Bücherforum

Krimi => Rezensionen => Thema gestartet von: Inge78 am 23. Dezember 2018, 22:17:27

Titel: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: Inge78 am 23. Dezember 2018, 22:17:27
Zitat
Ein Weingut an der Saar. Ein altes Verbrechen. Und eine Schuld, die nie verjährt ...

Als Nane nach zwanzig Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen wird, hat sich vieles verändert. Nicht aber die Schuld, die weiter auf ihr lastet. Nicht die Erinnerung an die Nacht, die ihr Leben zerstörte und schon gar nicht das Verhältnis zu ihrer Schwester Pia.

Pia hat es gut getroffen. Die erfolgreiche Restaurateurin lebt mit ihrem Mann auf einem idyllischen Weingut an der Saar. Da lässt es sich gut verdrängen, auf welch zerbrechlichem Fundament ihr Glück gebaut ist. Doch dann tritt ihre Schwester Nane wieder in ihr Leben und Pia ahnt: Es ist Zeit für die Wahrheit. Und damit Zeit für Rache – oder Vergebung.

Nane wird nach 20 Jahren aus dem Gefängnis entlassen. Sie saß ein wegen Mord. Wen sie ermordet hat und welche Hintergründe dieser Mord hat, kommt nach und nach ans Licht

Dabei lernen wir nicht nur Nanes total unterschiedliche Schwestern kennen und ihre Eltern, die als Erziehungsberechtige versagt haben, sondern auch die Familie von Thomas, Winzer auf Gut Graven.

Zu Anfang ist alles ziemlich mysteriös, es gibt nur Andeutungen und ich als Leser tappe total im dunkeln
So nach und nach erfährt man immer mehr über die Unglücksnacht aber auch wie die Personen alle zusammen hängen, wie sie sich kennen gelernt haben etc.
Und so nach und nach habe ich einen Verdacht, der sich auch in etwas so bestätigt zum Ende hin. Von daher konnte mich das Buch nicht wirklich überraschen.

Dennoch ein toller Krimi mit Familientragödie und vielen doch recht unsymphatischen Charakteren die man dann doch auch irgendwie wieder verstehen kann
 
Das Buch "Der Verrat" ist das zweite Buch, das Inge Löhnig unter dem Pseudonym Ellen Sandberg geschrieben har. Das erste Buch "Die Vergessenen" hat mir so gut gefallen. Der Verrat kommt nicht ganz dran, ist mehr Krimi als Drama aber trotzdem wieder gut, vor Allem auch wegen der tollen , spannenden und rutschigen Schreibweise von Inge Löhnig

Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: Sagota am 03. Januar 2019, 16:00:42
Inhalt:


"Als Nane nach zwanzig Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen wird, hat sich vieles verändert. Nicht aber die Schuld, die auf ihr lastet. Nicht die Erinnerung an die Nacht, die ihr Leben zerstörte, und schon gar nicht das Verhältnis zu ihrer Schwester Pia.
Pia hat es gut getroffen. Die erfolgreiche Restaurateurin lebt mit ihrem Mann auf einem idyllischen Weingut an der Saar. Da lässt es sich gut verdrängen, auf welcdh zerbrechlichem Fundament ihr Glück gebaut ist. Doch dann tritt ihre Schwester Nane wieder in ihr Leben und Pia ahnt: Es ist Zeit für die Wahrheit. Und damit Zeit für Rache - oder Vergebung." (Quelle: Buchrückentext)

Meine Meinung:

"Der Verrat" ist der erste Roman, den ich von der vielgelobten Spannungsautorin Ellen Sandberg alias Inge Löhnig gelesen habe. Der Klappentext geht auf das Motiv und die Faszination der Autorin ein, weshalb sie diesen Roman schrieb: Es geht hier um ein Familiendrama, das vielleicht aus der Kindheit der drei sehr unterschiedlichen Schwestern Pia, Birgit und Nane stammen könnte und in "der Tat" im Jahre 1998 ihren Höhepunkt findet. Dramatisch die Familienkonstellation (leider werden die Eltern der 3 Schwestern nur schemenhaft umrissen), in der sich Rivalität und Neid aufbaut und auf allen Frauen der Familie ein "Fluch" lasten soll: Ein Drama aber auch, dass durch absolutes Desinteresse und fehlenden Bezug und Nähe zueinander Beziehungen entstehen, die Verletzungen nach sich ziehen, gar Gewalt, Wut und Rachsucht sowie Lügen, die jahrzehntelang vertuscht werden.

Die Autorin nimmt besonders Nane und Pia ins Fadenkreuz, eine nicht unerhebliche Rolle spielt auch Thomas von Manthey, den Pia später ehelicht: In dieser Konstellation nimmt das Unglück seinen Lauf und Ellen Sandberg versteht es hervorragend, dem Leser einen hohen Spannungsbogen zu liefern, der bis zur letzten Seite anhält.

Ausser Nane war mir kein/e Protagonist/in wirklich sympathisch: Pia, die älteste Schwester wird als sehr rational, emotionslos schon fast, unnahbar, kühl und herrisch sowie dominant gezeichnet; Birgit, die mittlere Schwester, spielt eher eine Nebenrolle und ist (dazwischen) wohl nicht ohne Grund immer um Ausgleich bemüht; Nane, die Jüngste, tritt nach 20 im Knast abgesessenen Jahren auf den Plan, da sie eine Frage beschäftigt, die mit dem Unfall 1998 zu tun hat.... Die Ablehnung, die sie von Pia erfährt, ist schon erschreckend genug, aber auch die Rivalität von Pia gegenüber Margot, die wie eine Schwester mit Thomas aufwuchs, gipfelt darin, dass sie ihre eigene Tochter, die noch Weinbau studiert, dem Winzer Marius, der Sohn von Margot, vorzieht und sich hier ebenfalls ein Machtkampf entspinnt, der tragische und dramatische Folgen haben soll - aber auch der endgültigen Aufklärung dient letztendlich, was wirklich im Sommer 1998 geschah....

Die kleine Exkursion zur Geschichte des Saarweins hat mir gut gefallen; der Schreibstil der Autorin ebenfalls, ganz überzeugen konnte mich der Plot jedoch nicht, da mir die Handlung der überaus auf Sicherheit bedachten und strenger Selbstkontrolle unterworfenen Pia (gerade was den betreffenden Protagonisten betrifft) nicht einleuchtet und etwas "dick aufgetragen" erscheint: An dem Gefühlsausbruch nahm ich keinen Anstoß, aber das Gegenüber passte hier m.E. überhaupt nicht, da solcherart kontrollierter Menschen, die kaum Zugang zur eigenen Gefühlswelt (und damit auch -tiefe) haben oder entwickeln konnten, nicht völlig unkontrolliert an der hier exakt "falschen" familiären Stelle ihre Keuschheit fallen lassen.

Ansonsten fühlte ich mich durch den atmosphärischen und spannenden Schreibstil gut unterhalten und wünsche Nane, die für mich die authentischste Figur war, dass sie sich auf ihrer Wanderung wiederfinden möge.

Fazit:

Ein unterhaltsamer, dramatischer Spannungsroman, der am Ende jedoch so einige Fragen für mich offenließ. Ich vergebe knappe 4*
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: Kathrin am 26. Februar 2020, 15:03:19
Meine Meinung:

„Der Verrat“ ist nach „Die Vergessenen“ der zweite Roman von Ellen Sandberg, die vielen als die erfolgreiche Krimiautorin Inge Löhnig bekannt sein dürfte. Diese Romane sind jeweils voneinander unabhängige Geschichten und wie immer bei der Autorin in einem tollen, fesselnden und flüssigen Schreibstil erzählt.

Es ist inzwischen über ein Jahr her, dass ich das Buch gelesen habe, wobei ich noch ziemlich viel vom Inhalt parat habe. Dies liegt vermutlich daran, dass ich mich mitunter tierisch über die ein oder andere Romanfigur aufgeregt habe und dies wohl auch der Hauptgrund ist, warum das Buch in meinen Augen nicht mit „Die Vergessenen“ mithalten konnte. Bei „Die Vergessenen“ konnte ich was lernen, da war ich entsetzt und schockier über Dinge, die in der Nazizeit passiert sind, so dass ich das Buch an den Fingernägeln knabbernd kaum aus der Hand legen konnte. Spannend war auch „Der Verrat“ und auch hier habe ich mich aufregen können, über die Ungerechtigkeiten im Leben. Puh aber die Figuren?!?!?

