Bücherforum

Anspruchsvolles & Klassiker => Shakespeare & Company => Thema gestartet von: Steffi am 17. August 2007, 09:36:38

Titel: Aktuelles Lesefutter
Beitrag von: Steffi am 17. August 2007, 09:36:38
Hallo Ihr Lieben!

Hier ist viele viele Seiten Platz für Euren aktuellen Lesestoff im Bereich Klassiker und zeitgenössische Literatur.

Viel Spaß beim Diskutieren!

Liebe Grüße,
Steffi
Titel: Re: Aktuelles Lesefutter
Beitrag von: Steffi am 17. August 2007, 09:56:49
Hallo Ihr Lieben!

Ich hab mich dann gestern abend mit einem kleinen Stapel dünner Bücher in mein Bett verzogen und bin bei "Alberta empfängt einen Liebhaber" von Birgit Vanderbeke kleben geblieben.

[isbn]3596141982[/isbn]

Klappentext: Alberta liebt Nadan, den Astrophysiker. In den siebziger Jahren begegnen sie sich zum ersten Mal, brennen in den Achtzigern gemeinsam durch, finden aber selbst einige Jahre später nicht zueinander. Denn "Liebe ist im Kopf leichter als Liebe im Leben", und die Welt von Frauen und Männern ist, so scheint es zumindest, nicht dieselbe.

Das Buch hat gerade mal 117 Seiten und ich werde es sicherlich heute auslesen. Übrigens interessant, das diese Art von Literatur oft gar nicht so viele Seiten braucht.  Ein bisher unterhaltsames Buch, das man erst vielleicht gar nicht als so besonders ansieht, aber dann kommen zwischendrin so Sätze, da denke ich....heidewitzka...genau so isses:

"Nadans nagelneuer weißer Papagei war heute früh weggeflogen; es ist komisch, daß man sich lebenslang daran erinnert, lästig im Grunde, weil man weiß, daß es wirklich nichts Wichtiges ist, aber die Erinnerung hält sich nicht daran, ob etwas wichtig ist oder nicht, sie macht sich Geschichten genauso aus Rand-Details wie aus wichtigen Dingen."

Ich weiß auch nicht, aber ich finde den Satz irgendwie total schön. Ganz davon abgesehen, das er natürlich viel Wahrheit enthält. Wir erinnern uns so soft an Kleinigkeiten, aber wichtige Dinge entfallen uns.

Bin gespannt, wie es ausgeht - ich denke Nadan und Alberta werden bis zum Ende nicht zueinander finden.

Ich hätte das Buch übrigens wahrscheinlich nie gekauft. Vanderbeke reizt mich eigentlich nicht so, aber meine damalige Chefin in der kleinen Buchhandlugn hat es mir geschenkt. Ich glaube zum Nikolaus. Sie hat mich gefragt, was ich mir für ein Buch wünsche und ich hab ihr gesagt, sie soll doch mal was aussuchen, was ich ihrer Meinung nach lesen sollte. Darunter war dann dieses und dann hat sie mir noch ein Buch von Conni Palmen geschenkt. Komme gerade nicht auf den Titel.

Liebe Grüße,
Steffi
Titel: Re: Aktuelles Lesefutter
Beitrag von: Steffi am 22. August 2007, 00:32:37
Hallo Ihr Lieben!

Dieses kleine Buch habe ich gestern abend gelesen:

[isbn]3257236263[/isbn]

Der Autor erzählt dort in kleinen Essays, welche Klassiker man seiner Meinung nach gelesen haben sollte. Dies tut er wunderbar euphorisch und ohne jegliches Kritikergetue. Er liebt diese Bücher und obwohl er eigentlich nur wenig über jedes Buch sagen kann (wegen der Dicke des Buches), springt der Funke doch über.

Die einzige Amazon-Wertung ist sehr schlecht (2 Sterne), aber meiner Meinung nach hat der Rezensent das Buch gar nicht verstanden!  :-> Der Autor erwähnt nämlich im Vorwort, weswegen er dieses Buch publiziert hat und was er damit erreichen will.

Sympathisch auch wie er immer wieder betont, das man sich nicht quälen soll und das es jede Menge Weltliteratur gibt, die kein Mensch mehr zur Erbauung lesen kann, sondern nur liest, wenn er studiert und es muss. Das war teilweise wirklich herzerfrischend von der Leber weg gesprochen.

Ich wollte in das kleine Buch nur reinschauen, weil ich total hundemüde war, aber ich habe es in einem Rutsch gelesen. Gut, es sind nur 160 kleine Seiten mit wenig Text, aber trotzdem.

Hinzu kommt - der Autor schreibt klasse und ich denke mal, das wird bei seinen Erzählungen und Romanen nicht anders sein.

Liebe Grüße,
Steffi
Titel: Re: Aktuelles Lesefutter
Beitrag von: Steffi am 06. September 2007, 22:37:15
Hallo Ihr Lieben!

Ich mache hier zwar glaube ich den Alleinunterhalter  :-> aber egal!

Ich lese momentan "Die Glasglocke" von Sylvia Plath und eine Biographie über Sylvia von Linda Wagner-Martin. Die Biographie ist einfach super. Ganz leicht zu lesen und wahnsinnig informativ. Die Autorin liefert nicht nur Infos und Einblicke in Sylvias Leben, sondern auch in ihr Werk. "Die Glasglocke" ist an sich schon ein beeindruckendes Buch, aber mit den Hintergrundinformationen noch tausendfach besser.

Ich habe beide Bücher ca. zu einem viertel gelesen und kann beide Bücher nur empfehlen.  "Die Glaslgocke" ist ein sehr deprimierendes, aber auch sehr fesselndes Buch. Und ich werde sicherlich noch eine weitere Biographie über Sylvia Plath lesen.

Plath hat sich umgebracht, während ihre Kinder im Nebenzimmer schliefen und es gibt verschiedene Standpunkte, wessen Schuld ihr Selbstmord überhaupt war. War sie schon als junge Frau zerrissen und gestört oder war ihr Ehemann Ted Hughes (ein berühmter Dichter) mit Schuld an ihrere Misere. Je nachdem welche Biographie man liest...

Jedenfalls ein sehr empfehlenswertes Buch - übrigens auch gar nicht schwer zu lesen. Die Amerikaner sind da sowieso etwas "humaner" *G*

Ich würde mich gerne mit jemandem über das Buch und die Autorin austauschen...

Liebe Grüße,
Steffi
Titel: Re: Aktuelles Lesefutter
Beitrag von: Lannie am 08. September 2007, 19:18:26
Hallo Steffi, ich lese auch gerade einen Klassiker:

Madame Bovary
Gustave Flaubert

[isbn]3423123982[/isbn]

Die reiche Bauerntochter Emma Rouault – schön, jung und von romantischer Sinnlichkeit – heiratet den biederen Landarzt Charles Bovary und geht mit ihm in ein armseliges Nest. Doch vor der Monotonie des Alltags und der dumpfen Betriebsamkeit ihres Mannes flieht sie in die Scheinwelt der Bücher und Tagträume, die bald zum Lebensersatz wird. Die erste reale Berührung mit der vermeintlich schöneren Welt bei einem festlichen Diner löst denn auch eine Nervenkrise aus. Damit beginnt eine Entwicklung, die Emma in amouröse Abenteuer und zum Ehebruch treibt und vom nur geträumten zum wirklichen Doppelleben führt: Unlösbar in Schuld und Schulden verstrickt, vergiftet sie sich.

Bisher gefällt es mir ganz gut.

LG
Lannie
Titel: Re: Aktuelles Lesefutter
Beitrag von: Karthause am 25. September 2007, 17:01:52
Zur Zeit lese ich "" von Jonathan Safran Foer.

(http://ec1.images-amazon.com/images/I/21C06E464SL._AA110_.jpg)Jonathan Safran Foer - Extrem laut und unglaublich nah
Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
Verlag: Kiepenheuer & Witsch; Auflage: 1 (August 2005)
ISBN-10: 3462036076

Klappentext
Oskar Schell ist neun Jahre alt. Wie er auf seiner Visitenkarte mitteilt, ist er Pazifist, Erfinder, Schmuckdesigner, Tamburinspieler. Vor allem aber ist er tieftraurig und verstört über den Tod seines Vaters. Mit dem Tamburin läuft Oskar durch New York, auf der Suche nach einem Türschloss, in das ein geheimnisvoller Schlüssel aus den Hinterlassenschaften des Vaters passen könnte. Auf dieser Odyssee begegnet Oskar, der den Grund für den sinnlosen Tod des Vaters herausfinden will, vielen ungewöhnlichen Menschen und gerät in aberwitzige Abenteuer. Verbunden mit Oskars Geschichte ist die seiner deutschen Großeltern, die nach der Bombardierung Dresdens, gezeichnet von Trauer und Verlust, nach New York geflüchtet sind.
Drei Schicksale, drei Stimmen. Foer gelingt es, das bewegende Schicksal einer Familie darzustellen und zu zeigen, dass Schmerz und Komik, Sprachlosigkeit und Absurdität unglaublich nah beieinander liegen. Der Text ist durchzogen von Bildern, die Oskars Vorstellungen illustrieren und vertiefen. "Extrem laut und unglaublichh nah" ist ein literarisches Ereignis.


