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Leserunden => Archiv der Monatsleserunden => Leserunden-Archiv => Monats-Leserunde März 2017 - Jessie Burton: Die Magie der kleinen Dinge => Thema gestartet von: Firnsarnwen am 02. März 2017, 21:15:54

Titel: Seite 323-Ende
Beitrag von: Firnsarnwen am 02. März 2017, 21:15:54
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Titel: Re: Seite 458-Ende
Beitrag von: Annette B. am 14. März 2017, 21:42:06
Ich schreibe jetzt nur noch zum letzten Abschnitt, obwohl das Meiste was es hier noch zu sagen gibt, im vierten Abschnitt geschieht.
Dieser letzte Abschnitt beinhaltet nur noch zwei Kapitel der Handlung und die restlichen Seiten sind mit Erklärungen zu den Eigenarten der Amsterdammer Politik, zu verschiedenen typisch Niederländischen Ausdrücken und mittelalterlichen Handelsbeschränkungen ecetera pp gefüllt. Dazu kommt am Ende noch eine ellenlange Danksagung an Gott weiß was für Menschen, die an diesem Buch beteidigt waren.

Das eigentliche Drama, welches jedoch die ganze Zeit über vorhersehbar war, spielt sich im vierten Teil ab.
Johannes wird wegen Sodomie zum Tode durch ertränken verurteilt, nachdem man ihn natürlich erst gefoltert hat.

Agnes wird mit ihrem Puppenhaus auch nicht glücklich, weil sie auch zu ihren Puppen geheimnisvolle Botschaften bekommt, die sie in Angst und Schrecken vesetzt.
Dennoch macht sie ihre Aussage die Johannes den Tod bringt.

Frans Meermanns ist vom Hass zerfressen, weil sein Zucker nicht so gewinnbringend von Johannes verkauft wurde, wie er es wollte. Darum macht er auch eine sehr detailierte Aussage, genauso wie Jack, der sich als missbrauchter, armer Junge darstellt.

Marin stirb nach der Geburt von Thea. Das dieses Baby nun eine leicht Kaffeebraune Haut hat und krause schwarze Haare, zeigt deutlich wer der Vater ist.
Otto kommt heim aus London, genau in dem Moment, als man Johannes in die Gracht versenkt hat.

Nella verkauft den Zucker nun mit Hannas Hilfe an die Bäcker in den ganzen Niederlanden.

Die Beerdigung die wir am Anfang gelesen haben, das war Marins Beerdigung und der Mann mit dem schwarzen Hut war Frans Meermanns.

Die Atmosphäre in dem Buch war die ganze Zeit über dunkel und dramatisch. Shakespear  wäre wahrscheinlich begeistert, ich nicht!!!  :gr:

Das Buch war zwar flüssig geschrieben, aber es war kein Buch, welches mich mitgerissen oder gut unterhalten hätte. Die ständigen Wiederholungen bei den Beschreibungen und auch die vielen offenen Fragen am Ende waren für mich eher frustrierend.
Diese blonde Frau, die auch Petronella heißt und deren Vater am Ende auftaucht, hätte eventuell eine viel größere Rolle spielen können.

Das was hier als Magie angeboten wurde, ist für meinen Geschmack sehr einfach zu erklären. Die Miniaturistin Petronella konnte gut beobachten und hat sich wahrscheinlich oft an den Fenstern und Schlüssellöchern von Johanns Haus herumgedrückt. Dazu etwas Klatsch und Tratsch aufgeschnappt und fertig ist dieser sogn. magische Touch.  :doof:

Bedaure, aber das ist mir definitiv zu wenig für ein Buch in dem der Titel etwas Magisches verspricht. Wie dieses Buch auf die Bestseller-Listen kommen konnte ist mir ein Rätsel.

Ganz zu schweigen davon, dass die Miniaturistin ja noch eine Puppe von Johannes geschickt hatte, die Johannes abgemagert, mit längeren Haaren und einem schweren Geldbeutel am Gürtel darstellt. Der Geldbeutel ist so schwer das Johannes schief läuft!!!
Mit einem Mühlstein am Hals, in der Gracht von Amsterdam, hat er da schlechte Karten dieses Geld noch zu verdienen. Nur alleine schon mit der Beschreibung dieser Puppe, hat die Autorin ihre "Magie" selbst zerschossen.  :rollen:

Aus dieser Idee hätte man wesentlich mehr machen können.
Vor allen Dingen hätte man diese Geschichte nicht so düster und traurig erzählen müssen. Man hätte, wie ich schon sagte, auch mal Kapitel aus der Sicht von Johannes erzählen können. Man hätte auch mal einen Scherz mit einbringen können und damit die Atmosphäre auflockern können.
Aber vor allen Dingen hätte man der Handlung etwas mehr Spannung und Tempo verleihen können und auf die elend langen Beschreibungen der Straßen, Häuser und Personen verzichten können.
Trotz dieser langen Beschreibungen der Personen, bin ich mit keiner der Personen wirklich warm geworden, höchstens mit Hanna ein wenig, der Bäckersfrau.
Alle anderen Personen kamen mir sehr blass und verschlossen vor. Ich habe sie leider nicht richtig kennen lernen dürfen.

Nein, dieses Buch hat wirklich nicht gehalten, was es versprochen hat und ich frage mich wo die ganzen tollen Bewertungen bei Amazon herkommen.
Mal schauen, vielleicht schreibe ich noch eine kurze Rezi um andere Leser vor dieser Enttäuschung zu bewahren.
Titel: Re: Seite 323-Ende
Beitrag von: Inge78 am 15. März 2017, 07:59:49
Danke für die Zusammenfassung

Das Ende überzeugt mich noch mehr davon das Buch nicht zu lesen

Und wieso hat Otto sich mit Marin eingelassen  :kopfkratz:

Na hoffentlich hat Nella jetzt ein schönes Leben
Titel: Re: Seite 323-Ende
Beitrag von: Vanessa am 15. März 2017, 08:35:14
Danke fürs Zusammenfassen, Annette!

Ich weiß wirklich nicht was mir so dermaßen den Spaß am Buch genommen hat. Ich schätze, es ist tatsächlich einfach der Schreibstil der Autorin. Ich mag es ja eigentlich wenn der Autor auch das drumherum beschreibt, ich mir durch viele Beschreibungen die Umgebung bildlich vorstellen kann, gerade dann wenn ich noch niemals am Handlungsort war. Aber dann doch bitte nicht dieses unnötige wie direkt zu Beginn dieses Kniedings in der Kirche. Furchtbar. Langweilig, langweilig, langatmig.

Ich glaube nicht das ich hier was verpasst habe. Der Klappentext und das Cover haben vieles versprochen, der Inhalt hat in meinen Augen nix gehalten, wobei ich das natürlich nur an den paar Seiten belegen kann, die ich gelesen habe. Aber nach 60 Seiten hat mich der Ausgang der Geschichte nicht mal soviel interessiert, dass ich vorwärts geblättert hätte. Sehr schade drum, das hätte wirklich besser sein können. Ich glaube, ich reguliere die Sterne auf amazon gleich mal nach unten. Nicht das noch mehr Leute in die Falle tappen...
Titel: Re: Seite 323-Ende
Beitrag von: Annette B. am 15. März 2017, 21:50:14
Zitat von: Inge
Das Ende überzeugt mich noch mehr davon das Buch nicht zu lesen

Ich hatte die ganze Zeit über noch gehofft, dass es am Ende doch noch eine gute Wendung gibt, aber das war nix. Im Gegenteil, ich hatte fast so den Eindruck, die Autorin hatte keine Ideen und keine Lust mehr, dieses Buch in einer "gut abgerundeten Form" zu Ende zu bringen.

Zitat von: Inge
Und wieso hat Otto sich mit Marin eingelassen 

Johann hatte Otto als ca. 10 jährigen Sklaven gekauft und ihn auch unterrichtet. Genauso wie Marin Cornelia unterrichtet hat. Johann hatte Cornelia aus dem Waisenhaus geholt.
Während Cornelia eben Kochen, putzen, waschen u.s.w. gelernt hat, wurde Otto von Johann auch mal mit auf Reisen mitgenommen. Das wollte sich Marin nicht bieten lassen von Johann und so wurde Otto zum "Zankapfel" zwischen den Geschwistern Johann und Marin.
Warum Otto sich mit Marin eingelassen hat kann ich dir nicht genau sagen. Es wurde bis zum Schluss nicht eindeutig geklärt, ob der Liebesbrief, den Nella in Marins Zimmer findet, wirklich von Otto war.
Was mich jedoch die ganze Zeit über (beim lesen) gestört und geärgert hat, war eben diese Lauscherei an den Türen, durchs Schlüssel-Loch beobachten und in den Sachen anderer Schnüffeln. Das hat so ziemlich jede weibliche Figur in diesem Buch gemacht, wenn das für Spannung sorgen sollte...???
Bei mir hat das einfach nur dazu geführt das mir die Figuren noch unsympathischer waren.  :gr:

Zitat von: Inge
Na hoffentlich hat Nella jetzt ein schönes Leben

Vielleicht ja, weil sie als Witwe im Amsterdam des 17 Jh. tatsächlich einem Gewerbe nachgehen durfte. Aber Nella hat ja nichts gelernt, außer das sie nun den Zucker so nach und nach verkaufen kann, aber das auch nur mit Hilfe des Bäckerehepaars.
Diese Feinheiten in der damaligen Gesetzgebung werden im Buch auch noch genauer erklärt.
Außerdem hat Johann noch für sie gesorgt bevor er Hingerichtet wurde. Wie er für sie gesorgt hat, wurde nicht gesagt.

Fakt ist für mich das am Ende viel zu viele Fragen offen blieben.  :meckern:

Zitat von: Vanessa
Ich glaube nicht das ich hier was verpasst habe.

Nein, hast du nicht!
Im Moment grüble ich noch ob dieses Buch so ein philosophisches Werk sein soll, bei dem der Leser eigentlich zwischen den Zeilen die richtige Geschichte/Handlung finden soll...  :gruebel:
Falls das tatsächlich der Fall sein sollte, tja dann bin ich wohl zu blöd um dieser Philosophie zu folgen.
Titel: Re: Seite 323-Ende
Beitrag von: Inge78 am 16. März 2017, 08:09:44
Zitat
Im Moment grüble ich noch ob dieses Buch so ein philosophisches Werk sein soll, bei dem der Leser eigentlich zwischen den Zeilen die richtige Geschichte/Handlung finden soll...  :gruebel:
Falls das tatsächlich der Fall sein sollte, tja dann bin ich wohl zu blöd um dieser Philosophie zu folgen.

na wenn die "gute" Handlung so gut versteckt ist dann hat die Autorin aber irgendwas falsch gemacht
Oder wir sind hier einfach alle zu blöd
Titel: Re: Seite 323-Ende
Beitrag von: Annette B. am 16. März 2017, 19:28:02
Zitat von: Inge
na wenn die "gute" Handlung so gut versteckt ist dann hat die Autorin aber irgendwas falsch gemacht
Oder wir sind hier einfach alle zu blöd

Wer weiß Inge, vielleicht versteht Firni die Handlung und den Schreibstil ganz anders und wird am Ende das Buch ganz anders Bewerten.
Es gibt am Ende des dritten Teils und im vierten Teil durchaus Passagen, bei denen man auf eine (oder mehrere Wendungen) in der Handlung hoffen kann.
Aber wie gesagt, es passiert dann doch wieder nichts anderes, als das, was man schon lange vorher sehen kann.
Tja und der Schluss hat mich enttäuscht und geärgert, weil ich nicht das lesen wollte, was ich die ganze Zeit geahnt habe.  :heul:
Titel: Re: Seite 323-Ende
Beitrag von: Firnsarnwen am 10. April 2017, 15:43:54
Wer weiß Inge, vielleicht versteht Firni die Handlung und den Schreibstil ganz anders und wird am Ende das Buch ganz anders Bewerten.

Nein, wird sie leider nicht.  :nixweiss1:
Annette, ich.......nein wir  :schmusen: haben es geschafft.
Es sind bei mir sehr wenig Bücher, die ich abgebrochen habe und dieses sollte nicht dazugehören.
Es ist so schade, dass nach dem tollen Cover und dem spannend klingenden Klappentext nichts mehr kam. Zumindest nichts, was für mich spannend war. Es muss gar nicht jedes Buch "Spaß" machen, aber hier war zu wenig, was einen in die Story eintauchen lies. Der Geschichte um das wirklich existente Puppenhaus der Petronella Brand fehlt es an so ziemlich allem: Spannung, Charaktere, in die man sich zumindest ansatzweise hineinversetzen kann, eine in sich stimmige Story. Die "Auflösung" ist einfach nur enttäuschend und es bleiben, wie Du auch schon bemerkt hast, zu viele Fragen offen. Die Figur der Miniaturistin ist überhaupt nicht greifbar, die Motive für ihr Handeln nicht nachvollziehbar. Die beste Szene ist für mich die Gerichtsverhandlung. Hier sieht man, dass die Autorin schreiben kann und ein Gespür für das Erzeugen von Atmosphäre und Stimmungen hat. 
Titel: Re: Seite 323-Ende
Beitrag von: Annette B. am 10. April 2017, 22:22:09
Zitat von: Firni
Nein, wird sie leider nicht.  :nixweiss1: 

Da bin ich beruhigt Firni, denn ich hatte wirklich Zweifel, dass ich vielleicht die Handlung nicht richtig verstanden habe.
Zwischenzeitlich hatte ich echt das Gefühl, dass ich hier so ein Buch von den "alten Meistern - Goethe, Schiller oder gar Shakespear - lese.
Immer diese Andeutungen, die dann doch zu nichts konkretem führten, dass hat mich sehr an das Rätselraten im Literatur-Unterricht erinnert.  :rollen:
Die Lieblingsfrage unseres Deutschlehrers lautete damals nämlich: "Was will uns der Dichter mit dieser Formulierung sagen?"
Man hätte den Dichter fragen sollen.....
Nicht mich!!!  :gr:

Zitat von: Firni
Es ist so schade, dass nach dem tollen Cover und dem spannend klingenden Klappentext nichts mehr kam. Zumindest nichts, was für mich spannend war. Es muss gar nicht jedes Buch "Spaß" machen, aber hier war zu wenig, was einen in die Story eintauchen lies. Der Geschichte um das wirklich existente Puppenhaus der Petronella Brand fehlt es an so ziemlich allem: Spannung, Charaktere, in die man sich zumindest ansatzweise hineinversetzen kann, eine in sich stimmige Story.

So habe ich das auch empfunden und daher wundere ich mich doch sehr, über die vielen positiven Bewertungen bei Amazon.  :kopfkratz:

Zitat von: Firni
Die "Auflösung" ist einfach nur enttäuschend und es bleiben, wie Du auch schon bemerkt hast, zu viele Fragen offen.

Genau! Diese Enttäuschung, nachdem man sich wirklich bis zum Schluss durch das Buch gewuschelt hat, war besonders Ärgerlich. Wie gesagt, ich hatte wenigstens noch mit einer spektakulären Flucht oder einem Zeitsprung gerechnet - z. B.  das Johannes Jahre später wieder zurück kommt - oder Nella heimlich nach Venedig oder London holt - oder vielleicht Bisexuell ist und es zu einer Schwangerschaft kommt u.s.w. und so fort....
DAS hätte mich vielleicht noch ein klein wenig versöhnt, aber dieses Ende!!!
Geht gar nicht für mich.  :meckern:
Es stand nirgends das dieses Buch ein Drama in vier Akten ist.

Zitat von: Firni
Die beste Szene ist für mich die Gerichtsverhandlung. Hier sieht man, dass die Autorin schreiben kann und ein Gespür für das Erzeugen von Atmosphäre und Stimmungen hat. 

Leider hat die Autorin dieses Gespür zu selten genutzt in diesem Roman.

Aber was solls, dieses Buch war halt eine neue Erfahrung für mich. Ich bin selten so sehr von einem Cover und Klappentext angefixt worden wie bei diesem Buch.
Und dann muss ich feststellen, dass diese Aufmachung mehr verspricht, als die Autorin am Ende halten kann.
So gesehen hat die Marketing-Abteilung des Verlages einen sehr guten Job gemacht.  :-)