Es ist im Prinzip nie verkehrt, wenn man sich an Figuren reiben kann, die Ecken und Kanten haben und Verhaltensweisen an den Tag legen, die man vielleicht sogar noch verstehen, aber niemals gutheißen kann. Aber ich merke immer wieder, wie unwohl ich mich mit Büchern fühle, in denen es Familienzwists oder sogar Feindschaft, Neid und Rivalität gibt. Das ist für mich ein Ding, das ich mir so gar nicht erklären kann und was ich niemals erleben will.  Das gibt es bei uns in der Familie nicht. Wir halten wie Pech und Schwefel zusammen, sind natürlich trotzdem oft genug unterschiedlicher Meinung, aber wenn es hart auf hart kommt, kommt nichts zwischen uns. So etwas macht mich echt fertig, so etwas will ich nicht lesen. Da bin ich zu sehr harmoniebedürftig. Das könnte aber auch am Genre liegen, denn bei hist. Romanen oder Fantasy, da stören mich solche Familienzwists weniger. Hier hat man im Prinzip nur knappe 500 Seiten, in denen sich die Figuren entfalten können. Da sollte es passen und die Figuren möglichst nicht zu eindimensional sein.

Im Endeffekt ist das immer noch ein gutes und spannendes Buch, aber ich hatte mir halt leider nach "Die Vergessenen" mehr erhofft.

Bewertung:
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: SilkeS. am 20. Mai 2020, 14:03:03
Hallo zusammen,

Ich fange heute mit dem Buch an und bin mega neugieirg.
Für mich wird des das erste Buch unter dem Pseudonym Ellen Sandberg sein
Der Klappentext hat sich für mich besser angehört als bei "Die Vergessen"

Gruß Silke

Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: Esmeralda am 20. Mai 2020, 14:50:08
'Der Verrat' war schon gut, aber 'Die Vergessenen' fand ich persönlich noch besser.

Wünsche Dir auf jeden Fall ein paar schöne Lesestunden.  :-)
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: SilkeS. am 21. Mai 2020, 13:07:33
Hallo zusammen,

Ich bin auf Seite 88 und puh, bekommt man die vielen beteiligten und die Familiären Zusammenhänge im Laufe der Geschichte sortiert?
Kann mich kaum auf Geschichte einlassen, weil ständig neue Namen auftauchen oder Zeitsprünge sind und man dann wieder neu überlegt, wer war das , in was für einer Verbindung steht die nun zu dem oder dert    :wuschig:
Das macht den Lesefluss ziemlich kaputt.
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: Esmeralda am 21. Mai 2020, 14:03:18
Hmm ...  :gruebel: habe ich nicht so empfunden.
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: Kathrin am 21. Mai 2020, 17:12:30
Hmm ...  :gruebel: habe ich nicht so empfunden.
Mir gings  wie Esme, fand das auch nicht so kompliziert in Der Verrat. Aber wenn es Dir da schon zu viel war mit Verstrickungen, dann darfst Du niemals Elizabeth Chadwick und ihre Trilogie über Alienor von Aquitanien lesen. Ich habe ja wirklich schon viele Bücher über sie gelesen, aber Elizabeth Chadwick hat mich jetzt doch auch sehr überfordert (sorry, hier OffTopic)
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: SilkeS. am 21. Mai 2020, 18:45:53
Hmm ...  :gruebel: habe ich nicht so empfunden.
Mir gings  wie Esme, fand das auch nicht so kompliziert in Der Verrat. Aber wenn es Dir da schon zu viel war mit Verstrickungen, dann darfst Du niemals Elizabeth Chadwick und ihre Trilogie über Alienor von Aquitanien lesen. Ich habe ja wirklich schon viele Bücher über sie gelesen, aber Elizabeth Chadwick hat mich jetzt doch auch sehr überfordert (sorry, hier OffTopic)

Ähm, Elizabeth Chadwick sagt mir jetz auch spontan garnichts :nixweiss1: von daher...
Für mich wäre eine Stammbaum jetzt irgendwie hilfreich...
Naja, ich fuddel mich jetzt irgendwie durch.
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: SilkeS. am 21. Mai 2020, 21:00:14
Was mir auffällt, ist dass Nane, sich viele Gedanken "zu spät" macht.
Beispiel Treffen mit Sonja. Erst als Nane auf sie wartet, kommt ihr Gedanken, wie es für Sonja gewesen sein muß, ohne Vater aufzuwachsen. Über was hat die die 20 Jahre im Gefängnis nach gedacht? Sind ihr da solche Gedanken nicht gekommen??? :kopfkratz:
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: nirak am 22. Mai 2020, 18:29:30
Ihr habt mich sehr neugierig gemacht.  Ich habe mir das Buch jetzt auch besorgt und werde es ganz bald lesen.

@Kathrin: die Trilogie über Alienor habe ich jetzt auch vollständig im Bücherregal, aber leider noch keine Zeit dafür, dabei Liebe ich diese Epoche und ihre Protagonisten   :nixweiss1:
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: Esmeralda am 22. Mai 2020, 19:52:49
Viel Spaß beim Lesen, Karin.
Bin gespannt wie Dir das Buch gefällt.
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: sisquinanamook am 22. Mai 2020, 20:19:01
Hab geade gelesen, dass das Buch ja an der Saar spielt.
Ist ja damit eigentlich Pflichtlektüre für mich  :wuschig:
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: SilkeS. am 23. Mai 2020, 15:31:55
Ich bin inzwischen 200 Seiten vor Ende.
Mir gefällt dass man auch über die Story nachdenkt, wenn man nicht in dem Buch liest.
Mir geht Margot ziemlich auf den Zeiger. Was ist das denn für eine dumme Kuh... :meckern:
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: SilkeS. am 23. Mai 2020, 21:10:04
So! Beendet!
WOW, was für ein Buch!!! Es ist bislang mein Leselighlight 2020!
Für alles anderes muß ich erstmal meine Gedanken und Gefühle in Worte fassen!!!
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: SilkeS. am 24. Mai 2020, 12:00:02
Hallo!

Ich hätte da mal Redebedarf und werde Spoilern. Setzte es aber selbstverständlich in Spoielermarkierungen.
Mich treiben ein paar Fragen um:
Nane ist ein schwieriger, sperriger Charakter. Sie war 20 Jahre in Gefängnis. Aber erst als sie draußen ist, macht sie sich Gedanken was sie machen will, nachdem sie mit diesem Obdachlosen geredet hat. Wäre es nicht "normaler" gewesen, wenn sie IM Gefängnis sich überlegt hat, was sie macht, wenn sie rauskommt.
Auch dass ihr erst draußen bewußt wird, das durch ihre Tat ein Kind ohne den Vater aufwächst.. Über sowas müsste sie doch eigentlich WÄHREND ihrer Haftstrafe Gedanken gemacht haben. Sie wußte ja nicht was passiert und es ist doch auch eine Gewissensfrage. Würde mir glaube ich so gehen.
Bekommt man im Gefängnis nicht die Möglichkeit mit einem Therapeuten/Psychiater oder so zu reden? Da hätte sie doch was aufarbieten können. Weil normal sind ihrer REaktionen nicht, das Stalken bei Mark, ihr Verhalten auf's Verlassen werden. Was ist in Ihrer KIndheit passiert, dass sie so sehr unter Liebesentzug leidet?



Irgendwo steht ja die Kinder haben unterschiedliche Nachnamen. Aber irgendwie ist mir entgangen, warum sie unterschiedliche Nachnamen haben..


Pia
Aus ihr werde ich nicht schlau, Sie hat ihre Leidenschaft des Restaurierens, aber sonst.
Warum heiratet sie Thomase? Irgendwo steht, weil er ihr alles bietet, was sie vom Leben erwartet.
Aber trotzdem interessiert sie sich null für das Gut, die Weinberge oder Co, hat kein gutes Verhältnis zur Schwägerin, zu Henniing und scheint eher eigenbrötlerisch zu sein. Da sie auch mit ihren eigenen Geschwistern keine gute Beziehung hat. Bei ihr frage ich mich, wie sie selbst noch in den Spiegel schauen kann.
Das sie Pia Thomas "weggenommen" hat, konnte sie nicht wissen, okay,  aber sie ins Gefängnis gehen zu lassen für eine Tat, die sie nicht begangen hat hat und dann auch noch 20 Jahre. Dann ihr Verhalten, nachdem Nane wieder rauskommen ist. Hat die Frau kein Gewissen? Und eigentlich alles nur wegen "einem Augenblick des Verhängnis auf dem eine rießengroße Lüge aufgebaut wird


Thomas
Sein Handeln, Henning zu beseitigen war irgendwie Affekt. Aber er war sein Sohn! Wie konnte er mit der Vertuschung der Tat leben? Das man das Thema taburisiert ist verständlich, aber irgendwie auch nicht.
Er hätte sich auch selbst anzeigen können, hinterher!


Mich hat beim Aufdecken der Wirklichkeit immer wieder die Frage gequält, ob es keine Polizeiliche Ermittlung gab, ob niemand sich gewundert hat, dass keine Bremsflüssigkeit im AUto war, warum Henning auf dem Beifahrersitz gesessen hat oder war er durch den Absturz durch's Auto geschleudert worden und man konnte das nicht mehr rekonstruierten.


Lissy
Sie bricht mit ihren Eltern! JA, doch als Affekthandlung nachvollziehbar und verständlich. Ich habe auch mit meinem Vater gebrochen und es gibt eben Dinge die kann man nicht mittragen, nicht akzeptieren.


DAs große Ganze:
Okay, Nane ist wie oben ja schon geschrieben hat, schwierig und sie neigt zu Extremhandlungen und sollte sich hier echt in Behandlung begegen. So oder so, sei sie Schuld oder eben nicht. Denn es war schon ein geplanter Mordanschlag, dei Bremsflüssigkeit abzulassen, auch wenn sie später anruft und warnt. Es ist eine Straftat! PUNKT!


So, ich hoffe ich habe niemanden vergessen. Bin gespannt, was ihr so sagt und denkt...
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: Inge78 am 25. Mai 2020, 07:01:05
'Der Verrat' war schon gut, aber 'Die Vergessenen' fand ich persönlich noch besser.

Wünsche Dir auf jeden Fall ein paar schöne Lesestunden.  :-)

DAS war bei mir auch so
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: Inge78 am 25. Mai 2020, 07:01:42
@Silke
Zu deinen Spoilern kann ich leider nicht mehr viel sagen, dafür bin ich leider zu weit schon weg von dem Buch, sorry
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: Esmeralda am 25. Mai 2020, 08:15:37
Geht mir leider ähnlich, Silke.
Ich habe "Der Verrat" letztes Jahr im Mai gelesen und stelle fest, dass es für einen ausführlichen Austausch schon zu lange her ist.
Ich weiß nur noch, dass mir Pia auch sehr unsympathisch war und ich über Nane auch hin und wieder den Kopf schütteln musste.
Aber unterm Strich war mir Nane "näher" und sympathischer.
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: SilkeS. am 25. Mai 2020, 10:09:32
Ich  Hoffe nun einfach, dass Daniela und Katrin schnell das Buch lesen.
Vielleicht kann ich ja dann mit den diskutieren!
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: sisquinanamook am 25. Mai 2020, 10:53:19
Ein kleines bisschen Geduld muss Du aber noch haben Silke...
Aber dann sehr gerne...
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: SilkeS. am 25. Mai 2020, 10:56:31
Ein kleines bisschen Geduld muss Du aber noch haben Silke...
Aber dann sehr gerne...
bedeutet nun genau, was???  :kopfkratz:
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: Kathrin am 25. Mai 2020, 11:02:42
@Silke
Zu deinen Spoilern kann ich leider nicht mehr viel sagen, dafür bin ich leider zu weit schon weg von dem Buch, sorry
Und ich reihe mich in die Reihe ein, die da nicht mehr viel zu sagen können. Manche der Fragen, die du Dir stellst, wird auch keiner von uns beantworten können, da es müßig ist darüber nachzudenken, warum sich beispielsweise Nane im Gefängnis sich nicht schon Gedanken gemacht hat über das vaterlose Kind. Oder wie Pia mit ihrer Schuld., mit dem falschen Leben das sie führt, leben kann. Es ist halt so. Wenn es in dem Buch nähere Hinweise für die ein oder andere Handlungsweise gibt, dann weiß ich sie jetzt nicht mehr. Aber in meiner Rezi steht ja auch dass man manche Handlungsweise verstehen aber nicht gutheißen kann. Insofern hatte ich vielleicht auf die ein oder andere Frage zu komischen Verhalten, das mir aufgefallen ist, Antworten gefunden, aber jetzt bin ich dann doch zu weit weg von inhaltlichen Details.

ich weiß, dass ich Pia echt nicht leiden konnte, aber auch mit Nane meine Probleme hatte - zumindest zeitweise. Grundsätzlich war ich einfach nur wütend über die Ungerechtigkeit, die sie erfahren muss.

Dass du Nane als schwierig/ sperrig bezeichnest ist glaube ich keine Wunder,
wenn man überlegt, was sie erlebt hat. Wenn man 20 Jahre unschuldig im Gefängnis sitzt, da darf man sperrig sein
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: SilkeS. am 25. Mai 2020, 11:18:29
ich weiß, dass ich Pia echt nicht leiden konnte, aber auch mit Nane meine Probleme hatte - zumindest zeitweise. Grundsätzlich war ich einfach nur wütend über die Ungerechtigkeit, die sie erfahren muss.
Aber Nane ist ja auch im Vorfeld schon recht eigen. Ihre Stalkerei und all das..
Ist aber schwieirig darüber zu reden, wenn ihr das nicht mehr wisst.

Dass du Nane als schwierig/ sperrig bezeichnest ist glaube ich keine Wunder,
wenn man überlegt, was sie erlebt hat. Wenn man 20 Jahre unschuldig im Gefängnis sitzt, da darf man sperrig sein
Aber nicht nur deswegen. Ihr ganzes Verhalten. Warum kann sie so schlecht mit Liebesentzug umgehen?

Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: Inge78 am 25. Mai 2020, 11:19:04
Ich glaube das war auch eins meiner größten Probleme im Buch: die Figuren sind alle so sperrig un unsymphatisch
Ich habe immer gerne jemanden, mit dem ich "mitleiden" kann
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: Inge78 am 25. Mai 2020, 11:19:28
Zitat
Aber nicht nur deswegen. Ihr ganzes Verhalten. Warum kann sie so schlecht mit Liebesentzug umgehen?

Nun ja, wer kann da schon gut mit umgehen  :dong:
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: SilkeS. am 25. Mai 2020, 11:30:33
Zitat
Aber nicht nur deswegen. Ihr ganzes Verhalten. Warum kann sie so schlecht mit Liebesentzug umgehen?

Nun ja, wer kann da schon gut mit umgehen  :dong:
ja schon! Aber dann so massiv zu stalken...
Pu, okay, Nane ist SEHR extrovertiert, aber das ist ja schon echt krankhaft!
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: sisquinanamook am 25. Mai 2020, 11:31:53
Ein kleines bisschen Geduld muss Du aber noch haben Silke...
Aber dann sehr gerne...
bedeutet nun genau, was???  :kopfkratz:

Na, dass ich bald mit Dir diskutieren kann. Aber Du brauchst noch ein bisschen Geduld.
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: nirak am 25. Mai 2020, 21:22:13
Wenn ihr noch ein bisschen Geduld habt, ich lese das Buch auch ganz bald und würde dann mit diskutieren
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: sisquinanamook am 28. Mai 2020, 10:14:28
Also, ich habe gestern die ersten 10 Seiten oder so gelesen (dann klingelte die Nachbarin) und ich muss mich als Saarländerin mal kurz "beschweren".
Man merkt direkt, dass die Autorin nicht aus dem Saarland kommt.

Ein Schwenker ist kein eigenständiges Gericht und ein Saarländer, der was auf sich hält würde niemals nie nicht zu Schwenker und/oder Gefillde Spätburgunder, Riesling oder sonst irgendeinen Wein trinken.
Dazu gehört Bier. Punkt.

Das schon mal vorab  :elch:
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: Inge78 am 28. Mai 2020, 10:44:31
Da spricht die Expertin

Was ist Schwenker?
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: sisquinanamook am 28. Mai 2020, 11:00:04
Ich hab die Stelle heute im Büro vorgelesen und alle haben angewidert das Gesicht verzogen  :wieher:

Das ist ein Schwenker: https://www.rewe.de/rezepte/schwenkbraten-saarland/

Und das sind Gefilde: https://www.kochbar.de/rezept/71790/Gefuellte-Kloesse-mit-Speckrahmsauce.html

Und dazu gehört ein Karlsberg Urpils.
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: SilkeS. am 28. Mai 2020, 11:15:49
Ich hab die Stelle heute im Büro vorgelesen und alle haben angewidert das Gesicht verzogen  :wieher:

Das ist ein Schwenker: https://www.rewe.de/rezepte/schwenkbraten-saarland/

Und das sind Gefilde: https://www.kochbar.de/rezept/71790/Gefuellte-Kloesse-mit-Speckrahmsauce.html

Und dazu gehört ein Karlsberg Urpils.
Ich habe da weg was anderem beim Lesen das Gesicht verzogen ...  :zwinker:
 
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: Esmeralda am 28. Mai 2020, 11:17:25
Cool ... danke für das Insiderwissen.  :-)
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: Inge78 am 28. Mai 2020, 11:36:22
Ich hab die Stelle heute im Büro vorgelesen und alle haben angewidert das Gesicht verzogen  :wieher:

Das ist ein Schwenker: https://www.rewe.de/rezepte/schwenkbraten-saarland/

Und das sind Gefilde: https://www.kochbar.de/rezept/71790/Gefuellte-Kloesse-mit-Speckrahmsauce.html

Und dazu gehört ein Karlsberg Urpils.

Ach, es klingt aber lecker
Aber ich würde da auch Wein zu trinken, ich bin da ja eher Banause, ich trinke auch Weißwein zu Steak und Rotwein zu Fisch  :dong:
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: sisquinanamook am 28. Mai 2020, 11:40:25
Das ist auch beides lecker.
Und Du bist kein Saarländer - Dir sei ein Wein dazu gnädiger Weise erlaubt, damit Du feststellen kannst, dass es einfach nicht passt.  :-)

Zitat
Cool ... danke für das Insiderwissen.  :-)

Bitte gerne. Mal sehen, was mir noch so auffällt....

Zitat
Ich habe da weg was anderem beim Lesen das Gesicht verzogen ...  :zwinker:
Für Dich ist dann das Karlsberg Urpils  :bang:
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: Tara am 28. Mai 2020, 11:58:50
Was ist man dann zum Schwenker?
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: sisquinanamook am 28. Mai 2020, 12:26:26
Klassischerweise Weißbrot und Salat.

Meistens wird Kartoffelsalat oder Nudelsalat und grüner Salat dazu gereicht.
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: SilkeS. am 28. Mai 2020, 13:31:04
Zitat
Ich habe da weg was anderem beim Lesen das Gesicht verzogen ...  :zwinker:
Für Dich ist dann das Karlsberg Urpils  :bang:
öhm, ich trinke kein Bier. Würde mir dann mit Inge eine Flasche Wein teilen... :flirt1:
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: sisquinanamook am 28. Mai 2020, 13:36:43
Für Dich Silke hätte ich drei leckere saarländische Gerichte, die man prima auch vegan zubereitet kann.

Du würdest mir nicht verhungern  :kuss2:
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: SilkeS. am 28. Mai 2020, 14:01:36
Okay, wenn also Corona überstanden ist und man wieder darf wie man will, treffen wir uns zum saarland-typischen Essen bei dir   :flirt:
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: sisquinanamook am 28. Mai 2020, 14:11:59
Sehr gerne  :knuddel:
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: Kathrin am 29. Mai 2020, 09:14:31
Na toll, jetzt hab ich Hunger :-)
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: sisquinanamook am 29. Mai 2020, 10:33:39
Mal ne blöde Frage... Zum besprechen zum Buch machen wir lieber einen eigenen Thread auf oder?
Sowas wie ne lockere Leserunde ?

Oder wie handhabt ihr das normalerweise?
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: sisquinanamook am 29. Mai 2020, 12:20:26
Übrigens by the way - Insiderwissen und so...

Weinbau an der Saar ist dichterische Freiheit. Es gab mal den saarländischen Landwein und der war auch wohl ziemlich gut, der wurde aber um 1920 rum eingestellt und seitdem nicht mehr nennenswert wiederbelebt.
Es gibt guten Saarländischen Wein (Riesling) - die Weingärten sind aber an der Mosel an der Grenze zu Luxembourg.

Die geographischen Gegebenheiten wie sie im Buch beschrieben sind gibt es durchaus hier - aber eben nicht an der Saar sondern an der Mosel.
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: sisquinanamook am 30. Mai 2020, 09:56:13
Also Leute, ich bin aktuell auf Seite 183 und das Buch ist echt richtig, richtig gut.
Ein richtiger Pageturner.

Muss heute leider arbeiten, obwohl ich echt lieber weiterlesen würde  :smilie_les_0081:
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: Inge78 am 30. Mai 2020, 16:21:35
Freut mich, dass es dir auch so gut gefällt
Ich fand die Vergessenen noch einen Tick besser

Wenn ihr später spoilern wollt um zu reden solltet ihr aber besser in den Leserunden einen Thread aufmachen
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: SilkeS. am 30. Mai 2020, 18:35:56
Also Leute, ich bin aktuell auf Seite 183 und das Buch ist echt richtig, richtig gut.
Ein richtiger Pageturner.
:schmacht:

Muss heute leider arbeiten, obwohl ich echt lieber weiterlesen würde  :smilie_les_0081:
Heute abend dann und es steht ein langes WE vor der Tür.

Wenn ihr später spoilern wollt um zu reden solltet ihr aber besser in den Leserunden einen Thread aufmachen
Was meinst Du, immerhin befinden wir uns hier in einem Rezi-Thread :dong:
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: sisquinanamook am 30. Mai 2020, 18:43:43
Ich würde sagen, wir machen einen lockeren Leserundenthread auf.


Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: sisquinanamook am 02. Juni 2020, 19:51:54
@Silke: ich habe einen eigenen Thread aufgemacht und Deine Spoiler dort übernommen
Titel: Re: Ellen Sandberg - Der Verrat
Beitrag von: nirak am 13. Juli 2020, 19:39:16
Verrat und Liebe, Sehnsucht und Hoffnungen

Die Restaurateurin Pia lebt gemeinsam mit ihrem Mann auf einem schönen Weingut. Sie hat alles erreicht, was das Leben zu bieten hat. Pia ist glücklich mit ihrem Mann und ihrer Tochter. Was macht es schon, dass es ein dunkles Geheimnis aus ihrer Vergangenheit gibt, welches nach etlichen Jahren mit Macht ans Licht kommen will?

Nane ist die Schwester von Pia und endlich, nach 20 Jahren Gefängnis, wieder frei. Jetzt muss sie versuchen, sich ein neues Leben aufzubauen, aber ihre Schuld ist immer noch nicht abgetragen, dies jedenfalls glaubt Nane. Werden die Schwestern wieder zueinanderfinden oder ist der Graben, der sie trennt, zu groß? Und was ist damals vor 20 Jahren geschehen, als Nane ins Gefängnis musste? Auf welcher Seite steht die dritte im Bunde?

Ellen Sandberg erzählt hier eine Familiengeschichte aus verschiedenen Perspektiven. Es ist die Geschichte der drei Schwestern Pia, Nane und Birgit. Sie alle verbindet eine Kindheit, die jede für sich auf ihre eigene Art, empfunden hat. Erst so nach und nach kommt zutage, wie sie ihre Kindheit verlebt haben und wie ihre Verhältnisse zu den Eltern und untereinander sind. Von Lügen und Verrat ist die Rede. Von Verletzen Gefühlen und Enttäuschungen. Jede für sich hat sich ein Leben aufgebaut oder je nach Sichtweise auch verbaut. Wie das einzelne Verhalten der Schwestern auch das Leben der anderen beeinflusst hat, kommt so nach und nach hervor. Dieses Verwirrspiel hat mir gut gefallen. Geheimnisse werden nur angedeutet und klären sich so nach und nach.

Mir hat gefallen, dass durch das Hin und Her wechseln der Zeiten, so nach und nach die Vergangenheit herauskommt. Die Autorin hat es gut verstanden, immer im richtigen Zeitpunkt zu wechseln und so die Spannung zu halten. Auch gibt sie immer nur häppchenweise die Einzelheiten heraus, sodass man beim Lesen durchaus noch mitraten kann, was wirklich geschehen ist. Allerdings gab es auch einige Szenen, die ich so nicht gebraucht hätte und wo ich mir andere Lösungen gewünscht hätte. Dadurch wurde für mich die Handlung teilweise unglaubwürdig.

Fazit:

„Der Verrat“ ist ein interessanter Roman über Familienbande. Er erzählt davon, wie gerade das Leben der anderen das eigene Leben verändern kann, aber auch von Einsamkeit und Verlustängsten, von Liebe und Verrat und den Wunsch nach Rache und Vergebung.