Dieses Buch drückte mir mein Chef mit dem Kommentar 'Es wird dir gefallen!' in die Hand. Also war es ein Pflichtbuch. (Feige bin ich auch manchmal.)

Jetzt habe ich gut 100 Seiten gelesen und weiß noch immer nicht, was von dem Buch halten soll. Auf der einen Seite macht sich der 9-Jährige Oskar Gedanken (vor allem über die Sexualität), die ich einem Jungen in dem Alter einfach nicht abnehme. Das macht das Buch unglaubwürdig. Andererseits bringt der gleiche Junge ganz tiefe Gedanken hervor, die zwar nicht realistischer für einen 9-Jährigen sind, die aber meinen eigenen Gedankengang anregen.

Ich habe auch noch Bedenken, dass Foer in diesem Roman ein wenig zuviel hinein gepackt hat. Das ist der 11. September 2001, die Bombardierung von Dresden und der Abwurf der Atombombe auf Hiroshima. Ich bin wirklich gespannt, wie es mir mit diesem Buch weiter ergehen wird.

edit: Ich hoffe, dass dies der passende Thread für dieses Buch ist. In Unterhaltungsliteratur würde ich es nicht einordnen wollen.
Titel: Re: Aktuelles Lesefutter
Beitrag von: Lannie am 06. Dezember 2007, 09:44:25
Hallo zusammen,

in einer Leserunde lesen wir seit gestern

Weihnachtserzählungen
Charles Dickens

[isbn]3423124652[/isbn]

Die berühmteste der fünf Erzählungen, ,Ein Weihnachtslied in Prosa', schildert die Bekehrung des herzlosen Egoisten Ebenezer Scrooge zum echten Menschenfreund. In den ,Glocken' bringt das Silvesterläuten einem alten, an der Ungerechtigkeit der Mitwelt verzweifelnden Dienstmann neue Hoffnung. Liebe und Einfalt eines blinden Mädchens triumphieren über das Mißtrauen der Menschen in ,Das Heimchen am Herd', einer der schönsten Idyllen der Weltliteratur. Eine märchenhafte Liebesgeschichte ist ,Der Kampf des Lebens', und in ,Der verwünschte Mann' beschreibt Dickens die innere Wandlung eines berühmten Gelehrten durch eine einfache Frau.

LG
Lannie
Titel: Re: Aktuelles Lesefutter
Beitrag von: Lannie am 28. Januar 2008, 09:19:03
Hallo an alle,

ich habe gestern begonnen

Mansfield Park
Jane Austen

[isbn]3423129565[/isbn]

In »Mansfield Park«, dem Herrenhaus des reichen Sir Thomas Bertram, leben nicht weniger als drei junge Ehekandidatinnen. Maria und Julia, die beiden Töchter des Hauses, gefährden durch Arroganz und Eitelkeit ihr zukünftiges Glück. Zugleich machen sie ihrer Cousine Fanny, Tochter verarmter Eltern, die bei den Bertrams aufwächst, das Leben schwer. Fanny, die eigentliche Heldin des Romans, trotzt kraft ihrer Unbestechlichkeit und Menschenkenntnis allen Anfechtungen...

Wie nicht anders zu erwarten war, bin ich bisher von dem Buch sehr angetan...  :->

LG
Lannie
Titel: Re: Aktuelles Lesefutter
Beitrag von: Lannie am 24. Februar 2008, 16:28:14
Morgen beginnt ja zu dem Buch die Leserunde und ich schau wohl heut schon mal rein:

[isbn]3596159008[/isbn]

Florenz um 1900: Die junge Lucy lernt in einer Pension George Emerson kennen und verliebt sich. Mit ihrer Rückehr nach England aber scheint auch George vergessen. Cecil, ein junger Snob hält um ihre Hand an. Da tritt George erneut in ihr Leben. Florenz um 1900: Ziel jedes reiselustigen und bildungshungrigen Engländers. Auch die junge Lucy Honeychurch wird nach Italien geschickt - allerdings in Begleitung ihrer Cousine Charlotte, die sehr darauf achtet, daß Lucy vom sinnlichen Charme des Südens unberührt bleibt. Doch dann erregt der junge, unkonventionelle George Emerson Lucys Aufmerksamkeit, und Charlotte hat alle Hände voll zu tun, die aufkeimende Liebesbeziehung zu unterbinden...

LG
Lannie
Titel: Re: Aktuelles Lesefutter
Beitrag von: Kathchen am 28. Mai 2008, 22:21:28
Hallo,

ich lese seit gestern Jane Austen - Stolz und Vorurteil.
[isbn]3746651069[/isbn]

:winken:
Titel: Re: Aktuelles Lesefutter
Beitrag von: AnjaB am 10. September 2008, 23:34:44
Guten Abend zusammen,
 ich lese grad einen Klassiker,
Der Graf von Monte Christo in zwei Bänden
[isbn]3423126191[/isbn]
Hach ist das schön mal wieder eine Geschichte zu lesen die lang und breit und episch erzählt wird, komisch, wäre es ein zeitgenössischer Roman, wäre err wegen erwiesener Langeweile schon längst in die Ecke geflogen.
Gute Nacht,
AnjaB
Titel: Re: Aktuelles Lesefutter
Beitrag von: Lannie am 21. Oktober 2008, 09:52:03
Hallo Ihr Lieben!

Ich lese seit gestern

Sanditon
Jane Austen / Marie Dobbs

[isbn]3423126663[/isbn]

Bei Jane Austen geht es wie immer ums Ehestiften, diesmal ist der Schauplatz der idyllische englische Badeort Sanditon. Als Charlotte Heywood dort eintrifft, gerät sie sofort in eine turbulente Gesellschaft. Als Jane Austen 1817 starb, war der Roman unvollendet. 1975 unternahm es die Austen-Verehrerin Marie Dobbs, die Handlung kunstvoll fortzuspinnen, und brachte auf so unterhaltsame Weise etliche glückliche Paare zusammen, daß es schwerfällt zu glauben, Jane Austen habe nicht selbst den Schlußpunkt gesetzt.

Bisherige Meinung

Ich habe gestern diesen Roman begonnen. Jane Austen selbst hat nur die ersten elf Kapitel geschrieben (dann starb sie), Marie Dobbs hat den Roman im 20. Jahrhundert beendet.
Bisher habe ich erst den Originalteil Jane Austens gelesen und habe schnell festgestellt, dass dieser Roman wesentlich reifer und erwachsener ist als ihre frühen Werke. Sprachlich ist er anspruchsvoller (mag auch an der Übersetzung liegen) und auch von der Thematik ist er bisher etwas anders. Jane Austen kritisiert zwar auch hier die Gesellschaft, nur geht es (bisher) nicht um die Jagd der Frauen nach einer guten Partie, sondern um die Fülle an Badeorten, die Anfang des 19. Jahrhunderts die Küsten Englands überschwemmten und eigentlich nur den Reichen dienten. Deutlich stellt sie ihren Sinn in Frage. Ich bin gespannt, was Marie Dobbs aus der Vorlage machen wird. Noch habe ich ein paar Jane Austen-Kapitel vor mir...

LG
Lannie
Titel: Re: Aktuelles Lesefutter
Beitrag von: Lannie am 11. August 2009, 10:06:44
Hallo Ihr Lieben,

ich habe gestern "Die Hunde und die Wölfe" von Irène Némirovsky begonnen und auch wenn ich das Buch heute bereits wieder beenden werde, möchte ich es Euch kurz vorstellen, da es sich nicht nur wunderbar liest, sondern dem Leser auch einen interessanten Einblick ins jüdische Leben gewährt, dabei sehr offen und direkt ist, und mit Ada eine wirklich liebenswerte Hauptfigur besitzt, die man gerne auf ihrem Weg begleitet. Mit nur 250 Seiten ist das Buch zwar recht dünn, wirkt aber keineswegs oberflächlich und bisher kann ich nicht sagen, dass mir etwas fehlt.

[isbn]3442739306[/isbn]

Die jüdischen Kinder Ada und Harry lernen sich in Kiew kennen und sehen sich später im Paris der 20er Jahre wieder. Ada ist Malerin und lebt in ärmlichen Verhältnissen, Harry hat in die französische Bourgeoisie eingeheiratet. Beide spüren instinktiv, dass sie füreinander bestimmt sind. Doch ihre Liebesbeziehung droht an den gesellschaftlichen Normen der Zeit zu scheitern.

LG
Lannie
Titel: Re: Aktuelles Lesefutter
Beitrag von: Aurian am 24. Oktober 2009, 18:54:13
Für die Leserunde habe ich heute begonnen:

[isbn]9783548234106[/isbn]

George Orwell - 1984

Schon nach dem ersten Kapitel ist mir klar, dass das keine angenehme Literatur wird. Die trostlose Hoffnunglosigkeit springt einem förmlich auf jeder Seite an.

LG, Aurian
Titel: Re: Aktuelles Lesefutter
Beitrag von: jaqui am 17. März 2010, 11:16:42
Hallo,

ich lese auch mal wieder einen Klassiker: Thomas Morus - Utopia [isbn]3458329064[/isbn]

Inhalt: 24 Jahre nach der Entdeckung Amerikas schrieb Morus einen Bericht über ein Gespräch mit einem Seefahrer, der ein Land gesehen haben wollte, in dem "Menschen in vernünftig und weise geordneten Verhältnissen" leben.
Höchstes Ziel der Utopier: das Glück. Billigstes Mittel: die Lust. Also "jeder Zustand des Körpers oder der Seele, in dem zu leben ein Genuß ist und zu dem die Natur uns den Weg wies". Sie verachten Gold und Edelsteine, Grausamkeiten an Mensch und Tier, und die wenigen Gesetze sind derart klar bestimmt, daß jeder sie versteht. Das Gemeinwohl steht den Utopiern über alles.

Bisher ist es eher zäh und mühsam zu lesen und ich lege es auch immer wieder weg um was anderes dazwischen zu schieben. Das Buch ist dermaßen irreal, dass es wirklich nur damals ein Reißer gewesen sein kann.

Katrin
Titel: Re: Aktuelles Lesefutter
Beitrag von: jaqui am 31. März 2010, 09:47:13
Hallo,

parallel zu einem Krimi habe ich mir einen Klassiker geschnappt: Virginia Woolf - Mrs. Dalloway [isbn]3596173620[/isbn]

Inhalt: Ein Junitag im Jahre 1923. Clarissa Dalloway, Gattin eines Parlamentsabgeordneten, trifft die Vorbereitungen für eine große Abendgesellschaft. Während dieser Verrichtungen ergeht sie sich in Erinnerungen, lotet ihr Leben aus und wird sich der Enge und Leere ihres Daseins schmerzlich bewußt. Mrs. Dalloways Reflexionen, wie überhaupt die inneren Monologe des Romans, bilden den eigentlichen Kern der Handlung, während die Darsteller puppengleich auf dem gesellschaftlichen Parkett agieren.

Das ist mal was ganz anderes. Die Geschichte plätschert dahin, man begegnet dort ein paar Menschen, dann wieder anderen. Keinen lernt man näher kennen und mittendrin immer wieder Mrs. Dalloway aus deren Augen man alles miterlebt während sie durch die Straßen Londons wandert.
Ein sehr ruhiges Buch, das ich derzeit Satz für Satz genieße.
Auf Dauer wären mir nur solche Bücher wahrscheinlich zu wenig, aber als Abwechslung zu Fantasy, Vampiren und Mordgeschichten genau das richtige.

Katrin
Titel: Re:Aktuelles Lesefutter
Beitrag von: jaqui am 30. Juni 2010, 12:11:22
Nach einem Fantasyroman brauche ich wieder was Klassischeres:

Joseph Conrad - Herz der Finsternis [isbn]3938484799[/isbn]

Inhalt: Im Herz der Finsternis (1899) schlängelt sich der Kongo lautlos durch die "erhabene Stille des Urwalds": Die Geschichte von Kapitän Marlowe, der sich auf die Suche nach dem rätselhaften und grausamen Elfenbeinhändler Kurtz ins dunkle Afrika aufmacht, spielt sich vorwiegend in der "schweigenden Wildnis" ab. Erst als Marlowe Kurtz zum ersten Mal zu Gesicht bekommt, durchbricht ein schriller Schrei die Lautlosigkeit. Zunächst nur "ein Wort" in den Erzählungen der Eingeborenen, stellt sich der dämonische Redner nun "als eine Stimme dar". Und als Kurtz mit dem flüsternden Ausruf "Das Grauen! Das Grauen!" sein Leben schließlich aushaucht, wird die Wahrheit dieser Einschätzung offenbar: "Er war kaum mehr gewesen als eine Stimme".

Bin ja mal gespannt was da auf mich zukommt.

Katrin
Titel: Re: Aktuelles Lesefutter
Beitrag von: Steffi am 27. Januar 2013, 13:14:40
Hallo Ihr Lieben!

Habe mir 2013 mal wieder vorgenommen auch verstärkt Klassiker und Gegenwartsliteratur zu lesen. Also habe ich mal geschaut, was ich so in meinem Bücherregal habe und fange mal klein an... ich lese gerade "Die Kameliendame" von Alexandra Dumas. Hat keine 200 Seiten und ist wohl ein guter Einstieg. Bin gespannt.

Liebe Grüße,
Steffi
Titel: Re: Aktuelles Lesefutter
Beitrag von: wingfoot am 17. August 2013, 00:42:41
[isbn]048640109X[/isbn]

Ich quäle mich da grade ein bisschen... Woolf halt. Sprachlich gigantisch, aber die Charaktere gar nicht wirklich kennenzulernen und ständig von einer Situation in die andere geschmissen zu werden und alles selber interpretieren zu müssen, ohne je zu erfahren, was nun richtig ist (weil man es halt im Leben auch nicht gesagt kriegt, sehr modern...) ist anstrengendes Lesen. Ich freu mich auf was entspannenderes danach und fall so schnell nicht mehr auf trügerisch dünne Bücher rein.  :zwinker:
Titel: Re: Aktuelles Lesefutter
Beitrag von: wingfoot am 19. August 2013, 12:10:55
So, weiter geht's, das Hörbuch muss auch aus dem Weg.  :zwinker:

[isbn]9626343494[/isbn]

-- Ist jetzt nicht meine Ausgabe, ich hab's gelesen von Charlton Griffin, irgendwie hör ich meistens lieber Männern zu, auch wenn die definitiv Frauenstimmen alberner lesen als Frauen Männerstimmen.

Ich hab jetzt das erste Drittel und ich muss sagen, es gefällt mir sehr gut. Gaskell wird ja oft so in eine Schublade mit Jane Austen gesteckt, hab ich das Gefühl, aber ich finde sie schon noch sozialkritischer, aber das macht es natürlich auch ein wenig schwerverdaulicher. Trotzdem möcht ich manchmal irgendwo kurbeln, wenn es so dahinplätschert... Geduld ist halt eine Tugend, die man üben muss, eine Romanhandlung muss sich ja auch mal langsam entfalten dürfen, aber ich tu mich da grad hart. -- Ob ich grad einfach keinen Sinn für anspruchsvolleres hab? Das wär schlecht für meine anstehenden "Pflichtlektüren".  :rollen:
Titel: Re: Aktuelles Lesefutter
Beitrag von: Steffi am 19. August 2013, 17:59:48
Du MUSST unbedingt mal die BBC Verfilmung (Mini-Serie) schauen. Die ist sooooooooooooooo schön. Ich finde es immer noch schade, dass sich wirklich kein Verlag erwärmt das Buch zu übersetzen. Habe mal bei Manesse angefragt, aber denen war das Original zu lang. GRMPF!
Titel: Re: Aktuelles Lesefutter
Beitrag von: wingfoot am 19. August 2013, 21:42:31
Hihi... Was meinst du, warum ich es lese?  :->  Richard Armitage war ein gigantischer Guy of Gisborne, imho, und so viel hat er ja nicht gemacht... Wenn ich durch bin gibt's die Serie.  :zwinker: Aber ich bin froh, dass du das sagst- jetzt freu ich mich drauf. Ich hatt irgendwo was schlechtes gelesen und mir dann bissl Sorgen gemacht, dass ich dann vielleicht enttäuscht bin.

Gibt's wirklich keine Übersetzung? Nichtmal ne alte, vergriffene? Das ist doch ein Unding, oder? Ich meine, auch wenn ich grad nicht soo vor Begeisterung strotze, seh ich da doch ein sehr gutes Buch. Und so leicht bis zappendustere Helden sind doch eigentlich grad voll in.... Hm... Aber die Welt braucht zwei neue Moby Dick Übersetzungen....  Klar. :hau: