen Quellen zu finden, die einem auch alternative Konzepte aufzeigen und vor allem auch erklären. So ging es mir jedenfalls, als ich mich mal näher mit Wirtschaft und Wirtschaftspolitik beschäftigt habe. 

Oder wenn es Einzlne merken, dann können sie aber nicht erklären bzw. begründen warum, weil es sich nur als diffuses Gefühl äussert.

Tja, da fehlt halt wieder die philosophische Grundlage, von der wir es bereits hatten.
Nicht nur. Oftmals (vor allem in wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Fragen) fehlt es auch an Grundlagenwissen über Zusammenhänge. Sobald das aber gegeben ist, kommt die Philosophie ins Spiel, weil die in letzter Konsequenz den Grund für die verschiedenen Wege zur Lösung von Sachproblemen liefert.

"Gut Ding will Weile haben" sagt der Volksmund.  :-> Also könnte es durchaus sein, dass Deine Zeit zum Unterrichten noch nicht gekommen ist.

Ja, da magst du Recht haben. Geduld ist nicht wirklich meine Stärke..
Das solltest Du aber doch beim Yoga gelernt haben, also Dich in Geduld zu üben. Oder nicht?   :cool1:

Die Fortbildung diente also letztlich dazu, etwas darüber herauszufinden, was ich nicht will.

Die gleiche Erfahrung hab ich bei meiner Yogalehrerausbildung gemacht. Eine wichtige, aber doch ziemlich teure Erkenntnis.
Interessant. Aber gemäss dem Wikipediaartikel zum Yoga gibt es da doch rund ein Dutzend (oder mehr) verschiedene Wege und Schwerpunkte. Die reichen von der reinen "Gymnastik" ohne jeglichen philosophischen Hintergrund (da sich das praktizierte auch alles medizinisch erklären lässt) bis hin zur rein philosophischen Lehre, die ohne jegliche Körperliche Übung daher kommt. Natürlich mit allen möglichen Abstufungen dazwischen. Aus dieser Perspektive heraus spekulier ich jetzt mal, dass Du nur an den falschen Lehrkurs geraten bist. Aber tatsächlich kann ich das natürlich nicht beurteilen.

Laster
Hm, also die Veden listen das schon mit gutem Grund in dieser Reihenfolge auf. Eben ursächlicher Natur. Aus Lust entsteht Zorn (kann man oft gut an der Supermarktkasse beobachten, wenn der Wunsch eines Kindes (Lust) nicht erfüllt wird, gibt's ein Riesentheater (Zorn)).
Ja okay, das ergibt einen Sinn. Zumindest in diesem Beispiel.

Lust in diesem Sinne nicht nur sexueller Natur, sondern alles, was "Ich will XY haben..." beinhaltet.
Ah ja. - Aber das der Begriff "Lust" nicht nur sexueller Natur ist, ist mir schon klar.  :-> Er ist hierzulande aber, wissenschaftlich ausgedrückt, wohl am stärksten damit konnotiert. Und, um mal beim sexuellen Beispiel zu bleiben: Oftmals zeigt sich ja, dass man augenblickliche Lust besser auf später verschiebt, weil man mehr davon hat, wenn man sie später auslebt, dann aber in gebündelter Form. (Wobei die genaue Interpretation von "gebündelter Form" jedem selbst überlassen sei.  :-> )

Soweit mal wieder diese, unter anderen  :meditate1: entstandenen Anmerkungen.

:winken:
Hans
 
Titel: Re: Bhagavad Gita
Beitrag von: Mobi am 31. August 2014, 12:04:19
Hallo Hans,

ich glaube, da ist schon wieder ein konzeptioneller Unterschied. Denn in den Veden scheint der Begriff "Spritualität" nicht vorzukommen, oder jedenfalls nicht in dem Sinne, wie ich ihn verstehe. Ich verstehe unter Spiritualität ein Verhalten oder Verhaltensmuster im irdisches Leben. Dabei geht es darum, das Leben anhand der jeweiligen heiligen Schrift auszurichten und Gott zu dienen, wodurch nach christlicher Lehre dann zunächst einmal auch den Menschen der näheren Umgebung und im grösseren Zusammenhang auch der Menschheit als ganzer gedient wird.

Joa, das wäre dann Bhakti Yoga, worum es in der Bhagavad Gita ja hauptsächlich geht.

Die jenseitige Perspektive dagegen, ist tatsächlich eine solche, die der Mensch bzw. die Seele während der irdischen Inkarnation nicht oder nur begrenzt einnehmen kann, weil es da ein paar Blockaden gibt.

Diese Sichtweise ist es ja eigentlich, die uns die Schriften (z.B. Krishna in der Bhagavad Gita) vermitteln wollen. Wenn man lange genug praktiziert, kann man diese Blockaden durchaus überwinden und Fehler/Vorurteile hinter sich lassen. Die Praxis soll uns ja genau an diesen Punkt bringen, weil das die Voraussetzung ist, um in die spirituelle Welt zurückzukehren. Dh. Menschen, die kurz davor stehen, zurückzugehen (nach diesem Leben) haben diese Sichtweise durchaus auch schon im diesseitigen Leben.

Der inkarnierte Mensch kann sich dazu bestenfalls auf seine Gefühle verlassen. Und auf seinen Verstand, der die Erkenntnisse aus der Lehre mit den Erfahrungen des (irdischen) Lebens und den Erfahrungen aus der spirituellen Praxis kombiniert.

Sich auf seine Gefühle (also auf den Geist) zu verlassen, ist meistens keine so gute Idee. Und auch der Verstand ist meist noch sehr materiell verunreinigt. Genau dazu haben wir ja die Schriften, als Anleitung.
Und klar, es reicht nicht, nur etwas auswendig zu lernen, sondern man muss es, wie du schreibst, auch anwenden, sonst kann man nur wenig Nutzen daraus ziehen.

Von dieser Warte betrachtet, ist das, was Du "Spirituelle Sichtweise" nennst, dann doch was anderes, als das, was ich unter "jenseitiger Perspektive" verstehe. 

Die spirituelle Sichtweise, von der ich schreibe, sollte all das, was du erwähnt hast, einschließen. Aber es stimmt, dass wir uns die spirituelle Welt in unserem jetzigen Zustand nicht vorstellen können, aber dazu gibt's ja Beschreibungen in den Schriften.

Der Doppelgänger begleitet den Menschen während seines gesammten irdischen Lebens und verlässt ihn erst, wenn der Mensch stirbt und die Seele ins Jenseits zurück kehrt. Das gleiche tut auch der Schutzengel.

Ah ja, diese beiden Funktionen werden in der vedischen Literatur auch erklärt. Der "Gute" ist die Überseele, die jeden Menschen begleitet und der "Schlechte" ist Maya (die Person, durch die Krishna illusionierende Energie wirkt).
Maya wirkt nur in der materiellen Welt und die Überseele hat auch ihren Zweck erfüllt, wenn die Seele zurück in die spirituelle Welt geht.

Aber anders als der Doppelgänger ist der Schutzengel immer noch im Dienste Gottes tätig und versucht zusammen mit diversen anderen Engeln, den Menschen auf die Wege Gottes zu bringen (oder zu halten) und ihn vor den Einflüsterungen des Doppelgängers zu schützen.

Dieses Wissen ist übrigens auch bei den Indianern Amerikas vorhanden. Dort gibt es den Vergleich mit einem guten und einem schlechten Hund in uns und je nachdem, welchen man füttert, wird derjenige stärker.

Ja, mit der Objektivität ist es immer so eine Sache. Und Paradigmenwechsel setzen meisst dann ein, wenn sich eine Theorie durchsetzt, weil sie einen Sachverhalt genauer beschreibt als andere.

Ich finde es echt erstaunlich, wieviel Vertrauen die meisten Menschen in die Wissenschaft haben, wo es doch eigentlich auf der Hand liegt, dass das alles von Menschen fabrizierte Theorien sind (und irren ist nunmal menschlich  :->). Dazu kommt, dass die "Fakten" teilweise widerlegt werden und dann das Gegenteil zur wissenschaftlichen Basis wird (da fällt mir als Beispiel grade die Erde als Scheibe/Kugel ein). Sehr "wissenschaftlich" muss ich sagen...
Wer weiß, was wir gerade als wissenschaftlich bewiesen ansehen, was in den nächsten paar Jahrzehnten widerlegt wird?

(Letzteres kann man derzeit in der Wirtschaftspolitik verfolgen, wo man krampfhaft versucht, die Wirklichkeit an die Theorie anzupassen, Erstere sich aber konsequent weigert nach dieser Theorie zu funktionieren.)

Tja, genau dann sollte man sich über die Theorie vielleicht doch nochmal Gedanken machen...  :-)
Die Veden empfehlen übrigens einen einfachen, nachhaltigen Lebensstil im Einklang mit der Natur. Also genau das Gegenteil von dem, worauf wir gerade aus sind.

Naja, Konsum allein macht nicht glücklich, aber ich denke, ich verstehe schon was Du meinst.

Konsum beruht im Grunde auf dem Erfüllen von unseren Wünschen und nachdem der Geist davon unendlich viele produziert, ist es ein ziemlich sinnloses Unterfangen, so glücklich werden zu wollen.

Stimmt. Die meissten machen sich dann Sorgen darüber, wie sie ihr Geld behalten können oder sogar noch mehr bekommen, obwohl sie eh schon viel zuviel davon haben.

Genau, womit wir damit wieder bei deiner Frage zum Thema "Ab wann ist man reich?" wären. Man denkt immer, man bräuchte nur noch ein kleines bisschen mehr, um glücklich zu sein...
Mein Lehrer hat mal eine Rede im House of Lords in London gehalten und gesagt: "You can tell how rich you are by trying to find how many things you have that money can't buy."

Zumindest, wenn man auf bestimmte Medien oder Kanäle fixiert bleibt. Aber sich umfassend zu informieren ist auch eine Frage des Willens und der Kompetenz im Umgang mit den Medien.

Stimmt, ich nutze ja auch das Internet (und sogar Facebook), um mich z.B. über die vedische Philosophie zu informieren. Es kommt immer darauf an, wie man etwas verwendet.

Nicht nur. Oftmals (vor allem in wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Fragen) fehlt es auch an Grundlagenwissen über Zusammenhänge. Sobald das aber gegeben ist, kommt die Philosophie ins Spiel, weil die in letzter Konsequenz den Grund für die verschiedenen Wege zur Lösung von Sachproblemen liefert.

Meiner Erfahrung nach zeigt die vedische Philosophie viel größere Zusammenhänge auf, als wir normalerweise gewohnt sind.

Das solltest Du aber doch beim Yoga gelernt haben, also Dich in Geduld zu üben. Oder nicht?   :cool1:

Tja, vielleicht sollte ich doch wieder mehr Yoga machen...  :-)

Interessant. Aber gemäss dem Wikipediaartikel zum Yoga gibt es da doch rund ein Dutzend (oder mehr) verschiedene Wege und Schwerpunkte. Die reichen von der reinen "Gymnastik" ohne jeglichen philosophischen Hintergrund (da sich das praktizierte auch alles medizinisch erklären lässt) bis hin zur rein philosophischen Lehre, die ohne jegliche Körperliche Übung daher kommt. Natürlich mit allen möglichen Abstufungen dazwischen. Aus dieser Perspektive heraus spekulier ich jetzt mal, dass Du nur an den falschen Lehrkurs geraten bist. Aber tatsächlich kann ich das natürlich nicht beurteilen.

Ich habe die Ausbildung in einer Richtung gemacht, die beides beinhaltet (also sowohl Asanas als auch Philosophie) und musste leider im Bereich Philosophie feststellen, dass da ziemlich wenig Ahnung vorhanden ist (der Asanateil war ziemlich gut). Und genau da sehe ich das Problem in der Yogaszene, viele schreiben sich auf die Fahnen, ach wir sind ja so spirituell und die Philosophie ist uns so wichtig, verbreiten aber bestenfalls Halbwissen.
Gut, letztendlich habe ich ja doch noch das gefunden, was ich jetzt mache und Bhakti Yoga ist schließlich auch Yoga (wenn auch an dem Ende des Spektrums, das ohne Asanas auskommt).

Und, um mal beim sexuellen Beispiel zu bleiben: Oftmals zeigt sich ja, dass man augenblickliche Lust besser auf später verschiebt, weil man mehr davon hat, wenn man sie später auslebt, dann aber in gebündelter Form. (Wobei die genaue Interpretation von "gebündelter Form" jedem selbst überlassen sei.  :-> )

Nun ja, die vedische Auffassung bezüglich sexuellen Aktivitäten ist ziemlich deutlich: Sex is for procreation, not for recreation. Was ja auch die Bedeutung der Enthaltsamkeit in den meisten mir bekannten spirituellen Praktiken bestätigt.

LG, Mobi
Titel: Re: Bhagavad Gita
Beitrag von: Hans am 01. September 2014, 03:35:20
Hi Mobi,

Joa, das wäre dann Bhakti Yoga, worum es in der Bhagavad Gita ja hauptsächlich geht.
Ah ja.

Die jenseitige Perspektive
Diese Sichtweise ist es ja eigentlich, die uns die Schriften (z.B. Krishna in der Bhagavad Gita) vermitteln wollen. Wenn man lange genug praktiziert, kann man diese Blockaden durchaus überwinden und Fehler/Vorurteile hinter sich lassen.
Soweit einverstanden.

Die Praxis soll uns ja genau an diesen Punkt bringen, weil das die Voraussetzung ist, um in die spirituelle Welt zurückzukehren. Dh. Menschen, die kurz davor stehen, zurückzugehen (nach diesem Leben) haben diese Sichtweise durchaus auch schon im diesseitigen Leben.
Menschen, die eine derartige Sichtweise auch schon in diesem Leben entwickeln, die nicht nur auf Theorie beruht, gibt es aber wahrscheinlich nicht sehr viele. Aber davon abgesehen, kehrt die Seele laut christlicher Mystik nach einem irdischen Leben sowie in die jenseitige, bzw. spirituelle Welt zurück und bleibt dort eine Weile.

Sich auf seine Gefühle (also auf den Geist) zu verlassen, ist meistens keine so gute Idee. Und auch der Verstand ist meist noch sehr materiell verunreinigt. Genau dazu haben wir ja die Schriften, als Anleitung.

Und klar, es reicht nicht, nur etwas auswendig zu lernen, sondern man muss es, wie du schreibst, auch anwenden, sonst kann man nur wenig Nutzen daraus ziehen.
Klar muss man das Spirituelle auch machen, sonst wird man bestenfalls verwirrt, aber findet keine Klarheit.
Aber selbst wenn man das nur Teilweise macht, so gibt es doch eine Anzeige, die einem sagt, ob man auf einem guten Weg ist, oder nicht. Wenn man nämlich im Sinne einer Ethik lebt, die sich für ein nachhaltiges Leben im Umgang mit der Umwelt und den Mitmenschen ausspricht, immer mehr oder weniger dem Gemeinwohl verpflichtet handelt, und sich dabei wohl fühlt, bzw. ganz allgemein immer das Gefühl hat, anderen zu helfen und ganz allgemein etwas zum Wohle der Allgemeinheit zu tun, dann kann man auch davon ausgehen, dass das so ist.
Dann handelt man im Sinne des Himmels und dieser unterstützt einen dabei auch.


Aber es stimmt, dass wir uns die spirituelle Welt in unserem jetzigen Zustand nicht vorstellen können, aber dazu gibt's ja Beschreibungen in den Schriften.
Äh ja, und da steht dann, dass kein Auge je gesehen hat und kein Ohr je gehört hat, was den Vater im Himmel jenen bereitet hat, die seinen Geboten folgen...
Aber gut, das steht in der Bibel irgendwo als Beschreibung des Paradieses, hat also nichts mir vedischer Philosophie zu tun.

Der Doppelgänger begleitet den Menschen während seines gesammten irdischen Lebens und verlässt ihn erst, wenn der Mensch stirbt und die Seele ins Jenseits zurück kehrt. Das gleiche tut auch der Schutzengel.

Ah ja, diese beiden Funktionen werden in der vedischen Literatur auch erklärt. Der "Gute" ist die Überseele, die jeden Menschen begleitet und der "Schlechte" ist Maya (die Person, durch die Krishna illusionierende Energie wirkt).
Maya wirkt nur in der materiellen Welt und die Überseele hat auch ihren Zweck erfüllt, wenn die Seele zurück in die spirituelle Welt geht.
Eine "Überssele" oder besser ein "Über-ich" gibt es in der christlichen Mystik auch, das ist aber noch mal was anderes als die bisher beschrieben Engel. Nämlich ein weiterer Engel auf einer höheren Hirachiestufe (http://de.wikipedia.org/wiki/Engel#Art_und_Ordnung_der_Engel) als die anderen. Und der ist genauso Unsterblich wie die Seele selbst und "wacht" über seine Menschen (12 an der Zahl) sowohl während einer irdischen Inkarnation als auch im Jenseits.
Und "illusionierende Energie" bewirkt der christiliche Gott nicht. Illusionen erschaffen nur die gefallenen Engel, die einem dazu bringen wollen, sich von Gott abzuwenden.
 
Dieses Wissen ist übrigens auch bei den Indianern Amerikas vorhanden. Dort gibt es den Vergleich mit einem guten und einem schlechten Hund in uns und je nachdem, welchen man füttert, wird derjenige stärker.
Klar, die vergleichende Religionswissenschaft kennt viele Überschneidungen der verschiedensten Religionen auf der Welt.

Wissenschaft, bzw. wissenschaftliche Theorien
Ich finde es echt erstaunlich, wieviel Vertrauen die meisten Menschen in die Wissenschaft haben, wo es doch eigentlich auf der Hand liegt, dass das alles von Menschen fabrizierte Theorien sind (und irren ist nunmal menschlich  :->).
Also auf die Naturwissenschaften bezogen, machst Du mit dieser Aussage den Eindruck, dass Du keine Ahnung von Wissenschaftstheorie hast. Danach ist eine Theorie im Naturwissenschaftlichen Sinne ein Modell, das einem die Natur, bzw. die darin vorgefundenen Phänomene erklären kann. Aber nicht nur dass. Damit eine Theorie den Namen auch verdient, muss sie experimentel überprüfbar sein. Das heisst, die Aussagen, die sie über eine Sache macht müssen mit den Ergebnissen der Experimente übereinstimmen und zwar unabhängig von Zeit und Ort. Und ein bestimmtes Experiment muss immer die gleichen Ergebnisse liefern. Erst wenn all das zutrifft, dann darf in der Naturwissenschaft von einer Theorie gesprochen werden. Sonst nicht! Eine ausführlichere Erklärung findest Du hier (http://scienceblogs.de/planeten/2008/04/07/was-ist-eine-theorie/).

Dazu kommt, dass die "Fakten" teilweise widerlegt werden und dann das Gegenteil zur wissenschaftlichen Basis wird (da fällt mir als Beispiel grade die Erde als Scheibe/Kugel ein). Sehr "wissenschaftlich" muss ich sagen...
Dazu wäre zu sagen, dass die Naturwissenschaft, so wie sie heute verstanden wird, auch gerade mal 400 Jahre alt ist und erst durch einem gewissen Galileo Galilei eingeführt wurde. Die Idee von der Welt als Scheibe ist dagegen wesentlich älter und beruht nicht auf Naturwissenschaft, sondern auf Naturphilosophie. Dem entsprechnd waren die alten Griechen etwa alle keine Naturwissenschaftler sondern Naturphilosophen.  Dagegen ist auch erst mal nichts einzuwenden. Problematisch wird es erst dann, wenn das Experiment zur Überprüfung einer Hypothese abgelehnt wird. Ich weis nicht, wie die entsprechende Strömung hies, aber die gab es.

Wer weiß, was wir gerade als wissenschaftlich bewiesen ansehen, was in den nächsten paar Jahrzehnten widerlegt wird?
Genau wie das übrige Leben auch, ist auch die Wissenschaft im ständigen Fluss. Es werden Hypothesen aufgestellt und überprüft, (wobei so eine Überprüfung auch gern mal ein paar Jahrzehnte dauern kann). Wenn die Hypothesen sich als zutreffend erweisen, bekommen sie den Rang einer Theorie. Wenn sie sich nicht als zutreffend heraus stellen, dann bleiben sie Hypothesen. 
Und nebenbei: Wenn so manche Theorie, die die Wissenschaft in den letzten 400 Jahren hervor gebracht hat, nicht stimmen würde, dann müsstest Du Deine Reisen nach Indien mit dem Segelschiff unternehmen anstatt mit dem Flugzeug und diese Diskussion hier könnten wir gar nicht führen, weil wir uns wahrscheinlich nie begegnen würden. (Die tatsächliche Begegnung vor inzwischen schon 6 Jahren war ja auch eine geplante Angelegenheit und keine Zufällige.)

(Letzteres kann man derzeit in der Wirtschaftspolitik verfolgen, wo man krampfhaft versucht, die Wirklichkeit an die Theorie anzupassen, Erstere sich aber konsequent weigert nach dieser Theorie zu funktionieren.)
Tja, genau dann sollte man sich über die Theorie vielleicht doch nochmal Gedanken machen...  :-)
Das machen ja viele, und publizieren das auch. Aber die anderen haben momentan noch die Übermacht und benutzen diese auch, um ihre Ansichten präsent zu halten. Denn diese blöde "Theorie" (die im Naturwissenschaftlichen Sinne nur eine Hypothese ist), ist genau jene Wirtschaftsideologie, die ich im vorletzten Beitrag schon angesprochen habe.


Naja, Konsum allein macht nicht glücklich, aber ich denke, ich verstehe schon was Du meinst.

Konsum beruht im Grunde auf dem Erfüllen von unseren Wünschen und nachdem der Geist davon unendlich viele produziert, ist es ein ziemlich sinnloses Unterfangen, so glücklich werden zu wollen.
Ich hatte "Konsum" hier so verstanden, dass darunter auch die Beschaffung der zum Leben notwendigen Dinge verstanden wird, also das tägliche Brot oder Müsli, Kleidung, Hygieneartikel wie die Zahnbürste und das Duschgel (oder die Seife) und natürlich auch die Bücher, die wir lesen.
Die Frage, die man sich dann irgendwann stellen sollte ist die, ob man bestimmte Artikel wirklich braucht oder nicht. Oftmals kommt man dann zu dem Schluss, dass man vieles gar nicht braucht und deshalb gut drauf verzichten kann.


Genau, womit wir damit wieder bei deiner Frage zum Thema "Ab wann ist man reich?" wären. Man denkt immer, man bräuchte nur noch ein kleines bisschen mehr, um glücklich zu sein...
Ja, dass ist das, was uns u.a. die Werbung eintrichtern will, dass man irgendwelches materielle Gedöns  braucht, um glücklich zu werden. Oder man soll durch das essen oder trinken irgendwelcher speziellen Produkte glücklich werden.
Alles Unfug!

Mein Lehrer hat mal eine Rede im House of Lords in London gehalten und gesagt: "You can tell how rich you are by trying to find how many things you have that money can't buy."
Ah ja, und erntete lange Gesichter, schätze ich mal.


Umgang mit den Medien.
Stimmt, ich nutze ja auch das Internet (und sogar Facebook), um mich z.B. über die vedische Philosophie zu informieren. Es kommt immer darauf an, wie man etwas verwendet.
Eben.

Wege zur Lösung von Sachproblemen liefert.
Meiner Erfahrung nach zeigt die vedische Philosophie viel größere Zusammenhänge auf, als wir normalerweise gewohnt sind.
Schon möglich. Aber ich denke mal, als gelernte Lehrerin solltest Du doch auch wissen, dass unser Bildungssystem derzeit nicht darauf ausgerichtet ist, alles in grösseren Zusammenhängen zu sehen. Im Gegenteil wird doch oftmals nur Teilwissen vermittelt. Aber das, was es braucht, um überhaupt erst mal in grösseren Zusammenhängen denken zu können, bleibt auf der Strecke. Und das scheint mir in manchen Fällen auch politisch gewollt zu sein, um uns als Volk blöd zu halten, bzw. auch weiter für Blöd verkaufen zu können.  :meckern:

Tja, vielleicht sollte ich doch wieder mehr Yoga machen...  :-)
Wahrscheinlich.  :->

... Aus dieser Perspektive heraus spekulier ich jetzt mal, dass Du nur an den falschen Lehrkurs geraten bist. ...

Ich habe die Ausbildung in einer Richtung gemacht, die beides beinhaltet (also sowohl Asanas als auch Philosophie) und musste leider im Bereich Philosophie feststellen, dass da ziemlich wenig Ahnung vorhanden ist (der Asanateil war ziemlich gut). Und genau da sehe ich das Problem in der Yogaszene, viele schreiben sich auf die Fahnen, ach wir sind ja so spirituell und die Philosophie ist uns so wichtig, verbreiten aber bestenfalls Halbwissen.
Das gibt es aber doch überall, was nätürlich keine Entschuldigung ist, aber eine Feststellung.

Gut, letztendlich habe ich ja doch noch das gefunden, was ich jetzt mache und Bhakti Yoga ist schließlich auch Yoga (wenn auch an dem Ende des Spektrums, das ohne Asanas auskommt).
So aus der Ferne betrachtet, aufgrund dessen, was ich bisher so von Dir gelesen habe, scheinst Du aber trotzdem beides zu brauchen. Zur Zeit mag Dir die Philosophie wichtiger sein, aber ganz ohne Asanas wird es langfristig wohl doch nicht klappen. Und wenn es keine Asanas sind, dann eine andere Art von Sport.

Nun ja, die vedische Auffassung bezüglich sexuellen Aktivitäten ist ziemlich deutlich: Sex is for procreation, not for recreation.
Diese Auffassung haben die Kirchen ja auch lange vertreten, bzw. vertreten sie zum Teil immer noch. Das sehe ich aber längst nicht so eng. Sondern so, dass Sex der höchste Beweis für gegenseitige Liebe ist und u.a. auch das Ziel hat, das die Partner miteinander Eins werden, was natürlich nur auf der Spirituellen Ebene geht. Und dieses Eins werden erleben sie in der Regel mit dem Orgasmus und dauert real folglich nicht sehr lange. Gefühlt kann das aber völlig anders aussehen. Und in dem Sinne praktizierte Sexualität ist es eben nicht nur Fortpflanzung, sondern intimster oder besser persönlichster Ausdruck davon, das zwei zusammen gehören.

:winken:
Hans

Titel: Re: Bhagavad Gita
Beitrag von: Mobi am 02. September 2014, 14:01:11
Hallo Hans,

ich komme im Moment leider nicht dazu zu antworten, heute ist ein wichtiges Festival und wir stecken schon seit gestern in den Vorbereitungen. Aber keine Sorge, du kriegst schon noch eine Antwort!

LG, Mobi
Titel: Re: Bhagavad Gita
Beitrag von: Hans am 03. September 2014, 22:03:26
Hi Mobi,

kein Problem.  :flirt:
Dann antwortest Du halt, wenn Du wieder Zeit hast.

:winken:
Hans
Titel: Re: Bhagavad Gita
Beitrag von: Mobi am 04. September 2014, 12:10:12
Hallo Hans,

so... weiter geht's!

Menschen, die eine derartige Sichtweise auch schon in diesem Leben entwickeln, die nicht nur auf Theorie beruht, gibt es aber wahrscheinlich nicht sehr viele.

Ja, das stimmt.

Aber davon abgesehen, kehrt die Seele laut christlicher Mystik nach einem irdischen Leben sowie in die jenseitige, bzw. spirituelle Welt zurück und bleibt dort eine Weile.

Hm, das ist aber nicht die spirituelle Welt (auch wenn sie das vielleicht ähnlich bezeichnen mögen), denn aus der kehrt man nie wieder in die materielle Welt zurück, wenn man es mal zurück geschafft hat. Das wird wohl ein Ort in dieser Dimension sein (und in den Veden wird ebenfalls beschrieben, dass es einige Zeit dauert, bis die Seele wieder reinkarniert, meistens anscheinend ein paar Monate).

Aber selbst wenn man das nur Teilweise macht, so gibt es doch eine Anzeige, die einem sagt, ob man auf einem guten Weg ist, oder nicht. Wenn man nämlich im Sinne einer Ethik lebt, die sich für ein nachhaltiges Leben im Umgang mit der Umwelt und den Mitmenschen ausspricht, immer mehr oder weniger dem Gemeinwohl verpflichtet handelt, und sich dabei wohl fühlt, bzw. ganz allgemein immer das Gefühl hat, anderen zu helfen und ganz allgemein etwas zum Wohle der Allgemeinheit zu tun, dann kann man auch davon ausgehen, dass das so ist.
Dann handelt man im Sinne des Himmels und dieser unterstützt einen dabei auch.

Das ist nicht das, was normalerweise als spirituell bezeichnet wird (denn der Bezug zu Gott fehlt hier). Das sind halt fromme Taten (die gutes Karma produzieren, aber das hilft einem ja nicht, aus der materiellen Welt herauszukommen). Das kann aber durchaus der Anfang sein, denn um ein spirituelles Leben zu beginnen, braucht man normalerweise einen gewissen "Vorrat" an guten Taten.

Äh ja, und da steht dann, dass kein Auge je gesehen hat und kein Ohr je gehört hat, was den Vater im Himmel jenen bereitet hat, die seinen Geboten folgen...
Aber gut, das steht in der Bibel irgendwo als Beschreibung des Paradieses, hat also nichts mir vedischer Philosophie zu tun.

Das stimmt durchaus, dass diese Dinge mit unseren materiellen Sinnen nicht erfassbar sind. In den Veden gibt es diesbezüglich aber sehr genaue Beschreibungen (z.B. bis hin zu einem detaillierten Tagesablauf von Krishna, was er wann wo mit wem macht etc.).

Eine "Überssele" oder besser ein "Über-ich" gibt es in der christlichen Mystik auch, das ist aber noch mal was anderes als die bisher beschrieben Engel.

Ja, ich merke schon, dass teilweise die gleichen Begriffe für verschiedene Sachen verwendet werden, was das Ganze natürlich etwas kompliziert macht.

Also auf die Naturwissenschaften bezogen, machst Du mit dieser Aussage den Eindruck, dass Du keine Ahnung von Wissenschaftstheorie hast. Danach ist eine Theorie im Naturwissenschaftlichen Sinne ein Modell, das einem die Natur, bzw. die darin vorgefundenen Phänomene erklären kann. Aber nicht nur dass. Damit eine Theorie den Namen auch verdient, muss sie experimentel überprüfbar sein. Das heisst, die Aussagen, die sie über eine Sache macht müssen mit den Ergebnissen der Experimente übereinstimmen und zwar unabhängig von Zeit und Ort. Und ein bestimmtes Experiment muss immer die gleichen Ergebnisse liefern. Erst wenn all das zutrifft, dann darf in der Naturwissenschaft von einer Theorie gesprochen werden. Sonst nicht! Eine ausführlichere Erklärung findest Du hier (http://scienceblogs.de/planeten/2008/04/07/was-ist-eine-theorie/).

Ja, so arbeitet die Wissenschaft. Was ich meine, ist dass eben diese Experimente immer von unseren Sinnen abhängig sind. Und alle Gerätschaften, die verwendet werden, nur eine Erweiterung unserer Sinne (z.B. ein Mikroskop für den Sehsinn).
Deshalb basiert das alles auf unseren unzulänglichen Sinnen (und nur weil ein ebenfalls unzulänglicher Sinn dasselbe Ergebnis woanders nachmachen kann, ist eigentlich noch nichts bewiesen, außer dass die Sinne ähnlich funktionieren).
Das mag bei materiellen Dingen halbwegs funktionieren, aber spirituelle Dinge liegen eben außerhalb unserer materiellen Wahrnehmung, deshalb ist es auch kein Wunder, dass Wissenschaftler oft an sowas nicht "glauben" (weil man es nicht wahrnehmen kann, aber das liegt eben in der Natur der Sache).

Und nebenbei: Wenn so manche Theorie, die die Wissenschaft in den letzten 400 Jahren hervor gebracht hat, nicht stimmen würde, dann müsstest Du Deine Reisen nach Indien mit dem Segelschiff unternehmen anstatt mit dem Flugzeug und diese Diskussion hier könnten wir gar nicht führen, weil wir uns wahrscheinlich nie begegnen würden. (Die tatsächliche Begegnung vor inzwischen schon 6 Jahren war ja auch eine geplante Angelegenheit und keine Zufällige.)

Stimmt, ich habe auch nie behauptet, dass die Wissenschaft (für materielle Dinge!) keinen Nutzen hat. Und ja, man kann sie sogar für spirituelle Dinge verwenden (z.B. wenn ich in einen Flieger steige, um zu einem heiligen Ort zu reisen). Oder hier über solche Themen zu diskutieren...
Das Problem ist nur, dass die Wissenschaft in unserer Gesellschaft im Grunde das Nonplusultra ist (denn dadurch wird der Konsum und Luxus ja erst ermöglicht) und nur weniger darüber hinausdenken.

Das machen ja viele, und publizieren das auch. Aber die anderen haben momentan noch die Übermacht und benutzen diese auch, um ihre Ansichten präsent zu halten.

Ja, genau da liegt der Knackpunkt: Nämlich dass die Wissenschaftler nicht unabhängig sind. Sie werden ja zu einem großen Teil von der Wirtschaft finanziert. Hört man von der Uni öfter, dass eben Projekt, von denen die Wirtschaft was hat, sich keine Sorgen über Fördergelder machen müssen. Besonders auffällig wohl in Bereichen, in denen wirklich Geld verdient wird, also z.B. Bereiche, die für die Pharmaindustrie interessant sind.

Ich hatte "Konsum" hier so verstanden, dass darunter auch die Beschaffung der zum Leben notwendigen Dinge verstanden wird, also das tägliche Brot oder Müsli, Kleidung, Hygieneartikel wie die Zahnbürste und das Duschgel (oder die Seife) und natürlich auch die Bücher, die wir lesen.

Ok, ich hatte Konsum eher so verwendet als alles, was man außer den lebensnotwendigen Dingen braucht. (Also z.B. das neue Handy, obwohl das alte noch funktioniert.)

Die Frage, die man sich dann irgendwann stellen sollte ist die, ob man bestimmte Artikel wirklich braucht oder nicht. Oftmals kommt man dann zu dem Schluss, dass man vieles gar nicht braucht und deshalb gut drauf verzichten kann.

Die Erfahrung hab ich auch gemacht und teilweise drastisch reduziert. Z.B. im Bereich der Kosmetik (was aber vor allem auch dadurch motiviert war, dass ich Produkte vermeiden wollte, die an Tieren getestet werden und außerdem natürlichere Sachen verwenden wollte, also Öl statt Bodylotion etc.)

Ja, dass ist das, was uns u.a. die Werbung eintrichtern will, dass man irgendwelches materielle Gedöns  braucht, um glücklich zu werden. Oder man soll durch das essen oder trinken irgendwelcher speziellen Produkte glücklich werden.
Alles Unfug!

Jep, ganz genau!  :doof:

Ah ja, und erntete lange Gesichter, schätze ich mal.

Interessanterweise erntete er genau das Gegenteil. Die waren richtig berührt, weil ihnen das wahrscheinlich im Leben noch keiner gesagt hatte. In solchen Kreisen zählt ja oft nur, wieviel Kohle man hat.

Schon möglich. Aber ich denke mal, als gelernte Lehrerin solltest Du doch auch wissen, dass unser Bildungssystem derzeit nicht darauf ausgerichtet ist, alles in grösseren Zusammenhängen zu sehen. Im Gegenteil wird doch oftmals nur Teilwissen vermittelt. Aber das, was es braucht, um überhaupt erst mal in grösseren Zusammenhängen denken zu können, bleibt auf der Strecke. Und das scheint mir in manchen Fällen auch politisch gewollt zu sein, um uns als Volk blöd zu halten, bzw. auch weiter für Blöd verkaufen zu können.  :meckern:

Ja, das ist einer der vielen Gründe, warum ich unserem Bildungssystem den Rücken gekehrt habe... Der Anspruch "In der Schule lernt man was fürs Leben" ist immer weniger gegeben.

So aus der Ferne betrachtet, aufgrund dessen, was ich bisher so von Dir gelesen habe, scheinst Du aber trotzdem beides zu brauchen. Zur Zeit mag Dir die Philosophie wichtiger sein, aber ganz ohne Asanas wird es langfristig wohl doch nicht klappen. Und wenn es keine Asanas sind, dann eine andere Art von Sport.

Nun, ich habe ja auch noch meine tägliche Praxis der Mantrameditation (und seit ich das mache, gibt mir Yoga lang nicht mehr so viel wie früher). Um den Körper gesund zu halten, ist Yoga gut geeignet (besser als jeder Sport, weswegen ich damit auch nix mehr am Hut habe). Und auch um den Geist zu beruhigen und ausgeglichener zu sein (was aber auch durch Bhakti Yoga erreicht werden kann, und das effektiver).
Insofern ist es nur noch Mittel zum Zweck (gesund zu bleiben) und nicht mehr der Zweck an sich. Aber es spricht ja nichts dagegen, es einzusetzen, solange es dem höheren Zweck dient.

Diese Auffassung haben die Kirchen ja auch lange vertreten, bzw. vertreten sie zum Teil immer noch.

Ja, ein Hinweis darauf, dass es sich dabei um ein spirituelles Prinzip handelt.

Sondern so, dass Sex der höchste Beweis für gegenseitige Liebe ist und u.a. auch das Ziel hat, das die Partner miteinander Eins werden, was natürlich nur auf der Spirituellen Ebene geht.

Nun, das mit dem Einswerden ist so ein spirituelles Missverständnis (wahrscheinlich DAS Missverständnis schlechthin...). Es ist möglich, aber wohl kaum Ziel eines ernsthaften spirituellen Weges.
Und die körperliche Vereinigung hat damit herzlich wenig zu tun, das ist einfach auf der materiellen Ebene.

Und dieses Eins werden erleben sie in der Regel mit dem Orgasmus und dauert real folglich nicht sehr lange.

Genau, wirkliche Nähe und eine tiefe Beziehung entsteht dadurch eben nicht. Und wenn ich nochmal an die "Lust => Zorn" Sache (aus Lust entsteht Zorn) erinnern darf, ist es wohl einer harmonischen Beziehung eher abträglich.
Eine wirkliche Beziehung beruht auf gegenseitigem Dienst und nicht darauf, dass man nur etwas für den Anderen tut, weil der etwas für einen selber macht.
Im Grunde braucht man sich nur die Scheidungsraten anschauen, um zu sehen, dass es so wie wir es machen (und davon ausgehen, dass es so funktioniert), eben nicht geht.

Und in dem Sinne praktizierte Sexualität ist es eben nicht nur Fortpflanzung, sondern intimster oder besser persönlichster Ausdruck davon, das zwei zusammen gehören.

Wenn Gott im Zentrum des Ganzen steht (also wenn Sex zur Fortpflanzung dient und man auch die Verantwortung übernimmt, den Kindern beizubringen, wie man ein spirituelles Leben führt) kann es genau dazu werden.
Also wenn vorher schon eine tiefe Beziehung vorhanden ist und man auf dieser Basis handelt.

Und ja, meistens ist Sex der Ausdruck davon, dass man zusammen gehört, denn das allein ist es, worauf die meisten Beziehungen basieren. Sie fangen mit körperlicher Attraktivität an und hören auf, wenn diese sich totgelaufen hat.

LG, Mobi
Titel: Re: Bhagavad Gita
Beitrag von: Hans am 06. September 2014, 08:37:41
Hi Mobi,

sorry, dass ich jetzt mit antworten spät dran bin, aber ich muss erst noch mal was nachlesen, bevor ich antworte. Bin da aber noch nicht zu gekommen...  :wuschig:

:winken:
Hans
Titel: Re: Bhagavad Gita
Beitrag von: Mobi am 06. September 2014, 17:05:37
Hallo Hans,

kein Problem, bin schon gespannt, was du nachliest...   :flirt:

LG, Mobi
Titel: Re: Bhagavad Gita
Beitrag von: Hans am 08. September 2014, 02:46:44
Hi Mobi,

so... weiter geht's!
genau.  :->

Aber davon abgesehen, kehrt die Seele laut christlicher Mystik nach einem irdischen Leben sowie in die jenseitige, bzw. spirituelle Welt zurück und bleibt dort eine Weile.

Hm, das ist aber nicht die spirituelle Welt (auch wenn sie das vielleicht ähnlich bezeichnen mögen), denn aus der kehrt man nie wieder in die materielle Welt zurück, wenn man es mal zurück geschafft hat.
Das wäre nach den Abrahamitischen Religionen das Paradies, das zu erreichen das "Endziel" allen Daseins ist, also die endgültige Rückkehr zu Gott. Das wird aber erst am Ende der Zeiten erreicht, wenn mit den Menschen auch die gesamte übrige Schöpfung zum Schöpfer zurück kehrt. 

Das wird wohl ein Ort in dieser Dimension sein (und in den Veden wird ebenfalls beschrieben, dass es einige Zeit dauert, bis die Seele wieder reinkarniert, meistens anscheinend ein paar Monate).
Das was ich (und wohl auch die meissten anhänger der Abrahmitischen Religionen) unter dem Jenseits verstehe, ist mehr oder weniger der Himmel, welcher im englischen mit "heaven" bezeichnet wird, im Gegensatz zu "sky". Jener Ort, wohin die Seele nach dem Tod des Körpers zurück kehrt. Sie kann dort ein paar Monate bleiben, auch ein paar Jahre oder Jahrzehnte, vielleicht sogar Jahrhunderte, bis sie sich das nächste mal wieder inkarniert. Es kann aber auch sein, dass sie schon wenige Tage nach dem Tod des einen Körpers sofort in einen neuen inkarniert, wenn sie es für angebracht hält. Eine interessante Geschichte dazu findet sich bei Bernard Jakoby ziemlich am Ende des Buches "Auch Du lebst Ewig".
 
Das ist nicht das, was normalerweise als spirituell bezeichnet wird (denn der Bezug zu Gott fehlt hier).
Das stimmt allerdings, aber darum ging es mir in dem Abschnitt auch nicht. Damit wollte ich nur andeuten, dass man auch im Sinne des Himmels handeln kann, wenn man mit Religion nicht viel am Hut hat.

Äh ja, und da steht dann, dass kein Auge je gesehen hat und kein Ohr je gehört hat, was den Vater im Himmel jenen bereitet hat, die seinen Geboten folgen...
Aber gut, das steht in der Bibel irgendwo als Beschreibung des Paradieses, hat also nichts mir vedischer Philosophie zu tun.
Das stimmt durchaus, dass diese Dinge mit unseren materiellen Sinnen nicht erfassbar sind.
Ja, aber zumindest eine Ahnung oder eine vage Vorstellung davon können wir mit unserem Fühlen erfassen.

In den Veden gibt es diesbezüglich aber sehr genaue Beschreibungen (z.B. bis hin zu einem detaillierten Tagesablauf von Krishna, was er wann wo mit wem macht etc.).

Hm... also ein "detaillierter Tagesablauf von Krishna" erinnert mich dann doch eher an die griechische Mythologie, soweit ich sie kenne. Und die antiken Griechischen Götter halte ich für Projektionen menschlichen Verhaltens.
In der Bibel gibt es meines Wissens nach keine Beschreibung des Tagesablaufes Gottes. Das würde auch keinen Sinn ergeben, weil er als Schöpfer selbst bestimmen kann, wie lang oder kurz ein Tag sein soll. Deshalb würde ich diese Beschreibungen des Tagesablaufes von Krishna als Allegorie deuten, die uns zeigen soll, wie man seinen Tagesablauf optimal gestaltet. Und dann ist immer noch die Frage, ob dieses Beispiel auch auf alle Situationen im Leben übertragbar ist? - Damit sind wir aber an einem Punkt angekommen, den jede Generation erneut für sich klären muss, weil sich die Verhältnisse ja ständig ändern. 

Eine "Überssele" oder besser ein "Über-ich" gibt es in der christlichen Mystik auch, das ist aber noch mal was anderes als die bisher beschrieben Engel.

Ja, ich merke schon, dass teilweise die gleichen Begriffe für verschiedene Sachen verwendet werden, was das Ganze natürlich etwas kompliziert macht.
Nun ja, man muss ja auch miteinander ins Gespräch kommen, und sich dann auch erst mal über Begriffe und Bedeutungen einigen. - Genau wie in der Wissenschaft.  :->

Also auf die Naturwissenschaften bezogen, machst Du mit dieser Aussage den Eindruck, dass Du keine Ahnung von Wissenschaftstheorie hast.
Hier muss ich etwas zurück rudern, weil ich festgestellt habe, dass ich von Wissenschaftstheorie als philosophischer Disziplin auch kaum Ahnung habe.  :wah: 

Danach ist eine Theorie im Naturwissenschaftlichen Sinne ein Modell, ...

Ja, so arbeitet die Wissenschaft. Was ich meine, ist dass eben diese Experimente immer von unseren Sinnen abhängig sind. Und alle Gerätschaften, die verwendet werden, nur eine Erweiterung unserer Sinne (z.B. ein Mikroskop für den Sehsinn).
Deshalb basiert das alles auf unseren unzulänglichen Sinnen (und nur weil ein ebenfalls unzulänglicher Sinn dasselbe Ergebnis woanders nachmachen kann, ist eigentlich noch nichts bewiesen, außer dass die Sinne ähnlich funktionieren).
:hmschild:  :gruebel:

Das mag bei materiellen Dingen halbwegs funktionieren, aber spirituelle Dinge liegen eben außerhalb unserer materiellen Wahrnehmung, deshalb ist es auch kein Wunder, dass Wissenschaftler oft an sowas nicht "glauben" (weil man es nicht wahrnehmen kann, aber das liegt eben in der Natur der Sache).
Vom rein (natur)wissenschaftlichen Standpunkt aus geht es ja auch nicht anders. Aber darüber ist sich jede vernünftige Wissenschaftlerin im klaren, dass es sich eben nur um Modelle der Wirklichkeit handelt, die diese aber nie vollständig beschreiben.

Das Problem ist nur, dass die Wissenschaft in unserer Gesellschaft im Grunde das Nonplusultra ist (denn dadurch wird der Konsum und Luxus ja erst ermöglicht) und nur weniger darüber hinausdenken.
Als das Nonplusultra würde ich die Wissenschaft nicht einstufen. Auch nicht in unserer Gesellschaft. Denn da gibt es doch noch eine grosse Skepsis gegenüber der Wissenschaft und oft auch eine Wissenschaftsfeindlichkeit, die eigentlich absurd ist. Denn einerseits nutzt man die Dinge, die aus wissenschaftlichen Erkenntnissen heraus entwickelt wurden, andererseits verteufelt man sie aus irgendwelchen irrationalen Gründen. Meiner Ansicht nach ist eine Folge schlechter Bildung, bzw. mangelhafter Prioritätensetzung derselben.

Das machen ja viele, und publizieren das auch. Aber die anderen haben momentan noch die Übermacht und benutzen diese auch, um ihre Ansichten präsent zu halten.

Ja, genau da liegt der Knackpunkt: Nämlich dass die Wissenschaftler nicht unabhängig sind. Sie werden ja zu einem großen Teil von der Wirtschaft finanziert.
Ja, dass ist der grosse Fehler unserer Zeit. Das wird sich noch bitter rächen, fürchte ich. Wobei man aber auch dazu sagen muss, dass nicht alle Wissenschaftler von der Industrie abhängig sind und sich ihre Unabhängigkeit noch bewahrt haben. Aber das wird derzeit immer schwerer.

Hört man von der Uni öfter, dass eben Projekt, von denen die Wirtschaft was hat, sich keine Sorgen über Fördergelder machen müssen. Besonders auffällig wohl in Bereichen, in denen wirklich Geld verdient wird, also z.B. Bereiche, die für die Pharmaindustrie interessant sind.
Um das beispiel mit der Pharmaindustie mal aufzunehmen: hier zeigt sich nämlich, dass ausschliessliche orientierung am Profit die Prioritäten oftmals falsch setzt, wie die Ebolaepidemie in Afrika gerade demonstriert. Diese Viren waren wohl nicht interessant genug um sie intensiver zu erforschen. Bzw. man glaubte, man wisse schon genug um damit fertig zu werden. Fataler Irrtum.
Aber nicht nur die Pharmaindustrie, sondern leider in allen Bereichen, die was mit Natur- bzw.  Ingenieurwissenschaft zu tun haben, ist es so, dass jene sich keine sorgen machen müssen, die für die Wirtschaft (oder das Militär) interessant sind, d.h. aus deren Erkenntissen schneller Profit zu schlagen ist. Langfristige (und oftmals auch langweilige) Grundlagenforschung hat es da schon wesentlich schwerer.

Ja, dass ist das, was uns u.a. die Werbung eintrichtern will, dass man irgendwelches materielle Gedöns  braucht, um glücklich zu werden. Oder man soll durch das essen oder trinken irgendwelcher speziellen Produkte glücklich werden.
Alles Unfug!

Jep, ganz genau!  :doof:
Schön, dass wir uns auch mal einig sind.  :->  :-)

Ah ja, und erntete lange Gesichter, schätze ich mal.

Interessanterweise erntete er genau das Gegenteil. Die waren richtig berührt, weil ihnen das wahrscheinlich im Leben noch keiner gesagt hatte. In solchen Kreisen zählt ja oft nur, wieviel Kohle man hat. 
Interessant. - Kommt dann aber vielleicht auch darauf an, wer das sagt, und wie man das anstellt, um die Seele auch wirklich zu erreichen.

...das, was es braucht, um überhaupt erst mal in grösseren Zusammenhängen denken zu können, bleibt auf der Strecke. Und das scheint mir in manchen Fällen auch politisch gewollt zu sein, um uns als Volk blöd zu halten, bzw. auch weiter für Blöd verkaufen zu können.  :meckern:

Ja, das ist einer der vielen Gründe, warum ich unserem Bildungssystem den Rücken gekehrt habe... Der Anspruch "In der Schule lernt man was fürs Leben" ist immer weniger gegeben.
Dem stimme ich zu, und ich denke, dagegen hilft nur eine gesellschaftliche Rückbesinnung auf das Humboldtsche Bildungsideal, das in der Bildungspolitik derzeit ja kaum eine Rolle spielt. Das Problem ist blos, dass sich auch erst mal weit herum sprechen muss, was man sich darunter vorzustellen hat, und anschliessend diskutiert werden muss, wie man das entsprechend umsetzt. Und das kann sehr schwer werden, wie der Hamburger Schulstreit von 2008/2009 gezeigt hat.

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Um den Körper gesund zu halten, ist Yoga gut geeignet (besser als jeder Sport, weswegen ich damit auch nix mehr am Hut habe). Und auch um den Geist zu beruhigen und ausgeglichener zu sein (was aber auch durch Bhakti Yoga erreicht werden kann, und das effektiver).
Insofern ist es nur noch Mittel zum Zweck (gesund zu bleiben) und nicht mehr der Zweck an sich. Aber es spricht ja nichts dagegen, es einzusetzen, solange es dem höheren Zweck dient.
Es ging mir hier ja letztlich auch nur darum, gesund zu bleiben. Und dazu benötigt der Körper eben auch ein gewisses Pensum an Bewegung bzw. Belastung. Wie man das erreicht ist zweitrangig, wichtig ist ja nur, dass man nicht nur "herum sitzt", sondern auch mal was tut, dass den Körper fordert. 


Diese Auffassung haben die Kirchen ja auch lange vertreten, bzw. vertreten sie zum Teil immer noch.

Ja, ein Hinweis darauf, dass es sich dabei um ein spirituelles Prinzip handelt.

Was ich auch nicht grundsätzlich bestreite.


Sondern so, dass Sex der höchste Beweis für gegenseitige Liebe ist und u.a. auch das Ziel hat, das die Partner miteinander Eins werden, was natürlich nur auf der Spirituellen Ebene geht.

Nun, das mit dem Einswerden ist so ein spirituelles Missverständnis (wahrscheinlich DAS Missverständnis schlechthin...). Es ist möglich, aber wohl kaum Ziel eines ernsthaften spirituellen Weges.
Das soll ja auch kein spirituelles Ziel in dem Sinne sein, dass man sein Leben so ausrichtet, als ob eine körperliche Vereinigung das Ziel des Lebens wäre.

Und die körperliche Vereinigung hat damit herzlich wenig zu tun, das ist einfach auf der materiellen Ebene.
Eine körperliche Vereinigung wie ich sie hier verstehe ist ja auch nicht einfach nur Sex. Sondern die beruht auf einer Einstellung und Entwicklung eines Gefühls der Zusammengehörigkeit, das erst wachsen muss und anschliessend gepflegt werden will, um bestehen zu bleiben. Und erst wenn dieses Zusammengehörigkeitsgefühl gewachsen ist und eine gewisse Stabilität erreicht hat, kann man beim Sex auch diese Vereinigung auf spiriueller oder besser vielleicht auf "geistiger" Ebene erleben. Die Entwicklung dahin kann Jahre dauern, wenn sich die falschen Partner zusammen getan haben aber auch nie eintreten.


wirkliche Nähe und eine tiefe Beziehung entsteht dadurch eben nicht. Und wenn ich nochmal an die "Lust => Zorn" Sache (aus Lust entsteht Zorn) erinnern darf, ist es wohl einer harmonischen Beziehung eher abträglich.
Du darfst. Dazu wende ich ein, dass man sich nicht völlig von der Lust bestimmen lassen darf, also seine Grenzen kennen sollte. Wenn die Lust so ausgelebt wird, entsteht daraus kein Zorn sondern Befriedigung. Die Frage ist natürlich, wann das umschlägt, also wann man es zu weit treibt. Aber das dürfte einem die Umwelt schon mitteilen. Man muss die Mitteilung dann aber auch annehmen und seine Gelüste dem entsprechend zurück fahren. - Was aber auch gelernt werden kann.

Eine wirkliche Beziehung beruht auf gegenseitigem Dienst und nicht darauf, dass man nur etwas für den Anderen tut, weil der etwas für einen selber macht.
Da widerspreche ich auch gar nicht. - Liebe ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen, wobei der Schwerpunkt bei allen Beteiligten auf dem Geben liegen sollte. Sonst geht die Sache schief.

Und in dem Sinne praktizierte Sexualität ist es eben nicht nur Fortpflanzung, sondern intimster oder besser persönlichster Ausdruck davon, das zwei zusammen gehören.

Wenn Gott im Zentrum des Ganzen steht (also wenn Sex zur Fortpflanzung dient und man auch die Verantwortung übernimmt, den Kindern beizubringen, wie man ein spirituelles Leben führt) kann es genau dazu werden.
Also wenn vorher schon eine tiefe Beziehung vorhanden ist und man auf dieser Basis handelt.
Äh ja, ich glaube, dass hab ich da oben mit anderen Worten auch so geschrieben. Wobei Du hier noch einen Schritt weiter gehst und dann auch die Verantwortung für eventuelle Kinder mit einbeziehst. Die hatte ich aber erst mal aussen vor gelassen.

Und ja, meistens ist Sex der Ausdruck davon, dass man zusammen gehört, denn das allein ist es, worauf die meisten Beziehungen basieren. Sie fangen mit körperlicher Attraktivität an und hören auf, wenn diese sich totgelaufen hat.
Das ist der Fehler der in unserer Zeit wohl am meissten gemacht wird, nämlich das man sich auf körperliche Attraktivität beschränkt und dem Charakter nur untergeordnete Priorität beimisst, obwohl der langfristig das ausschlag gebende Kriterium für eine dauerhafte Beziehung ist. Aber in dem Fall ist Sex kein wirklichlicher Ausdruck von Zusammengehörigkeit, sondern nur das Ausleben der biologischen Triebe. Und wenn die Befriedigt sind und die Attraktivität damit verschwindet, zeigt das doch, dass man eben nicht zusammen gehört.

:winken:
Hans


P.S. Das was ich noch mal genauer nachlesen will, muss ich immer noch suchen, weil ich die genaue Stelle oder auch das richtige Buch noch nicht wieder gefunden habe.  :wah: :rollen:
Titel: Re: Bhagavad Gita
Beitrag von: Hans am 13. September 2014, 01:12:17
Hi Mobi,

da Du bisher noch nicht geantwortet hast, vermute ich mal, Du wartest auf das, was ich noch nachlesen wollte, (sofern Du an dieser Diskussion noch interessiert bist.) Nun, ich hab das Buch inzwischen gefunden, und auch die Dinge, die ich noch mal genauer wissen wollte. Also fangen wir mal mit dem Buch selbst an: Das ist ein weiteres "Engelbuch" von Alexa Kriele mit dem Titel: "Engel weisen Wege zur Heilung", Untertitel:  "Gesund werden - gesund bleiben". (Erschien 2007 im Knaur-Verlag, ISBN: 978-3-426-65603-7)
Darin werden diverse seelische Ursachen für körperliche Probleme behandelt, und wie man sein Leben gestalten sollte, damit man mit seinem Körper in einer harmonischen Beziehung lebt, also auch gesund bleibt. Auf die Details geh ich jetzt nicht ein, denn das wird zu lang; - allein der Abschnitt, den ich noch mal nachlesen wollte umfasst 13 Seiten. Das kann ich nicht alles zitieren. - Aber worum geht es mir denn genau? - Nun, dass ist die Sache mit der Sexualität. Da schriebst Du auf meine Aussage:

Sondern so, dass Sex der höchste Beweis für gegenseitige Liebe ist und u.a. auch das Ziel hat, das die Partner miteinander Eins werden, was natürlich nur auf der Spirituellen Ebene geht.

Nun, das mit dem Einswerden ist so ein spirituelles Missverständnis (wahrscheinlich DAS Missverständnis schlechthin...). Es ist möglich, aber wohl kaum Ziel eines ernsthaften spirituellen Weges.
Und die körperliche Vereinigung hat damit herzlich wenig zu tun, das ist einfach auf der materiellen Ebene.

Darauf hab ich im letzten Beitrag zwar schon geschrieben:
Das soll ja auch kein spirituelles Ziel in dem Sinne sein, dass man sein Leben so ausrichtet, als ob eine körperliche Vereinigung das Ziel des Lebens wäre.

Aber dazu gibt es noch mehr zu sagen, was die Sache in ein umfassenderes Licht stellt. Das hab ich in dem Buch noch mal genauer nachgelesen und werde versuchen, es hier jetzt in einer kürzeren Form darzustellen. Das Erste, das ich aus dem Buch dazu zitiere ist:
Zitat von: Engelbuch
Entscheidend ist, dass sich der Mensch insgesamt als ein sexuelles Wesen versteht und ihm das angenehm ist, dass er gern als Mann oder Frau lebt und seine Sinnlichkeit bejaht, auch wenn er sie nur reserviert und zurückgenommen auslebt.
(Seite 228)

Etwas weiter im Text steht dann u.a. auch:
Zitat von: Engelbuch
es gibt eben auch Sexualität ohne Liebe. Aber darin erfüllt sich nicht der Sinn der Sexualität.
(Seite 229)
Ich glaube, darin sind wir uns einig, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen.
Aber dann wird der Bogen zum Himmel und zum Göttlichen gespannt, indem u.a. die Bibel zitiert wird, genauer die Sprüche (http://www.bibleserver.com/text/EU/Spr%C3%BCche), Kapitel 8, Verse 22-30. (Genaue verlinkung funktioniert irgendwie nicht.) Darauf hin heisst es dann:
Zitat von: Engelbuch
Das Spiel war eine tanzende Bewegung, die auf den Vater [Gott] abgestimmt war, so dass sich eine Kommunikation ergab mit Frage und Antwort, Spannung und Entspannung, Entfernung und Annäherung. Dieser Tanz ist das Urbild der geschlechtlichen Liebe.
(Seite 230)
Das wird dann noch weiter erklärt, wobei man die Erklärung zwar auch so auffassen kann, als ob es dabei nur um Zeugung, bzw. Erschaffung geht, aber das ist zu kurz gedacht. Darum geht es zwar auch, wenn es heisst:
Zitat von: Engelbuch
Der Beischlaf, die Zeugung, die Schwangerschaft, die Geburt sind auf die irdische materielle Ebene geronnene Szenen dieser himmlischen Gefährtenschaft. Deshalb ist die Sexualität letztlich eine heilige Grösse. Denn das Nachspielen eines heiligen Aktes ist selbst ein heiliger Akt.
(Seite 231)
Man beachte, das Beischlaf und Zeugung getrennt aufgeführt werden.

Danach geht es darum, den Körper zu schützen, und wie ritueller Tanz und andere ritualisierte Handlungen damit zusammen hängen. Und wie die dunklen Hierachien versuchen, die Sexualität zu pervertieren, bzw. wo der Hauptangriffspunkt dazu ist. Daraufhin liesst man dann schliesslich:
Zitat von: Engelbuch
Im Christentum liegt theologischer und moralischer Strenge allerdings nicht das Motiv zugrunde, Sexualität der dunklen Sphäre zuzuordnen, sondern im Gegenteil ihre Heiligeit schützen zu wollen. Das solltet ihr nicht verkennen, sondern gerecht beurteilen. Auch diese Strenge ist zwar überzogen, wenn sie die Sexualität auf Ehe und Zeugungsabsicht beschränken will. So wird sie von Himmel nicht geteilt. Sie ist gut gemeint, aber menschlichen Ursprungs. Der Himmel verurteilt weder Sexualität ohne Ehe noch jede Form von Empfängnisverhütung. Er überlässt es eurer Freiheit, würdig und liebvoll damit umzugehen.
(Seite 235)

Das ganze erklärt meiner Ansicht nach auch, dass ein "gesundes Sexualleben" das allgemeine Wohlbefinden des Menschen stärkt, während ein verdrängtes oder gar unterdrücktes Sexualleben das Gegenteil bewirkt, was ja inzwischen auch medizinischer Konsens ist.
Zu einem gesunden Sexualleben gehören freilich auch gesellschaftliche Grenzen, worauf anschliessend eingegangen wird, wobei noch mal darauf hingewiesen wird, dass das Ganze ohne diese Grenzen tatsächlich in die Richting aus- bzw. entartet, die Du schon angedeutet hast, als Du von Zorn geschrieben hast. Deshalb wird noch mal erklärt, wie es sich mit den Grenzen verhält und wie damit umzugehen ist. Der Rest handelt davon, wie man das ganze ins tägliche Leben integriert.


Jetzt noch ein Wort zum "miteinander Eins werden". Ich hatte geschrieben:
Und dieses Eins werden erleben sie in der Regel mit dem Orgasmus und dauert real folglich nicht sehr lange. ... Und in dem Sinne praktizierte Sexualität ist es eben nicht nur Fortpflanzung, sondern intimster oder besser persönlichster Ausdruck davon, das zwei zusammen gehören.

Das liesst sich in dem Buch so:
Zitat von: Engelbuch
Wenn sich ein Paar im Höhepunkt des Zeugungsaktes in innigstem Liebesglück und dem Bewusstsein unverbrüchlicher Treue in die Augen blickt, dann vermittelt ihm das wenigstens eine entfernte Ahnung von dem himmlischen Liebesbund zwischen Vater und Mutter. Es ist eine Tür, durch die der Mensch das Heiligste erspähen und erspüren kann. Im Idealfall schwingt dieses Nachspielen des himmlischen Schauspiels durch alle ebenen hindurch. Sexualität wird nicht nur körperlich erlebt, sondern auch auf der Ebene der Gefühle - mit Freude an sich und an der gelebten Beziehung  - und auch auf der geistigen und spirituellen Ebene. Sie wird erfahren als ein religiöser Akt, in dem man ganz bewusst das nachspielt, was Gott und seine Gefährtin vorgelebt haben.
(Seite 232f)

Dazu noch eine Art Annekdote am Rande: Als mein Vater mich über Sexualität aufklärte, hat er erklärt, das beim Akt so wie er im Zitat beschrieben wird, auch eine Prägung der Partner aufeinander stattfindet, die die Bindung vertieft und verschweisst. Das meinte ich u.a. auch mit "intimster oder besser persönlichster Ausdruck davon, das zwei zusammen gehören", wusste aber noch nicht so recht, wie ich das ausdrücken sollte.

Soweit mal diese Ausführungen zum Thema Sexualität, die jetzt wieder länger geraten sind, als ich ursprünglich dachte.  :wuschig:

:winken:
Hans
Titel: Re: Bhagavad Gita
Beitrag von: Mobi am 15. September 2014, 20:16:28
Hallo Hans,

sorry, dass es bei mir schon wieder so lange dauert...

da Du bisher noch nicht geantwortet hast, vermute ich mal, Du wartest auf das, was ich noch nachlesen wollte, (sofern Du an dieser Diskussion noch interessiert bist.)

Nein, eigentlich wollte ich noch antworten, bevor wir übers Wochenende weggefahren sind und habe es dann leider nicht mehr geschafft. Tut mir leid! Ich bin durchaus daran interessiert, weiterzudiskutieren und hoffe, dass ich es morgen endlich schaffe, dir zu antworten...

LG, Mobi
Titel: Re: Bhagavad Gita
Beitrag von: Mobi am 18. September 2014, 17:08:31
Hallo Hans,

so, nun endlich... für solche langen Diskussionen braucht es dann doch etwas Zeit und da schaut's grad knapp aus.  :flirt:

Das wäre nach den Abrahamitischen Religionen das Paradies, das zu erreichen das "Endziel" allen Daseins ist, also die endgültige Rückkehr zu Gott. Das wird aber erst am Ende der Zeiten erreicht, wenn mit den Menschen auch die gesamte übrige Schöpfung zum Schöpfer zurück kehrt. 

Interessant. In dem Buch, das ich gerade übersetze, wird beschrieben, wie ein Yogi über körperliche Übungen/Meditation die spirituelle Welt erreichen kann und auch, dass das dauert, bis das Universum zerstört wird. Das ist bei Bhakti Yoga aber nicht so, Prabhupad hat immer betont, dass wir nach diesem Leben zurückgehen sollen. Das ist durch diesen Prozess schneller möglich.

Hm... also ein "detaillierter Tagesablauf von Krishna" erinnert mich dann doch eher an die griechische Mythologie, soweit ich sie kenne. Und die antiken Griechischen Götter halte ich für Projektionen menschlichen Verhaltens.

Ja, die erinnern mich auch eher an die Halbgötter mit ihren Zwistigkeiten untereinander...  :->

In der Bibel gibt es meines Wissens nach keine Beschreibung des Tagesablaufes Gottes. Das würde auch keinen Sinn ergeben, weil er als Schöpfer selbst bestimmen kann, wie lang oder kurz ein Tag sein soll.

Ja, das macht Krishna auch durchaus. Dann dauert manchmal eine Nacht Millionen von Jahren.

Deshalb würde ich diese Beschreibungen des Tagesablaufes von Krishna als Allegorie deuten, die uns zeigen soll, wie man seinen Tagesablauf optimal gestaltet. Und dann ist immer noch die Frage, ob dieses Beispiel auch auf alle Situationen im Leben übertragbar ist?

Nein, die sind durchaus wörtlich zu verstehen. Und auch nicht unbedingt als Grundlage für Nachahmung gedacht (und geeignet).
Krishna inkarniert aber manchmal, um ideales Verhalten vorzuleben (so z.B. als Rama, wo er das Verhalten eines idealen Sohnes, Königs und Ehemanns zeigt, mit Sita als weiblichem Pendant jeweils).

Und dann ist immer noch die Frage, ob dieses Beispiel auch auf alle Situationen im Leben übertragbar ist? - Damit sind wir aber an einem Punkt angekommen, den jede Generation erneut für sich klären muss, weil sich die Verhältnisse ja ständig ändern. 

Genau aus dem Grund lehrt die vedische Philosophie erstmal Prinzipien, um diese dann im Detail anwenden zu können. Und ich würde jetzt einfach mal behaupten, dass sich die Verhältnisse ändern und keine Stabilität vorhanden ist, weil wir den vedischen Prinzipien nicht mehr folgen.

Interessant. - Kommt dann aber vielleicht auch darauf an, wer das sagt, und wie man das anstellt, um die Seele auch wirklich zu erreichen.

Ganz genau und das macht er wirklich gut! Darf ich nächste Woche hoffentlich wieder live erleben...

Dem stimme ich zu, und ich denke, dagegen hilft nur eine gesellschaftliche Rückbesinnung auf das Humboldtsche Bildungsideal, das in der Bildungspolitik derzeit ja kaum eine Rolle spielt. Das Problem ist blos, dass sich auch erst mal weit herum sprechen muss, was man sich darunter vorzustellen hat, und anschliessend diskutiert werden muss, wie man das entsprechend umsetzt. Und das kann sehr schwer werden, wie der Hamburger Schulstreit von 2008/2009 gezeigt hat.

Hm, damit kenne ich mich nicht so aus. Aber ich habe gesehen, wie erfolgreich die vedische Schule in Mayapur ist. Das ist mit sämtlichen Schulsystemen, die ich kenne, überhaupt nicht zu vergleichen!

Das soll ja auch kein spirituelles Ziel in dem Sinne sein, dass man sein Leben so ausrichtet, als ob eine körperliche Vereinigung das Ziel des Lebens wäre.

Ja, das ist halt alles andere als ein "spirituelles" Ziel, sondern rein materiell. Aber wenn man sich so umschaut, ist das neben Geld verdienen vielleicht eines der wichtigsten Ziele der meisten Leute (bzw. helfen das Geld und die Statussymbole dann, das andere Geschlecht zu beeindrucken).

Und erst wenn dieses Zusammengehörigkeitsgefühl gewachsen ist und eine gewisse Stabilität erreicht hat, kann man beim Sex auch diese Vereinigung auf spiriueller oder besser vielleicht auf "geistiger" Ebene erleben.

Genau, Sexualität findet auf der mentalen/geistigen Ebene statt. Und die Vereinigung, die man erreicht, ist auf energetischer Ebene, dh. auch materiell (wenn auch feinstofflich).

Du darfst. Dazu wende ich ein, dass man sich nicht völlig von der Lust bestimmen lassen darf, also seine Grenzen kennen sollte. Wenn die Lust so ausgelebt wird, entsteht daraus kein Zorn sondern Befriedigung.

Das ist wohl einer der größten Trugschlüsse, dem unsere ganze Gesellschaft unterliegt. Sinnengenuss führt nicht Befriedigung, Glück oder sonstwas in der Richtung.
Wenn Lust nicht erfüllt wird, entsteht Zorn (das hatten wir ja schon) und wenn schon, dann Gier (immer noch mehr haben wollen). Insofern beides nicht wirklich erwünschte Charaktereigenschaften.

Da widerspreche ich auch gar nicht. - Liebe ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen, wobei der Schwerpunkt bei allen Beteiligten auf dem Geben liegen sollte. Sonst geht die Sache schief.

Unterschwellig merkt man an dieser Aussage, dass Liebe doch größtenteils einfach als Tauschhandel angesehen wird. Wenn es schiefgeht, weil der andere nicht so viel geben will, wie ich es gerne hätte, dann war es ein missglückter Businessdeal, aber keine Liebe.

So, ich muss jetzt los. Auf deinen anderen Beitrag antworte ich morgen!
Bis dann...

LG, Mobi
Titel: Re: Bhagavad Gita
Beitrag von: Mobi am 20. September 2014, 12:40:09
So, nun meine Antwort zu deinem zweiten Post:

Darin werden diverse seelische Ursachen für körperliche Probleme behandelt, und wie man sein Leben gestalten sollte, damit man mit seinem Körper in einer harmonischen Beziehung lebt, also auch gesund bleibt.

Die Seele ist sat-cid-ananda (ewig, voller Wissen und Glückseligkeit), daher sind körperliche Probleme nicht auf "seelische" Ursachen zurückzuführen, sondern auf geistige (mental/emotionale).

Zitat von: Engelbuch
Entscheidend ist, dass sich der Mensch insgesamt als ein sexuelles Wesen versteht und ihm das angenehm ist, dass er gern als Mann oder Frau lebt und seine Sinnlichkeit bejaht, auch wenn er sie nur reserviert und zurückgenommen auslebt.
(Seite 228)

Warum sollte man etwas bejahen und angenehm finden, das die Ursache von Leid ist? Aus dem Grund sind wir in der materiellen Welt, in der es vielfältige Leiden gibt.
Wenn man bejahen als ehrlich mit sich selbst sein und realistische Introspektion versteht, dann ok. Aber so kommt das in dem Abschnitt ja nicht rüber.

Zitat von: Hans link=topic=3051.msg47266#msg47266 date=1410563537
[quote author=Engelbuch
Das Spiel war eine tanzende Bewegung, die auf den Vater [Gott] abgestimmt war, so dass sich eine Kommunikation ergab mit Frage und Antwort, Spannung und Entspannung, Entfernung und Annäherung. Dieser Tanz ist das Urbild der geschlechtlichen Liebe.
[/quote]

Genau, alles was es in der spirituellen Welt gibt, existiert auch in der materiellen Welt. Allerdings umgekehrt, wie wenn sich ein Baum am Ufer im Wasser spiegelt. So wird die reine Liebe zu Gott in der materiellen Welt zu Lust (dem Gegenteil davon).

Zitat von: Hans link=topic=3051.msg47266#msg47266 date=1410563537
[quote author=Engelbuch
Der Beischlaf, die Zeugung, die Schwangerschaft, die Geburt sind auf die irdische materielle Ebene geronnene Szenen dieser himmlischen Gefährtenschaft. Deshalb ist die Sexualität letztlich eine heilige Grösse. Denn das Nachspielen eines heiligen Aktes ist selbst ein heiliger Akt.
[/quote]

Hier zeigt sich das zugrundeliegende Problem dieser Sichtweise: Denn wir können (und sollen) Gott nicht imitieren. Reines Nachspielen von dem, was Gott tut, ist noch lange kein "heiliger Akt".
Dafür gibt es sogar einen Sanskritbegriff: sahajiya. Da gibt es ganze apasampradayas (unauthorisierte Traditionen), die auf sowas basieren. Ein Beispiel dafür, was passiert, wenn die Lehre nicht so weitergegeben wird, wie sie ist, sondern an unsere materiellen Wünsche angepasst wird.

Man beachte, das Beischlaf und Zeugung getrennt aufgeführt werden.

Nun ja, das mag auch daran liegen, dass nicht jeder Beischlaf zu einer Zeugung führt.  :flirt:

Zitat von: Engelbuch
Auch diese Strenge ist zwar überzogen, wenn sie die Sexualität auf Ehe und Zeugungsabsicht beschränken will. So wird sie von Himmel nicht geteilt. Sie ist gut gemeint, aber menschlichen Ursprungs. Der Himmel verurteilt weder Sexualität ohne Ehe noch jede Form von Empfängnisverhütung. Er überlässt es eurer Freiheit, würdig und liebvoll damit umzugehen.

Genau das Gegenteil steht aber in den autorisierten Schriften, ist also vom "Himmel" so geteilt.
Ist irgendwie nicht besonders vertrauenserweckend und wirkt wenig kompetent, sich eine Schrift als Grundlage zu nehmen, nur um dann das Gegenteil zu behaupten.
Und bezüglich Freiheit: Klar, wir haben einen freien Willen und können tun und lassen, was wir wollen. Allerdings müssen wir auch mit den Konsequenzen leben, wenn wir Gottes Gesetze brechen. Es scheint, als ob wir das unterbewusst verstehen und daher diese Ausreden/Erklärungen/Rationalisierungen, durch die wir versuchen, unser Handeln zu rechtfertigen.

Das ganze erklärt meiner Ansicht nach auch, dass ein "gesundes Sexualleben" das allgemeine Wohlbefinden des Menschen stärkt, während ein verdrängtes oder gar unterdrücktes Sexualleben das Gegenteil bewirkt, was ja inzwischen auch medizinischer Konsens ist.

Da gibt es in "Prema Yoga" von Sankirtan Das ein interessantes Kapitel dazu. Da erklärt er, dass das erst in den letzten Jahren der Medizingeschichte der Fall ist und es genügend Gründe gibt, die dagegen sprechen.
Für mich eher ein Fall von "Wir legitimieren unseren Sinnengenuss"... wenn es denn auch noch medizinisch sinnvoll und "gesund" ist!  :rollen:

Zu einem gesunden Sexualleben gehören freilich auch gesellschaftliche Grenzen, worauf anschliessend eingegangen wird, wobei noch mal darauf hingewiesen wird, dass das Ganze ohne diese Grenzen tatsächlich in die Richting aus- bzw. entartet, die Du schon angedeutet hast, als Du von Zorn geschrieben hast.

Genau und die Grenze liegt (wenn man nach den autorisierten Schriften geht) eben bei Fortpflanzungsabsicht in der Ehe. Alles andere ist sündhaft und zieht karmische Reaktionen nach sich.

Das liesst sich in dem Buch so:
Zitat von: Engelbuch
Wenn sich ein Paar im Höhepunkt des Zeugungsaktes in innigstem Liebesglück und dem Bewusstsein unverbrüchlicher Treue in die Augen blickt, dann vermittelt ihm das wenigstens eine entfernte Ahnung von dem himmlischen Liebesbund zwischen Vater und Mutter. Es ist eine Tür, durch die der Mensch das Heiligste erspähen und erspüren kann. Im Idealfall schwingt dieses Nachspielen des himmlischen Schauspiels durch alle ebenen hindurch. Sexualität wird nicht nur körperlich erlebt, sondern auch auf der Ebene der Gefühle - mit Freude an sich und an der gelebten Beziehung  - und auch auf der geistigen und spirituellen Ebene. Sie wird erfahren als ein religiöser Akt, in dem man ganz bewusst das nachspielt, was Gott und seine Gefährtin vorgelebt haben.

Dazu siehe, was ich oben schon über das "Nachspielen" geschrieben habe.
Dass Sex vor allem auf der geistig-mentalen/emotionalen Ebene erfahren wird, ist klar. Eine spirituelle Dimension bekommt das Ganze aber erst, wenn es dazu dient, ein Kind zu zeugen, das man dann in spirituellen Dingen ausbildet.

Dazu noch eine Art Annekdote am Rande: Als mein Vater mich über Sexualität aufklärte, hat er erklärt, das beim Akt so wie er im Zitat beschrieben wird, auch eine Prägung der Partner aufeinander stattfindet, die die Bindung vertieft und verschweisst.

Genau, da entsteht eine sehr starke Anhaftung (wird als harter Knoten im Herzen beschrieben). Anhaftung an Sinnengenuss und an den Partner ist aber nichts, was einem im spirituellen Leben weiterhilft.

So, das war's fürs Erste mal dazu. Ich habe übrigens vor ein paar Tagen einen Vers zum Thema Lust gelesen und ob es möglich ist, diese zu befriedigen.

Bhagavad Gita wie sie ist, 3.39:
Zitat
So wird das reine Bewusstsein des weisen Lebewesens von seiner ewigen Feindin in der Form von Lust bedeckt, die niemals befriedigt werden kann und wie Feuer brennt.

LG, Mobi
Titel: Re: Bhagavad Gita
Beitrag von: Hans am 25. September 2014, 01:49:13
Hi Mobi,

erst mal sorry, dass ich mir diesmal eine Menge Zeit gelassen habe. Aber ich musste die Dinge erst mal ein wenig sacken lassen, bevor ich mich wieder dazu äussere. Denn wie Du schon geschrieben hast: "für solche langen Diskussionen braucht es dann doch etwas Zeit". Und anscheinend sind die Lehren nur oberflächlich ähnlich, im Detail tun sich aber mächtige Unterschiede auf. Und schliesslich frage ich mich mittlerweile, ob Du eigentlich nicht irgendwie religiös geprägt aufgewachsen bist? - Denn oberflächlich betrachtet sind die meissten Leute in Bayern ja katholisch. - Erst wenn man genauer hinsieht, stellt man fest, dass das nur für die Hälfte der Bevölkerung zutrift. Aber wenn ich dann noch an den Kruzifix-streit vor einigen Jahren denke, wo es darum ging, ob die Dinger in Klassenräumen hängen dürfen oder nicht, meine ich, das Du doch zumindest ein bisschen von der christlichen Lehre mitbekommen haben müsstest. Das interessiert mich deshalb, weil ich dann weis, auf welcher Basis ich bauen kann, bzw. hilft es mir auch, meine eigenen Schwachpunkte besser zu entdecken, die es durchaus gibt.

Was die Diskussion sonst angeht, so versuch ich gerade, das ganze wieder etwas zu straffen, indem ich nicht auf jeden Aspekt einzeln eingehe, sondern Dinge zusammen fasse, die mMn zusammen gehören. Hab mich da aber gerade etwas verzettelt, deshalb kommt die eigentliche Antwort (die trotzdem nicht kurz ausfallen wird) erst morgen später 1.

:winken:
Hans

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1) Das es dann doch beinahe wieder 5 Tage wurden war zwar nicht beabsichtigt, habt sich aber so ergeben... :wuschig: :rollen:
Titel: Re: Bhagavad Gita
Beitrag von: Hans am 29. September 2014, 23:29:06
Hi again.  :->

Das wäre nach den Abrahamitischen Religionen das Paradies, das zu erreichen das "Endziel" allen Daseins ist, also die endgültige Rückkehr zu Gott. Das wird aber erst am Ende der Zeiten erreicht, wenn mit den Menschen auch die gesamte übrige Schöpfung zum Schöpfer zurück kehrt. 

Interessant. In dem Buch, das ich gerade übersetze, wird beschrieben, wie ein Yogi über körperliche Übungen/Meditation die spirituelle Welt erreichen kann und auch, dass das dauert, bis das Universum zerstört wird.
Nun, dann scheint es da unterschiedliche Interpretationen zu geben, wie man das Paradies oder auch die spirituelle Welt erreichen kann.

Das ist bei Bhakti Yoga aber nicht so, Prabhupad hat immer betont, dass wir nach diesem Leben zurückgehen sollen.
Wohin sollen wir denn zurück gehen? - Ins nächste Leben auf der materiellen Ebene oder wohin?
(Schätze, er meint die "spirituelle Ebene", die ich auch im Beitrag vom 8. Sept. (auch oben zitiert) als Paradies betrachte. - Da ist aber die Frage, ob wir auch wirklich dahin kommen?)

Dann dauert manchmal eine Nacht Millionen von Jahren.
Ah ja. Nun ja, wenn ich mir die biblische Schöpfungsgeschichte ansehe, (die steht ganz am Anfang) dann denke ich auch, dass das kein wörtlich zu deutender Bericht ist, sondern eine Allegorie. Die beschreibt in einfachen Bildern, wie die Welt entstanden ist, bzw. wie Gott sie gemacht hat, ohne auf Details einzugehen, die zu der Zeit, wo der Text entstanden ist, eh niemand verstanden hätte. (Ich denke dabei an die naturwissenschaftlichen Beschreibungen.)

Krishna inkarniert aber manchmal, um ideales Verhalten vorzuleben (so z.B. als Rama, wo er das Verhalten eines idealen Sohnes, Königs und Ehemanns zeigt, mit Sita als weiblichem Pendant jeweils).

Hm?! - Wie passt denn dass mit der Aussage zusammen, das Krishna der 8. Avatar (8. Inkarnation) von Vishnu sein soll, während Rama der 7. Avatar (7. Inkarnation) von Vishnu sein soll?  (Quelle: diverse Artikel aus Wikipedia)

Damit sind wir aber an einem Punkt angekommen, den jede Generation erneut für sich klären muss, weil sich die Verhältnisse ja ständig ändern. 

Genau aus dem Grund lehrt die vedische Philosophie erstmal Prinzipien, um diese dann im Detail anwenden zu können. Und ich würde jetzt einfach mal behaupten, dass sich die Verhältnisse ändern und keine Stabilität vorhanden ist, weil wir den vedischen Prinzipien nicht mehr folgen.

Den Ansatz, erst mal Prinzipien zu lehren, finde ich ja nicht verkehrt, wobei man sich dann aber wirklich auf grundsätzliche Dinge beschränken sollte. Die Aussage, dass "wir", also die Völker in Europa, den vedischen Prinzipien nicht mehr folgen, finde ich allerdings etwas seltsam. Denn wie bekannt sind die denn hier, und sind wir, also die Völker Europas, denen überhaupt schon mal gefolgt?

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Kommen wir jetzt zum Themenkomplex Liebe in all seinen Varianten. Die Bildung überspringe ich mal, weil das auch ein Bereich für sich ist. Dazu hab ich vor langer Zeit mal den Thread "Schule, Uni, Bildung allgemein (http://www.steffis-buecherkiste.de/bkf/index.php?topic=1900.0)" eingerichtet, wo man darüber weiter diskutieren kann.

Du schreibst über meine Ansicht zur Sexualität, respektive körperlicher Vereinigung:
Ja, das ist halt alles andere als ein "spirituelles" Ziel, sondern rein materiell. Aber wenn man sich so umschaut, ist das neben Geld verdienen vielleicht eines der wichtigsten Ziele der meisten Leute (bzw. helfen das Geld und die Statussymbole dann, das andere Geschlecht zu beeindrucken).

Also "das andere Geschlecht zu beeindrucken" ist doch wohl das ursprünglichste Balzverhalten überhaupt! Das kann man doch in jeder Kultur und auch im Tierreich beobachten. Der Punkt ist halt, dass es bei den Menschen eben nicht nur um Paarung (also Sex) gehen sollte, sondern auch darum, eine Partnerin, bzw. einen Partner fürs restliche Leben zu haben. - Siehe dazu in der Bibel: Gen 2, 18-24. Wie das mit dem "sich interessant machen" dann im einzelnen abläuft ist wiederum von so vielen Faktoren abhängig, dass man damit Bibliotheken füllen kann. Epoche und Kulturkreis dürften die wichtigsten Stichpunkte sein, um auf die Details einzugehen.
Dann wäre da noch der Vers Gen 2,24 extra zu nennen. Da heisst es: "Darum verlässt der Mann Vater und Mutter und bindet sich an seine Frau und sie werden ein Fleisch."
Das ist eine der Aussagen, auf der sich die Sache mit dem "eins werden" begründet, die ich hier so ausführlich erkläre.


Und erst wenn dieses Zusammengehörigkeitsgefühl gewachsen ist und eine gewisse Stabilität erreicht hat, kann man beim Sex auch diese Vereinigung auf spiriueller oder besser vielleicht auf "geistiger" Ebene erleben.

Genau, Sexualität findet auf der mentalen/geistigen Ebene statt. Und die Vereinigung, die man erreicht, ist auf energetischer Ebene, dh. auch materiell (wenn auch feinstofflich).
Ähh... nee! Sexualität findet sehr wohl auf der körperlichen Ebene statt. Die Frage ist nur, wie die geistige Einstellung dazu ist? - Und da sehe ich die Sexualtät eben als höchsten Ausdruck gegenseitiger Liebe, die sich im Höhepunkt des Liebesaktes in einem Gefühl der beiderseitigen Verschmelzung äussert, d.h. das beide das Gefühl haben, die seinen nicht zwei getrennte Personen, sondern eine Einheit. Also zwei miteinander verschmolzene Seelen, die sich in dem kurzen Augenblick fühlen, als währen sie eine einzige Seele. In dem Fall findet Sexualität dann auf beiden Ebenen statt, sowohl auf der körperlichen, als auch auf der mentalen oder geistigen Ebene.

Du darfst. Dazu wende ich ein, dass man sich nicht völlig von der Lust bestimmen lassen darf, also seine Grenzen kennen sollte. Wenn die Lust so ausgelebt wird, entsteht daraus kein Zorn sondern Befriedigung.

Das ist wohl einer der größten Trugschlüsse, dem unsere ganze Gesellschaft unterliegt. Sinnengenuss führt nicht Befriedigung, Glück oder sonstwas in der Richtung.
Wenn Lust nicht erfüllt wird, entsteht Zorn (das hatten wir ja schon) und wenn schon, dann Gier (immer noch mehr haben wollen). Insofern beides nicht wirklich erwünschte Charaktereigenschaften.

Zur Zeit läuft doch so eine Werbekampange, wo auf den Plakaten der Slogan: "Kenne Deine Grenzen" propagiert wird. In dieser Kampangne geht es zwar um den Genuss von Alkohol, aber das kann man auch verallgemeinern auf jeglichen Genuss. Und wenn man (bzw. Frau) seine, bzw. ihre Grenzen kennt, dann kann man sich auch mal dem Genuss oder der Lust hingeben. Denn wenn man seine Grenzen kennt, dann weis man auch, das man nicht einfach jedem Impuls folgen darf, sondern die Begierde zügeln muss. Oder, volkstümlich ausgedrückt: "Alles zu seiner Zeit."
Und wie Du ja selber festgestellt hast, führt übermässig befriedigte Lust zu Gier und anderen Übeln, während völlig unbefriedigte Lust zu Zorn oder sonst was führt. Dass kann dann doch nur heissen, dass man einen Mittelweg suchen und finden muss, um die Lust einerseits zu befriedigen, aber andrerseits nicht in Extreme ausschweifen zu lassen. Damit sind wir wieder bei den Grenzen. 

Da widerspreche ich auch gar nicht. - Liebe ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen, wobei der Schwerpunkt bei allen Beteiligten auf dem Geben liegen sollte. Sonst geht die Sache schief.

Unterschwellig merkt man an dieser Aussage, dass Liebe doch größtenteils einfach als Tauschhandel angesehen wird.
Stimmt. Es ist ein Zeichen (bzw. eine Unart) unserer Zeit (Epoche?), dass versucht wird, alles zu ökonomiesieren. Selbst die Liebe, die dazu am allerwenigsten geeignet ist. Deshalb hab ich ja extra noch mal darauf hingewiesen, dass der Schwerpunkt bei allen Beteiligten auf dem Geben liegen sollte, weil es sonst schief geht.

Wenn es schiefgeht, weil der andere nicht so viel geben will, wie ich es gerne hätte, dann war es ein missglückter Businessdeal, aber keine Liebe.
Da stimme ich zu. Das ist ebenfalls ein Fehler, der immer wieder gemacht wird und heutzutage wohl besonders oft. Liebe ist eben kein Geschäft, weshalb man nach dem geeigneten Lebenspartner eben sehr genau suchen sollte. Und wenn mehrere zur Auswahl stehen, eben nicht nur anhand ökonomischer bzw. allgemein materialistischer Kriterien entscheiden sollte.

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Die Seele ist sat-cid-ananda (ewig, voller Wissen und Glückseligkeit), daher sind körperliche Probleme nicht auf "seelische" Ursachen zurückzuführen, sondern auf geistige (mental/emotionale).

Das ist wieder so ein genereller Unterschied: So verstehe ich die Seele nämlich nicht. Die Seele ist zwar unsterblich, aber nicht ewig. Das ist nur Gott. Und "voller Wissen" kann sein, muss aber nicht.
Ich hab doch zuvor schon mal den Wikipediaartikel zur Entwicklung des Begriffs der Seele (http://de.wikipedia.org/wiki/Nefesch#Antike) verlinkt und daraus zitiert. Dort heisst es weiter unten im Text:
Zitat von: wikipedia
Einerseits wurde die „Seele“ weiterhin mit dem Leben oder der Person gleichgesetzt, andererseits übernahmen griechisch beeinflusste gebildete Juden aus dem Platonismus und den philosophischen Strömungen des Hellenismus die Auffassung der Seele als eines eigenständigen, unabhängig vom Körper existierenden Wesens. Unter ihnen war die Ansicht verbreitet, die Seele sei himmlischer Herkunft, der Leib irdischen Ursprungs. 
Ich stimme da mit der Auffassung der hellenistisch gebildeten Juden überein, dass die Seele "eines eigenständigen, unabhängig vom Körper existierenden Wesens" ist. Da ich inzwischen ausserdem auch an Reinkarnation glaube, nehme ich an, dass auch die Seele noch lernt. In jedem als Mensch inkarnierten Leben macht sie Erfahrungen, aus denen sie etwas lernt. Sie setzt sich vor einer Inkarnation mit einem Sachverhalt auseinander um ihn anschliessend in die (materielle) Welt zu bringen, aber eben auch um zu lernen, was ein Sachverhalt praktisch alles beinhaltet. Nun kann es sein, dass die Seele beschlossen hat, Leid praktisch zu erfahren, was sie im irdischen Leben dann aber völlig vergessen hat. Trotzdem durchleidet sie ein Leben in mehr oder weniger miserabler Weise. Wenn sie am Ende dieses Lebens ins Jenseits zurück kehrt, kann es durchaus sein, dass das Leben noch nachwirkt, sogar bis ins nächste Leben hinein, wo sie dann möglicherweise versucht, die Folgen und Erfahrungen des vorherigen Lebens zu verarbeiten oder aufzuarbeiten. Das ist dann alles andere als Glückseligkeit, finde ich.
Nun kann man natürlich fragen, warum eine Seele beschliesst, Leid zu erfahren? - Eine Antwort wäre, dass sie zuvor vielleicht ein Leben geführt hat, wo sie anderen ständig Leid zugefügt hat, irgendwann (vielleicht auch erst wieder im Jenseits) aber gemerkt hat, dass das nicht richtig ist und jetzt sozusagen die andere Seite der Medallie kennen lernen will.

Zu dem Artikel hatte ich beim ersten mal auch geschrieben:
Wenn man den Artikel weiter liesst, stellt man fest, dass sich der Begriff in seiner heutigen Bedeutung erst langsam entwickelt hat.
Darauf hast Du geantwortet:
Ah, also der erste Teil der Definition liest sich schon so, als ob das auch als Synonym für Seele verwendet werden könnte (der Atem ist ja schließlich ein Zeichen für die Anwesenheit der Seele). Der zweite Teil liest sich aber eher so als wenn es sich auf den Geist bezieht, der ja die Aufgaben Denken, Fühlen und Wollen hat.
Wie in dem Auf-/Absatz zuvor bereits ausgedrückt, gehe ich davon aus, dass die Seele selbst denken, fühlen und handeln kann. Das heisst ich gehe davon aus, dass die Seele also auch den Geist bzw. den Verstand besitzt, der dafür nötig ist.

Übrigens steht in dem WikipediaArtikel weiter oben auch noch was zu indischen Auffassungen des Begriffs der Seele, was ich aber auch erst jetzt entdeckt habe, wo ich an dieser Antwort schreibe.


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Zitat von: Engelbuch
Entscheidend ist, dass sich der Mensch insgesamt als ein sexuelles Wesen versteht und ihm das angenehm ist, dass er gern als Mann oder Frau lebt und seine Sinnlichkeit bejaht, auch wenn er sie nur reserviert und zurückgenommen auslebt.
(Seite 228)

Warum sollte man etwas bejahen und angenehm finden, das die Ursache von Leid ist? Aus dem Grund sind wir in der materiellen Welt, in der es vielfältige Leiden gibt.
Das, und auch anderes, was Du zu meinem zweiten Beitrag geschrieben hast, klingt für mich nach einer Form von Körperfeindlichkeit, die so tut, als ob der biologische Körper selbst eine Sünde wäre. Sünde bedeutet aber, die bewusste (d.h. auf eine Entscheidung beruhende) Abwendung von Gott. Nun haben wir den biologischen Körper aber von Gott bekommen (siehe die Schöpfungsgeschichte), deshalb kann er keine Sünde und selbst auch nicht sündig sein. Im ersten Korintherbrief schreibt Paulus auch: "Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt und den ihr von Gott habt?" (1. Kor 6,19) (Der Heilige Geist ist nach Christlichem Verständnis eine der 3 Personen Gottes. - Manche deuten ihn auch als "Gottes wirksame Kraft", was nicht ganz falsch ist. Ob es aber auch zu 100% richtig ist, weis ich auch (noch?) nicht.)

Solche körperfeindlichen Einstellungen hat die Kirche ja auch eine Zeit lang vertreten (und verschiedene Kreise tun es vielleicht immer noch), nur was da teilweise bei heraus kam/kommt war bzw. ist nicht so schön.

Und schliesslich stellt sich mir noch die Frage, wie in all dem, was Du bisher über Sexualität geschrieben hast, das Kamasutra herein passt? - Das kommt ja schliesslich auch aus Indien.

Zitat von: Engelbuch
Denn das Nachspielen eines heiligen Aktes ist selbst ein heiliger Akt.

Hier zeigt sich das zugrundeliegende Problem dieser Sichtweise: Denn wir können (und sollen) Gott nicht imitieren. Reines Nachspielen von dem, was Gott tut, ist noch lange kein "heiliger Akt".
Interessante Ansicht. - Da muss ich jetzt doch mal gucken, was die Bibel dazu sagt, sonst kommen wir da nicht weiter.

Man beachte, das Beischlaf und Zeugung getrennt aufgeführt werden.

Nun ja, das mag auch daran liegen, dass nicht jeder Beischlaf zu einer Zeugung führt.  :flirt:
Was ja auch nicht notwendigerweise so sein muss.  :flirt:
 
Zitat von: Engelbuch
Auch diese Strenge ist zwar überzogen, wenn sie die Sexualität auf Ehe und Zeugungsabsicht beschränken will. ... Er überlässt es eurer Freiheit, würdig und liebvoll damit umzugehen.

Genau das Gegenteil steht aber in den autorisierten Schriften, ist also vom "Himmel" so geteilt.
Ist irgendwie nicht besonders vertrauenserweckend und wirkt wenig kompetent, sich eine Schrift als Grundlage zu nehmen, nur um dann das Gegenteil zu behaupten.
Wer hat denn die Schriften autorisiert? - Die Frage kann man auch zur Bibel stellen, wie zu jeder anderen Schrift auch. Die Frage ist, wie die Antwort ausfällt und die kann seeeehr lang werden. Die Diskussion darüber, welche Schriften des Neuen Testamentes in die Bibel aufgenommen werden sollen und welche nicht, dauerte rund 400 Jahre bis man sich grundsätzlich einig war. Dann kam sie etwa 1000 Jahre später noch mal auf und wurde noch mal entschieden.
Davon abgesehen: Bisher betrachte ich die Bücher als authentisch, d.h. ich gehe davon aus, dass es wirklich ein lichter Engel war, der der Frau Kriele das alles erzählt hat, was darin geschrieben steht. Jetzt wäre wieder zu klären, was die Bibel dazu sagt. Anschliessend können wir dann feststellen, ob die heiligen Schriften da womöglich unterschiedliche Auffassungen vertreten, oder nicht.

Und bezüglich Freiheit: Klar, wir haben einen freien Willen und können tun und lassen, was wir wollen. Allerdings müssen wir auch mit den Konsequenzen leben, wenn wir Gottes Gesetze brechen. Es scheint, als ob wir das unterbewusst verstehen und daher diese Ausreden/Erklärungen/Rationalisierungen, durch die wir versuchen, unser Handeln zu rechtfertigen.
Da wiederspreche ich grundsätzlich nicht. Allerdings kommen an der Stelle, wo wir trotzdem Gesetze brechen und versuchen, unser Handeln auf die eine oder andere "abenteuerliche" Art zu rechtfertigen, auch die Gefallenen Engel ins Spiel, die wir nicht immer als Verführer erkennen. Das soll keine Entschuldigung sein, sondern eine Aufforderung, das eigene Handeln genauer zu überprüfen.

So, ich denke, dabei lasse ich es, der Text ist eh schon wieder viel zu lang...  :rollen:

:winken:
Hans
Titel: Re: Bhagavad Gita
Beitrag von: Mobi am 02. Oktober 2014, 16:56:07
Hallo Hans,

mittlerweile bin ich wieder da, werde aber frühstens morgen Zeit haben, zu posten. Wollte mich nur schon mal kurz melden!

erst mal sorry, dass ich mir diesmal eine Menge Zeit gelassen habe. Aber ich musste die Dinge erst mal ein wenig sacken lassen, bevor ich mich wieder dazu äussere.

Garkein Problem, ich war die letzte Woche eh kaum im Internet.

Bezüglich "christlich aufgewachsen": Also ich war evangelisch (und das obwohl ich aus Bayern komme...)  :->
Meine Familie ist nicht wirklich religiös (mein Vater ist schon lange aus der Kirche ausgetreten und meine Mutter hat damit auch nicht viel am Hut, wir sind als Kinder immer an Weihnachten in die Kirche, das war's).
In der Schule kriegt man das natürlich zumindest ein bisschen mit und ich habe mich damals auch konfirmieren lassen (mehr so aus dem Grund, weil es halt alle gemacht haben und es dann eine schöne Feier gab  :rotwerd:).
Das einzige Erlebnis, das mir wirklich in Erinnerung geblieben ist, war im Konfirmationskurs, als jemand anders gefragt hat, warum guten Menschen Schlechtes passiert und der Pfarrer gesagt hat, dass man das nicht wissen kann. Das hat mich damals schon ziemlich unbefriedigt zurückgelassen und mittlerweile habe ich darauf zum Glück gute Antworten gefunden (davon hatten wir's ja glaub ich schon, oder?).

Bis bald!
LG, Mobi
Titel: Re: Bhagavad Gita
Beitrag von: Hans am 08. Oktober 2014, 20:27:11
Hi Mobi,

das ist ja eine interessante Geschichte, die Du da hast, erklärt aber Deine Suche sehr schön. Die Antwort, die der Pfarrer da gegeben hat, finde ich jetzt auch nicht sonderlich gut, und ich hab mittlerweile auch eine bessere Antwort auf die Frage.
Nun denn, dann bin ich mal gespannt, was Dir zu meinem restlichen Aufsatz so einfällt.  :flirt:

:winken:
Hans
Titel: Re: Bhagavad Gita
Beitrag von: Mobi am 08. Oktober 2014, 20:45:27
Hallo Hans,

interessant, gibt die christliche Philosophie denn eine logische Antwort? (Wie gesagt, ich habe nur oben genannte mitgekriegt...)
Ich bin jetzt erstmal einen knappen Monat verreist (Näheres dazu gleich im Kaminfeuer) und hoffe, dass ich es morgen früh noch schaffe, dir zu antworten... (aber sei mir bitte nicht bös, falls ich es doch nicht schaffe  :rotwerd:)

LG, Mobi
Titel: Re: Bhagavad Gita
Beitrag von: Hans am 09. Oktober 2014, 12:01:24
Hi Mobi,

ich denke schon, dass es eine logische Antwort ist. Da kommen nämlich wieder die gefallen Engel ins Spiel, die dafür sorgen, dass es uns schlecht geht.

Ansonsten wünsche ich dann erst mal eine gute Reise, wohin auch immer, und bin dann gespannt, was Dir als noch zu meinem langen Beitrag einfällt, aber ich glaube, da wiederhole ich mich...  :->

:winken:
Hans
Titel: Re: Bhagavad Gita
Beitrag von: Mobi am 12. Januar 2015, 14:24:23
Hallo Hans,

mensch, ich hab's immer noch im Kopf, dir hier zu antworten, aber ich komm einfach nicht dazu... Sorry!
In nächster Zeit werde ich es wohl auch nicht schaffen, weil ich wieder ne Zeitlang ins Ausland gehe. Ich hoffe, du verzeihst mir und danke für die schöne Diskussion bis jetzt!

LG, Mobi
Titel: Re: Bhagavad Gita
Beitrag von: Hans am 12. Januar 2015, 19:49:12
Hi Mobi,

'na das ist doch zumindest mal 'ne Reaktion in Form eines Lebenszeichens.  :flirt:  - Ich hab schon gedacht, Du hättest es vergessen. Aber nun gut. Ich hab's derzeit auch nicht eilig, also lass Dir Zeit. Wenn Du hier mal wieder einen Beitrag schreibst, werde ich es ja sehen.  :flirt:  In der Zwischenzeit: "Möge die Macht mit Dir sein."  :-> oder sowas in der Art.

:winken:
Hans
Titel: Re: Bhagavad Gita
Beitrag von: Mobi am 13. Januar 2015, 20:53:53
Hallo Hans,

nein, vergessen hatte ich es wie gesagt nicht und es ist eigentlich auch garnicht meine Art sowas... nochmal sorry und danke für dein Verständnis!
Wäre schön, die Diskussion irgendwann wieder aufleben zu lassen  :flirt:

LG, Mobi
Titel: Re: Bhagavad Gita
Beitrag von: Hans am 11. September 2018, 18:01:57
1337 Tage, entspricht 3 Jahre; 7 Monate; 4 Wochen; 1 Tag
Solange stand der letzte Eintrag dieses Threads allein in der Übersicht.
 :respekt3: